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	<title>Nox Vobiscum! » Roland B. Seper &#187; Medien</title>
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		<title>Marktkonforme Demokratie</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 22:50:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist nun wirklich höchste Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen: Die Aufgabe der Politik ist längst nicht mehr, eine optimale Führung, Verwaltung und Organisation des Landes sicher zu stellen, sondern so zu agieren, dass sich &#8220;die Märkte&#8221; nicht &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/11/marktkonforme-demokratie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist nun wirklich höchste Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen: Die Aufgabe der Politik ist längst nicht mehr, eine optimale Führung, Verwaltung und Organisation des Landes sicher zu stellen, sondern so zu agieren, dass sich &#8220;die Märkte&#8221; nicht wie unsittlich berührt abwenden. Das Ziel: die marktkonforme Demokratie ohne störendes soziales Beiwerk. Das ist nicht leicht, da ja &#8220;die Märkte&#8221; bekanntlich so ungern preisgeben, was sie eigentlich wollen. Gach pass&#8217;ma nicht auf, sind&#8217;s auch schon weg. Der Herr Spindelegger bringt es im ZIB2-Interview von Armin Wolf sinngemäß auf den Punkt: &#8220;Wir müssen handeln, wie es die Märkte diktieren.&#8221;</strong></p>
<p><div id="attachment_1648" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/11/spindelegger_zib2_tvthek.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/11/spindelegger_zib2_tvthek-160x107.jpg" alt="Außenminister und Vizekanzler Michael Spindelegger in der ZIB2" title="Spindelegger in der ZIB2" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1648" /></a><p class="wp-caption-text">AM &#038; VK Michael Spindelegger in der ZIB2 im Armin Wolf-Interview</p></div>Es ist wirklich faszinierend, dass es kaum noch Interviews oder Wortmeldungen von Spitzenpolitikern aus Österreich, anderen EU-Staaten oder auch darüber hinaus zu hören gibt, in denen &#8220;die Märkte&#8221; (alternativ: die Ratingagenturen) nicht eine tragende Rolle einnehmen. Keine Ausnahme dieser Entwicklung zu sein bewies gestern Vizekanzler und Aussenminister Michael Spindelegger <a href="http://www.tvthek.orf.at/topics/Euro-Bonds/3245961-ZIB-2/segments/3246053-Gespraech-mit-Vizekanzler-Spindelegger">» im Interview mit Armin Wolf in der ZIB2</a>. Wenn man sich die Wortmeldungen dieses Herren mit ein wenig Verstand anhört, glaubt man bei so manchen Bonmots tatsächlich, seinen Ohren nicht trauen zu dürfen. Was hier gesagt wird &#8211; und demnach als Parteilinie der begrüßenswerterweise immer schneller schrumpfenden Ex-Großpartei ÖVP zu betrachten sein dürfte &#8211; ist eigentlich irgendwo zwischen untrag- und unfassbar.</p>
<p>Als roter Faden zieht sich natürlich auch hier die schier bedingungslose Hörigkeit gegenüber den internationalen Finanzmärkten durch. Jede Idee, jede gefundene Lösung, ja beinahe jedes Wort scheint sich deren prüfendem Blick unterwerfen zu müssen. Es geht nicht mehr um Wähler, die Steuerzahler oder gar &#8211; mon Dieu! &#8211; die Menschen, sondern um die Befindlichkeit irgendwelcher anonymen Kapitalmarktmechanismen, die dann im Falle einer &#8220;guten&#8221; Maßnahme wohlwollend nicken und das Geld (für neue Schulden) wieder ein bissi billiger ausspucken. Die logische Vereinbarkeit der beiden anvisierten Ziele, nämlich dass man einerseits über strukturelle Reformen die Neuverschuldung mittelfristig verhindern wolle, aber zeitgleich das billige Ausleihen von Kapital über die Märkte langfristig sicherstellen müsse, erschließt sich mir noch nicht ganz. Naja, Polemik. Stattgegeben.</p>
<p><strong>Liebe Märkte, wir haben die Botschaft verstanden!</strong></p>
<p>Einer der aus meiner Sicht bedeutendsten Abschnitte in diesem Interview: &#8220;Kurzfristig müssen wir das, was die Kapitalmärkte uns ständig zeigen, eben auch in unsere Handlungen mit aufnehmen, das heißt wir in Österreich müssen zeigen &#8230; &#8216;Wir haben die Botschaft verstanden&#8217; &#8230; und werden dadurch auch ein besserer Schuldner für den Kapitalmarkt&#8221;. Kurz darauf die (rhetorische) Frage samt Antwort: &#8220;Aber was sind Signale für den Kapitalmarkt? Dass es Veränderung gibt, dass wir genau wissen, wo wir ansetzen müssen. Das wird genau beurteilt, da bin ich überzeugt, das wird &#8230; eine positive Wirkung für den Kapitalmarkt, für Österreich haben.&#8221; Die Punkte dazwischen ergeben sich großteils aus Oppositionsbashing, weil die sich ja bekanntlich noch mit einer Zustimmung zur so genannten Schuldenbremse ziert.</p>
<p>Angesprochen auf den &#8220;Klassenkampf-Sager&#8221; von Ministerin und Fraktionskollegin(!) Mikl-Leitner (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=mOxmNbW6y4M" title="Mikl-Leitner "Her mit dem Zaster, her mit da Marie"" target="_blank">» Video &#8220;Her mit dem Zaster, her mit da Marie&#8217;&#8221;</a>) kommt als Antwort sinngemäß, dass zwar (Währungs-)Spekulanten eh ein bissi böse seien, aber dass dies ja nur ein Teilbereich sei, wo &#8220;wir auch vielleicht ansetzen, um ein anderes Verhalten zu bewirken.&#8221; &#8211; und sofort der Themenwechsel hin zu den strukturellen Problemen in unserem Land inklusive .</p>
<p>Als dann gegen Ende des Interviews die Frage kommt, ob denn irgendwann der Spitzensteuersatz für Einkommen über 300.000€ auf 55% (von dzt. 50%) angehoben werden könnte, beginnt Spindelegger erwartungsgemäß die stets gleiche Litanei, dass eine Budgetkonsolidierung selbstverständlich ausschließlich ausgabenseitig, niemals aber einnahmenseitig erzielbar sei: &#8220;Das Land Österreich hat nicht ein Problem, dass es zu wenig einnimmt, sondern dass es zu viel ausgibt.&#8221; Nachsatz: &#8220;Und das schon über Jahre.&#8221; Das darf man sich an dieser Stelle durchaus auf der Zunge zergehen lassen.</p>
<p>Ich wollte das eigentlich selbst nie wirklich als Argument vorbringen, aber an dieser Stelle ist der Hinweis doch nötig: Ihr, liebe ÖVP, seid diejenigen, die seit bald einem Vierteljahrhundert dieses Land regieren! Es sind nicht irgendwelche artifiziellen Märkte und auch keine anderen Parteien, deren mühsamen Nachlass Ihr &#8211; dem Kinde der Jungfrau gleich &#8211; im Schweiße Eures Angesichtes bewältigen müsst! Seit 1987 seid Ihr massgeblich mit Regierungsagenden in diesem Land betraut und in mehreren Kabinetten gar in den Ressorts Wirtschaft und Finanzen mit den relevanten Ministerämtern ausgestattet. In all den Jahren gab es keinerlei Strukturreform im Bereich der sündteuren Länder, die in nahezu jeder Hinsicht als reiner Luxus zu betrachten sind, in denen jedoch Eure Bonzen (wie auch die der Anderen, so viel Zeit muss sein) wie die Maden im Speck hocken und Euch zudem die Personalia an der Parteispitze diktieren). Es gab auch keine nennenswerte &#8211; oder besser: nachhaltige Reform im Gesundheits- bzw. Pflegewesen, die Pensionssysteme zerbröseln vor Euren Augen und so weiter. Die Liste ist freilich lang und Ihr kennt sie ja ohnedies gut genug. Hört doch bitte einfach mit diesem scheinheiligen Getue auf, die vergangenen Kabinette hätten alles kaputt gemacht und Ihr wärt jetzt lediglich die Opfer der daraus resultierenden Misere.</p>
<p>Immerhin schließt der Vizekanzler mit den salbungsvollen Worten, dass es &#8220;mit ihm&#8221; keine Mehrbelastungen gäbe. Nein, doch nicht: &#8220;Am Ende des Tages wird jeder in Österreich seinen Beitrag leisten. Da wird niemand auskommen.&#8221; Die Befürchtung habe ich übrigens auch.</p>
<p>Lieber Herr Spindelegger!<br />
Wenn Sie tatsächlich all die Signale der Märkte so gut zu deuten wissen und wirklich gerne ein starkes ebensolches zurücksenden wollen, dann machen Sie es doch bitte laut und deutlich, am besten genau so wie die Herren Berlusconi und Papandreou &#8211; und nehmen sie bei der Gelegenheit bitte auch gleich den Herrn Faymann (mitsamt dem höchst entbehrlichen Failmann) gleich mit&#8230;</p>
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		<title>Anonymität ist kein Schutz vor Unvernunft</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 07:44:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das &#8220;Hackerkollektiv&#8221; AnonAustria leakt gerne Datenbanken und veröffentlicht auch zuweilen Teile der erbeuteten Informationen als eine Art Beleg des erfolgreichen Hacks. Diesmal waren&#8217;s rund 25k Datensätze von Exekutivbeamten, die allerdings ohne jegliche Filterung mit Angabe von Name, Geburtsdatum und voller &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/09/anonymitat-ist-kein-schutz-vor-unvernunft/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das &#8220;Hackerkollektiv&#8221; AnonAustria leakt gerne Datenbanken und veröffentlicht auch zuweilen Teile der erbeuteten Informationen als eine Art Beleg des erfolgreichen Hacks. Diesmal waren&#8217;s rund 25k Datensätze von Exekutivbeamten, die allerdings ohne jegliche Filterung mit Angabe von Name, Geburtsdatum und voller Anschrift an die &#8211; vermutlich mäßig interessierte &#8211; Öffentlichkeit gingen. Eine wichtige Frage bleibt bislang offen: Qui bono?</strong></p>
<p><div id="attachment_1584" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/09/anonymous.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/09/anonymous-160x107.jpg" alt="Anonymous Seal" title="Anonymous Logo" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1584" /></a><p class="wp-caption-text">Eines der Logos des Anonymous-Kollektivs</p></div>Sehr originell: Als eine Art &#8220;Zeichen&#8221; gegen die unliebsame Vorratsdatenspeicherung veröffentlichen die Damen und Herren der österreichischen Ableger von Anonymous die (größtenteils ungefilterten) persönlichen Daten von Polizisten und twittern launig, man könne jetzt gerne raten, worum es sich bei den Datensätzen handle. Es gibt zwar keine &#8220;offizielle&#8221; Bestätigung der Hacktivisten (wie auch, es gibt ja keine zentrale Kommunikationsstelle), dass es sich bei der Aktion um ein Statement wider die VDS handle, aber zahlreiche Tweets und andere Hinweise legen dies durchaus nahe.</p>
<p>Zugegeben, ein Teil der Infos wird vermutlich auch im Telefonbuch stehen, aber 1. ohne Berufsbezeichnung und 2. nicht zwingend, da man ebendort die Möglichkeit hat, bewusst nicht gelistet zu werden. Ebenso ist es keineswegs das erste Mal, dass Daten geklaut werden und es ist auch nicht völlig neu, dass die &#8220;Beute&#8221; irgendwo öffentlich zugänglich auftaucht. Es ist auch ein keineswegs uninteressanter Aspekt, dass ausgerechnet Daten aus dem für Sicherheit sowie VDS zuständigen BMI geleakt werden konnten &#8211; ob nun von außen mittels &#8220;Datenhack&#8221; oder von innen mittels &#8220;Datenleck&#8221;.</p>
<p><strong>Qui bono?</strong></p>
<p>Dennoch: Welche Sympathien erwartet sich eine Vereinigung, die derlei Unfug treibt? Was will sie erreichen, wenn sie Datenbestände, die in ihrem Wesen nichts mit der VDS zu tun haben, publik macht? Solche Aktionen bringen nebst negativen Feedbacks möglicherweise eines: Das Unwohlsein gegenüber der VDS wandelt sich in latente Furcht, das nächste Opfer der Gegner der VDS zu werden.</p>
<p>Darüber sollten einige, die unter der Bezeichnung &#8220;AnonAustria&#8221; ihr Unwesen treiben, vielleicht ein wenig nachdenken, bevor sie mit derlei kindischen Aktionen lediglich unter Beweis stellen, dass sie total voll gut Server hacken können, auf der anderen Seite aber ein enormes Defizit an Vernunft aufweisen, diese Fähigkeiten in irgendeiner Form sinnstiftend zu nutzen.</p>
<p>Mission accomplished!</p>
<p><strong>UPDATE:</strong><br />
AnonAustria hat im Verlauf des Tages darauf hingewiesen, dass sie selbst niemals von einem &#8220;Hack&#8221; gesprochen hätten, vielmehr seien ihnen die Daten &#8220;zugespielt worden&#8221;. Demzufolge entfällt dann auch eines der halbwegs nachvollziehbaren Argumente für diese Aktion, nämlich das bezüglich des Hinweises auf Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit Datensicherung. Naja.</p>
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		<title>Khan Academy: Maybe part of the Future of Education?</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 11:43:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Mission Statement der Khan Academy klingt auf den ersten Blick höchst salbungsvoll: &#8220;The Khan Academy is an organization on a mission. We&#8217;re a not-for-profit with the goal of changing education for the better by providing a free world-class education &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/06/khan-academy-maybe-part-of-the-future-of-education/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_1509" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/06/khanacademy_beig.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/06/khanacademy_beig-160x107.jpg" alt="Das Team der Khan Academy" title="Khan Academy Team (khanacademy.org)" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1509" /></a><p class="wp-caption-text">Salman Khan (li.) mit seinem Team der Khan Academy</p></div>Das Mission Statement der <a href="http://khanacademy.org">Khan Academy</a> klingt auf den ersten Blick höchst salbungsvoll: &#8220;The Khan Academy is an organization on a mission. We&#8217;re a not-for-profit with the goal of changing education for the better by providing a free world-class education to anyone anywhere.&#8221; Aber auch bei näherer Betrachtung scheint das Portal, das der US-Amerikaner Salman Khan indirekt bereits 2004 ins Leben gerufen hat, einen möglicherweise nicht unerheblichen Beitrag dazu leisten zu können, interessierten bzw. begabten Menschen, denen aus rein materiellen Gründen der Zugang zu Bildung erschwert wird, kostenlos wertvolles Wissen auf hohem fachlichen sowie pädagogischen Niveau zur Verfügung zu stellen.</p>
<p>Salman Khan, dessen Eltern selbst aus Indien bzw. Bangladesh stammen, also Regionen, in denen Qualifizierung und Bildung teils einem Luxusgut gleichkommen, legt sehr viel Wert darauf, mit seinem extrem kompakten Team ein selbständig lauf- und existenzfähiges Portal auf die Beine zu stellen, um auch in Zukunft Wissen kostenlos bereitstellen zu können, das Usern weltweit zur Verfügung steht.</p>
<p>Im Rahmen eines <a href="http://www.ted.com/">TED-Talks</a> im März dieses Jahres stellte Khan sein Portal, seine Visionen und seine Ziele vor:</p>
<div style="margin:25px auto;width:560px;height:349px;"><iframe width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/gM95HHI4gLk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Dieses Zitat finde ich übrigens besonders originell:</p>
<blockquote><p>&#8220;And so you can imagine, you know, here i was &#8211; an analyst at a hedge fund. It was very strange for me to do something of social value.&#8221;</p></blockquote>
<p>Auszug aus <a href="http://www.ted.com/speakers/salman_kahn.html">Salman Khan&#8217;s TED-Profile</a>:</p>
<blockquote><p>In 2004, Salman Khan, a hedge fund analyst, began posting math tutorials on YouTube. Six years later, he has posted more than 2.000 tutorials, which are viewed nearly 100,000 times around the world each day.</p></blockquote>
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		</item>
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		<title>Hagen Rether: Großes Kabarett mit ohne Lachen</title>
		<link>http://noxvobiscum.at/2011/06/hagen-rether-grosses-kabarett-mit-ohne-lachen/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Jun 2011 15:25:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fun & Entertainment]]></category>
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		<category><![CDATA[Hagen Rether]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>

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		<description><![CDATA[Kabarett ist, wenn man trotzdem lacht: Bei Hagen Rether bleibt dem Zuseher schon gerne mal das Lachen ganz, ganz tief im Halse stecken. Den Großteil der Zeit schwebt man vielmehr zwischen Betroffenheit und &#8220;facepalming&#8221;. So auch in diesem Beitrag, den &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/06/hagen-rether-grosses-kabarett-mit-ohne-lachen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1489" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/06/rether_hagen.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/06/rether_hagen-160x107.jpg" alt="Hagen Rether" title="Hagen Rether, Bild: Klaus Reinelt" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1489" /></a><p class="wp-caption-text">Hagen Rether</p></div>
<p><strong>Kabarett ist, wenn man trotzdem lacht: Bei Hagen Rether bleibt dem Zuseher schon gerne mal das Lachen ganz, ganz tief im Halse stecken.</strong></p>
<p>Den Großteil der Zeit schwebt man vielmehr zwischen Betroffenheit und &#8220;facepalming&#8221;. So auch in diesem Beitrag, den er kurz nach der medienwirksamen Tötung/Ermordung &#8211; so genau weiß man das ja außerhalb des Whitehouses nach wie vor nicht wirklich &#8211; des einstigen &#8220;Terrorpatens&#8221; Osama Bin Laden durch eine US-Spezialeinheit brachte.</p>
<div style="margin:25px auto;width:560px;height:349px;"><iframe width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/3XhxxraYd_c" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Ja, für mich persönlich ist und bleibt Hagen Rether mit seinem unvergleichlichen Vortragsstil und seiner einzigartigen Mischung aus hochbitterem Ernst und wohlplatzierten Pointen einer der besten Politkabarettisten des deutschen Sprachraums.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Dual-Boot am iPhone</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Mar 2011 00:53:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Windows Phone]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Vergleich der gängigen Smartphone-Betriebssysteme ergab für mich ein überraschendes Ergebnis. Das viel gescholtene Windows Phone muss sich in meinem ganz subjektiven Ranking nur denkbar knapp dem iOS geschlagen geben. Ein sehr oberflächlicher, keineswegs umfassender, dafür jedoch umso subjektiverer Handy-Vergleichstest. &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/03/dual-boot-am-iphone/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Vergleich der gängigen Smartphone-Betriebssysteme ergab für mich ein überraschendes Ergebnis. Das viel gescholtene Windows Phone muss sich in meinem ganz subjektiven Ranking nur denkbar knapp dem iOS geschlagen geben. Ein sehr oberflächlicher, keineswegs umfassender, dafür jedoch umso subjektiverer Handy-Vergleichstest.</strong></p>
<div id="attachment_1420" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/03/wb_investor_app.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/03/wb_investor_app-160x107.jpg" alt="Smartphone-Quintett mit WirtschaftsBlatt investor App" title="Smartphone-Quintett mit WirtschaftsBlatt investor App" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1420" /></a><p class="wp-caption-text">Smartphone-Quintett mit WirtschaftsBlatt investor App</p></div>
<p>Die Entwicklung der WirtschaftsBlatt investor App, die von den Jungs der <a href="http://www.tailored-apps.com/">Tailored Media GmbH, auch bekannt unter &#8220;Tailored Apps&#8221;</a> auf den gängigsten Smartphone-Plattformen umgesetzt wird und in den kommenden Wochen gelauncht wird, schreitet zügig voran und es gab in den vergangenen Tagen die ersten Release Candidates auf den diversen Betriebssystemen zur eingehenden Prüfung. Diese war zugleich auch meine erste Gelegenheit, tatsächlich alle relevanten Teilnehmer im Markt der Handy-OS im direkten Vergleich zu testen.</p>
<p><strong>Die Probanden:</strong></p>
<ul>
<li>iOS 4.3 auf meinem iPhone 4</li>
<li>Android 2.6.32.9 auf Samsung GT-I9000 bzw. HTC Desire HD</li>
<li>Windows Phone 7 am Samsung Taylor</li>
<li>Symbian 3 am Nokia C7</li>
<li>BlackBerry 6 auf dem BlackBerry Torch</li>
</ul>
<p>Eingangs sollte ich natürlich &#8211; quasi als Disclaimer &#8211; darlegen, dass ich nun schon seit geraumer Zeit iPhone-Nutzer bin und mit dem Ding auch &#8211; bis auf einige wenige Einschränkungen &#8211; in höchstem Maße zufrieden bin. Die Usablity lässt kaum Wünsche offen, es ist enorm intuitiv zu bedienen (mein heute 3-jähriger Sohnemann spielt seit einenhalb Jahren liebend gerne damit und ich musste ihm nicht ein einziges Mal zeigen, wie er die Tastensperre deaktiviert oder Apps startet), das Retina-Display ist derzeit völlig unschlagbar, die Verfügbarkeit von Apps gewaltig und die Zuverlässigkeit äußerst zufriedenstellend. Die Abstriche, etwa die fragwürdige iTunes-Zwangsbeglückung bis ins kleinste Detail, die teils unangenehm kurze Akkulaufzeit und ein paar mehr sind zwar zuweilen lästig, können aber den positiven Gesamteindruck nicht wesentlich einschränken.</p>
<p>Nun bekam ich also zum iPhone noch die anderen oben genannten Devices in die Hand und auf den allerersten Blick war das Ergebnis recht schnell klar: Das iPhone war das klar am weitesten fortgeschrittene Smartphone in dieser Auswahl. Dann kam lang nix, irgendwo dahinter rauften sich Android und Windows Phone um die Stockerlplätze, Blech ging an Blackberry und kurz danach folgte Symbian. Nach etwas intensiveren Testreihen mit den Dingern (zugegeben vornehmlich im Rahmen der zu testenden App selbst) begannen sich die Abstände merklich zu verschieben. Usability-Aspekte rückten in den Vorder-, andere in den Hintergrund und stets gepflegte, aber nie erwiesene Vorurteile gegenüber den einzelnen Plattformen erfuhren dringend nötige Korrekturen.</p>
<p>Erwähnen sollte ich der Vollständigkeit halber auch, dass meine Tests keine tief schürfenden Analysen der (Un)Tiefen der OS-Kernels umfassten, keinen Vergleich der PC-Konnektivität und auch keine Bewertung der jeweiligen App-Landschaften, sondern vielmehr die für den Löwenanteil der User viel relevanteren Bereiche Usability, Zugänglichkeit, gestalterische Aufmachung, insgesamt vielleicht am ehesten so etwas wie die &#8220;Sympathie&#8221;, die man einem Gerät zugestehen könnte, abbildeten.</p>
<p><strong>Viele Überraschungen &#038; wenige Enttäuschungen: Windows Phone 7</strong></p>
<p>Am meisten überraschte mich &#8211; zugegebenermaßen &#8211; das Windows Phone. Nachdem ich bis dato immer nur kurze Momente mit einem Windows-basierten Device gehabt hatte, die nie ein klares Urteil zugelassen hatten, war dieses Mal endlich ausreichend, um ein klareres Bild zu erhalten. Windows Phone 7 ist wirklich ein attraktives OS und der ganze Umgang damit ist herrlich intuitiv, klar und aus meiner Sicht auch erfrischend innovativ. Ich nahm das Samsung Taylor in die Hand und musste nur in einigen wenigen Fällen länger nach irgendeiner Funktion suchen. In wenigen Sekunden hing das Ding im WLAN, die Deaktivierung des Displays war binnen weniger Augenblicke auf einen für die Tests sinnvollen Zeitraum gesetzt und so ging es munter weiter. Die Gestaltung mit teils sehr gewagten Screendesigns, der (im positiven Wortsinne) interessanten Typographie und der durchdachten Menüführung macht die Nutzung von Windows Phone 7 beinahe zu einem Vergnügen. OK, das Fehlen von Multitasking oder etwa einer Screenshot-Funktion sprechen nicht gerade für den Klassenprimus schlechthin, aber gänzlich ohne irgendwelche Einschränkungen wird man wohl bei keinem OS jemals davonkommen. Ebenfalls ein Wermutstropfen ist der Browser, der einfach kein so fesches Rendering zustande bringt, wie ich es vom iPhone und seinem Safari gewohnt bin.</p>
<p><strong>Unter den Erwartungen: Android</strong></p>
<p>Viel erwartet habe ich mich von Android, das bekanntlich nach Ansicht mancher Analysten bereits das führende Smartphone-OS (nach generiertem Datentraffic) sein soll. Nachdem man ja bekanntlich keinen Statistiken Glauben schenken sollte, die man nicht eigenhändig gefälscht hat, sei dies dahingestellt &#8211; meinen persönlichen Zugang zu einem Handy beeinflussen diese Aspekte ohnehin nur sehr dezent. Die Vorschusslorbeeren wurden jedenfalls recht schnell reduziert. Ich fühlte mich auch mit Android schnell vertraut und tat mir recht leicht, die einzelnen Funktionen zu finden und das Gerät zu bedienen, aber der Innovationsgeist, der Google in vielerlei Hinsicht umgibt, scheint bei Android nur auf Teilzeitbasis beteiligt zu sein. Viele OS-Bereiche wirken wie uninspiriert vom Mitbewerb kopiert, andere wiederum sind durchaus attraktiv und zugänglich. Insgesamt durchaus ein arbeits- und alltagsfähiges System, aber einen Umstieg vom iPhone würde ich aus diesen Erfahrungen heraus sicherlich nicht anstreben. Zudem muss ich eingestehen, dass die Hardware, auf der ich Android testete, alles andere als &#8220;wertig&#8221; wirkte. Das knarzende Kunststoffgehäuse und das teils widerspenstige Display des Samsung bzw. das unwesentlich attraktivere HTC Desire machten den ganzen Umgang eher weniger erfreulich.</p>
<p><strong>Geht so: BlackBerry</strong></p>
<p>Der BlackBerry Torch, dessen Vorgänger ich schon desöfteren in der Hand gehabt und niemals besonderes Interesse entwicket hatte, wirkte im Gegensatz zu den Android-Geräten von Samsung bzw. HTC immerhin deutlich hochwertiger und gab haptisch ein einigermaßen gutes Gefühl. Das OS macht einen sehr seriösen und durchdachten Eindruck, das dem Ruf des &#8220;Arbeitstiers&#8221; durchaus gerecht wird, der schier untrennbar mit RIM bzw. BlackBerry verbunden ist. Die ausziehbare Tastatur ist für meine persönlichen Bedürfnisse klar zu klein, dafür fand ich das Trackpad unterhalb des Touchscreens sehr gelungen. Von der Präzision und Funktionalität dieses Buttons war ich tatsächlich einigermaßen angetan. SO attraktiv das OS in seinen Menüs und der Benutzerführung gestaltet ist, so fürchterlich stellt sich der Browser dar. Auch wenn Viele der Meinung sind, der Browser würde zugunsten der Apps ohnehin drastisch an Bedeutung verlieren, so bleibt er meines Erachtens dennoch ein wesentliches Element eines Smartphones. Hier kann man also bei einem User wie mir viel Boden verschenken &#8211; was BlackBerry hingebungsvoll zelebriert&#8230;</p>
<p><strong>Symbian: Nein danke!</strong></p>
<p>Ja, und dann war da noch Symbian. Bereits in den ersten Minuten mit dem Nokia C7 entstand der Eindruck, Symbian versuche verkrampft, uralte Nokia-Tugenden aufrecht zu erhalten, um im selben Atemzug und im krassen Gegensatz dazu modernste Smartphone-Funktionalität einzuimpfen. Eine sehr seltsame Benutzerführung, ein umständlicher Menüaufbau, unattraktive Gestaltung und ein zudem suboptimaler Touchscreen machten den Umgang mit dem C7 nicht gerade zur Tortur, aber immerhin zuweilen zu einem Ärgernis &#8211; vor allem, wenn man unmittelbar daneben die oben genannten Geräte zum direkten Vergleich liegen hat. Wenig überraschend fand ich etwa, dass &#8211; wie bei sämtlichen Smartphones ohne physischem Keyboard &#8211; bei Bedarf eine Tastatur am Display angezeigt wird. Dass diese jedoch den Aufbau eines Handy-Tastenfeldes mit der typischen Mehrfachbelegung aufwies (zumindest in der Portrait-Haltung), fand ich dann doch eher amüsant. Selbstverständlich sind die allermeisten Schwierigkeiten, die ich mit dem System hatte, gewöhnungsbedürftig und relativieren sich möglicherweise dementsprechend mit der täglichen Handhabung, aber meines Erachtens sollte ein Betriebssystem nicht dem User eine langwierige Gewöhnungsphase abringen, sondern ganz im Gegenteil sollte sich der User vom ersten Moment an wohl fühlen und ohne Umschweife damit zurecht kommen. Nachdem Otto Durchschnittsendverbraucher zudem in aller Regel nicht sonderlich techaffin ist, muss ein Smartphone auch definitiv intuitiver und &#8220;logischer&#8221; in der Bedienung sein. In dieser Kategorie und einigen anderen Bereichen (der Browser etwa ist ein Graus!) scheitert Symbian meiner persönlichen Meinung nach spektakulär.</p>
<p>Ich beglückwünsche Nokia jedenfalls (erneut) zu der unerwarteten Weitsicht, künftig auf Windows Phone zu setzen.</p>
<p><strong>Mein ganz persönliches Fazit</strong></p>
<p>Wenn ich die vergangenen Tage Revue passieren lasse und noch einmal versuche, die stundenlangen Spielereien mit den verschiedenene Geräten gedanklich zu ordnen, ergibt sich ein klares Ergebnis:</p>
<ol>
<li>Apple iPhone</li>
<li>Windows Phone 7</li>
<li>Android</li>
<li>BlackBerry</li>
<li>Symbian</li>
</ol>
<p>Auch wenn mich nun einige iAfficionados vermutlich zuerst an den Pranger stellen und in weiterer Folge unter die Guillotine legen wollen (oder umgekehrt): Ich persönlich hätte ja am liebsten ein iPhone mit Windows Phone 7 und Safari. Das Retina Display mit den hübschen Windows Menüs? Eine für mich extrem attraktive Vorstellung! Oder vielleicht doch lieber ein iOS mit Windows Phone 7-Theme&#8230;?</p>
<p>Das sag&#8217; ich aber alles lieber nicht zu laut. Steve Jobs ist gesundheitlich ohnehin schon ausreichend bedient, da möchte ich nicht auch noch einen Herzinfarkt riskieren, den solche Häresien zweifelsfrei nach sich zögen&#8230;</p>
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		<title>Der Betroffenheits-Tsunami</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Mar 2011 00:37:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist eine großartige Zeit für einen ganz bestimmten Typus Mensch: &#8220;Der Betroffene&#8221; feiert gerade eine richtig große Zeit, wo es doch gerade Zoff galore in Nordafrika gibt. Hingebungsvoll wird Mitleid bekundet, lautstark militärische und politische Intervention gefordert und die &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/03/der-betroffenheits-tsunami/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist eine großartige Zeit für einen ganz bestimmten Typus Mensch: &#8220;Der Betroffene&#8221; feiert gerade eine richtig große Zeit, wo es doch gerade Zoff galore in Nordafrika gibt. Hingebungsvoll wird Mitleid bekundet, lautstark militärische und politische Intervention gefordert und die große Betroffenheit möglichst öffentlichkeitswirksam zur Schau gestellt. Hilfe leisten? Nein, das machen eh Andere. &#8220;Off the records&#8221; werden dann aber weiterhin gute Geschäfte gemacht und wenn sich noch der eine oder andere Euro herausholen lässt, bevor es endgültig kracht, wird die Betroffenheit auch gleich ein wenig erträglicher. Opportunismus in seiner vielleicht widerlichsten Form.</strong></p>
<div id="attachment_1389" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/03/gaddafi_publicdomain.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/03/gaddafi_publicdomain-160x107.jpg" alt="Muammar Abu Minyar al-Gaddafi" title="Muammar Abu Minyar al-Gaddafi" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1389" /></a><p class="wp-caption-text">Muammar Abu Minyar al-Gaddafi - brutaler Diktator und beliebter Geschäftspartner sind kein Widerspruch (&copy;U.S. Navy/public domain)</p></div>
<p>Den Auftakt der prachtvollen Periode läutete Tunesien bereits Ende vorigen Jahres ein, als die so genannte Jasminrevolution das Ende des zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre andauernden Regimes des Zine el-Abidine Ben Ali einläutete. Ben Ali nahm die Beine in die Hand und floh zu seinen Kumpels in Saudi-Arabien. Kurz darauf zog der Revolutionszug weiter Richtung Osten und erreichte rasch Ägypten, dessen Präsident Muhammad Husni Mubarak nach fast 30 Jahren an der Staatsspitze den mehr oder weniger geordneten Rückzug antrat. Das dazwischen liegende Libyen, das ebenfalls mit einem ausgemachten Humanisten und Menschenfreund, Muammar Abu Minyar al-Gaddafi, als Machthaber gesegnet ist, steht ebenfalls unmittelbar vor einer gravierenden politischen Veränderung.</p>
<p>Es kracht und grammelt also in Afrika und die Welt ist betroffen vom brutalen Vorgehen der Machthabenden. Schnell wurden die Rufe nach politischen Interventionen laut, da und dort hörte man auch die Forderungen nach umgehender militärischer Sanktionierung des unmenschlichen Umgangs mit Oppositionellen. In Europa, wo Gaddafi bekanntlich nur recht wenige sonderlich gute Freunde hat (die meisten davon in Italien und in der FPÖ), sitzen Sicherheits- und Militärgremien zusammen und beraten, wer wann wo wieviel mitbombardieren darf. Allen voran Frankreichs gescheiterter Freizeit-Napoleon Nicolas Sarkozy, über den Gaddafi kürzlich ein &#8220;ernstes Geheimins&#8221; zu kennen behauptete. Der Kleine an der Spitze der Grande Nation wollte sich daraufhin gleich als erster sein Lieblingsziel für das Bombardement aus dem Katalog aussuchen.</p>
<p>Schön, eigentlich, wie gleich alle darin einig sind, einem Land mit vereinten (militärischen) Kräften dabei zu helfen, Diktatoren loszuwerden, die alles andere als lieb zu ihren Mitmenschen sind. Erstaunlicherweise lautet das Ziel jedoch nicht etwa Gabun, Tschad, Äquatorialguinea oder Simbabwe, deren jeweilge Machthaber ihrerseits nicht lange fackelten und die ersten zarten Keime eines Widerstandes brutal niederschossen. Wer sah aus diesen Ländern einen abendfüllenden TV-Bericht gesehen? Oder vielleicht auch aus Uganda oder Äthiopien? Wer sah einen Tweet oder ein Facebook-Update darüber? Wann hatte der neue Shooting-Star der internationalen Medienwelt, der im Emirat Qatar situierte arabische Medienkonzern Al Jazeera, eine mehrstündige Sonderberichterstattung mit Live-Schaltungen über andere, ein paar Kilometer südlicher gelegene afrikanische Staaten als Tunesien, Ägypten und Libyen im Programm? Gab es überhaupt Erwähnungen dieser Länder? Tja.</p>
<p><strong>Böse? Böse ist relativ.</strong></p>
<p>Was hat Libyen, was die anderen nicht haben? Ist Gaddafi so viel böser als die zahllosen anderen Diktatoren und Landlords, die den afrikanischen Kontinent im Würgegriff halten? Ist er der brutalste Herrscher, den es zu attackieren gilt? Ist Libyen die einzige Diktatur, die einer pro-westlichen Demokratisierung zugeführt werden soll/kann/muss? Wieso macht Gaddafi die Menschen mit seinen Militärschlägen gegen Rebellen so viel &#8220;betroffener&#8221; als etwa Robert Mugabe, der Homosexuelle öffentlich als &#8220;schlimmer als Tiere&#8221; bezeichnet? In Äquatorialguinea werden mutmassliche Putschisten coram publico gefoltert und im Tschad scheint der Begriff &#8220;Menschenrechte&#8221; angesichts etwa der berühmten Kindersoldaten, regelmäßiger Ermordungen politischer Gegner des Regimes und wiederholter Misshandlungen von Angehörigen humanitärer Organisationen weitestgehend unbekannt. Und diese Liste erhebt explizit den Anspruch der Unvollständigkeit. Sie könnte vielmehr nahezu beliebig fortgesetzt werden.</p>
<p>Dennoch richtet sich das quasi uneingeschränkte Augenmerk &#8220;des Westens&#8221; auf Libyen, das im Grunde genommen in vielerlei Hinsicht ein Entwicklungsniveau besitzt, bei dem selbst westliche Nationen teils das Nachsehen haben. So gibt es in Libyen die Pflichtschule aller 6 bis 15-Jährigen, ein halbwegs modernes Sozialversicherungswesen &#8211; im Gegensatz zu etwa den USA &#8211; inklusive kostenloser medizinischer Versorgung, Witwen- und Seniorenrenten. Die Staatsreligion des Islam verhindert zwar eine ausgewogene Bildung über beide Geschlechter, aber die Alphabetisierung von > 92 Prozent unter den Männern ist weit weg vom Weltschlusslicht. Im <a href="http://hdr.undp.org/en/media/HDR_2010_EN_Table1_reprint.pdf">Human Development Index (HDI)</a> der United Nations Development Programme (UNDP) liegt Libyen auf dem vergleichsweise respektablen Platz 53 von 169 erfassten Ländern (zum Vergleich China: 69, Russland: 65, Mexiko: 56, Kroatien: 51, Österreich 25). Angesichts dieser nicht uninteressanten Platzierung wäre es keineswegs unangemessen, lange vor Libyen einer Reihe anderer Staaten &#8220;die Demokratie&#8221; zu bringen , wie es so gerne formuliert wird (und nein, nicht so wie bei den unangefochtenen Interregnum-Weltrekordhaltern in Belgien).</p>
<p><strong>Ubi multum lumen, umbra obscurior est</strong></p>
<p>Zugegeben: Diesen zivilisatorischen Errungenschaften stehen so manche ganz und gar nicht adrette Fakten gegenüber. Mal ganz abgesehen davon, dass es mir naturgemäß ein wenig schwer fällt, einer in ihrer wesentlichen Substanz auf religiösen Schriften aufbauenden Rechtssprechung sonderlich viel abzugewinnen oder gar einer Regierungsform ohne wesentliche Einbindung des zu regierenden Volkes, gibt es da ja noch ein paar andere Punkte, über die die guten Geschäftsfreunde Gaddafis eher ungern beim Dinner plaudern.</p>
<p>Da wäre beispielsweise diese Sache mit Lockerbie 1988, das Bombenattentat auf eine Air France-Maschine 1989, der Schulterschluss mit Saddam Hussein im Irak-Konflikt 1990, 2000 gab es Pogrome gegen afrikanische Arbeiter, 2004 wurden mutmaßlich über den pakistanischen Schwarzmarkt Pläne für Atmowaffen angeschafft und so weiter. Der Korruptionswahrnehmungsindex für 2010 schließlich wies Libyen einen Wert von 2,2 aus, was Rang 146 bedeutet (also sogar ein wenig schlimmer als die Schwarz-Blaue Bundesregierung 2000-2007).</p>
<p>Haben all diese Aspekte nun dazu geführt, dass europäische Unternehmen oder Staaten nachhaltig die Geschäftsbeziehungen zu Libyen und damit dem Gaddafi-Clan abdrehten? Keineswegs! Es gab zwar anhaltende Handelsembargos (wenn auch in erster Linie hinsichtlich des Verkaufs von Waffen) und die USA haben Libyen großspurig in die Riege der &#8220;Schurkenstaaten&#8221; eingereiht, aber das hat im Grunde niemanden wirklich interessiert.</p>
<p>Libyen galt stets und bis heute als einer der wichtigsten Förderer und Exporteure von Öl und Gas (~70% des BIP, je nach Quelle ~95-97% der Exporterlöse), nicht nur &#8211; aber vor allem &#8211; für Europa. Allen voran Italien, die vermutlich nicht zuletzt deshalb (neben der &#8220;Angst&#8221; vor den vielen etwaigen Flüchtlingen im Falle eines andauernden Bürgerkriegs) als vehementeste europäische Unterstützer Gaddafis fungieren. Originelles Detail am Rande: Frankreichs Nicolas Sarkozy vereinbarte noch 2007, also vor nur etwas mehr als drei Jahren &#8211; im Rahmen einer Absichtsübereinkunft mit Gaddafi den Bau eines Atomkraftwerks.</p>
<p>So weit brauchen wir aber gar nicht zu blicken: Der heimische Mineralölkonzern OMV ist seit vielen Jahren mit Förderanlagen in Libyen präsent und bezog 2010 rund 10 Prozent der Gesamtmenge an Öl von dort. Der lapidare Kommentar von OMV-Noch-Chef Wolfgang Ruttenstofer dazu lautete, man überweise ja schließlich kein Geld an den Gaddafi-Clan, sondern mache lediglich Geschäfte mit der National Oil Company. In Ruttenstorfers Augen zahlt die NOC vermutlich weder Steuern, noch wird es in einem Land, das hinsichtlich der Korruption auf Augenhöhe mit dem Iran rangiert, unveröffentliche Zahlungen an den mehr oder minder allmächtigen Staatschef geben. Betroffenheit? Ja sicher! Man beobachte die Situation sehr genau und die Mitarbeiter wurden auch zu einem Gutteil abgezogen (natürlich nur die österreichischen, die einheimischen Kollegen dürfen ruhig dort bleiben und schauen, wie sie mit etwaigen bewaffneten Konflikten zurande kommen). Na, immerhin sehe er Risiken, räumte er später in den Interviews (zB. <a href="http://orf.at/stories/2046625/2046627/">hier</a>) ein.</p>
<p><strong>Pecunia non olet.</strong></p>
<p>So wie der Strom für den Verbraucher kein Mascherl hat, so hat auch das Geld der Investoren und Shareholder kein Etikett. Auf dem Kontzoauszug hängt er ja auch nicht mehr, der Mief der ethisch höchst bedenklichen Herkunft des Profits. Was sich auf den ersten Blick vielleicht wie fantasievolles &#8220;Gutmenschengewäsch&#8221; liest, sollte durchaus einmal ein zweites Mal sachlich durchdacht werden. Selbst wenn man den Herrn Gaddafi nicht als den verwerflichsten Despoten dieses Erdenrunds betrachten muss, so gibt es noch zahlreiche andere Regimes in anderen Ländern, in denen immer noch fröhlich Geld verdient wird. Auch von heimischen Unternehmen. Auch von europäischen Staaten.</p>
<p>Aber wenn&#8217;s dort auch einmal kracht, dann sind wir alle miteinander &#8211; ehrlich und aufrichtig &#8211; betroffen.<br />
Hand drauf.</p>
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		<title>Karl-Heinz Grasser &#8211; Vorbild in Sachen Transparenz</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2011 12:20:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man kann dem ehemaligen Finanzminister und windigen Finanzjongleur unter quasi chronischem Untreue-, Steuerhinterziehungs- und Betrugsverdacht mit einigem guten Willen so manches vorwerfen; etwa Schönheit, Intelligenz oder gar Erfolg. Die vielzitierte &#8220;supersaubere Weste&#8221; ist jedoch &#8211; wenn überhaupt &#8211; nur noch &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/02/karl-heinz-grasser-vorbild-in-sachen-transparenz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Man kann dem ehemaligen Finanzminister und windigen Finanzjongleur unter quasi chronischem Untreue-, Steuerhinterziehungs- und Betrugsverdacht mit einigem guten Willen so manches vorwerfen; etwa Schönheit, Intelligenz oder gar Erfolg. Die vielzitierte &#8220;supersaubere Weste&#8221; ist jedoch &#8211; wenn überhaupt &#8211; nur noch durch eine sehr dicke rosarote Unschuldsvermutungsbrille zu erahnen.</strong></p>
<div id="attachment_1368" class="wp-caption alignright" style="width: 152px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/02/khg_network_format1.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/02/khg_network_format1-142x107.jpg" alt="Das KHG-Netzwerk - visualisiert von Format" title="Das Netzwerk des Karl-Heinz Grasser - visualisiert von Format" width="142" height="107" class="size-medium wp-image-1368" /></a><p class="wp-caption-text">Das Netzwerk des KHG - visualisiert von Format</p></div>
<p><a href="http://www.format.at">Format, das österreichische Wochenmagazin für Wirtschaft &#038; Geld</a> hat nun dankenswerterweise eine Visualisierung veröffentlicht, die den Blick auf Karl-Heinz Grassers hartnäckig beteuerte Unschuld noch weiter erschwert. Das Unternehmens- und Investmentgeflecht des KHG: ein wahres Kunstwerk an &#8211; formaljuristisch vermutlich größtenteils mehr oder weniger wasserdichten &#8211; Stiftungen, Briefkastenfirmen in aller Welt, Investments, Partnerschaften, wechselseitigen Besicherungen, großzügigen Darlehen etc., bei denen kaum noch zweifelsfrei nachvollzogen werden kann, wann welche Summen von A nach B geflossen sind &#8211; und wofür.</p>
<p>Wen &#8211; außer dem schönen Karl-Heinz &#8211; wundert&#8217;s da noch, dass die Ermittlungen nun schon ein Weilchen dauern, obwohl der herzensgute Herr Grasser immer wieder größtmögliche Kooperation und uneingeschränkte Transparenz versichert&#8230;?</p>
<p>Hier gibt&#8217;s das ganze PDF in voller Größe bei <a href="http://www.format.at/prod/520/pdf/format_grasser_organigramm.pdf" target="_blank">Format (Link)</a></p>
<p>Einen interessanten Bericht mit einigen weiteren Hintergründen und Überblicken gibt&#8217;s auch hier auf <a href="http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/branchen/grasser-stiftungen-mit-zahlreichen-offshore-kontakten-459663/index.do" title="Grasser-Stiftungen mit zahlreichen Offshore-Kontakten">wirtschaftsblatt.at (Link)</a> </p>
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		<title>Das Ende der Sommerloch-Farce &#8220;Michael Jackson-Tribute&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 10:49:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das heurige News-Sommerloch wurde mit einigen skurrilen Anekdoten befüllt. Eine der meistdiskutierten war jedoch sicherlich die Farce rund um das Michael Jackson Tribute-Konzert im Wiener Schloss Schönbrunn. Pleiten, Pech und Pannen galore. Nach dem Tod des &#8220;King of Pop&#8221; war &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2009/09/das-ende-der-sommerloch-farce-michael-jackson-tribute/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das heurige News-Sommerloch wurde mit einigen skurrilen Anekdoten befüllt. Eine der meistdiskutierten war jedoch sicherlich die Farce rund um das Michael Jackson Tribute-Konzert im Wiener Schloss Schönbrunn. Pleiten, Pech und Pannen galore.</strong></p>
<p><div id="attachment_727" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/09/michael_jackson_walkofstars_Buda-Fabio-Mori.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/09/michael_jackson_walkofstars_Buda-Fabio-Mori-160x106.jpg" alt="Michael Jackson am Walk of Stars. In Wien wird sein Stern nun doch nicht aufgehen." title="michael_jackson_walkofstars_Buda-Fabio-Mori" width="160" height="106" class="size-medium wp-image-727" /></a><p class="wp-caption-text">Michael Jackson am Walk of Stars. In Wien wird sein Stern nun doch nicht aufgehen.</p></div>Nach dem Tod des &#8220;King of Pop&#8221; war die weltweite Bestürzung groß. Jeder, der einen Mund hatte, öffnete diesen, um ein paar salbungsvolle Worte über den Verblichenen zu verlieren. Auch jene, die in den letzten Jahren nahezu ausschließlich Spott und Hohn für diesen Mann übrig hatten, der kaum mehr wegen seiner Musik, sondern vielmehr mit Peinlichkeiten &#8211; nicht zuletzt oftmals im Zusammenhang mit Kindern &#8211; Schlagzeilen machte.</p>
<p>Sein Bruder Jermaine Jackson, dem nicht unbedingt die größte persönliche Nähe zu seinem deutlich berühmteren Bruder nachgesagt wird, begann alsbald, großspurig ein Tribute-Festival anzupreisen, das er seinem geliebten Bruderherz widmen möchte. Aus irgendeinem Grund fand er als Location das Wiener Schloss Schönbrunn passend, da Michael ja irgendwann hier war und scheinbar einigermaßen wohlwollend davon gesprochen hat. Soll so sein.</p>
<p>Binnen weniger Wochen ging die Nachricht (<a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20090812_OTS0154">eine der ersten Aussendungen Renate Brauners hier</a>) um die Welt. Immer neue Megastars wurden namentlich angeführt und ein recht phantasievoll zusammengewürfeltes Line-Up in Aussicht gestellt. Die erwarteten Zuseherzahlen einer TV-Liverübertragung wurden auf siebenstellig beziffert und der damit einhergehende Werbeeffekt für die Stadt Wien sei auch ganz famos.</p>
<p>In vorauseilendem Gehorsam sprach das Wiener Rathaus das eine oder andere Machtwort, kündigte umfassende Strassensperren an und sagte zu guter Letzt eine Summe von € 600.000 zu &#8211; jedoch nicht als Subvention, sondern für &#8220;Werbemaßnahmen&#8221;, wie es seitens Rathaus und der Veranstalter Georg Kindel bzw. Jermaine Jackson hieß.</p>
<p>Schnell fanden sich teils gewichtige Kritiker, die eine solche Summe aus öffentlichen Fördertöpfen als deplatziert betrachteten &#8211; allerdings zu einem Zeitpunkt, wo es durchaus noch offen war, ob dieses Konzert den versprochenen Werbewert erfüllen würde können, also die Summe mehr als nur gerechtfertigt gewesen wäre. Der Werbewert für Tourismus in Wien betrüge bei einem Event dieser Größenordnung nach Expertenschätzungen aus Wirtschaft und Tourismus immerhin bis zu 100 Millionen Euro, wie Fritz Strobl, Vorsitzender des Wiener Finanz- und Wirtschaftsauschusses noch exakt drei Tage vor der endgültigen Absage stolz verkündete.</p>
<p>Als sich in weiterer Folge abzeichnete, dass wohl kein einziger Künstler von globalem Interesse verpflichtet werden könne, erkannte die Wiener Landesregierung, dass dieses Fest &#8211; und die auch bei miesem Line-Up fälligen € 600.000 &#8211; wohl mehr zu einem Imageschaden, als zu einem Bonus führen dürfte.</p>
<p>Zudem regte sich immer mehr der vielzitierte &#8220;Volkszorn&#8221; in Form von wenig wohlwollender Berichterstattung in diversen Kleinformaten, was dann auch die Rechtspopulisten von FPÖ und BZÖ verstärkt auf den Plan rief (Stefan Petzner sieht sich übrigens laut <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20090911_OTS0180">Presseaussendung vom 11.09.</a> in seiner gewohnt herrlich-amüsanten Selbstüberschätzung als &#8220;Retter der 600.000 Steuergeld&#8221;).</p>
<p>Schnell stand mehr oder weniger zweifelsfrei fest, dass dieses Konzert sehr wahrscheinlich nicht einmal ansatzweise die Aufmerksamkeitswirkung entfalten würde können, die Kindel und Jackson gebetsmühlenartig prophezeiten und eine Absage wurde immer wahrscheinlicher. </p>
<p><strong>Aus und vorbei</strong></p>
<p>Ironischerweise pünktlich an 9/11 kam dann &#8211; der Absturz: Jermaine Jackson und Organisator Georg Kindel riefen kurzerhand eine Pressekonferenz ein und verkündeten &#8211; nicht ohne eine gehörige Portion  Seitenhiebe Richtung lokaler Presse &#8211;  <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20090911_OTS0231">das Aus der Veranstaltung</a>. Als Gründe wurden nicht etwa unzureichendes Network in der Musikszene, mangelnde Projektkompetenz oder fehlende finanzielle Mittel angeführt, sondern organisatorische Schwierigkeiten aufgrund der kurzen Zeit und &#8211; eines meiner Lieblingsargumente &#8211; die böse Berichterstattung in den österreichischen Medien.</p>
<p>Abseits der Pressekonferenz wollte dann übringes die Opposition noch ein kleines Skandälchen initiieren, das auf dem Umstand basieren hätte sollen, dass Renate Brauner die finanzielle Unterstützung erst medienwirksam zurückgezogen habe, als sie bereits von der Absage wusste. Nunja. Die Relevanz hält sich in überschaubaren Grenzen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Schade um eine verpasste Chance, Wien international auf diesem Wege touristisch zu bewerben. Schade aber auch, dass es kein Benefiz-Event werden hätte sollen. Danke für die genutzte Chance, halbwegs rechtzeitig eine Blamage vor den Augen der Weltöffentlichkeit zu verhindern.</p>
<p>Als Ersatztermin wurde der 5. Juni 2010 genannt, an dem das Konzert dann jedoch nicht mehr auf heimischem Boden, sondern vielmehr im Wembley-Stadion in London stattfinden soll &#8211; der Stadt, in der der Auftakt zu einer Comeback-Konzertreihe für Michael Jacksons geplant war, auf der er sich am 13. Juli 2009 aus dem Abseits zurückmelden wollte.</p>
<p>Bekanntlich erreichte er das Jenseits lediglich drei Wochen davor, am 25. Juni 2009.</p>
<p><div id="attachment_740" class="wp-caption alignleft" style="width: 90px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/09/michael_jackson_tribute-viceaustria.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/09/michael_jackson_tribute-viceaustria-80x107.jpg" alt="Michael Jackson Tribute findet doch in Wien statt!" title="michael_jackson_tribute-viceaustria" width="80" height="107" class="size-medium wp-image-740" /></a><p class="wp-caption-text">Michael Jackson Tribute findet doch in Wien statt!</p></div><br />
<em>Nachtrag: Wien ist ja bekanntlich anders, also können die enttäuschten Michael Jackson-Fans selbst in Wien auf einem Tribute Trost finden&#8230; Herzlichen Dank für den Fund an <a href="http://twitter.com/ViceAustria">ViceAustria</a></em></p>
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		<title>Die Tragödie von Krems hat viele Gesichter</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 09:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Krems]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute übe ich mich ein wenig als Advocatus diaboli. Ich stehe der heimischen Exekutive bekanntlich sehr nüchtern bis kritisch gegenüber, möchte jedoch an dieser Stelle einige Punkte aufs vielzitierte Tableau bringen, die mich an der Berichterstattung zu den Vorkommnissen in &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2009/08/die-tragodie-von-krems-hat-viele-gesichter/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute übe ich mich ein wenig als Advocatus diaboli. Ich stehe der heimischen Exekutive bekanntlich sehr nüchtern bis kritisch gegenüber, möchte jedoch an dieser Stelle einige Punkte aufs vielzitierte Tableau bringen, die mich an der Berichterstattung zu den Vorkommnissen in Krems stören.<br />
</strong><div id="attachment_710" class="wp-caption alignright" style="width: 164px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/08/Glock_17.JPG"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/08/Glock_17-154x107.jpg" alt="Glock 17, die Dienstwaffe der österreichischen Polizei" title="Glock 17, die Dienstwaffe der österreichischen Polizei" width="154" height="107" class="size-medium wp-image-710" /></a><p class="wp-caption-text">Glock 17, die Dienstwaffe der österreichischen Polizei</p></div></p>
<p>&#8220;Kaltblütig erschossen&#8221;, &#8220;Hinterrücks niedergestreckt&#8221; und &#8220;Polizeibrutalität auf nie dagewesenem Niveau&#8221;. Schlagworte wie diese dominieren momentan Medien, Blogs und Social Media Networks, wenn es um Wortspenden zu der nächtlichen Schießerei nach einem Einbruch in einem Kremser Supermarkt geht, im Zuge derer ein Jugendlicher auf tragische Weise &#8211; und &#8211; was noch viel schlimmer ist &#8211; aus meiner Sicht völlig unnötig ums Leben kam.</p>
<p>Die bisher im Rahmen der Ermittlungen zusammengetragenen Fakten zeigen durchaus ambivalente Züge. Da gibt es einerseits zwei Exekutivbeamte, die von der Dienstwaffe tödlichen Gebrauch machten und andererseits zwei Jugendliche, die mithilfe einer derzeit nicht geklärten Anzahl weiterer Beteiligter einen nächtlichen Einbruch mit Diebstahlsabsicht begingen. Erstere gaben in einer ersten mehrstündigen Einvernahme an, mit Schraubenzieher und Gartenharke angegriffen worden zu sein und sich in lebensbedrohender Gefahr gesehen zu haben. Der 16jährige Überlebend der beiden mutmaßlichen Einbrecher sagte hingegen aus, er und das Todesopfer hätten sich bereits auf der Flucht befunden.</p>
<p>Die Wahrheit über die Ursache dieses furchtbaren Unglücks wird wohl sehr schwierig zu eruieren sein, da in einer solchen Situation beide Seiten unter gewaltigen Stress stehen. Daraus reusltierend wird eine minutiöse Rekonstruktion des Tathergangs kaum möglich sein. Versetze ich mich in die Lage eines der beteiligten Beamten, der zuvor unzählige Male aufgrund eines Fehlalarms in einen leeren Supermarkt gerufen wird und dann plötzlich mit Menschen (Gegnern?) konfrontiert ist, die &#8211; wie anzunehmen ist &#8211; in der Finsternis sehr schwer zu identifzierende Gegenstände in den Händen halten und auch nicht als Jugendliche zu erkennen sind, so bin ich nicht sicher, ob dieses Szenario nicht auch auf mich bedrohlichen Charakter hat.</p>
<p>An dieser Stelle sei erwähnt, dass keine der beiden Aussagen eine Tötung rechtfertigen kann und jedenfalls ein Fehlverhalten der Beamten angezeigt ist. Selbst in akuter Gefahr für das eigene Leben oder das Dritter darf ein Polizist seine Dienstwaffe nur in äußerst wenigen Extremfällen dergestalt einsetzen, dass sein Gegenüber ums Leben kommt. In allen anderen Fällen ist ein gewaltloses Einschreiten zu versuchen und selbst bei der Abgabe von Schüssen ist tunlichst zu vermeiden, mehr Verletzungen zu verursachen, als zwingend zur Anhaltung der Täter nötig ist. Die möglichen Fehler des Beamten, der die tödlichen Schüsse abgegeben hat (was ballistisch leicht nachvollziehbar ist), reichen von völliger Fehleinschätzung der Situation bis hin zu fatal schlechtem Umgang mit der Waffe. Beides Fehler, die mit besserem Training potenziell vermeidbar sind. Das zugrunde liegende <a href="http://ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&#038;Gesetzesnummer=10005345">&#8220;Waffengebrauchsgesetz 1969&#8243; ist übrigens hier</a> nachzulesen.</p>
<p><strong>Offene Fragen, unbekannte Faktoren</strong></p>
<p>Dennoch bleiben einige &#8211; meines Erachtens elementar wichtige &#8211; Aspekte in der (massen-)medialen Aufbereitung bisher weitestgehend unerwähnt:</p>
<p>Wie in jeder anderen Branche gibt es bei der Polizei eine langjährige Ausbildung und Berufserfahrung. Erstere kann einen Beamten kaum bis bestenfalls ansatzweise auf eine solche Situation vorbereiten und ob bzw. wieviel von zweiterer bei den beiden Beteiligten bereits vorhanden ist, kann derzeit kein Außenstehender beurteilen.</p>
<p>Wie waren die Umgebungsvariablen wie etwa Licht beschaffen? Hatten die Polizisten überhaupt die Möglichkeit, die Lage in kürzester Zeit sachlich korrekt zu beurteilen? Ist im diffusen Licht eindeutig erkennbar, ob sich jemandem eine Person zuwendet oder die andere Richtung einzuschlagen beginnt? Gab es Rufe von den Einbrechern, die schwer interpretierbar waren?</p>
<p>Gab es seitens der Polizisten ausreichend Warnungen, bevor von der Waffe Gebrauch gemacht wurde bzw. hätte die Zeit dies zugelassen? Wieso gelang es bei einem der Täter, ihn durch Oberschenkelschüsse zu stoppen bzw. unschädlich zu machen, während der andere tödlich in den Rücken getroffen wurde? Waren die Einbrecher angesichts des &#8211; nach Aussage des Überlebenden &#8211;  unerwarteten Einschreitens der Polizisten in Panik geraten und reagierten damit auf eine Weise, die den Beamten einen Angriff suggerierte? Gerieten möglicherweise die Polizisten selbst in Panik und agierten irrational?</p>
<p>Haben die Einbrecher möglicherweise tatsächlich aggressives Verhalten an den Tag gelegt und Gewalt angedroht oder gar tatsächlich angegriffen (auch wenn ich persönlich dies als einigermaßen unwahrscheinlich betrachte)?</p>
<p>Welchen Einfluss haben zahlreiche andere Faktoren wie beispielsweise die seit Monaten grassierende und brechreizerregende Panikmache gegen die Fluten von illegalen Ausländern, welche ja nach Aussage vieler Rechtspopulisten nichts anderes in unserem hübschen Ländle tun, als einzubrechen, zu morden und zu brandschatzen?</p>
<p>All diese Fragen bleiben auch nach den bisher erfolgten Einvernahmen unbeantwortet und verhindern somit eine rationale und sachlich korrekte Beurteilung der Tatsachen. Ob eine dieser Tage eventuell angesetzte Tatrekonstruierung vor Ort weitere Fakten ans Tageslicht bringen kann, bleibt abzuwarten.</p>
<p><strong>Learnings?</strong></p>
<p>Aus den bisherigen und weiteren Ermittlungen sind Learnings zu ziehen, die solche Tragödien in Zukunft verhindern. Wie diese auszusehen haben, kann ich selbst mangels Insiderwissen um Beschaffenheit der polizeilichen Ausbildung natürlich nicht beurteilen.</p>
<p>Fest steht allerdings auch, dass die österreichische Öffentlichkeit die Ereignisse in Krems nicht ad acta legen kann, wie es sich Viele zu wünschen scheinen. Nachzulesen in Statements der zuständigen und auch anderer Volksvertreter, Kolumnen der Kronenzeitung und allen Wortspenden, die sich schwerpunktmäßig darum drehen, dass die Jugendlichen ja ohnedies &#8220;schuldig&#8221; und somit quasi selbst für die fatalen Folgen ihres Schwerverbrechens verantwortlich seien. Vor allem den Urhebern letzterer sei bitteschön erneut ins Stammbuch geschrieben, dass das österreichische Recht dankenswerterweise keine Todesstrafe vorsieht. Nein, nicht einmal bei nächtlichem Einbruch.</p>
<p>Auf der anderen Seite ist sicherlich niemandem damit geholfen, wenn irgendwelche Beteiligten an dieser Tragödie vorab verurteilt werden, lang bevor es ausreichend Fakten oder gar ein faires Verfahren gibt. Durch eine solche Präjudizierung werden lediglich eine seriöse Aufbereitung und das Ziehen von Schlüssen wesentlich erschwert.</p>
<p>Zu guter Letzt möchte ich noch einen kleinen Denkanstoß geben, der mit der Sache an sich nicht (zwingend) zu tun hat: Wie wäre die Aufbereitung der Todesschüsse von Krems in Medien und Politik erfolgt, wenn es sich bei den Tätern um Kinder aus Migrantenfamilien oder gar &#8211; apage satanas! &#8211; Asylanten oder Asylwerber gehandelt hätte? Aber das ist wohl eine andere Geschichte&#8230;</p>
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