Medien

Franziskus und die Frauen – (k)ein Trauerspiel?

Ein frauenfeindliches Zitat des neu gewählten Papstes geht seit Kurzem durch die Social Media (u.a. hier). Nach Bekanntwerden seiner – zweifelsfrei zitierfähigen – überwuzelten Einstellung gegenüber Homosexuellen (“Angriff auf den Plan Gottes”) oder Schwangerschaftsabbrüchen, gibt er auch mutmaßlich (die Authentizität des Zitates ist mittlerweile mehr als unklar!) auch hinsichtlich Geschlechterrollen zu verstehen, wie schlicht sein Weltbild gestrickt ist.

Papst Franziskus am Abend seiner Wahl

Papst Franziskus am Abend seiner Wahl

Das Kundtun von Zweifel an der Echtheit ist übrigens keineswegs unerwünscht. Ich freue mich vielmehr über etwaige Richtigstellungen! Einschränkend sei schließlich festgehalten, dass es trotz aller zur Verfügung stehenden Recherchemöglichkeiten gar nicht so einfach ist, die Authentizität eines solchen Zitats festzustellen. Ich erinnere an dieser Stelle an den großartigen Satz von Abraham Lincoln “The thing about quotes on the internet is that you cannot confirm their validity.”

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Lebensmittelskandal: Nicht Fisch, nicht Fleisch

In Billig-Lebensmitteln, die mit “100% Rindfleisch” etikettiert sind, findet sich 60 Prozent und mehr Pferdefleisch. Die Aufregung über den Etikettenschwindel ist enorm. Die erschreckenderen Aspekte an der Geschichte, die tatsächlich den Appetit verderben sollten, bleiben weitestgehend auf der Strecke.

Lasagne

Lasagne (Bild: jules:stonesoup)

Sind wir uns ehrlich: So gut wie jeder Bewohner einer Industrienation, der nicht aus unterschiedlichen Gründen von Geburt an vegetarisch ernährt wurde, hat irgendwann bereits Pferdefleisch zu sich genommen. Darüber hinaus hatten viele schon Esel (Salami), Kaninchen und andere drollige Tierchen auf dem Teller oder in der Semmel. Den Allermeisten schmeckt das auch ganz gut, teils gelten Fleischarten abseits der drei meistkonsumierten (Schwein, Rind, Huhn) gar als besondere Delikatesse.

Es ist aber bekanntlich eine – nicht ganz uninteressante – Eigenschaft der meisten Menschen, massive Unterschiede zwischen den unterschiedlichen zum Verzehr geeigneten Tieren zu machen. Rinder, Schweine und Hühner werden tonnenweise konsumiert, bei Pferdchen, Kaninchen, Kalberln oder Hunden sträuben sich die Menschen vor dem kulinarischen Genuss. Selbstverständlich gibt es eine Reihe von gut nachvollziehbaren Erklärungsmodellen für diese objektiv betrachtet eher seltsame Ambivalenz.

Aber das ist ein ganz anderes Thema und ich möchte an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Worum geht es also tatsächlich bei dieser Farce rund um die Lasagne, deren Fleischanteil nicht dem entspricht, was auf der Verpackung deklariert wird?

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Ein höchst dringender Aufschrei

Ein gesetzter Herr fortgeschrittenen Semesters, der eine junge Dame mit teils schlüpfrigen, teils chauvinistischen Phrasen eindeckt, überschreitet dadurch eindeutig die Grenze ihrer persönlichen Intimsphäre. Dennoch: Hätte es sich nicht zufällig um einen Prominenten deutschen Politiker und eine Journalistin des Stern gehandelt, gäbe es die Aktion #aufschrei vermutlich gar nicht. Zumindest nicht in dieser Form, in dieser Intensität. Die Tatsache, dass die Diskussion rund um das Thema “Alltagssexismus” nun auch die Öffentlichkeit abseits der Social Media erreicht, ist jedoch wichtig – und höchst an der Zeit.

Edvard Munch: Der Schrei

Edvard Munch: Der Schrei

Viel ist in den vergangenen Tagen zum Thema Sexismus geschrieben worden. Bei Twitter, Facebook & Co gehen die Wogen hoch. Mit dem Hashtag “#aufschrei” twittern Frauen (und selten auch Männer) ihre Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Thema Sexismus in all seinen teils (scheinbar) harmlosen, teils schwerwiegenden Ausformungen. Alarmierend viele Männer antworten mit Verharmlosung, Beschwichtigung oder gar bissigem Sarkasmus.

Vorab: Sexismus und sexueller Übergriff sind verschiedene Paar Schuhe

Eines der ersten und gravierendsten Missverständnisse kommt bei der jeweiligen Verwendung der Begriffe ans Licht. Auch wenn naturgemäß eine semantische Verwandtschaft besteht, sind Sexismus und sexuelle Belästigung nicht gleichsetzbar. In einem Fall geht es um unerwünschte Eingriffe in die intime Privatsphäre eines Menschen, im anderen um die Unausgewogenheit zwischen den Geschlechtern. In einem Fall geht es darum, die Frau in ihrer individuellen und intimen Sexualität zu missbrauchen (physisch oder verbal), im anderen um die Rolle der Frau hinsichtlich Gleichbehandlung (etwa Einkommenssituation oder Zuweisung von “typischen” Geschlechterrollen).

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Hiniches Auftrittsverbot

Ich bin zwar sicher einer der Allerletzten, die eine Lanze für eine Band wie Die Hinichen brechen wollten, aber dass sie Auftrittsverbot bekommen, kann ich dennoch nur bedingt nachvollziehen.

Roland Seper

Roland Seper

Die Hinichen, eine grobschlächtige Proll-Rock Band aus Wien, bekommt Auftrittsverbot (genauer: dem Veranstalter würde Subvention durch die Stadt Wien aberkannt), weil sie frauenfeindliche und gewaltverherrlichende Texte im Rahmen ihrer künstlerisch überschaubar wertvollen Rockmusik darbieten. Warum, frage ich mich?

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Es gibt (k)ein Facebook-Verbot im ORF-Gesetz

Ein Reizwort gewinnt durch Wiederholung nicht an Wahrheitsgehalt. Dies trifft zur Zeit besonders im Zusammenhang mit einem etwaigen “Facebook-Verbot” für den ORF zu. Das ORF-Gesetz verbietet in seiner aktuellen Fassung den Aufbau einer Community unter Zuhilfenahme sozialer Netzwerke, aber die grundsätzliche Nutzung von Facebook, Twitter & Co im Rahmen der Sendungen des öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrages (tagesaktuelle Online-Berichterstattung, Programmankündigungen, etc.) stehen in keinerlei Konflikt mit dem ORF-G. Schlicht und ergreifend.

Jüngste Änderungen zum ORF-Gesetz (Faksimile)

Jüngste Änderungen zum ORF-Gesetz (Faksimile)

Dieser Tage sind die Gerichte in Österreich bis hinauf zum Verfassungsgerichtshof schwer damit beschäftigt, Licht in den Konflikt zwischen dem ORF und seinen privaten Mitbewerbern (vornehmlich VÖZ) zu bringen. Konkret geht es darum, wie das ORF-G in seiner jüngsten Fassung hinsichtlich dessen Aussagen bezüglich der Online-Aktivitäten des ORF zu interpretieren ist. Und sind erst einmal die Gerichte in einer Causa den ORF betreffend beschäftigt, ist die gesamte Medienlandschaft inklusive soziale Netzwerke in höchster Aufruhr. Wie ich bereits schrieb, betrachte ich die Causa – zumindest privat – aus einer einigermaßen nüchternen bis neutralen Perspektive, aber meine Gedanken dazu mache ich mir sehr wohl.

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Die Geschichte des ORF ist eine Geschichte voller Missverständnisse

Sie ist wieder da: Die große Diskussion um die Online-Aktivitäten des ORF, genauer gesagt jene in Social Media-Plattformen. Konkreter Anlass: Das so genannte “Facebook-Verbot” zwingt den ORF in erster Linie, 39 seiner Facebook-Seiten stillzulegen. Die Meinungen dazu sind zwiegespalten: Die GIS-Gegner und ORF-Mitbewerber jubeln, beim ORF selbst und zahlreichen Usern bzw. Fans der entsprechenden Seiten ist man naturgemäß anderer Ansicht. Ich selbst stehe irgendwo nahe der Mitte – jedoch mit erkennbarer Neigung Richtung ORF.

Das ORF Gebäude am Küniglberg in Hietzing/Wien

Das denkmalgeschützte ORF-Hauptquartier am Hietzinger Küniglberg in Wien (Foto: Peter Gerstbach/flickr)

Hintergrund: Der VwGH hat der ORF-Beschwerde gegen das so genannte “Facebook-Verbot” nicht entsprochen, sondern den Bescheid des Bundeskommunikationssenats bzw. der Medienbehörde KommAustria bestätigt. Demzufolge muss der ORF möglicherweise (ein Entscheid des VfGH steht noch aus) demnächst 39 “Facebook-Angebote” stilllegen bzw. in die Hände der “Fans” übergeben. Aus dem Spruch des VwGH: “…derartige Online-Angebote aus Wettbewerbsgründen grundsätzlich anderen Medienunternehmen vorzubehalten.”

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