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	<title>Nox Vobiscum! » Roland B. Seper</title>
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	<description>Roland Seper schreibt über Politik, Tech, Medien, Kultur, etc.</description>
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		<title>SPÖ &amp; ÖVP. Die Zukunftsparteien.</title>
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		<pubDate>Mon, 06 May 2013 08:08:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[ÖVP]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine meiner liebsten Analysen nach einer Wahl betrifft jeweils die Verteilung der Stimmen nach Altersgruppe. Beide Altparteien verdienen sich dabei das erste Wort dieser Bezeichnung auf trefflichste Weise. Die ehemaligen Groß- bzw. Systemparteien SPÖ und ÖVP tun sich zunehmend schwer, Jungwähler auf ihre Seite zu ziehen. Irgendjemand wird ihnen demnach mal die traurige Kunde überbringen(...)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine meiner liebsten Analysen nach einer Wahl betrifft jeweils die Verteilung der Stimmen nach Altersgruppe. Beide Altparteien verdienen sich dabei das erste Wort dieser Bezeichnung auf trefflichste Weise.</strong></p>
<p>Die ehemaligen Groß- bzw. Systemparteien SPÖ und ÖVP tun sich zunehmend schwer, Jungwähler auf ihre Seite zu ziehen. Irgendjemand wird ihnen demnach mal die traurige Kunde überbringen müssen: Der demographische Wandel und das Ansteigen des Durchschnittstalters werden &#8211; aller Voraussicht nach &#8211; nicht ausreichen, diesem Trend etwas entgegenzusetzen.</p>
<p><span id="more-2503"></span></p>
<div id="attachment_2504" class="wp-caption aligncenter" style="width: 377px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/05/salzburg_wahl_alter.png" rel="prettyPhoto[2503]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/05/salzburg_wahl_alter-367x534.png" alt="Salzburg Landtagswahl 2013: Verteilung der Wählerstimmen nach Altersgruppen (Bild: ORF.at/SORA/ISA)" width="367" height="534" class="size-large wp-image-2504" /></a><p class="wp-caption-text">Salzburg Landtagswahl 2013: Verteilung der Wählerstimmen nach Altersgruppen (Bild: ORF.at/SORA/ISA)</p></div>
<p>Originell finde ich übrigens nach wie vor, dass Salzburg an die ÖVP (zurück) geht, weil die SPÖ in Finanzskandale verstrickt ist. Eine solche Pointe muss einem erst einmal einfallen.</p>
<p>So sehr man allerdings über die beiden &#8220;Palliativparteien&#8221; schmunzeln möchte, verdirbt einem der Blick auf den Jungwählerstrom Richtung rechts doch immer wieder die Stimmung. Ein Viertel der Wähler unter 30 Jahren im rechten Eck finde ich zwar immer noch nicht sonderlich bedrohlich, aber doch einigermaßen schade.</p>
<p><em>Bildquelle: <a href="http://orf.at/stories/2180450/2180435/" title="orf.at: Die Motive der Wähler">orf.at: Die Motive der Wähler</a></em></p>
<p><img src='http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/05/salzburg_wahl_alter.png'></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Märchen vom Berlakovich und den Bienen</title>
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		<pubDate>Wed, 01 May 2013 05:53:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[ÖVP]]></category>
		<category><![CDATA[Berlakovich]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß gar nicht, was ihr alle mit dem armen und mutmaßlich höchst missverstandenen &#8220;Umwelt&#8221;minister Nikolaus Berlakovich habt. Es ist doch eigentlich schlau: Er lässt sich für ein völlig absurdes und seinem Mandat im Grunde widersprechenden Abstimmungsverhalten vereinnahmen (kaufen?), von dem er umgekehrt nicht einmal befürchten muss, dass es überhaupt in die Nähe einer Mehrheit(...)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß gar nicht, was ihr alle mit dem armen und mutmaßlich höchst missverstandenen &#8220;Umwelt&#8221;minister Nikolaus Berlakovich habt. Es ist doch eigentlich schlau: Er lässt sich für ein völlig absurdes und seinem Mandat im Grunde widersprechenden Abstimmungsverhalten vereinnahmen (kaufen?), von dem er umgekehrt nicht einmal befürchten muss, dass es überhaupt in die Nähe einer Mehrheit kommt.</p>
<div id="attachment_2494" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/05/nikolaus_berlakovich_epp.jpg" rel="prettyPhoto[2487]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/05/nikolaus_berlakovich_epp-160x107.jpg" alt="Nikolaus Berlakovich, EPP" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-2494" /></a><p class="wp-caption-text">Nikolaus Berlakovich verdeckt auf diesem Bild übrigens nicht den ersten Buchstaben. Das ist bloß Zufall (Quelle: EPP)</p></div>Als Chemiekonzern und/oder Lobbyist, der einen solchen &#8211; pardon &#8211; Dodel in irgendeiner Form bzw. indirekt auf der Payroll hat, könnte ich mir etwaigen Unmut ja noch vorstellen, aber für alle Anderen ist es langweiliger provinzieller Unfug wie eh und je. Zugegeben; Berlakovich macht seine Sache außergewöhnlich dreist und/oder patschert, aber im Grunde bleibt es Bruxelles-Business as usual.</p>
<p>Und unsere Fau Thatcher-Wannabe im Finanzministerium hat auch ein bissi Ruhe von ihrem &#8211; mindestens doppelt so fragwürdigem &#8211; Bankgeheimnis-Herumgeeiere. Zudem wird sich die Wählerschaft bis zum Herbst ohnehin kaum an diese kleine Episode erinnern.</p>
<p>Für die ÖVP also eine Win-Win-Situation. Quasi.</p>
<p><img src='http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/05/nikolaus_berlakovich_epp1.jpg'></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kernzone 100: Wie lange noch?</title>
		<link>http://noxvobiscum.at/2013/04/kernzone-100-wie-lange-noch/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 09:52:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Je öfter ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich mich, was mit dieser Verkehrspolitik, wie sie in Wien und dem Umland betrieben wird, eigentlich erreicht werden soll. Die Nutzung des Privat-PKW bleibt teuer und unpraktisch (was &#8211; objektiv betrachtet &#8211; durchaus in Ordnung ist), es gibt aber nach wie vor keine spürbaren Erleichterungen hinsichtlich Kosten(...)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Je öfter ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich mich, was mit dieser Verkehrspolitik, wie sie in Wien und dem Umland betrieben wird, eigentlich erreicht werden soll. Die Nutzung des Privat-PKW bleibt teuer und unpraktisch (was &#8211; objektiv betrachtet &#8211; durchaus in Ordnung ist), es gibt aber nach wie vor keine spürbaren Erleichterungen hinsichtlich Kosten oder gar Komfort bei der Nutzung der Öffis.</strong></p>
<div id="attachment_2470" class="wp-caption alignright" style="width: 116px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/02/vor_kernzone-100_tarifzonenplan.jpg" rel="prettyPhoto[2474]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/02/vor_kernzone-100_tarifzonenplan-106x107.jpg" alt="Kernzone 100 Tarifzonenplan des VOR" width="106" height="107" class="size-medium wp-image-2470" /></a><p class="wp-caption-text">Zonenplan des VOR. Rot markiert die Kernzone 100, grob gesagt das Wiener Stadtgebiet. (Quelle: VOR)</p></div>Wien hat nach wie vor ein hervorragendes Netz öffentlicher Verkehrsmittel. Solange jedoch Pendler, die ein paar Ortschaften außerhalb der Kernzone 100 leben, alleine für das Durchqueren der auf den ersten Blick völlig willkürlich definierten Tarifzonen bereits ein Vielfaches eines einfachen Fahrscheines bezahlen müssen, wird der Umstieg nicht gerade schmackhaft gemacht.</p>
<p>Der Anachronismus des Flickenteppichs an Tarifzonen sollte ein ebenso rasches Ende finden wie die so genannte Pendlerpauschale selbst. Beides sind Relikte aus beinahe grauer Vorzeit, die den heutigen Gegebenheiten sowie den Anforderungen an ein modernes öffentliches Transportwesen nicht mehr entsprechen.</p>
<p><span id="more-2474"></span></p>
<p><strong>Flickwerk ade</strong></p>
<p>Es ist an der Zeit, den Verkehrsbund Ost-Region nicht mehr als zerstückeltes Konstrukt separierter Provinzen zu betrachten, sondern den Großraum Wien, der faktisch aus Wien selbst, großen Teilen Niederösterreichs und zumindest der nördlichen Hälfte Burgenlands besteht, als eine gesamte und unteilbare Verkehrsregion.</p>
<p>Natürlich wirft eine 200km-Fahrt &#8220;quer durchs Ländle&#8221; mehr Kosten auf als drei Stationen mit der Bim in Wien, aber dieses Argument kann nur an der Oberfläche als solches herangezogen werden. Bei genauerer Betrachtung muss jedoch umgehend das überwiegende öffentliche Interesse an einem funktionierendem, komfortablen und leistbaren Transportwesen eingebracht werden, welches dergestalt legitimiert Subventionierung durch die öffentliche Hand rechtfertigt. Ebenso verhält es sich etwa beim Bildungssystem, das bedarfsorientiert aufgesetzt ist und einem Menschen, der nach der Pflichtschule aus dem Bildungswesen ausscheidet, weniger Mittel zukommen lässt als einem, der die so genannte &#8220;Sekundarstufe II&#8221; (AHS, HTL, etc.) in Anspruch nimmt.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Öffentlicher Verkehr ist ungemütlich und teuer. Autofahren ist gemütlicher und ein wenig teurer. Machen wir die Öffis halbwegs gemütlich und wesentlich billiger, wird das Autofahren plötzlich nur noch wenig gemütlicher, aber empfindlich teurer.</p>
<p>Es warat ja eigentlich so einfach&#8230;</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Das Thema wurde übrigens bereits mehrfach von mir behandelt, u.a.<br />
<a href="http://noxvobiscum.at/2011/09/verkehr-haben-aber-richtig/" title="Verkehr haben – aber richtig">hier (Verkehr haben – aber richtig, 2011)</a> und <br />
<a href="http://noxvobiscum.at/2009/02/ausweitung-der-kernzone-100-ja-bitte/" title="Ausweitung der Wiener “Kernzone 100″ – ja bitte!">hier (Ausweitung der Wiener “Kernzone 100″ – ja bitte!, 2009)</a></p>
<p><img src='http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/02/vor_kernzone-100_tarifzonenplan.jpg'></p>]]></content:encoded>
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		<title>Viel bleibt nicht von Benedikt</title>
		<link>http://noxvobiscum.at/2013/03/viel-bleibt-nicht-von-benedikt/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Mar 2013 22:30:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt]]></category>
		<category><![CDATA[Franziskus]]></category>
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		<description><![CDATA[Der neue Papst ist gewählt und die Katholische Kirche hofft auf frischen Antrieb im Kampf gegen den Mitgliederschwund, das Abdriften in die folkloristische Bedeutungsarmut und in der Aufbereitung zahlreicher teils gravierender Skandale im Vatikan und weit darüber hinaus. Sein Vorgänger und Neo-Pensionist Benedikt XVI. hat meines Erachtens in dieser Hinsicht herzlich wenig beigetragen. Hätte Benedikt(...)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der neue Papst ist gewählt und die Katholische Kirche hofft auf frischen Antrieb im Kampf gegen den Mitgliederschwund, das Abdriften in die folkloristische Bedeutungsarmut und in der Aufbereitung zahlreicher teils gravierender Skandale im Vatikan und weit darüber hinaus. Sein Vorgänger und Neo-Pensionist Benedikt XVI. hat meines Erachtens in dieser Hinsicht herzlich wenig beigetragen.</strong></p>
<div id="attachment_2444" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/03/Papst_Benedikt_XVI_Giuseppe_Ruggirello.jpg" rel="prettyPhoto[2316]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/03/Papst_Benedikt_XVI_Giuseppe_Ruggirello-160x107.jpg" alt="Ex-Pontifex Benedikt XVI" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-2444" /></a><p class="wp-caption-text">Ex-Pontifex Benedikt XVI geht primär aufgrund seines originellen Abgangs in die Geschichte ein (Bild: Giuseppe Ruggirello)</p></div>Hätte Benedikt XVI nicht so historisch bedeutungsschwanger abgedankt, von seinem Pontifikat bliebe vermutlich exakt nix außerhalb der ordnungsgemäßen Chronologien in staubigen Archiven hängen.</p>
<p>Hochintellektuelle Theologie und Morallehre, Verbandelung mit den Fundamentalisten (etwa Pius-Fraternität) und Exorzismusrevival sind zwar für gewisse Kreise der Kirche und vermutlich große Teile der Kurie ganz adrett, aber für einen Papst aller Katholiken weltweit vielleicht doch ein wenig dürftig. Die harten Gesichtszüge und der daraus resultierende teils scharfe Auftritt sind selbstverständlich nicht sein &#8220;Verschulden&#8221; und liegen zudem im Auge des Betrachters, aber der von manchen internationalen Medien gerne als &#8220;God&#8217;s Rottweiler&#8221; titulierte Ex-Pontifex galt ja gemeinhin als nicht gerade umgänglich.</p>
<p><span id="more-2316"></span></p>
<p>Josef Ratzinger hatte &#8211; so nehme ich zumindest an &#8211; sicherlich auch irgendwo eine freundliche Seite, aber in der öffentlichen Wahrnehmung schien davon allzu oft nicht allzu viel anzukommen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Johannes Paul II. hatte Charisma, vielen Päpsten davor, die ich nie selbst miterlebt hatte, wird es zugeschrieben und auch Franziskus scheint diesbezüglich gut anzukommen.</p>
<p>Benedikt XVI geht als korrekt, ja beinahe nüchtern amtsführender CEO in Pension. Sein Nachfolger Franziskus hingegen startet &#8211; auf den ersten und bewusst wohlmeinenden Blick &#8211; amikal, umgänglich, bescheiden, väterlich und herzlich ins Amt. Bilder vom neuen Pontifex in der U-Bahn gehen um die Welt und alleine seine Namenswahl zeugt von einem wenig pompösen, sondern vielmehr quasi &#8220;sanften&#8221; Umgang mit dem Amt.</p>
<p>Mangelndes Charisma ist für diesen Job halt einfach echt unpraktisch.</p>
<p><img src='http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/03/Papst_Benedikt_XVI_Giuseppe_Ruggirello.jpg'></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Franziskus und die Frauen &#8211; (k)ein Trauerspiel?</title>
		<link>http://noxvobiscum.at/2013/03/franziskus-und-die-frauen-ein-trauerspiel/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Mar 2013 14:03:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[aufschrei]]></category>
		<category><![CDATA[Franziskus]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[sexismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein frauenfeindliches Zitat des neu gewählten Papstes geht seit Kurzem durch die Social Media (u.a. hier). Nach Bekanntwerden seiner &#8211; zweifelsfrei zitierfähigen &#8211; überwuzelten Einstellung gegenüber Homosexuellen (&#8220;Angriff auf den Plan Gottes&#8221;) oder Schwangerschaftsabbrüchen, gibt er auch mutmaßlich (die Authentizität des Zitates ist mittlerweile mehr als unklar!) auch hinsichtlich Geschlechterrollen zu verstehen, wie schlicht sein(...)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein frauenfeindliches Zitat des neu gewählten Papstes geht seit Kurzem durch die Social Media (u.a. <a href="http://twitpic.com/cbihx0" title="Franziskus, der soziale Reformer: "Die Frau ist der beste Freund des Menschen". Quasi. Hosianna" target="_blank">hier</a>). Nach Bekanntwerden seiner &#8211; zweifelsfrei zitierfähigen &#8211; überwuzelten Einstellung gegenüber Homosexuellen (&#8220;Angriff auf den Plan Gottes&#8221;) oder Schwangerschaftsabbrüchen, gibt er auch mutmaßlich (die Authentizität des Zitates ist mittlerweile mehr als unklar!) auch hinsichtlich Geschlechterrollen zu verstehen, wie schlicht sein Weltbild gestrickt ist.</strong></p>
<div id="attachment_2291" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/03/papst_franziskus_wahl.jpg" rel="prettyPhoto[2273]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/03/papst_franziskus_wahl-150x100.jpg" alt="Papst Franziskus am Abend seiner Wahl" width="150" height="100" class="size-thumbnail wp-image-2291" /></a><p class="wp-caption-text">Papst Franziskus am Abend seiner Wahl</p></div>Das Kundtun von Zweifel an der Echtheit ist übrigens keineswegs unerwünscht. Ich freue mich vielmehr über etwaige Richtigstellungen! Einschränkend sei schließlich festgehalten, dass es trotz aller zur Verfügung stehenden Recherchemöglichkeiten gar nicht so einfach ist, die Authentizität eines solchen Zitats festzustellen. Ich erinnere an dieser Stelle an den großartigen Satz von Abraham Lincoln &#8220;The thing about quotes on the internet is that you cannot confirm their validity.&#8221;</p>
<p><span id="more-2273"></span></p>
<div id="attachment_2268" class="wp-caption aligncenter" style="width: 668px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/03/papst_franziskus_i_weltbild_frauen.jpg" rel="prettyPhoto[2273]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/03/papst_franziskus_i_weltbild_frauen-658x534.jpg" alt="Papst Franziskus über seine Einstellung gegenüber Frauen (Hinweis: die Echtheit des Zitats ist nicht unumstritten!)" width="658" height="534" class="size-large wp-image-2268" /></a><p class="wp-caption-text">Papst Franziskus überzeugt u.a. mit klarem Geschlechterbild (Hinweis: die Echtheit des Zitats ist nicht unumstritten!)</p></div>
<p>Ich habe mich einen Augenblick umgesehen wie die Quellenlage aussieht und habe auf die Schnelle folgende möglicherweise relevanten Pages gefunden: </p>
<p><strong>Bestätigung </strong><br />
<a href="http://www.vaticancrimes.us/2013/03/jorge-bergoglio-pope-francis-women-are.html" target="_blank">http://www.vaticancrimes.us/2013/03/jorge-bergoglio-pope-francis-women-are.html</a><br />
Hier beruft sich der Autor auf die Argentinische Nachrichtenagentur <a href="http://telam.com.ar" target="_blank">Télam</a>, der zufolge es sich um ein Zitat von Juni 2007 handeln solle.</p>
<blockquote><p>Buenos Aires, June 4, 2007 (Telam) &#8211; Cardinal Jorge Bergoglio, Archbishop of Buenos Aires, said that &#8220;women are naturally helpless to exercise political positions&#8221;, referring to the presidential candidacy of Senator Cristina Fernández de Kirchner. &#8220;The natural order and the facts show us that man is the being for politics by excellence; the Scriptures show us that the woman is always the support of the thoughtful man and  and doer, but nothing more than that&#8221;. </p>
<p>Original Spanish version of the publishing:</p>
<p>Buenos Aires, 4 de junio (Télam) &#8211; El arzobispo de Buenos Aires, cardenal Jorge Bergoglio, afirmó que &#8220;las mujeres son naturalmente ineptas para ejercer cargos políticos&#8221;, refiriéndose a la candidatura presidencial de la Senadora Cristina Fernández de Kirchner. &#8220;El orden natural y los hechos nos enseñan que el hombre es el ser político por excelencia; las Escrituras nos demuestran que la mujer siempre es el apoyo del hombre pensador y hacedor, pero nada más que eso&#8221;.</p>
<p> Source: News Agency Telam June 4, 2007</p></blockquote>
<p><strong>Widerlegungen</strong><br />
<a href="http://www.outono.net/elentir/2013/03/14/difunden-en-la-red-un-bulo-misogino-para-desprestigiar-al-papa-francisco/" target="_blank">http://www.outono.net/elentir/2013/03/14/difunden-en-la-red-un-bulo-misogino-para-desprestigiar-al-papa-francisco/</a></p>
<p>Hier wird gemutmaßt, dass ein solches Zitat bereits damals größere Wellen geschlagen haben müsste, davon aber nicht viel bemerkbar sei. Ich mag mich selbstverständlich täuschen, aber aus meiner persönlichen Sicht hätte eine nationale Nachrichtenagentur desjenigen Landes, aus dem der Papst stammt, bereits ein Dementi herausgegeben und auf die falsche Zitierung hingewiesen, zumal sich die mutmaßliche Äußerung Bergoglios mittlerweile wie ein Lauffeuer verbreitet.</p>
<p>Auch hier <a href="http://www.patheos.com/blogs/markshea/2013/03/the-skeptical-mind-hard-at-work.html" title="http://www.patheos.com/blogs/markshea/2013/03/the-skeptical-mind-hard-at-work.html" target="_blank">http://www.patheos.com/blogs/markshea/2013/03/the-skeptical-mind-hard-at-work.html</a> (danke an <a href="https://twitter.com/Conclusio/status/312663835230212096" title="Martin Novak @Conclusio">Martin Novak @Conclucio</a> für den Hinweis!) gibt es eine Gegenstimme, wenngleich diese &#8211; meines(!) Erachtens &#8211; nicht sonderlich viel stabiler unterfüttert ist als das umstrittene Zitat selbst.</p>
<p>Der geneigte Leser möge sich somit nach Abwägung der beiden Seiten selbst eine Meinung bilden. Möglicherweise gibt es auch in den kommenden Tagen eine Bestätigung in irgendeine der beiden Richtungen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Echt oder nicht? Authentisch oder gefälscht? Dies letztgültig zu klären ist aus momentaner Sicht nur sehr schwer möglich und ich persönlich maße mir auch nicht an, dies feststellen zu können.</p>
<p>Fest steht jedoch zweifelsohne, dass die Wahl Jorge Bergoglios alias Franziskus keinen wesentlichen Modernisierungsschub für die katholische Kirche bedeutet.</p>
<p>Seine Positionen stehen bei vielen Themen &#8211; hierbei ist die Quellenlage unwidersprochen &#8211; klar im Widerspruch gegen gesellschaftliche Weiterentwicklungen, etwa bei der Gleichstellung Homosexueller, der Selbstbestimmung der Frau bei Schwangerschaftsabbrüchen und vielem mehr.</p>
<p>Aber was soll&#8217;s. Der Mann ist 76 Jahre alt, gesundheitlich angeschlagen (im Alter von 21 Jahren hat er etwa bereits eine halbe Lunge eingebüßt), genießt in zahlreichen Punkten nicht die uneingeschränkte Zustimmung der Kurie und muss zudem einen Berg an Problemen bewältigen (Missbrauchsskandale, Vatileaks-Affäre, dubiose Vatikanbank-Verwicklungen, Mitgliederschwund, etc.).</p>
<p>Ich persönlich nehme an, wir werden noch in diesem Jahrzehnt ein weiteres Konklaver erleben und dann gibt es eine neue Chance für die katholische Kirche, zumindest einen ersten zögerlichen Schritt auf dem Weg ins 21. Jahrhundert gehen zu können.</p>
<p><img src='http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/03/papst_franziskus_i_weltbild_frauen.jpg'></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Habemus dingens</title>
		<link>http://noxvobiscum.at/2013/03/habemus-dingens/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Mar 2013 01:28:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Franziskus]]></category>
		<category><![CDATA[Konklave]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>

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		<description><![CDATA[Papst Franziskus I.: Theologisch gemäßigt, ultra-rechts, reformbereit, erzkonservativ, bescheiden, liberal, &#8220;back to the basics&#8221;, weltoffen, homophob, &#8220;Kardinal der Armen&#8221;, Sexist. Alles dabei, was man als Chef der römisch-katholischen Kirche so braucht. Die erstaunlich vielfältigen Eigenschaften, die dem Herrn Jorge &#8220;Menschenrecht ist relativ&#8221; Bergoglio in den diversen Kommentaren anlässlich seiner Wahl zum Chefhirten so zugeschrieben werden,(...)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Papst Franziskus I.: Theologisch gemäßigt, ultra-rechts, reformbereit, erzkonservativ, bescheiden, liberal, &#8220;back to the basics&#8221;, weltoffen, homophob, &#8220;Kardinal der Armen&#8221;, Sexist. Alles dabei, was man als Chef der  römisch-katholischen Kirche so braucht.</strong></p>
<div id="attachment_2249" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/03/papst_franciscus_i.jpg" rel="prettyPhoto[2248]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/03/papst_franciscus_i-160x107.jpg" alt="Papst Franziskus I. alias Jorge Mario Bergoglio" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-2249" /></a><p class="wp-caption-text">Papst Franziskus I. alias Jorge Mario Bergoglio bittet die Gläubigen nach seiner Wahl um ihr Gebet</p></div>Die erstaunlich vielfältigen Eigenschaften, die dem Herrn Jorge &#8220;Menschenrecht ist relativ&#8221; Bergoglio in den diversen Kommentaren anlässlich seiner Wahl zum Chefhirten so zugeschrieben werden, weisen ja auf einen richtiggehenden Tausendsassa hin. Wir werden sehen, was er in seiner Amtszeit mit der Kirche so anricht&#8230; unternimmt.</p>
<p>Der beruhigende Aspekt der ganzen Angelegenheit ist und bleibt: Es ist &#8211; nüchtern betrachtet &#8211; sowas von wurscht. Der Einfluss, den die Kirche und in weiterer Folge deren Oberhaupt auf unser Alltagsleben hat, ist in unseren Breiten &#8211; so überhaupt erkennbar &#8211; maximal überschaubar. Diejenigen, die bisher im Glauben bzw. der Kirche Halt und Geborgenheit gefunden haben, werden dies auch weiterhin finden. Diejenigen, die Religion keinerlei Wert beimessen, werden ebenfalls weiterhin amüsiert auf das folkloristische Treiben der Kirchen blicken. Und all jene, die sich zwischen den beiden Polen bewegen, werden sich auf die eine oder andere Weise mit dem neuen Häuptling arrangieren.</p>
<p><span id="more-2248"></span></p>
<p>Ein paar kleine Unstimmigkeiten in der Vita des Herrn Bergoglio werden zwar voraussichtlich noch einige Zeit als Themen mit großen Fragezeichen am Tisch liegen (etwa seine Rolle in der Zeit der Argentinischen Militärdiktatur <a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/belief/2011/jan/04/argenitina-videla-bergoglio-repentance" title="http://www.guardian.co.uk/argenitina-videla-bergoglio-repentance">&raquo; siehe hier</a>, seine teils menschenverachtenden Äußerungen gegenüber Homosexualität) und &#8211; last but not least &#8211; seine aufschlussreichen Einschätzungn der Rolle der Frauen (siehe Grafik bzw. <a href="http://j.mp/15QrUAy" title="Jorge Bergoglio (Pope Francis): "Women are naturally inept" (Vatican Crimes)" target="_blank">hier</a>).</p>
<div id="attachment_2268" class="wp-caption alignleft" style="width: 141px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/03/papst_franziskus_i_weltbild_frauen.jpg" rel="prettyPhoto[2248]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/03/papst_franziskus_i_weltbild_frauen-131x107.jpg" alt="Papst Fraziskus I über seine Einstellung gegenüber Frauen" width="131" height="107" class="size-medium wp-image-2268" /></a><p class="wp-caption-text">Papst Fraziskus I überzeugt u.a. mit klarem Geschlechterbild</p></div>Das ist aber selbstverständlich nicht gerade ein Alleinstellungsmerkmal, schließlich darf getrost davon ausgegangen werden, dass es ohnehin keinen einzigen hochrangigen Kirchenvertreter gibt, der nicht zumindest ein ganz kleines bisschen Dreck am Stecken hat. Sei es ein nicht einwandfrei aufgearbeiteter Missbrauchsskandal, die Nähe zu dubiosen Vereinigungen innerhalb der Kirche (Stichwort: Piusbruderschaft), irgendwelche politischen Fragwürdigkeiten oder was auch immer.</p>
<p><strong>Endlich wieder Ruh&#8217;&#8230;</strong></p>
<p>Hauptsach&#8217;, die Katholiken sind wieder ein paar Jahre zufrieden und wir können uns relevanten Dingen zuwenden.</p>
<p>Und nachdem der Herr Bergoglio auch nicht mehr ganz so taufrisch ist, dürfen wir in absehbarer Zukunft erneut das Spektakel des Konklaves erleben. Die Medien werden wieder erfüllt sein von wildesten Spekulationen, die naturgemäß (Kardinäle sind keine Plaudertaschen) jeder sachlichen Grundlage entbehren, wir werden stundenlang Bilder von Kaminrohren (mit oder ohne Rauch) gezeigt bekommen und die Kritiker dürfen sich auch wieder hingebungsvoll echauffieren, wieso dem Thema überhaupt so viel Aufmerksamkeit gewidmet wird.</p>
<p>Der Gutteil der Menschen verfolgt eine Papstwahl ohnehin eher mit der Aufmerksamkeit, die man einer opulent zelebrierten Monarchensprösslingshochzeit oder einem sportlichen Großereignis beimisst. Nett zu sehen, aber auch nichts, wofür man spannendere Dinge hintanstellen muss.</p>
<p>Und es bleibt, was es ist: Ein herrlich zelebriertes Ritual. Halleluja!</p>
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		<title>Fleischskandal? Nein. Logische Konsequenz.</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Feb 2013 22:51:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulinarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Fleischskandal]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdefleisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Fleischskandal rund um nicht deklariertes Pferdefleisch will einfach keine Ruhe geben. Tagtäglich tauchen neue Meldungen auf, worin überall Reste und Spuren von nicht auf dem Etikett befindlichen Fleischarten gefunden wurden. Dass diese Entwicklung eine völlig logische Konsequenz aus dem grassierenden Geiz ist geil-Konsumverhalten ist, wird selten erwähnt. Zeit wird&#8217;s, der Realität ins Auge zu(...)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Fleischskandal rund um nicht deklariertes Pferdefleisch will einfach keine Ruhe geben. Tagtäglich tauchen neue Meldungen auf, worin überall Reste und Spuren von nicht auf dem Etikett befindlichen Fleischarten gefunden wurden. Dass diese Entwicklung eine völlig logische Konsequenz aus dem grassierenden Geiz ist geil-Konsumverhalten ist, wird selten erwähnt. Zeit wird&#8217;s, der Realität ins Auge zu sehen.</strong></p>
<div id="attachment_2175" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/02/butchery_window_Miikka-Skaffari.jpg" rel="prettyPhoto[2174]"><img class="size-medium wp-image-2175" alt="Fenster einer Fleischhauerei (Bild: Miikka Skaffari, flickr)" src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/02/butchery_window_Miikka-Skaffari-160x107.jpg" width="160" height="107" /></a><p class="wp-caption-text">Fenster einer Fleischhauerei (Bild: Miikka Skaffari, flickr)</p></div>
<p>Wie ich bereits <a title="Lebensmittelskandal: Nicht Fisch, nicht Fleisch" href="http://noxvobiscum.at/2013/02/lebensmittelskandal-nicht-fisch-nicht-fleisch/">kürzlich in einem Posting</a> geschrieben habe, ist der derzeit so medienwirksame Fleischskandal nichts anderes, als ein unmissverständliches Zeichen dafür, dass sowohl die Politik, als auch &#8220;die Märkte&#8221;, als auch die Gesamtheit der Konsumenten eine Situation herbeigeführt haben, in der Anstand und seriöse Geschäftsgebahrung kaum mehr Platz haben und diejenigen, die sich solcherlei Werte an die Fahnen geheftet haben, meist nur noch in Nischen ihr Dasein fristen.</p>
<p>Selbst bei wohlwollender Betrachtung ist nur noch mit größten Kontorsionskünsten davon zu sprechen, dass der völlig von Nachhaltigkeit und Ethik losgelöste (Nahrungsmittel-)Handel &#8211; ebenso wie die überwiegende Mehrheit aller anderen Branchen &#8211; irgendetwas wesentlich erleichtert oder verbessert hätten. Ja, die Preise sind gesunken. Das war&#8217;s dann aber auch schon wieder&#8230;</p>
<p><span id="more-2174"></span></p>
<p>Dies ist nun wirklich keine sonderlich epochale Erkenntnis und ist in immer weiteren Kreisen von Menschen durchaus bereits angekommen. Ebenso wenig ist es als Expertenwissen zu betrachten, dass sich die Sachlage bis auf Weiteres nicht ändern wird können. Nicht, solange die aktuelle Wirtschaftsform den Status einer Religion einnimmt, die jedoch nicht nur von immer weniger werdenden Phantasten praktiziert wird, sondern vielmehr von einer erdrückend dominanten Mehrheit. Wer den Kapitalismus als solchen in der aktuell herrschenden Form Frage stellt, und sei es nur in Ansätzen, Teilbereichen und noch so gut durchdacht bzw. argumentiert, wird kurzerhand als weltfremd, naiv und &#8211; besonders perfide &#8211; als Staatsfeind und Kommunist gebrandmarkt. Neben diesen Extremen scheint es auch gar keinen Raum für Alternativen, Mischformen oder Mittelwege zu geben.</p>
<p>Daher bleibt: Eine kleine Gruppe von Menschen wird mit höherwertigen und höherpreisigen Produkten Zeichen zu setzen versuchen und eine sehr viel größere Gruppe wird sich auch weiterhin nicht leisten können, beim Fleischkauf auf Gütesiegel oder Herkunft zu schauen.</p>
<p><strong>Zurück zum Thema&#8230;</strong></p>
<p>Natürlich könnte man an dieser Stelle einwerfen, dass es ohnehin völlig absurd ist, jeden Tag Fleisch zu essen. Weder aus ernährungswissenschaftlicher, noch aus ökologischer, noch aus ökonomischer Sicht ist der Begriff &#8220;sinnvoll&#8221; (oder Synonyme) für den täglichen Fleischkonsum auch nur annähernd korrekt. Eher im Gegenteil:</p>
<p>Für den menschlichen Körper werden aus medizinischer Sicht &#8211; je nach Quelle &#8211; etwa 300-600g Fleisch pro Woche als gut vertretbar betrachtet. Diese Menge sollte sich jedoch aus Geflügel, Schwein und Rind zusammen setzen und möglichst wenig Wurst aufweisen. Hin und wieder eine Bratwurst oder Extrawurstsemmel gehen sich leicht aus, ein Übermaß sollte vermieden werden.</p>
<p>Im krassen Gegensatz dazu ist es regelrecht Volkssport in unseren Breiten, spätestens bei den ersten Frühlingssonnenstrahlen den Griller anzuwerfen und drastische Überkapazitäten von Proteinbomben über glühende Kohlen zu werfen. Bleibt der Griller einmal ungenutzt, wird das Fleisch eben in der Pfanne oder Friteuse zum Verzehr hergerichtet.</p>
<p>Statistisch gesehen wandern in Österreich pro Kopf und Jahr etwa 60-65kg Fleisch in die gierigen Mäuler, davon etwas weniger als ein Drittel vom Schwein (Quelle u.a.: <a title="AMA Marketing" href="http://www.ama-marketing.at/index.php?id=307" target="_blank">AMA</a>). Daraus errechnet sich ein durchschnittlicher täglicher(!) Fleischkonsum von rund 180g, also beinahe doppelt so viel wie von Medizinern empfohlen. Hierbei sind Vegetarier und andere Nicht-Carnivore noch gar nicht eingerechnet.</p>
<p><strong>Vom Luxusgut zum Problemstoff</strong></p>
<p>Diese Daten zeigen auf, wie unvernünftig die Konsumenten sind, wenn es darum geht, ihren hart erkämpften Wohlstand zu genießen. Fleisch war bis vor wenigen Jahrzehnten ein Luxusnahrungsmittel, das in durchschnittlichen Haushalten gerade einmal wöchentlich (&#8220;Sonntagsbraten&#8221;) auf den Teller kam. Ein paar Blätter Wurst zwischendurch waren schon auch noch drin, aber damit hatte es sich in aller Regel.</p>
<p>Heute bekommt man an allen Ecken Kebap um 2,50€, Schnitzel um 3€ und einen dicken Burger um 3,50. Beim Diskonter ist 1 Kilogramm Fleisch für deutlich unter 10€ zu haben, was wiederum einem Preis je Portion von rund 2-2,50€ entspricht.</p>
<p>Um diese Preise halten zu können, wird in der gesamten Produktionskette gespart bis der Arzt kommt. Der Agrarökonom bekommt vom Schlachtbetrieb meist weniger, als die Aufzucht und Mast des Tieres über dessen ganzen Lebenszyklus kostet. Umweltfolgekosten durch den enormen Wasserverbrauch und die Treibhausgasproduktion nicht einmal eingerechnet. Die weitere Verarbeitung wird dann ebenfalls unter billigsten Bedingungen erledigt, was sich nicht nur auf miese Löhne und mangelhafte Hygienestandards auswirkt, sondern eben auch auf die saubere Einhaltung der Sortenreinheit.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Wer sich also über den Fleischskandal echauffiert, beklagt sich auch über die Gier des Low Cost Carriers, wenn er von diesem demnächst auch für sein Handgepäck zur Kasse gebeten wird.</p>
<p>Wer stets nur das billigste Fleisch kauft, darf sich nicht wundern, wenn er auch das billigste Fleisch bekommt. Wenn dieses zum gegebenen Zeitpunkt halt nicht das am Etikett ausgewiesene Rind-, sondern eben das Pferdefleisch ist, dann wird im Rind auch Pferd drin sein. Und wenn es nur daran liegt, dass für die Qualitätskontrolle zu wenig Geld da ist, dann wird eben nicht mehr so genau geschaut, was der Schlachthof da so herankarrt.</p>
<p>Und wer kiloweise Fleisch in sich hineinschaufelt, kann ohnehin getrost davon ausgehen, dass es völlig unerheblich ist, ob er dabei vom Rind, vom Schwein, vom Hund, vom Pferd oder vom Frettchen sein Übergewicht, seinen Darmkrebs, seine Gicht und was weiß ich noch alles bekommt.</p>
<p>Schlicht und ergreifend.</p>
<p><strong>Zu guter Letzt</strong></p>
<p>Der großartige deutsche Kabarettist Hagen Rether fasst viele meiner Gedanken auf seine gewohnt schonungslose wie pointierte Weise zusammen. Auch wenn ich nicht in jedem Detail mit ihm übereinstimme eine klare Empfehlung:</p>
<div style="margin: 0 auto; width: 560px;"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/ltwt0mI1m4s" height="315" width="560" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Alternativen <a title="Hagen Rether über Fleisch, Ernährungsineffizienz und CO2" href="http://www.youtube.com/watch?v=0QnW-wkSM1U" target="_blank">hier</a> oder <a href="http://www.youtube.com/watch?NR=1&amp;v=ltwt0mI1m4s">hier</a> bei YouTube.</p>
<p>Viel Spaß und natürlich &#8211; Mahlzeit! <img src='http://noxvobiscum.at/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Disclaimer: Der Autor isst sehr gerne Fleisch (klar bevorzugt Geflügel) und erreicht durchschnittlich die Hälfte bis zwei Drittel der empfohlenen &#8220;Wochenration&#8221;.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Hot: Google Glass. Und jetzt?</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Feb 2013 22:56:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tech]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[Augmented Reality]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Glass]]></category>
		<category><![CDATA[Privacy]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits vor Monaten ging eine Preview von Googles neuestem Gadget durch die diversen Social Media Timelines: Eine mit Spracheingabe und allerhand anderen Goodies aufgemotzte Art Augmented Reality-Brille, die neben den Grundfunktionen von Google (Maps, Search, etc.) noch allerhand anderer Funktionen enthalten sollte. In den USA (und leider vorerst nur dort) werden bereits Beta Tester angeheuert,(...)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bereits vor Monaten ging eine Preview von Googles neuestem Gadget durch die diversen Social Media Timelines: Eine mit Spracheingabe und allerhand anderen Goodies aufgemotzte Art Augmented Reality-Brille, die neben den Grundfunktionen von Google (Maps, Search, etc.) noch allerhand anderer Funktionen enthalten sollte. In den USA (und leider vorerst nur dort) werden bereits Beta Tester angeheuert, die das Teil genauer unter die Lupe nehmen dürfen bzw. sollen.</strong></p>
<div id="attachment_2137" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/02/google_glass.jpg" rel="prettyPhoto[2135]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/02/google_glass-160x107.jpg" alt="Sportliche High Tech Brille: Google Glass (Quelle: Google)" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-2137" /></a><p class="wp-caption-text">Sportliche High Tech Brille: Google Glass (Quelle: Google)</p></div>
<p>Anhand der veröffentlichten und zugegebenermaßen beeindruckenden Teaser-Videos (<a href="http://www.google.com/glass/start/how-it-feels" title="Google Glass: How it feels" target="_blank">beispielsweise hier</a>) lässt sich erahnen, welche Möglichkeiten bereits heute in der bis vor kurzem noch eher futuristisch anmutenden Technologie stecken. Ich persönliche freue mich jedenfalls schon drauf, ein solches Ding in einer hoffentlich nicht allzu fernen Zukunft nutzen zu können.</p>
<p>Dennoch eröffnen sich &#8211; wie fast immer, wenn neue Technologien das Licht des Mainstreams erblicken &#8211; zahlreiche Fragen, die einer Antwort bedürfen.</p>
<p><span id="more-2135"></span></p>
<p><strong>Brillen-Knigge? Glassiquette?</strong></p>
<p>Bemerkenswert finde ich etwa, dass ich bisher in keinem der Kommentare zum aktuellen Nerd-Thema Numero Uno herauslesen konnte, dass sich in Punkto Privacy gewisse Grauzonen herausbilden. Oft geht ja die technikorientierte Begeisterung mit den Security- und Datenschutzbedenken im Gleichschritt. Nicht so bei Google Glass, habe ich den Eindruck.</p>
<p>Ein Einsatz der Videofunktion beispielsweise könnte immerhin in so mancher Situation spannende Folgen haben. Diese müssen keineswegs phantasievoll herbeifabuliert werden, sondern betreffen bereits so banale Dinge wie Straßenbahnfahrten und private Dates.</p>
<p>Sollte diese Brille (oder ein vergleichbares Produkt) zu einem vertretbaren Kostenpunkt am Markt erhältlich sein, und davon können wir ausgehen, so wird sie rasch eine entsprechende Verbreitung finden. Ab diesem Zeitpunkt ist man jederzeit und jederorts potenziell Hauptdarsteller eines Privatvideos, das zudem theoretisch in Sekundenschnelle im Web auftauchen kann, so man &#8211; irrtümlich oder vorsätzlich &#8211; die implementierten Sharing- oder Streaming-Funktionen nutzt. Selbstverständlich ist dies seit einigen Jahren mit nahezu jedem Handy möglich, aber an Unauffälligkeit und Flexibilität ist ein solches Gadget wohl schwer zu überbieten.</p>
<div id="attachment_2148" class="wp-caption alignleft" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/02/google_glass_002.jpg" rel="prettyPhoto[2135]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/02/google_glass_002-160x107.jpg" alt="Google Glass: Navigation leicht gemacht (Quelle: Google)" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-2148" /></a><p class="wp-caption-text">Google Glass: Navigation leicht gemacht (Quelle: Google)</p></div>Werden sich demzufolge ungeschriebene Gesetze aus den Möglichkeiten ableiten? Etwa das Brilleabsetzen als Pendant zum Sockenausziehen bei intimen Begegnungen oder eine Erweiterung zum &#8220;Um Antwort wird gebeten&#8221; bei Einladungen mit dem Beisatz &#8220;AR Brillen kein Problem&#8221;?</p>
<p>Man wird es einerseits sehen, andererseits ist es vermutlich unumgänglich, nicht nur auf rein juristischer Ebene Regelungen zu finden. Nachdem die Legislative in derlei Dingen bekanntlich &#8211; wohlwollend formuliert &#8211; träge reagiert, werden sich auf zwischenmenschlicher Basis hingegen rasch entsprechende &#8220;Verhaltensregeln&#8221; etablieren müssen.</p>
<p><strong>Safety und Security</strong></p>
<p>Hinsichtlich Sicherheit, etwa im Straßenverkehr oder bei sportlichen Aktivitäten in größeren Gruppen, wird es ebenfalls spannend, wie sehr der ungeübte Mensch mit einer solchen visuellen Ablenkung umgeht. Ich nehme an, dass die meisten Menschen, die keine Militär- oder Formel 1-Pilotenausbildung hinter sich haben, Schwierigkeiten damit haben werden, wenn urplötzlich in einem Auge ein Videochat aufpoppt, während man sich gerade vom Navi den Weg zum Restaurant zeigen lässt, wo bereits jemand wartet, mit dem man parallel dazu telefoniert.</p>
<div id="attachment_2153" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/02/google_glass_003.jpg" rel="prettyPhoto[2135]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/02/google_glass_003-160x107.jpg" alt="Google Glass: Video everywhere (Quelle: Google)" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-2153" /></a><p class="wp-caption-text">Google Glass: Video everywhere (Quelle: Google)</p></div>Aus juristischer Sicht wäre dies zwar ohnehin bereits jetzt unzulässig (lt. StVO darf man ja bekanntlich während des Lenkens eines Fahrzeugs keine Tätigkeiten ausüben, die die Konzentration auf den Straßenverkehr beeinträchtigen können), aber die Verlockung ist sicherlich enorm. Ebenso die fälschliche Annahme, man könne das schon alles irgendwie unter einen Hut bringen. Die meisten Menschen können bekanntlich nicht einmal realistisch einschätzen, welche Verzögerung der Reaktionszeit beim Telefonieren entstehen kann.</p>
<p><strong>Can&#8217;t wait</strong></p>
<p>Ich lass mir durch diese Fragen jedoch nicht meine Vorfreude nehmen. Für mich selbst sind die obigen Fragen eigentlich allesamt weitestgehend beantwortet. So werde ich eine solche Brille, sobald sie dereinst bei mir ankommt, voraussichtlich intensiv nutzen. Ich werde mich navigieren lassen, werde fotografieren, werde filmen und werde mich mittels Videos unterhalten lassen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Ich werde unterwegs Informationen erfragen, wenn ich sie gerne haben möchte und werde über dieses Device kommunizieren, wenn das möglich ist. Ich werde sie in zwischenmenschlich-intimen Momenten zur Seite legen und beim Autofahren wird alles deaktiviert, was über Navigation und (akustische) Telefonie hinausgeht.</p>
<p>Was fällt hierbei auf? Es gibt für den Moment de facto keinen Unterschied zum bereits bestens etablierten Smartphone, das bis dahin alle genannten Funktionen erfüllt. Es wird zwar Vieles ein wenig handlicher, Manches angenehmer, aber im Grunde wird es meines Erachtens abseits des Komfortgewinns keinen wesentlichen Unterschied geben.</p>
<p><strong>Apple? Microsoft? Anybody&#8230;?</strong></p>
<p>Ein wenig amüsiert mich ja auch bei der ganzen Sache, dass man Apple zur Zeit eher zutraut, ein Smartphone in Form einer Armbanduhr zu präsentieren als ein vergleichbares Gadget. Gegen eine Smartphone-Brille mit Augmented Reality wirkt ein iPhone mit verkleinertem Display am Handgelenk ja beinahe wie ein Schritt zurück als nach vor. Nun, es gibt das eine oder andere Gerücht, dass Apple auch nicht gerade schläft, was ein etwaiges &#8220;eyePhone&#8221; betrifft, aber dahingehend wird noch eher verhalten spekuliert.</p>
<p>Von Microsoft, Samsung, Nokia oder anderen Marktbegleitern hätte ich bis dato noch überhaupt nichts zu dem Thema gehört. Zugegeben, es ist nicht unbedingt ein marktrelevanter Indikator, ob ich etwas mitbekomme oder nicht, aber ich bin zuversichtlich, dass ich von Gadgets, die ähnlich knapp vor der Serienreife stehen wie Google Glass, zumindest mal gehört hätte.</p>
<p>Naja, mal schauen, wer da noch mit unerwarteten Meldungen kommt und wer dann schlussendlich das Rennen macht.</p>
<p><strong>What&#8217;s next?</strong></p>
<p>Und die nächste Frage folgt natürlich umgehend: Was kommt als nächstes? Das Smartphone hat uns ja bereits den omnipräsenten Zugang zum Internet beschert &#8211; in beide Richtungen. Ich weiß jederzeit und überall alles (zumindest alles, was sich in sinnvoller Zeit ergoogeln lässt) und ich kann alles teilen, was ich gerade so erlebe. Ob nun privat mit einzelnen Personen oder auch per Social Media &#8211; quasi &#8211; mit der ganzen Welt.</p>
<p>Der nächste Schritt ist vornehmlich einer in Richtung Handlichkeit und Komfort. Der technologische Sprung vom Handy ohne Internetanschluss zum Smartphone mit de facto-Standleitung war sicherlich wesentlich größer als der vom Smartphone in der Hand zum Smartphone vor den Augen.</p>
<p>Meine Phantasie ist ja vergleichsweise groß, aber was der nächste logische Schritt sein könnte, erschließt sich mir noch eher nebulös. Ich habe so meine Ideen, aber davon ist keine so marktreif wie Google Glass.</p>
<p>Any hints?</p>
<p><img src='http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/02/google_glass1.jpg'></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Lebensmittelskandal: Nicht Fisch, nicht Fleisch</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Feb 2013 01:11:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulinarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Findus]]></category>
		<category><![CDATA[Fleisch]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittelskandal]]></category>

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		<description><![CDATA[In Billig-Lebensmitteln, die mit &#8220;100% Rindfleisch&#8221; etikettiert sind, findet sich 60 Prozent und mehr Pferdefleisch. Die Aufregung über den Etikettenschwindel ist enorm. Die erschreckenderen Aspekte an der Geschichte, die tatsächlich den Appetit verderben sollten, bleiben weitestgehend auf der Strecke. Sind wir uns ehrlich: So gut wie jeder Bewohner einer Industrienation, der nicht aus unterschiedlichen Gründen(...)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Billig-Lebensmitteln, die mit &#8220;100% Rindfleisch&#8221; etikettiert sind, findet sich 60 Prozent und mehr Pferdefleisch. Die Aufregung über den Etikettenschwindel ist enorm. Die erschreckenderen Aspekte an der Geschichte, die tatsächlich den Appetit verderben sollten, bleiben weitestgehend auf der Strecke.</strong></p>
<div id="attachment_2069" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/02/lasagne_-jules-stonesoup.jpg" rel="prettyPhoto[2068]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/02/lasagne_-jules-stonesoup-160x107.jpg" alt="Lasagne" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-2069" /></a><p class="wp-caption-text">Lasagne (Bild: jules:stonesoup)</p></div>Sind wir uns ehrlich: So gut wie jeder Bewohner einer Industrienation, der nicht aus unterschiedlichen Gründen von Geburt an vegetarisch ernährt wurde, hat irgendwann bereits Pferdefleisch zu sich genommen. Darüber hinaus hatten viele schon Esel (Salami), Kaninchen und andere drollige Tierchen auf dem Teller oder in der Semmel. Den Allermeisten schmeckt das auch ganz gut, teils gelten Fleischarten abseits der drei meistkonsumierten (Schwein, Rind, Huhn) gar als besondere Delikatesse.</p>
<p>Es ist aber bekanntlich eine &#8211; nicht ganz uninteressante &#8211; Eigenschaft der meisten Menschen, massive Unterschiede zwischen den unterschiedlichen zum Verzehr geeigneten Tieren zu machen. Rinder, Schweine und Hühner werden tonnenweise konsumiert, bei Pferdchen, Kaninchen, Kalberln oder Hunden sträuben sich die Menschen vor dem kulinarischen Genuss. Selbstverständlich gibt es eine Reihe von gut nachvollziehbaren Erklärungsmodellen für diese objektiv betrachtet eher seltsame Ambivalenz.</p>
<p>Aber das ist ein ganz anderes Thema und ich möchte an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.</p>
<p><strong>Worum geht es also tatsächlich bei dieser Farce rund um die Lasagne, deren Fleischanteil nicht dem entspricht, was auf der Verpackung deklariert wird?</strong></p>
<p><span id="more-2068"></span></p>
<p>Zum Einen wird wieder einmal augenscheinlich, wie rückenmarkgesteuert Reaktionen auf solcherlei Meldungen ablaufen. Seit einigen Tagen steht fest, dass von den betroffenen Produkten wenig bis nichts in Österreich oder Deutschland beim Einzelhandel ankam, die allgemeine Panik und Skandalrhetorik bleibt davon aber völlig unbeeindruckt. Laut aktuellem Kenntnisstand sind die betroffenen Länder auf Großbritannien, Frankreich und Schweden beschränkt.</p>
<p>Zum anderen geht es darum, dass der Hersteller der inkriminierten Ware, der britische Tiefkühlproduzent Findus, Lebensmittel aus Grundstoffen herstellt, dessen enorme Logistik- und Produktionskette er lediglich in groben Zügen überblickt. Er kauft Fleisch von einem französischen Unternehmen namens Comigel, welche wiederum von der ebenso in Frankreich beheimateten Spanghero beliefert werden, um bei der Luxemburger Tochter Tavola zu Lasagne, Burgern und dergleichen weiterverarbeitet zu werden. Ab da wird der Weg des Fleischs bereits so nebulös, dass offiziell zur Sicherheit nur noch von einem &#8220;rumänischen Zulieferer&#8221; gesprochen wird. Bezeichnend ist auch, dass Findus Anzeige &#8220;gegen Unbekannt&#8221; erstattet, was schlussendlich nur ein weiteres Indiz für den faszinierenden Umstand ist, dass tatsächlich nicht zweifelsfrei klar ist, wo das Fleisch herkommt, das in den Tiefkühlgrauslichkeiten verwurstet ist.</p>
<p>Ebenfalls bemerkenswert ist der Umstand, dass die Findus&#8217;sche Qualitätssicherung (respektive die des tatsächlichen Produzenten Comigel/Tavola) nicht einmal selbst bemerkt, was für eine Fleischsorte da verarbeitet wird (etwa durch hauseigene Stichproben, etc.). Erst routinemäßige Untersuchungen der britischen Lebensmittelaufsicht Food Standards Agency (<a href="http://www.food.gov.uk/" title="Food Standards Ageny" target="_blank">FSA</a>) brachten Licht ins Dunkel.</p>
<p><strong>Schuld sind &#8211; voilà &#8211; die Märkte! Wer sonst&#8230;?</strong></p>
<p>Wiederum aus einer anderen Perspektive betrachtet könnte man selbstverständlich schnell in ein oberflächliches Kapitalismus- oder Globalisierungsbashing verfallen. Schließlich wird eine solche Entwicklung enorm begünstigt, wenn Logistikaufwendungen adimensional billig sind, wohingegen die Herstellung von qualitativ hochwertigem Fleisch in Österreich, Deutschland oder Frankreich gar nicht erst zu wettbewerbsfähigen (Diskont-)Preisen möglich ist. Man kann also gerne &#8220;die Märkte&#8221; dafür verantwortlich machen, dass Nahrungsmittel zwar billig sind, aber in vielen Fällen erschreckend minderwertig.</p>
<p>Ich halte diese Betrachtung übrigens durchaus für korrekt, einzig die Kausalkette erscheint mir unsauber interpretiert.</p>
<p>Die Ursache liegt ja keineswegs zuletzt darin begraben, dass viel zu viele Konsumenten tatsächlich weitestgehend der Ansicht sind, dass Fleisch, das mit einem Kilopreis von 3 oder 4 Euro im Diskonterregal liegt, von Tieren stammt, die ein fröhliches Leben ohne irgendwelche Entbehrungen führen, bevor sie nach einer Ayurvedamassage sanft eingeschläfert werden und mit einem tierischem Äquivalent zum Lächeln auf den Lippen ins Jenseits gleiten, um bereitwillig als Delikatesse im Menschengedärm ihre diesseitige Erfüllung zu finden.</p>
<p>Es mag das eine oder andere Gütesiegel geben, dem man sogar halbwegs Vertrauen schenken kann, aber selbst der Aufdruck &#8220;Made in Austria&#8221; besagt beispielsweise nichts anderes, als dass lediglich 50 Prozent der Gesamtwertschöpfung eines Produkts in Österreich stattgefunden haben müssen (siehe <a href="http://www.qualityaustria.com/index.php?id=2941" title="qualityaustria.com: Nationale Gütezeichen" target="_blank">Definition bei qualityaustria.com</a>). So bleibt es an der Tagesordnung, dass rumänische Schweine von einem österreichischen Spediteur nach Polen transportiert werden, wo sie geschlachtet werden, um bei einem italienischen Tiefkühlhersteller in Schnitzerl geschnitten zu werden, die dann in Österreich mit ungarischen Eiern paniert werden, um schlussendlich mit Rot-Weiß-Rotem Mascherl beim Billiganbieter verkauft zu werden.</p>
<p><strong>Besser, als wie man denkt? Naja.</strong></p>
<p>Wenn man nicht stutzig wird, wenn Fleisch quasi um einen Apfel und ein Ei angeboten wird, dann kann nur schwer abseits von Informationsbereitstellung geholfen werden. Die Menschen haben längst das Gespür dafür verloren, was &#8220;vernünftige&#8221; Preise für bestimmte Güter sind. Und das gilt selbstverständlich nicht nur für Lebensmittel.</p>
<p>Ich erinnere mich noch sehr gut an die Dokumentation über das beinahe groteske Business des Textildiskonters Kik. Damals im Herbst 2010 gab es nach Ausstrahlung des Films große Aufruhr, wie grausam die Methoden Kiks seien und wie miserabel mit den Arbeitern umgegangen wird, die die widerlichen Fetzen herstellen, die in den versifften Kik-Filialen feilgeboten werden. Nun, sonderlich nachhaltig dürfte die Aufregung bekanntlich nicht gewesen sein, nachdem die <a href="http://tengelmann.de/unternehmen00/pressebestellservice010/handel10/geschaeftsfelderkik1010.html" title="Unternehmenszahlen Kik" target="_blank">Unternehmenszahlen von Kik</a> nach wie vor nach oben tendieren (rund 1,7 Mrd. Euro Umsatz, bald 3000 Filialen in ganz Europa). Der Mensch vergisst eben gerne schnell.</p>
<p>Viel zu vielen Menschen ist einfach nach wie vor nicht bewusst, dass beispielsweise ein T-Shirt niemals unter seriösen Bedingungen über die gesamte Produktion hinweg mit einem Endkundenpreis von unter 25 Euro über den Ladentisch gehen kann &#8211; und selbst das ist noch extrem optimistisch oder wohlwollend geschätzt. <a href="http://www.kik-textilien.at/at/" target="_blank">Bei Kik</a> kostet es irgendwo bei drei, vier oder fünf Euro.</p>
<p>Das gilt sinngemäß auch für Tiefkühlfleisch. Ein Kilogramm Faschiertes um 2 Euro ist einfach nicht drin, wenn ich faire Konditionen für alle Beteiligten möchte, mir ökologisch mehr oder weniger einwandfreie Produktion wünsche und zudem vielleicht noch Wert auf regionale Wertschöpfung lege.</p>
<p><strong>Fazit: Face it.</strong></p>
<p>Ein Unternehmen wie Findus nimmt in einer solchen Situation lediglich den Platz am Pranger ein. Der Bauer schmeißt faules Gemüse, blökt &#8220;Hängt ihn höher!&#8221; und freut sich, dass er nicht selbst wegen seiner eigenen Gier dort vorne darbt. Die Obrigkeit beobachtet belustigt, aber maximal halbherzig und nur aus der Distanz das Spektakel. Die anderen Findusse stehen währenddessen ein kleines Stück abseits und pokern darum, wer der nächste sein wird, der dem Volk als Sündenbock und zur Ablenkung von den wirklich dramatischen Dingen dargebracht wird.</p>
<p>Sollte also ein &#8220;Schuldiger&#8221; gesucht werden, würde ich mich primär an die Politik wenden, sekundär an die Glaubensgemeinschaft der orthodoxen Kapitalisten und erst tertiär an einzelne Produzenten, die letztlich nur exekutieren, was die Konsumenten mittels Kaufverhalten einfordern. An vierter, aber dennoch entscheidender Position kommt der Konsument selbst, der sich der &#8220;Geiz ist geil&#8221;-Mentalität entweder nicht entziehen kann &#8211; oder auch will.</p>
<p>Die Politik steht an erster Stelle, weil sie für wesentliche Grundvoraussetzungen verantwortlich ist: Einerseits durch die Schaffung der Möglichkeiten (und in weiterer Folge Unterlassung einer Verbesserung), dass für den Wohlstand der Industrienationen der Rest der Welt offen versklavt und systematisch ausgeraubt wird (um nicht zu sagen: werden muss), und andererseits dadurch, dass es viel zu viele Menschen in ebendiesen Industrienationen gibt, die sich aufgrund der prekären Einkommensverteilung nichts besseres leisten können als Billigfleisch und Diskontklamotten.</p>
<p>Der zweite Platz geht bewusst an &#8220;die Märkte&#8221;, da sich die relevanten Teilnehmer bewusst die katastrophalen politischen Entwicklungen zu Nutze machen und mit teils menschenverachtender Methodik den Profit erwirtschaften, den ihre &#8211; sich dieser Tatsache natürlich völlig bewussten &#8211; Shareholder erwarten.</p>
<p>Klar ist, dass die Gesamtheit der Konsumenten Änderungen herbeiführen oder gar erzwingen könnte, vorausgesetzt es gäbe &#8211; und das natürlich völlig illusorisch &#8211; so etwas wie eine Homogenität dieser Gruppe. So lange einerseits das Bewusstsein nur bei einer verschwindenden Minorität gegeben ist und andererseits die vielzitierten &#8220;99 Prozent&#8221; nicht einmal eine realistische Chance haben, einen höheren Preis für höherwertige Waren dem Kauf beim Billiganbieter vorzuziehen, wird es keine großflächige Umwälzung im Kaufverhalten geben können.</p>
<p>Aus diesem Grund kann dem überwiegenden Großteil der Menschen diese Verantwortung auch gar nicht umgehängt werden. Die Politik und &#8220;die Märkte&#8221; können sich eben dieser Verantwortung nicht legitim entziehen.</p>
<p>Win-Win-Situationen sehen anders aus.</p>
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		<title>Ein höchst dringender Aufschrei</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jan 2013 00:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein gesetzter Herr fortgeschrittenen Semesters, der eine junge Dame mit teils schlüpfrigen, teils chauvinistischen Phrasen eindeckt, überschreitet dadurch eindeutig die Grenze ihrer persönlichen Intimsphäre. Dennoch: Hätte es sich nicht zufällig um einen Prominenten deutschen Politiker und eine Journalistin des Stern gehandelt, gäbe es die Aktion #aufschrei vermutlich gar nicht. Zumindest nicht in dieser Form, in(...)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein gesetzter Herr fortgeschrittenen Semesters, der eine junge Dame mit teils schlüpfrigen, teils chauvinistischen Phrasen eindeckt, überschreitet dadurch eindeutig die Grenze ihrer persönlichen Intimsphäre. Dennoch: Hätte es sich nicht zufällig um einen Prominenten deutschen Politiker und eine Journalistin des Stern gehandelt, gäbe es die Aktion <a href="https://twitter.com/search?q=%23aufschrei&#038;src=typd" title="#aufschrei bei Twitter">#aufschrei</a> vermutlich gar nicht. Zumindest nicht in dieser Form, in dieser Intensität. Die Tatsache, dass die Diskussion rund um das Thema &#8220;Alltagssexismus&#8221; nun auch die Öffentlichkeit abseits der Social Media erreicht, ist jedoch wichtig &#8211; und höchst an der Zeit.<br />
</strong></p>
<div id="attachment_1960" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/01/munch_edvard_der_schrei.jpg" rel="prettyPhoto[1957]"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2013/01/munch_edvard_der_schrei-160x107.jpg" alt="Edvard Munch: Der Schrei" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1960" /></a><p class="wp-caption-text">Edvard Munch: Der Schrei</p></div>Viel ist in den vergangenen Tagen zum Thema Sexismus geschrieben worden. Bei Twitter, Facebook &#038; Co gehen die Wogen hoch. Mit dem Hashtag &#8220;#aufschrei&#8221; twittern Frauen (und selten auch Männer) ihre Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Thema Sexismus in all seinen teils (scheinbar) harmlosen, teils schwerwiegenden Ausformungen. Alarmierend viele Männer antworten mit Verharmlosung, Beschwichtigung oder gar bissigem Sarkasmus.</p>
<p><strong>Vorab: Sexismus und sexueller Übergriff sind verschiedene Paar Schuhe</strong></p>
<p>Eines der ersten und gravierendsten Missverständnisse kommt bei der jeweiligen Verwendung der Begriffe ans Licht. Auch wenn naturgemäß eine semantische Verwandtschaft besteht, sind Sexismus und sexuelle Belästigung nicht gleichsetzbar. In einem Fall geht es um unerwünschte Eingriffe in die intime Privatsphäre eines Menschen, im anderen um die Unausgewogenheit zwischen den Geschlechtern. In einem Fall geht es darum, die Frau in ihrer individuellen und intimen Sexualität zu missbrauchen (physisch oder verbal), im anderen um die Rolle der Frau hinsichtlich Gleichbehandlung (etwa Einkommenssituation oder Zuweisung von &#8220;typischen&#8221; Geschlechterrollen).</p>
<p><span id="more-1957"></span></p>
<p>Es fällt nicht immer leicht, diese Themen isoliert voneinander zu beleuchten, aber es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob ein Mann seiner Mitarbeiterin ungefragt &#8211; und von dieser unerwünscht &#8211; die Hand auf den Po legt oder ob sie aufgrund ihres Geschlechts weniger Gehalt bekommt. Es ist auch ein Unterschied, ob ein Mann einer Frau schlüpfrige Komplimente über ihre Brüste macht oder ob er davon ausgeht, dass sie &#8211; weil weiblichen Geschlechts &#8211; ohnehin besser im Haushalt (&#8220;hinter&#8217;m Herd&#8221;, bei den Kindern, etc.) aufgehoben wäre als im Job.</p>
<p>Im Falle des sexuellen Übergriffs ist es übrigens aus meiner Sicht absolut unerheblich, ob die Finger des Mannes tatsächlich &#8211; ohne explizite Zustimmung der Frau, wohlgemerkt &#8211; über Po, Busen, Schoss oder auch nur die Hand der Frau streichen. Das große und seit jeher gerne gepflegte bzw. sogar kalkuliert fälschlich als solches benannte Missverständnis besteht in der Ansicht, ein sexueller Übergriff fände erst statt, wenn physischer Kontakt hergestellt wird. Dies ist definitiv falsch. Ein klar zum Ausdruck gebrachter Hinweis, dass er das gerne täte (ob subtil, schlüpfrig oder gar vulgär), ist für viele Frauen bereits der sprichwörtliche Schritt zu weit. Und das völlig zu recht.</p>
<p>Die Tatsache, dass es Menschen mit unterschiedlichem Umgang mit der Thematik gibt, mildert diesen Umstand keineswegs. Bei rotem Licht über die Ampel zu fahren bleibt ein Vergehen, auch wenn man persönlich der festen Überzeugung ist, dass eine Verkehrsregelung an dieser Kreuzung vielleicht eh nicht so wichtig sei. in diesem Zusammenhang haben es originellerweise sogar die hartnäckigsten Männer verstanden, dass ein klares Signal zum Anhalten nicht individuell diskutabel ist&#8230;</p>
<p>Die Abstufungen, die es hierbei zu unterscheiden gilt, sind selbstverständlich extrem unterschiedlich und sind &#8211; auf beiden Seiten &#8211; von zahlreichen Faktoren abhängig. Erziehung, Alter, Herkunft, Erfahrungsschatz, Rahmenbedingungen im Zuge der Erziehung bzw. Sozialisierung und viele mehr sind einzubeziehen, wenn es um die Bewertung einer individuellen Situation geht. Das 15-jährige Mädchen etwa, das von einem schüchternen 16-jährigen Jungen mit hochrotem Kopf ein patschert formuliertes Kompliment über ihre attraktiven Lippen erhält, wird diese seine Herangehensweise anders bewerten (müssen) als eine Büroangestellte, die ein ebensolches Kompliment von ihrem Arbeitskollegen mit frivolem Grinsen im Gesicht präsentiert bekommt. In einem Fall mag es eine jugendliche Kontaktaufnahme sein, der man keine ausufernde Bedenklichkeit zuerkennen muss, im anderen kann es jedoch schon eine deutliche Überschreitung der Grenze der meisten Frauen bedeuten.</p>
<p>Je nach Background werden also Betroffene die Situationen differenziert betrachten. Einigen Frauen wird die Hand des Kollegen um die Taille weniger ausmachen als anderen. Einige werden dreiste Anmerkungen bezüglich ihrer körperlichen Vorzüge als Kompliment auffassen, andere als Einbruch in ihre Intimsphäre. Frauen aus Großstädten, für die Anonymität und eine mehr oder weniger geschützte persönliche Sphäre eine Selbstverständlichkeit darstellen, werden die joviale Bemerkung über das &#8220;gebärfähige Becken&#8221; anders bewerten als Frauen in ländlichen Bereichen, in denen das tradierte Rollenbild der Frauen noch &#8211; aus meiner Sicht, wohlgemerkt &#8211; dringend korrekturbedürftig ist.</p>
<p>Sicherlich gibt es Menschen, die gerne &#8220;mit dem Feuer spielen&#8221;. Es gibt Frauen, die es durchaus schätzen, direkt auf ihre knackigen Brüste oder andere physische Gegebenheiten angesprochen zu werden, die auch einen Klaps auf den Hintern durchaus tolerieren, laszive Blicke von Männern wohlwollend als Kompliment betrachten und die möglicherweise auch schnellem, anonymem Sex etwas abgewinnen können. Es darf jedoch getrost davon ausgegangen werden, dass solche Frauen eine Minderheit darstellen. In der Pornographie mag der Eindruck erweckt werden, jede Frau stehe quasi jederzeit zur Befriedigung männlicher Lust zur Verfügung, aber der Unterschied zwischen Realität und Fiktion sollte in dieser Hinsicht eigentlich ausreichend fest in den Köpfen verankert sein. Es geht schließlich auch kein geistig halbwegs gesunder Mensch davon aus, es gäbe Vampire, auch wenn es noch so viele Geschichten und Filme darüber gibt.</p>
<p>Der Vollständigkeit halber muss man selbstverständlich hinzufügen, dass Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung kein ausschließlich von Männern ausgehendes Problem sind. In seltenen Fällen gibt es auch Frauen, die Männer unsittlich ansprechen bzw. unerwünschte sexuelle Handlungen erzwingen. Es ist jedoch ein recht klarer Überhang in die Gegenrichtung manifest, den kein mündiger Erwachsener reinen Gewissens negieren kann.</p>
<p><strong>And now to something &#8211; more or less &#8211; completely different</strong></p>
<p>Sexismus ist im Gegensatz zum vorigen Abschnitt nicht mit Sexualität, also körperlicher Annäherung zu verwechseln. Sexismus ist eine im Unterschied des Geschlechts begründete unterschiedliche Behandlung von Frauen und Männern. Hier geht es nicht um unkontrollierte Hände oder laszive Blicke, sondern um Rollenbilder, in denen Frauen und Männern bestimmte Eigenschaften zugewiesen werden, die im etsprechenden Zusammenhang keinerlei Bedeutung haben. Etwa wenn es darum geht, einer Sekretärin weniger Gehalt zu bezahlen als einem Sekretär, die jedoch beide exakt denselben Job mit exakt derselben Qualifikation zur exakt selben Zufriedenheit des Arbeitgebers absolvieren. Das Verfassen von Protokollen, die korrekte Durchführung der Buchhaltung, erfolgreiche Verkaufsabschlüsse oder auch das Führen eines Unternehmens sind gänzlich unbeeindruckt davon, ob ein Mensch eine Gebärmutter hat oder nicht. Das Kassieren im Supermarkt, das Lehren an einer Universität oder das Schreiben eines Romans hängen nicht davon ab, ob der jeweils daran arbeitende Mensch einen Penis hat oder nicht.</p>
<p>Sexismus ist somit gar nicht so weit vom Rassismus entfernt, wie Viele behaupten. In einem Fall ist das Geschlecht ausschlaggebend für eine Schlechterstellung, im anderen oft bereits ein im jeweiligen Land unübliche Name. Sowohl das Geschlecht als auch der Name sagen bekanntlich gleichermaßen nichts über Motivation, Qualifikation oder individuelle Eigenschaften aus, werden aber dessen ungeachtet &#8211; bewusst oder unbewusst &#8211; mit absurd hoher Relevanz als Kriterium zur Entscheidungsfindung herangezogen.</p>
<p>In aller Regel wird ins Feld geführt, dass Frauen aufgrund ihrer biologischen Natur als potenzielle oder angehende Mutter stets ein Risikofaktor seien, da sie ja quasi jederzeit &#8220;ausfallen&#8221; könnten. Dies mag zwar teilweise &#8220;technisch korrekt&#8221; sein, der Umgang damit ist aber dennoch nichts anderes als asozial und antiquiert. Einerseits deshalb, weil auch einem Mann jederzeit aufgrund einer Vaterschaft eine Karenz zusteht (und diese auch langsam vermehrt in Anspruch genommen wird), aber andererseits natürlich auch deshalb, weil keinesfalls jede Frau zwingend das Bedrüfnis haben muss, sich zu reproduzieren.</p>
<p>Die grundsätzliche Annahme, eine Frau müsse zweifelsohne Kinder haben wollen, so sie nicht bereits die Menopause hinter sich hat, ist faktisch gleichzusetzen mit der ebenso keinesfalls allgemein gültigen Annahme, ein Mensch mit dem Nachnamen Öztürk müsse zwingend mehrmals täglich ein Gebet verrichten. Ebenso wie der Name Öztürk auch von Atheisten, Griechisch Orthodoxen oder Buddhisten getragen werden kann, kann eine Frau aus unterschiedlichsten Gründen entschieden haben, keine Kinder gebären zu wollen.</p>
<p>Selbstverständlich kann man von gewissen Wahrscheinlichkeiten oder Statistiken ausgehen, die einen Ausschlag in die eine oder andere Richtung geben mögen, aber hier gilt der schöne Satz &#8220;Eine Statistik kann keine Aussage über den Einzelfall treffen&#8221;.</p>
<p><strong>Im Normalfall ist der Einzelfall kein Ausnahmefall</strong></p>
<p>Vieles kann man aus der #aufschrei-Aktion mitnehmen, manches muss, einiges sollte auch weiterhin thematisiert werden. Ein wichtiger Punkt ist der, dass auch der breiten Öffentlichkeit klar werden muss, dass die Zeit reif ist. Reif für eine letztlich unvermeidbare Richtigstellung in der Betrachtung der Geschlechterrollen &#8211; abseits der Biologie. Kein vernünftiger Mensch wird jemals auf die Idee kommen, Frauen und Männen völlig gleich &#8220;zu machen&#8221;. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Verhaltensmuster, eine Reihe unterschiedlicher physischer Eigenheiten und eine Reihe psychologischer. Sie alle sind zu bedenken, wenn man sich des Themas Sexismus annimmt.</p>
<p>Aus all diesen Unterschieden ist aber keinesfalls eine Legitimaton ableitbar, auf der aufbauend weniger Gehalt bezahlt werden muss, auf Basis derer eine Frau einen Job nicht bekommt, für den sie bestens qualifiziert ist, oder sie von vorn herein ausschließlich darauf vorbereitet wird, außer dem fruchtbringenden Einsatz ihrer Gebärmutter wenig zur gesellschaftlichen Prosperität beizutragen.</p>
<p><strong>Irren ist männlich</strong></p>
<p>Was mich im Übrigen primär zu diesem Blogposting animierte, war der Umgang von zahlreichen Männern mit dem #aufschrei, der nun die Runde macht. Zahlreiche Menschen, die in der Regel sehr zeitgemäße und &#8220;politisch korrekte&#8221; Denkweisen pflegen, setzen bei dem Thema regelrecht aus. Da wird verharmlost, heruntergespielt, Frauen werden als übertrieben prüde oder frigide dargestellt und Handlungen relativiert. Die Mädels sollen sich nicht so anstellen und ein besoffener alter Mann, der einer Frau die Hand küsst, sei einfach schrullig und man solle darüber nicht rummosern.</p>
<p>Dass es einen Haufen Männer gibt, die die Thematik lediglich aufgreifen, um überschaubar originelle Witzchen à la &#8220;Meine Frau würde auch zu #aufschrei posten, gäbe es in der Küche WLAN&#8221;, verwundert wenig, auch wenn es zuweilen schmerzt, dass sich darunter zahlreiche Protagonisten finden, deren grundlegenden Denkweisen, Ansichten und Einstellungen sich häufig mit den meinen überschneiden.</p>
<p>Es erinnert zuweilen an die stetig wiederkehrenden Streitereien rund um Rauchverbote. Auch dabei zeigen selbst hoch intelligente und belesene Mitmenschen absurdeste Verhaltensweisen und protestieren heftig. Nichtraucher haben sich gefälligst andere Lokale zu suchen, wenn sie den Qualm nicht einatmen wollen. Man wolle sich nicht in seiner persönlichen Freiheit einschränken lassen und es sei ja ohnehin alles reine Hysterie pathologischer Gesundheitsfanatiker. Analog bei Diskussion rund um Verkehrsregulierungen in Innenstädten, bei denen sich Menschen als Autonarren outen, die in einem Parkplatz und uneingeschränktem Indidualverkehr ein grundlegendes und unantastbares Menschenrecht sehen.</p>
<p><strong>Es warat an der Zeit&#8230;<br />
</strong><br />
Ich persönlich fände es großartig, wenn die Probleme Alltagssexismus und alltägliche sexuelle Grenzüberschreitungen langsam ihren Weg in einen umfassenden Dialog fänden und immer weniger davon in der Dunkelheit der Verschwiegenheit, der Scham und juristischen Graubereichen verborgen bliebe, was endlich ins Licht der öffentlichen Wahrnehmung rücken muss.</p>
<p>Die Aktion #aufschrei zeigt aber vor allem eines: Wir sind noch äußerst weit davon entfernt, Tabus aufzubrechen, Geschlechterrollen im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen oder gar einen konstruktiven Dialog zu führen.</p>
<p>Ich hoffe sehr, dass sich die unzähligen Mädchen und Frauen, die in den vergangenen Tagen mit ihren teils harmloseren, teils schwerwiegenderen Erlebnissen aus dem Schatten traten, auch weiterhin aufschreien, wenn es darum geht, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Raus aus der Opferrolle, raus aus der Defensive. Kein stilles Erdulden mehr von Dingen, die nicht duldbar sind.</p>
<p>Viel zu lange konnten Arbeitskollegen im Job davon ausgehen, dass die junge Kollegin schon keinem was sagen wird, wenn er ihr schon das dritte Mal zufällig und unabsichtlich im Kopierkammerl mit dem Ellenbogen über die Brust streift. Hoppala! &#8220;Hab&#8217; Dich nicht so, der meint das doch nicht böse&#8230;&#8221;</p>
<p>Viel zu lange waren die netten Onkels von nebenan auf der sicheren Seite, wenn sie der heranwachsenden Nachbarstochter auch mit deren 16 Jahren noch hämisch grinsend über den Hintern streicheln. &#8220;Jo mei, das macht er ja schon seit Du ein kleines Kind warst&#8230;&#8221;.</p>
<p>Viel zu lange konnte man Mädchen und Frauen unbekümmert Frigidität und Prüderie an den Kopf werfen, nur weil sie nicht beim ersten Anmachversuch sofort und bereitwillig ihren Körper zur Verfügung stellen. &#8220;Na komm&#8217; schon, Du willst es doch auch, Du weißt es nur noch nicht&#8230;&#8221;</p>
<p>Viel zu lange &#8220;Selbst schuld, wenn Dich die Männer nur als schmückendes Beiwerk zu Deiner Vagina betrachten. Hättest halt keinen Minirock angezogen&#8230;&#8221;</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Beim Thema Sexismus geht es unterm Strich &#8211; wie bei so vielen anderen zwischenmenschlichen Problemen &#8211; ganz wesentlich um Respekt. Wenn Menschen einander respektieren, haben Benachteiligung aufgrund des Geschlechts, der Herkunft oder anderer irrelevanter Kriterien kein solides Fundament mehr.</p>
<p>Ich persönlich wäre froh zu derjenigen Generation zu gehören, die diese Probleme endlich &#8211; zumindest weitestgehend &#8211; aus der Welt schafft&#8230;</p>
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