Ich versuchte soeben das völlig unfassbare: Eine unserer Apps, die bereits in mehreren Versionsschritten für unterschiedliche Mobile OS-Plattformen gelauncht und tausendfach heruntergeladen wurde, vom Status “kostenlos” auf einen bestimmten Preispunkt anzuheben. Was sich da an Mühsal in den Developer Backends der OS-Anbieter auftut, ist wahrhaft erstaunlich.
Smartphone-Quintett mit WirtschaftsBlatt investor App
Klassenprimus: iTunes Connect
Zuerst nahm ich mir Apple vor. iTunes Connect ist eine schreckliche Plattform, wenn man Apple-GUIs nicht gerade tagtäglich gewöhnt ist, aber der Umgang mit den teils eher seltsam titulierten Bereichen geht dennoch irgendwann recht flott von der Hand. App auswählen, Pricing Optionen auswählen, den gewünschten Price Tier (Apple hat eine Liste an Preispunkten, es gibt keine individuelle Preisgestaltung) bestätigen und die Sache ist (inklusive Anpassung der In-App-Purchases) innerhalb von 10 Minuten erfolgreich erledigt.
Das “Hackerkollektiv” AnonAustria leakt gerne Datenbanken und veröffentlicht auch zuweilen Teile der erbeuteten Informationen als eine Art Beleg des erfolgreichen Hacks. Diesmal waren’s rund 25k Datensätze von Exekutivbeamten, die allerdings ohne jegliche Filterung mit Angabe von Name, Geburtsdatum und voller Anschrift an die – vermutlich mäßig interessierte – Öffentlichkeit gingen. Eine wichtige Frage bleibt bislang offen: Qui bono?
Eines der Logos des Anonymous-Kollektivs
Sehr originell: Als eine Art “Zeichen” gegen die unliebsame Vorratsdatenspeicherung veröffentlichen die Damen und Herren der österreichischen Ableger von Anonymous die (größtenteils ungefilterten) persönlichen Daten von Polizisten und twittern launig, man könne jetzt gerne raten, worum es sich bei den Datensätzen handle. Es gibt zwar keine “offizielle” Bestätigung der Hacktivisten (wie auch, es gibt ja keine zentrale Kommunikationsstelle), dass es sich bei der Aktion um ein Statement wider die VDS handle, aber zahlreiche Tweets und andere Hinweise legen dies durchaus nahe.
Ein Vergleich der gängigen Smartphone-Betriebssysteme ergab für mich ein überraschendes Ergebnis. Das viel gescholtene Windows Phone muss sich in meinem ganz subjektiven Ranking nur denkbar knapp dem iOS geschlagen geben. Ein sehr oberflächlicher, keineswegs umfassender, dafür jedoch umso subjektiverer Handy-Vergleichstest.
Smartphone-Quintett mit WirtschaftsBlatt investor App
Die Entwicklung der WirtschaftsBlatt investor App, die von den Jungs der Tailored Media GmbH, auch bekannt unter “Tailored Apps” auf den gängigsten Smartphone-Plattformen umgesetzt wird und in den kommenden Wochen gelauncht wird, schreitet zügig voran und es gab in den vergangenen Tagen die ersten Release Candidates auf den diversen Betriebssystemen zur eingehenden Prüfung. Diese war zugleich auch meine erste Gelegenheit, tatsächlich alle relevanten Teilnehmer im Markt der Handy-OS im direkten Vergleich zu testen.
Die Probanden:
iOS 4.3 auf meinem iPhone 4
Android 2.6.32.9 auf Samsung GT-I9000 bzw. HTC Desire HD
Windows Phone 7 am Samsung Taylor
Symbian 3 am Nokia C7
BlackBerry 6 auf dem BlackBerry Torch
Eingangs sollte ich natürlich – quasi als Disclaimer – darlegen, dass ich nun schon seit geraumer Zeit iPhone-Nutzer bin und mit dem Ding auch – bis auf einige wenige Einschränkungen – in höchstem Maße zufrieden bin. Die Usablity lässt kaum Wünsche offen, es ist enorm intuitiv zu bedienen (mein heute 3-jähriger Sohnemann spielt seit einenhalb Jahren liebend gerne damit und ich musste ihm nicht ein einziges Mal zeigen, wie er die Tastensperre deaktiviert oder Apps startet), das Retina-Display ist derzeit völlig unschlagbar, die Verfügbarkeit von Apps gewaltig und die Zuverlässigkeit äußerst zufriedenstellend. Die Abstriche, etwa die fragwürdige iTunes-Zwangsbeglückung bis ins kleinste Detail, die teils unangenehm kurze Akkulaufzeit und ein paar mehr sind zwar zuweilen lästig, können aber den positiven Gesamteindruck nicht wesentlich einschränken.
Nun bekam ich also zum iPhone noch die anderen oben genannten Devices in die Hand und auf den allerersten Blick war das Ergebnis recht schnell klar: Das iPhone war das klar am weitesten fortgeschrittene Smartphone in dieser Auswahl. Dann kam lang nix, irgendwo dahinter rauften sich Android und Windows Phone um die Stockerlplätze, Blech ging an Blackberry und kurz danach folgte Symbian. Nach etwas intensiveren Testreihen mit den Dingern (zugegeben vornehmlich im Rahmen der zu testenden App selbst) begannen sich die Abstände merklich zu verschieben. Usability-Aspekte rückten in den Vorder-, andere in den Hintergrund und stets gepflegte, aber nie erwiesene Vorurteile gegenüber den einzelnen Plattformen erfuhren dringend nötige Korrekturen.
Erwähnen sollte ich der Vollständigkeit halber auch, dass meine Tests keine tief schürfenden Analysen der (Un)Tiefen der OS-Kernels umfassten, keinen Vergleich der PC-Konnektivität und auch keine Bewertung der jeweiligen App-Landschaften, sondern vielmehr die für den Löwenanteil der User viel relevanteren Bereiche Usability, Zugänglichkeit, gestalterische Aufmachung, insgesamt vielleicht am ehesten so etwas wie die “Sympathie”, die man einem Gerät zugestehen könnte, abbildeten.
Viele Überraschungen & wenige Enttäuschungen: Windows Phone 7
Am meisten überraschte mich – zugegebenermaßen – das Windows Phone. Nachdem ich bis dato immer nur kurze Momente mit einem Windows-basierten Device gehabt hatte, die nie ein klares Urteil zugelassen hatten, war dieses Mal endlich ausreichend, um ein klareres Bild zu erhalten. Windows Phone 7 ist wirklich ein attraktives OS und der ganze Umgang damit ist herrlich intuitiv, klar und aus meiner Sicht auch erfrischend innovativ. Ich nahm das Samsung Taylor in die Hand und musste nur in einigen wenigen Fällen länger nach irgendeiner Funktion suchen. In wenigen Sekunden hing das Ding im WLAN, die Deaktivierung des Displays war binnen weniger Augenblicke auf einen für die Tests sinnvollen Zeitraum gesetzt und so ging es munter weiter. Die Gestaltung mit teils sehr gewagten Screendesigns, der (im positiven Wortsinne) interessanten Typographie und der durchdachten Menüführung macht die Nutzung von Windows Phone 7 beinahe zu einem Vergnügen. OK, das Fehlen von Multitasking oder etwa einer Screenshot-Funktion sprechen nicht gerade für den Klassenprimus schlechthin, aber gänzlich ohne irgendwelche Einschränkungen wird man wohl bei keinem OS jemals davonkommen. Ebenfalls ein Wermutstropfen ist der Browser, der einfach kein so fesches Rendering zustande bringt, wie ich es vom iPhone und seinem Safari gewohnt bin.
Unter den Erwartungen: Android
Viel erwartet habe ich mich von Android, das bekanntlich nach Ansicht mancher Analysten bereits das führende Smartphone-OS (nach generiertem Datentraffic) sein soll. Nachdem man ja bekanntlich keinen Statistiken Glauben schenken sollte, die man nicht eigenhändig gefälscht hat, sei dies dahingestellt – meinen persönlichen Zugang zu einem Handy beeinflussen diese Aspekte ohnehin nur sehr dezent. Die Vorschusslorbeeren wurden jedenfalls recht schnell reduziert. Ich fühlte mich auch mit Android schnell vertraut und tat mir recht leicht, die einzelnen Funktionen zu finden und das Gerät zu bedienen, aber der Innovationsgeist, der Google in vielerlei Hinsicht umgibt, scheint bei Android nur auf Teilzeitbasis beteiligt zu sein. Viele OS-Bereiche wirken wie uninspiriert vom Mitbewerb kopiert, andere wiederum sind durchaus attraktiv und zugänglich. Insgesamt durchaus ein arbeits- und alltagsfähiges System, aber einen Umstieg vom iPhone würde ich aus diesen Erfahrungen heraus sicherlich nicht anstreben. Zudem muss ich eingestehen, dass die Hardware, auf der ich Android testete, alles andere als “wertig” wirkte. Das knarzende Kunststoffgehäuse und das teils widerspenstige Display des Samsung bzw. das unwesentlich attraktivere HTC Desire machten den ganzen Umgang eher weniger erfreulich.
Geht so: BlackBerry
Der BlackBerry Torch, dessen Vorgänger ich schon desöfteren in der Hand gehabt und niemals besonderes Interesse entwicket hatte, wirkte im Gegensatz zu den Android-Geräten von Samsung bzw. HTC immerhin deutlich hochwertiger und gab haptisch ein einigermaßen gutes Gefühl. Das OS macht einen sehr seriösen und durchdachten Eindruck, das dem Ruf des “Arbeitstiers” durchaus gerecht wird, der schier untrennbar mit RIM bzw. BlackBerry verbunden ist. Die ausziehbare Tastatur ist für meine persönlichen Bedürfnisse klar zu klein, dafür fand ich das Trackpad unterhalb des Touchscreens sehr gelungen. Von der Präzision und Funktionalität dieses Buttons war ich tatsächlich einigermaßen angetan. SO attraktiv das OS in seinen Menüs und der Benutzerführung gestaltet ist, so fürchterlich stellt sich der Browser dar. Auch wenn Viele der Meinung sind, der Browser würde zugunsten der Apps ohnehin drastisch an Bedeutung verlieren, so bleibt er meines Erachtens dennoch ein wesentliches Element eines Smartphones. Hier kann man also bei einem User wie mir viel Boden verschenken – was BlackBerry hingebungsvoll zelebriert…
Symbian: Nein danke!
Ja, und dann war da noch Symbian. Bereits in den ersten Minuten mit dem Nokia C7 entstand der Eindruck, Symbian versuche verkrampft, uralte Nokia-Tugenden aufrecht zu erhalten, um im selben Atemzug und im krassen Gegensatz dazu modernste Smartphone-Funktionalität einzuimpfen. Eine sehr seltsame Benutzerführung, ein umständlicher Menüaufbau, unattraktive Gestaltung und ein zudem suboptimaler Touchscreen machten den Umgang mit dem C7 nicht gerade zur Tortur, aber immerhin zuweilen zu einem Ärgernis – vor allem, wenn man unmittelbar daneben die oben genannten Geräte zum direkten Vergleich liegen hat. Wenig überraschend fand ich etwa, dass – wie bei sämtlichen Smartphones ohne physischem Keyboard – bei Bedarf eine Tastatur am Display angezeigt wird. Dass diese jedoch den Aufbau eines Handy-Tastenfeldes mit der typischen Mehrfachbelegung aufwies (zumindest in der Portrait-Haltung), fand ich dann doch eher amüsant. Selbstverständlich sind die allermeisten Schwierigkeiten, die ich mit dem System hatte, gewöhnungsbedürftig und relativieren sich möglicherweise dementsprechend mit der täglichen Handhabung, aber meines Erachtens sollte ein Betriebssystem nicht dem User eine langwierige Gewöhnungsphase abringen, sondern ganz im Gegenteil sollte sich der User vom ersten Moment an wohl fühlen und ohne Umschweife damit zurecht kommen. Nachdem Otto Durchschnittsendverbraucher zudem in aller Regel nicht sonderlich techaffin ist, muss ein Smartphone auch definitiv intuitiver und “logischer” in der Bedienung sein. In dieser Kategorie und einigen anderen Bereichen (der Browser etwa ist ein Graus!) scheitert Symbian meiner persönlichen Meinung nach spektakulär.
Ich beglückwünsche Nokia jedenfalls (erneut) zu der unerwarteten Weitsicht, künftig auf Windows Phone zu setzen.
Mein ganz persönliches Fazit
Wenn ich die vergangenen Tage Revue passieren lasse und noch einmal versuche, die stundenlangen Spielereien mit den verschiedenene Geräten gedanklich zu ordnen, ergibt sich ein klares Ergebnis:
Apple iPhone
Windows Phone 7
Android
BlackBerry
Symbian
Auch wenn mich nun einige iAfficionados vermutlich zuerst an den Pranger stellen und in weiterer Folge unter die Guillotine legen wollen (oder umgekehrt): Ich persönlich hätte ja am liebsten ein iPhone mit Windows Phone 7 und Safari. Das Retina Display mit den hübschen Windows Menüs? Eine für mich extrem attraktive Vorstellung! Oder vielleicht doch lieber ein iOS mit Windows Phone 7-Theme…?
Das sag’ ich aber alles lieber nicht zu laut. Steve Jobs ist gesundheitlich ohnehin schon ausreichend bedient, da möchte ich nicht auch noch einen Herzinfarkt riskieren, den solche Häresien zweifelsfrei nach sich zögen…
Hightech vs. Zurück zur Natur. Eine stehende Internet-Connection vs. ausgedehnte Waldspaziergänge. Bits & Bytes vs. Baum & Berg. Alles Widersprüche? Nicht zwingend! Ein mögliches Bindeglied heißt » Geocaching und macht deutlich mehr Spaß, als man auf den ersten Blick glauben möchte.
Sohnemann Sebastian (re.) & Neffe Nico kurz vor dem Fund von GC1RXZX 'Eichkogel neu'
Als Kind liebte ich sie bereits: Schnitzeljagden. Mit diversen Kindergruppen (seien sie nun vom Alpenverein, der Jungschar oder sonstwem organisiert) wurden wir dazumals unzählige Male durch heimische Wälder gehetzt und hatten das Ziel, irgendwelche zuvor präparierten Platzerln zu finden, dort Rätsel zu lösen, Aufgaben zu bewältigen oder schlicht zum nächsten Versteck zu spazieren. Später passte sich diese Leidenschaft dann ein wenig dem fortschreitenden Alter an und es wurde mitunter Phantasy-Roleplaying daraus, das (abgesehen von den eher seltener besuchten LARPs) zwar weniger Outdoor-Charakter hat, aber immerhin das Nachjagen hinter Rätseln und Abenteuern wieder aufleben liess.
Vor einigen Tagen schnappte ich beim Plaudern mit meiner Schwester und ihrer Familie wieder einmal den Begriff “Geocaching” auf. Nachdem ich in den vergangenen Jahren schon oft mitbekommen hatte, dass es da so ein paar verrückte Nerds geben soll, die sich mit einem Outdoor-GPS (» Global Positioning System, Positionsbestimmung mittels Satellitenortung) bewaffnet durch teils herausforderndes Gelände kämpfen, um schlussendlich einen – nicht selten perfide versteckten – “Schatz” (Cache) zu finden, von dem der jeweilige Verstecker lediglich die GPS-Koordinaten in einer Usenet-Newsgroup veröffentlicht gehabt hatte, hatte ich so meine Zweifel am Unterhaltungswert des damals noch weitestgehend unbekannten Hobbies “GPS Stash Hunt” (so der ursprüngliche Name des Spiels) und daraus resultierend überschaubares Interesse.
Im Zuge des vorhin erwähnten Gesprächs installierte ich schnell mal die App der momentan größten Geocache-Plattform (» geocaching.com) am iPhone und begann darin zu schmökern. Nach kurzem Ausprobieren der Basisfunktionen suchte ich dann versuchshalber in der unmittelbaren Umgebung meines Wohnortes nach Caches und siehe da: Es gibt im Umkreis von wenigen Stunden per pedes oder MTB gleich einen ganzen Haufen an versteckten Schätzen, die nur darauf warten, von mir gefunden und “geloggt” zu werden. Mit “Logging” ist in diesem Fall die Eintragung in ein im Cache befindliches “Logbuch” gemeint, das je nach Größe des Containers zwischen einem kunstvoll eingerollten Papierstreifen und Formaten bis hin zum Schulheft schwankt.
Zuhause angekommen habe ich mir – gemeinsam mit meinem Neffen – gleich einmal die ersten Verstecke vorgenommen und wir wurden – nicht zuletzt aufgrund des dezenten Schwierigkeitsgrades, den wir gewählt hatten – schnell fündig. Der erste lag lediglich wenige Schritte von dem Spielplatz entfernt, auf dem ich mit meinem Sohn seit Jahr und Tag ganze Nachmittage verbringe. Der zweite befand sich in einem Bereich ganz in der Nähe eines wunderschönen Aussichtsplatzes mit herrlichem Blick über einen Teil des Priessnitztals.
Das Ende meines tristen Muggle-Daseins
Ein origineller Aspekt an der Geschichte ist, dass es natürlich nicht nur Teilnehmer an dem Spiel gibt, sondern auch solche, die es weder betreiben, noch wissen, dass es dieses Game überhaupt gibt. Obwohl diese möglicherweise – nüchtern und objektiv betrachtet – nicht sonderlich viel verpassen, wenn sie nicht mitspielen, macht es dennoch auch ein wenig Spaß, eines der wenigen “Grundgesetze” des Geocachings zu befolgen: Lass Dich nicht von den Muggles erwischen.
“Muggle” ist ein Fantasiewort und entsprang Anfang der 90er der Feder J. K. Rowlings, der Schöpferin der erfolgreichen Harry Potter-Romanreihe. In der von ihr gezeichneten Welt existieren neben den Menschen mit der besonderen Begabung für Magie (Hexen und Zauberer) auch solche, die diese Gabe nicht besitzen und nicht einmal etwas davon mitbekommen, dass möglicherweise direkt nebenan ein Zauberer lebt und Magie wirkt. Diese Personen nannte Rowling in ihren Büchern als “Muggles”.
So wie in Harry Potters Welt den Zauberern nahe gelegt wird, Uneingeweihte nicht mit Magie zu “verunsichern”, wird in der Geocaching Community großer Wert darauf gelegt, dass Muggles den Standort eines Caches nicht ausfindig machen. Dies hat neben dem spielerischen Aspekt nicht zuletzt auch ganz praktische Gründe, da man schließlich vermeiden möchte, dass ein Muggle den vielleicht seit Jahren gut gehütete Cache findet, nichts damit anzufangen weiß und kurzerhand im nächstgelegenen Müllbehälter entsorgt.
Mir persönlich zaubert(!) es jedenfalls seit meinem Einstieg ins Geocaching oftmals ein Schmunzeln ins Gesicht, wenn ich an einer Stelle vorbeikomme, an der ich einen Cache gefunden habe (oder zumindest weiß, dass es da einen gibt), an dem ich aber jahrelang unwissend vorbeispaziert war. In einem speziellen Fall hatte ich das Versteck sogar bereits vielmals im direkten Blickfeld gehabt, aber dass da ein Cache im Ausmaß einer kleinen Filmdose versteckt ist, hatte ich natürlich nicht einmal geahnt…
Von wegen Schnitzeljagd: Neben mehr oder – meist – weniger einfach zu findenden einzelnen Caches (den “klassischen” od. “Traditional Caches”), die aufgrund ihrer GPS-Koordinaten direkt angesteuert und aufgefunden werden können, gibt es noch andere Formen. Sehr verbreitet ist etwa die Variante, bei der der erste Wegpunkt, dessen Koordinaten bekannt sind, beispielsweise der Parkplatz ist, wo man sein Auto stehen lässt, um sich zu weiteren Koordinaten durchzuschlagen, die man jedoch erst mittels Lösung eines oder mehrer Rätsel herausfinden muss und so weiter.
Fazit
Summa summarum ein rundum erfreuliches Hobby, wie ich meine – und ich bin sicher, dass es gleich noch ein Stück erfreulicher wird, wenn ich das ganze auch tatsächlich anhand der GPS-Koordinaten betreiben kann (iPhone 4 ist bereits im Anflug) und nicht – wie bisher – ausschließlich anhand der Beschreibung bzw. unter Zuhilfenahme von Googles Satellitenbildern, da das GPS-Modul meines iPhone 3G schon vor Monaten den Weg allen irdischens angetreten hat…
Neben all dem spielerischen Charakter ist mir vor allem ein Aspekt ins Auge gestoßen, der mir sehr gut gefällt und der für mich persönlich großen Stellenwert einnimmt: Viele Caches werden nicht einfach nur des Versteckens wegen “irgendwo in den Wald geworfen”, sondern wurden von ihrem “Owner” (der Geocacher, der den Cache platziert hatte und in Stand hält) mit einer umfassenden Beschreibung des Gebietes versehen (zB. die Geschichte eines Schlosses, in dessen Park sich der Cache befindet) oder mit einer liebevoll ausgewählten Wanderroute verknüpft. In anderen Fällen bekommt man auf der Suche Plätze und Aussichtspunkte zu sehen, die man auf andere Weise vermutlich niemals zu Gesicht bekommen hätte, weil man einfach an dieser einen bestimmten Stelle sonst niemals vom Weg abgewichen wäre, da man dahinter nichts sehenswertes vermutet hätte.
Selbstverständlich gibt es auch eher weniger durchdachte “Greif’ im Vorbeigehen hinter das Schild da und schreib’ ins Log”-Caches, die schnell gefunden und wieder versteckt sind, aber das gehört dann zur Sammelleidenschaft. Bisher habe ich jedoch bei den meisten Caches (und ich habe längst nicht alle gefunden, die ich gesucht habe!) das Gefühl gehabt, dass sich die jeweiligen Owner durchaus etwas dabei dachten, als sie die Dose platzierten und bei einigen wurde auch offensichtlich eine ganze Menge an Zeit investiert, um anderen Geocachern eine Freude am Fund bzw. dem Weg dort hin zu bereiten.
Mein Tipp: Probiert’ es einfach mal aus! Es kost’ nix!