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	<title>Nox Vobiscum! » Roland B. Seper</title>
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		<title>Epic video is epic</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 09:51:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich gehe ja sonst vergleichsweise sparsam mit dem Begriff &#8220;epic&#8221; um, aber bei diesem Video passt&#8217;s einfach. Enjoy!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gehe ja sonst vergleichsweise sparsam mit dem Begriff &#8220;epic&#8221; um, aber bei diesem Video passt&#8217;s einfach. Enjoy!</p>
<div style="margin:25px auto;width:590px;height:300px;"><iframe width="590" height="300" src="http://www.youtube.com/embed/EEu42L0ufBY" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></div>
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		<title>iKid</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 08:45:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tech]]></category>
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		<description><![CDATA[Als ich damals einige Monate nach dem Launch ein iPhone ausprobierte und mich in weiterer Folge recht rasch mit dem Ding anfreundete, ahnte ich noch nicht, dass ich meinem Sohnemann eine mindestens ebenso große Freude damit machte wie mir selbst. &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/12/ikid/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als ich damals einige Monate nach dem Launch ein iPhone ausprobierte und mich in weiterer Folge recht rasch mit dem Ding anfreundete, ahnte ich noch nicht, dass ich meinem Sohnemann eine mindestens ebenso große Freude damit machte wie mir selbst.</strong></p>
<p><div id="attachment_1680" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/12/shs_nightpics001.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/12/shs_nightpics001-160x50.jpg" alt="Ein kleiner Auszug aus der Bildergalerie von Sebastian Hagens nächtlicher Fotosession" title="Sebastian nächtliche Fotosession (Auszug)" width="160" height="50" class="size-medium wp-image-1680" /></a><p class="wp-caption-text">Sebastians nächtliche Fotosession (Auszug)</p></div>Man kann Apple im Hinblick auf das iPhone ja vieles vorwerfen, wenn man das gerne möchte. User-Bevormundung, iTunes-Sklaverei, unterdurchschnittlicher Funktionsumfang und so manches mehr. Aber an der Benutzerführung scheitert bekanntlich der versammelte Mitbewerb. Der Beleg für diese Beurteilung: Mein heute Dreieinhalbjähriger, der seit bald 18 Monaten ohne jegliche Anleitung, dafür aber völlig problemlos das iPhone bedient.</p>
<p>Die originellen und teils peinlichen Situationen, die seither durch seine enorm ausgeprägte Affinität zu meinem Mobiltelefon entstanden sind, spannen einen weiten Bogen: Da gibt es Highscores in Games, die plötzlich vom Spieler asdjhghgggggh gehalten werden, hunderte Zeilen lange Notes und dazu ominöse Tweets, die über meine Twitter-Accounts geschickt wurden. Böse Zungen könnten behaupten, dies seien meine Besten gewesen, aber darauf wollen wir an dieser Stelle nicht näher eingehen. Nicht nur einmal wurden wir auch zu bester Schlafenszeit von lautem Gehupe geweckt, das das Ende des Countdowns in die Nacht trötete, welchen der Lausbub Stunden vorher unbemerkt gestartet hatte.</p>
<p><strong>Midnight Sessions</strong></p>
<p>So schnell werde ich auch die Nächte nicht vergessen, in denen ich &#8211; Stunden vor dem geplanten Wecktermin &#8211; von einem fröhlich plapperndem Sohnemann geweckt wurde. Nichts Außergewöhnliches, sollte man meinen? Nun, dies hätte ich auf den ersten Blick auch behauptet. Erwähnenswert wird die Geschichte ja vornehmlich deshalb, weil Sebastian keineswegs mit mir oder meiner adorierten Allerholdesten plauderte, sondern &#8211; mit den jüngsten Einträgen der recent calls-Liste. An einem Morgen musste um rund 05:00 mein Kollege und Chef dran glauben, an einem anderen um ca. 03:00 einer meiner Entwickler (wenngleich ich letzterem durchaus zutraue, dass er um diese Zeit sowieso noch vor&#8217;m Rechner saß). Beiden kann man übrigens keineswegs mangelnde Kommunikationsbereitschaft attestieren, immerhin sah&#8217; ich im Nachhinein, dass sie jeweils rund fünf Minuten mit dem Sohnemann telefoniert hatten.</p>
<p>Das jüngste Erlebnis im Zusammenhang dem dem künftigen Apple Fanboy liegt erst wenige Tage zurück. Man könnte ja meinen, ich wäre so etwas wie lernfähig, was das Liegenlassen des iPhones betrifft, aber in seiner Funktion als Wecker sollte es nachts aus nachvollziehbaren Gründen in der Nähe sein. &#8220;In der Nähe&#8221; impliziert jedoch auch eine Zugriffsmöglichkeit durch den Sohnemann&#8230;</p>
<p>Das Ergebnis: In den maximal 20 Minuten, in denen er das Telefon in der Hand hatte, tauchte er hingebungsvoll in die Welt der Fotografie ein und versank in selbiger scheinbar so tief, dass in dieser kurzen Zeit mehr als 200 Fotos schoss. Dazu noch eine Handvoll teils mehrminütiger Videos, deren Soundtrack zwar lediglich aus Atmengeräuschen und Bettwäscheknistern bestand, die zwar immerhin den Anblick des schlafenden Papa aussparten, dafür den grinsenden Lausbuben dank aktivierter Cam auf der Vorderseite umso prominenter in Szene setzen.</p>
<p>Nachdem bekanntlich in den nächsten paar Jahren Geräte mit Touch-Display in de facto jedem erdenklichen Lebensbereich ihren festen Platz finden werden, habe ich &#8211; nicht nur &#8211; aus diesem Grund mein weitestgehend funktionierendes iPhone 3G als &#8220;sein Ieh-Fofon&#8221; (O-Ton) reaktiviert. Die Bilanz nach wenigen Wochen des Power-Duos Sebastian &#038; &#8220;sein&#8221; iPhone: Weit über 1000 Fotos, ein Haufen Filmchen und &#8211; einige Highscores.</p>
<p><em>Dies hier gibt&#8217;s auch bei <a href="http://ultimatemoms.at/2011/12/12/ikid/" title="iKid @ ultimatemoms.at" target="_blank">ultimatemoms.at</a></em></p>
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		<title>Marktkonforme Demokratie</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 22:50:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist nun wirklich höchste Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen: Die Aufgabe der Politik ist längst nicht mehr, eine optimale Führung, Verwaltung und Organisation des Landes sicher zu stellen, sondern so zu agieren, dass sich &#8220;die Märkte&#8221; nicht &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/11/marktkonforme-demokratie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist nun wirklich höchste Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen: Die Aufgabe der Politik ist längst nicht mehr, eine optimale Führung, Verwaltung und Organisation des Landes sicher zu stellen, sondern so zu agieren, dass sich &#8220;die Märkte&#8221; nicht wie unsittlich berührt abwenden. Das Ziel: die marktkonforme Demokratie ohne störendes soziales Beiwerk. Das ist nicht leicht, da ja &#8220;die Märkte&#8221; bekanntlich so ungern preisgeben, was sie eigentlich wollen. Gach pass&#8217;ma nicht auf, sind&#8217;s auch schon weg. Der Herr Spindelegger bringt es im ZIB2-Interview von Armin Wolf sinngemäß auf den Punkt: &#8220;Wir müssen handeln, wie es die Märkte diktieren.&#8221;</strong></p>
<p><div id="attachment_1648" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/11/spindelegger_zib2_tvthek.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/11/spindelegger_zib2_tvthek-160x107.jpg" alt="Außenminister und Vizekanzler Michael Spindelegger in der ZIB2" title="Spindelegger in der ZIB2" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1648" /></a><p class="wp-caption-text">AM &#038; VK Michael Spindelegger in der ZIB2 im Armin Wolf-Interview</p></div>Es ist wirklich faszinierend, dass es kaum noch Interviews oder Wortmeldungen von Spitzenpolitikern aus Österreich, anderen EU-Staaten oder auch darüber hinaus zu hören gibt, in denen &#8220;die Märkte&#8221; (alternativ: die Ratingagenturen) nicht eine tragende Rolle einnehmen. Keine Ausnahme dieser Entwicklung zu sein bewies gestern Vizekanzler und Aussenminister Michael Spindelegger <a href="http://www.tvthek.orf.at/topics/Euro-Bonds/3245961-ZIB-2/segments/3246053-Gespraech-mit-Vizekanzler-Spindelegger">» im Interview mit Armin Wolf in der ZIB2</a>. Wenn man sich die Wortmeldungen dieses Herren mit ein wenig Verstand anhört, glaubt man bei so manchen Bonmots tatsächlich, seinen Ohren nicht trauen zu dürfen. Was hier gesagt wird &#8211; und demnach als Parteilinie der begrüßenswerterweise immer schneller schrumpfenden Ex-Großpartei ÖVP zu betrachten sein dürfte &#8211; ist eigentlich irgendwo zwischen untrag- und unfassbar.</p>
<p>Als roter Faden zieht sich natürlich auch hier die schier bedingungslose Hörigkeit gegenüber den internationalen Finanzmärkten durch. Jede Idee, jede gefundene Lösung, ja beinahe jedes Wort scheint sich deren prüfendem Blick unterwerfen zu müssen. Es geht nicht mehr um Wähler, die Steuerzahler oder gar &#8211; mon Dieu! &#8211; die Menschen, sondern um die Befindlichkeit irgendwelcher anonymen Kapitalmarktmechanismen, die dann im Falle einer &#8220;guten&#8221; Maßnahme wohlwollend nicken und das Geld (für neue Schulden) wieder ein bissi billiger ausspucken. Die logische Vereinbarkeit der beiden anvisierten Ziele, nämlich dass man einerseits über strukturelle Reformen die Neuverschuldung mittelfristig verhindern wolle, aber zeitgleich das billige Ausleihen von Kapital über die Märkte langfristig sicherstellen müsse, erschließt sich mir noch nicht ganz. Naja, Polemik. Stattgegeben.</p>
<p><strong>Liebe Märkte, wir haben die Botschaft verstanden!</strong></p>
<p>Einer der aus meiner Sicht bedeutendsten Abschnitte in diesem Interview: &#8220;Kurzfristig müssen wir das, was die Kapitalmärkte uns ständig zeigen, eben auch in unsere Handlungen mit aufnehmen, das heißt wir in Österreich müssen zeigen &#8230; &#8216;Wir haben die Botschaft verstanden&#8217; &#8230; und werden dadurch auch ein besserer Schuldner für den Kapitalmarkt&#8221;. Kurz darauf die (rhetorische) Frage samt Antwort: &#8220;Aber was sind Signale für den Kapitalmarkt? Dass es Veränderung gibt, dass wir genau wissen, wo wir ansetzen müssen. Das wird genau beurteilt, da bin ich überzeugt, das wird &#8230; eine positive Wirkung für den Kapitalmarkt, für Österreich haben.&#8221; Die Punkte dazwischen ergeben sich großteils aus Oppositionsbashing, weil die sich ja bekanntlich noch mit einer Zustimmung zur so genannten Schuldenbremse ziert.</p>
<p>Angesprochen auf den &#8220;Klassenkampf-Sager&#8221; von Ministerin und Fraktionskollegin(!) Mikl-Leitner (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=mOxmNbW6y4M" title="Mikl-Leitner "Her mit dem Zaster, her mit da Marie"" target="_blank">» Video &#8220;Her mit dem Zaster, her mit da Marie&#8217;&#8221;</a>) kommt als Antwort sinngemäß, dass zwar (Währungs-)Spekulanten eh ein bissi böse seien, aber dass dies ja nur ein Teilbereich sei, wo &#8220;wir auch vielleicht ansetzen, um ein anderes Verhalten zu bewirken.&#8221; &#8211; und sofort der Themenwechsel hin zu den strukturellen Problemen in unserem Land inklusive .</p>
<p>Als dann gegen Ende des Interviews die Frage kommt, ob denn irgendwann der Spitzensteuersatz für Einkommen über 300.000€ auf 55% (von dzt. 50%) angehoben werden könnte, beginnt Spindelegger erwartungsgemäß die stets gleiche Litanei, dass eine Budgetkonsolidierung selbstverständlich ausschließlich ausgabenseitig, niemals aber einnahmenseitig erzielbar sei: &#8220;Das Land Österreich hat nicht ein Problem, dass es zu wenig einnimmt, sondern dass es zu viel ausgibt.&#8221; Nachsatz: &#8220;Und das schon über Jahre.&#8221; Das darf man sich an dieser Stelle durchaus auf der Zunge zergehen lassen.</p>
<p>Ich wollte das eigentlich selbst nie wirklich als Argument vorbringen, aber an dieser Stelle ist der Hinweis doch nötig: Ihr, liebe ÖVP, seid diejenigen, die seit bald einem Vierteljahrhundert dieses Land regieren! Es sind nicht irgendwelche artifiziellen Märkte und auch keine anderen Parteien, deren mühsamen Nachlass Ihr &#8211; dem Kinde der Jungfrau gleich &#8211; im Schweiße Eures Angesichtes bewältigen müsst! Seit 1987 seid Ihr massgeblich mit Regierungsagenden in diesem Land betraut und in mehreren Kabinetten gar in den Ressorts Wirtschaft und Finanzen mit den relevanten Ministerämtern ausgestattet. In all den Jahren gab es keinerlei Strukturreform im Bereich der sündteuren Länder, die in nahezu jeder Hinsicht als reiner Luxus zu betrachten sind, in denen jedoch Eure Bonzen (wie auch die der Anderen, so viel Zeit muss sein) wie die Maden im Speck hocken und Euch zudem die Personalia an der Parteispitze diktieren). Es gab auch keine nennenswerte &#8211; oder besser: nachhaltige Reform im Gesundheits- bzw. Pflegewesen, die Pensionssysteme zerbröseln vor Euren Augen und so weiter. Die Liste ist freilich lang und Ihr kennt sie ja ohnedies gut genug. Hört doch bitte einfach mit diesem scheinheiligen Getue auf, die vergangenen Kabinette hätten alles kaputt gemacht und Ihr wärt jetzt lediglich die Opfer der daraus resultierenden Misere.</p>
<p>Immerhin schließt der Vizekanzler mit den salbungsvollen Worten, dass es &#8220;mit ihm&#8221; keine Mehrbelastungen gäbe. Nein, doch nicht: &#8220;Am Ende des Tages wird jeder in Österreich seinen Beitrag leisten. Da wird niemand auskommen.&#8221; Die Befürchtung habe ich übrigens auch.</p>
<p>Lieber Herr Spindelegger!<br />
Wenn Sie tatsächlich all die Signale der Märkte so gut zu deuten wissen und wirklich gerne ein starkes ebensolches zurücksenden wollen, dann machen Sie es doch bitte laut und deutlich, am besten genau so wie die Herren Berlusconi und Papandreou &#8211; und nehmen sie bei der Gelegenheit bitte auch gleich den Herrn Faymann (mitsamt dem höchst entbehrlichen Failmann) gleich mit&#8230;</p>
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		<title>Schulden? Eine Frage der Perspektive.</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 11:25:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
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		<description><![CDATA[Ehrlich gesagt kann ich es nicht mehr hören, das Einerlei von Krise, Schulden und verwandten Katastrophen. So als ob die derzeit so herrlich hochstilisierte Dauerkrise allein durch das (ausufernde) Aufnehmen von Staatsschulden verursacht worden wäre. Ich sehe ja selbstverständlich ein, &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/11/schulden-eine-frage-der-perspektive/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ehrlich gesagt kann ich es nicht mehr hören, das Einerlei von Krise, Schulden und verwandten Katastrophen. So als ob die derzeit so herrlich hochstilisierte Dauerkrise allein durch das (ausufernde) Aufnehmen von Staatsschulden verursacht worden wäre. Ich sehe ja selbstverständlich ein, dass es auf lange Sicht nicht zielführend sein kann, Wohlstand, soziale Systeme und ganze Staatengefüge ausschließlich auf Pump aufzubauen. Das zu negieren wäre naiv und kurzsichtig. Aber wenn man einmal ernsthaft darüber nachdenkt und seine Gedanken ein wenig kreisen lässt, fallen rasch ein paar Dinge auf, die &#8211; abseits kleinkarierten politischen Dünkels &#8211; ausnehmend sauer aufstoßen könnten. Und sollten.</strong></p>
<p>Die ganze Welt spricht zur Zeit von &#8220;der Krise&#8221;, von Staatsschulden und einer global darniederliegenden Wirtschaft. Je nach politischer Herkunft sind entweder die nationalen Führungsregime dafür verantwortlich, die viel zu lange Geld für ihre Staatshaushalte ausgegeben haben (etwa für Bildung, Medizin, Altenversorgung), das sie nicht hatten oder die bösen zügellosen (Finanz-)Märkte, die mangels Regulierung durch die Gesetzgebung asoziales und menschenverachtendes Geldscheffeln für eine kleine Handvoll Privilegierter ermöglichen.</p>
<p>Läge eine klare Antwort auf der Hand, gäbe es vermutlich längst eine Lösung und endlich ein Ende dieser unsäglichen Zeit der Missgunst, Verunsicherung und gesellschaftlicher Zerrissenheit.</p>
<p>Was jedoch aus meiner Sicht immer wieder auffällt, ist der Umstand, dass all den Meldungen über Ramsch-Ratings, drohende Staatsbankrotte, Sparbudgets und Misswirtschaft stets nahezu ebenso reichlich Nachrichten gegenüberstehen, dass &#8211; selbst in Phasen miserabler ökonomischer Rahmenbedingungen &#8211; teils unfassbare Summen von Einzelpersonen und Unternehmen verdient werden, die das mögliche Einsparungspotenzial nationalstaatlicher Sparpakete vor Neid erblassen lassen. Der Eindruck, es wäre schlichtweg kein Geld (etwa für ausgewogene soziale Systeme) vorhanden, ist demnach grundfalsch. Es befindet sich lediglich nicht dort, wo es &#8211; meines Erachtens(!) &#8211; hingehört.</p>
<p>Anders formuliert: Jedem Aussenstand steht eine Forderung gegenüber, die dem Ausmaß der Schulden entspricht. Problematisch wird dieser zunächst sehr nüchterne Umstand dadurch, dass die großen Gläubiger extrem wenige Einzelpersonen oder Banken sind, während diejenigen, die die Bezahlung der Schuld (bzw. davor die der anfallenden Zinsen) zu erwirtschaften haben, sehr Viele sind. Die Schulden teilen sich somit auf sämtliche Schichten auf, während die Guthaben bei Einzelnen liegen. Das Kapital wird also von der breiten Masse der Steuerzahler, die neben der Abfuhr der Steuer noch mittels Konsum ihr Geld auf direktem Wege in die (Real-)Wirtschaft zurückfließen lassen, zu einigen Wenigen hin verschoben, die der Wirtschaft das Geld entziehen, da dieses sofort (so es nicht inaktiviert, also in dubiosen Stiftungskonstrukten stillgelegt wird) einem &#8220;reinen&#8221; Geldmarkt zugeführt wird, wo es als Ressource per se gehandelt wird, aber nicht mehr zu Unternehmen oder gar den Menschen zurückkommt. Zu diesem letzten Punkt gibt&#8217;s eine sehr schöne Visualisierung: <a href="http://www.pic-upload.de/view-11862808/Geldtagesumsatz-weltweit.jpg.html" target="_blank">&raquo; Der weltweite Geldhandelsumsatz im Jahre 2007</a>. &#8220;Die Reichen&#8221; horten immer mehr Kapital, &#8220;die Armen&#8221; nehmen an Anzahl zu, besitzen dafür aber umso weniger.</p>
<p>Selbstverständlich kann die Lösung nicht sein, das Kapital von Vermögenden zu nehmen und an Bedürftige zu geben. Es liegt zwar auf der Hand, größere Teile des erwirtschafteten Reichtums an diejenigen zu verteilen, die einen Gutteil ihres Lebens durch ihre Arbeitsleistung zum Aufbau ebendieses Reichtums leisten, &#8220;Gerechtigkeit&#8221; im Sinne von &#8220;juristisch korrekt&#8221; entsteht dadurch jedoch nur mit einem sehr fest zugedrückten Auge. Schließlich wird einer Seite etwas weggenommen, was diese auf legalem (im Gegensatz zu legitimem!) Wege erwirtschaftet hat. Dies gilt selbst dann, wenn dieser Erwirtschaftung keine nennenswerte Eigenleistung der jeweiligen Inhaber zugrunde liegt (also der überwiegenden Majorität der überdurchschnittlichen Vermögensbesitzer), etwa wenn das Vermögen ausschließlich auf Erbschaft oder Spekulationsglück basiert.</p>
<p>Aber auch, wenn diese &#8220;Enteignung&#8221; auf den ersten Blick nicht legitim ist bzw. scheint, muss man darüber nachdenken, wie es sein kann, dass einige Wenige so viel Geld horten (und somit der Wirtschaft entziehen), das sie auf Generationen hinweg unmöglich ausgeben können, wohingegen zahllose Menschen dieser unausgewogenen Verteilung buchstäblich zum Opfer fallen. Sei es durch Hunger in Entwicklungsstaaten, deren Rohstoffe durch &#8220;uns&#8221; verschwendet werden, ohne entsprechende Gegenleistung zurückfließen zu lassen, durch Krankheiten, die theoretisch längst (wenn auch kostenintensiv) therapierbar sind oder was auch immer.</p>
<p><strong>Der große Irrtum, der gar keiner ist</strong></p>
<p>Solange also dem Weltbild konservativer(?) Kreise der epochale Irrtum zugrunde liegt &#8211; der im Grunde ja nicht einmal ein solcher ist, da diese Sichtweise zumeist wider besseren Wissens vorherrscht -, der Reichtum des vielzitierten &#8220;1%&#8221; begründe sich vornehmlich auf &#8220;Leistung&#8221; und erfolgreiches und faires Wirtschaften, wird sich in den Köpfen der &#8220;Opfer&#8221; dieses Denkens sowieso keine Form der Umverteilung als legitim anfühlen. Die Menschen in den so genannten &#8220;entwickelten Regionen&#8221; haben sich viel zu lange unwidersprochen daran gewöhnen können (ja beinahe müssen), dass ihr Wohlstand, der in vielen Jahrzehnten des kontinuierlichen und lediglich phasenweise kurzfristig gedämmten Aufschwungs aufgebaut wurde, auf Raubtum und Sklaverei basiert. Diesen Umstand kann man gerne ausblenden, aber niemals wegdiskutieren. Mann kann ihn ignorieren, aber er bleibt unwidersprochenes Faktum, das keineswegs durch eine rosarote (oder grüne) Brille erst als solches künstlich herbeigewettert werden muss.</p>
<p>So stehen wir nun also vor der Situation, in der ganze Volkswirtschaften vor den Ratingagenturen zittern, die bewerten, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Ausfall der Rückzahlung geliehenen Geldes eintreten könnte. So werden Nationen auf das so genannte &#8220;Ramsch-Niveau&#8221; herabgestuft und somit kundgetan, dass diese Staaten nicht in der Lage sind, die anfallenden Zinsen für ihre Schulden (geschweige denn Kapital selbst) zurückzuzahlen. Die Folgen sind jedenfalls desaströs für die betroffenen Staatshaushalte: Neue Kredite werden verteuert, die Gläubiger (in aller Regel Banken) bekommen höhere Zinsen für das verliehene Geld und Investoren spekulieren (&#8220;wetten&#8221;) auf den Zahlungsausfall, was die Situation weiter verschärft.</p>
<blockquote><p>Man darf in einem Nebensatz übrigens durchaus erwähnen, dass etwa Griechenland bis dato alle Raten und ausständigen Zahlungen begleichen konnte. Zwar nicht aus eigener Kraft, aber durch Unterstützung der EU-Partner wurden Ausfälle verhindert, was die Bewertung der Ratingagenturen sozusagen falsifiziert. Der Umstand, dass andere für die Zahlungen einspringen, war im Falle Griechenlands und der Europäischen Union durchaus zu erwarten, wurde aber in die Bewertung nicht entsprechend aufgenommen. Dennoch bleibt das miserable Rating bestehen. Im Gegenzug hatten die Lehman Brothers bis zur Meldung im Oktober 2008, dass sie Chapter-11 anmelden (müssen) ein Top-Rating. Auch andere große Namen der Börsenskandalgeschichte, etwa Enron oder WorldCom genossen bis zuletzt hervorragende Bewertungen. Selbst die USA, die mit zunehmender Regelmäßigkeit vor der Zahlungsunfähigkeit stehen und lediglich durch jweils kurzfristige politische Winkelzüge in der Lage bleiben, ihre Gläubiger zu bedienen, sind nach wie vor stolz auf ihr Triple-A (nur Standard &#038; Poor&#8217;s vergibt das unwesentlich schwächere AA+). Aber mehr will ich zu Ratingagenturen und ihrem dubiosen Gewerbe gar nicht sagen.
</p></blockquote>
<p><strong>Qui bono?</strong></p>
<p>Dass von solchen Entwicklungen einige wenige Institutionen und Personen profitieren, kann einem das sprichwörtliche G&#8217;impfte aufgehen lassen. Es dreht sich zur Zeit eine gigantische Umverteilungsmaschinerie, die das Geld von unten nach oben pumpt. Unaufhörlich und unaufhaltsam.</p>
<p>Sollten nämlich einzelne Banken, Unternehmen oder ganze Staaten tatsächlich in die Insolvenz getrieben werden (ob nun aus eigener Schuld oder aufgrund von Spekulationsgeschäften Dritter), wird von der Allgemeinheit, den Steuerzahlern, eine Rettung der Banken vorgenommen, die zuvor in ebendiese riskanten Geschäfte investiert haben. Es haften also Alle für die Verfehlungen einzelner Weniger, die jedoch an dem entstandenen Schaden auch noch verdienen. Weitere Nutznießer sind diejenigen, die mit Kreditausfallshaftungen (Credit Default Swaps) so lange dealen, bis keiner mehr durchschaut, wer nun der ursprüngliche Referenzschuldner war. Trotzdem verdienen sie sich ein goldenes Näschen, wenn eine Abschreibung stattfindet, ohn jemals einen daraus resultierenden Schaden zu riskieren. Tolles Geschäft, oder?</p>
<p><strong>Ich schweife &#8211; wie so gerne &#8211; ab&#8230;</strong></p>
<p>Worum es mir tatsächlich geht, ist der Umstand, dass dieses ohnedies bereits völlig artifizielle Finanzwesen, das mit Geld arbeitet, das realwirtschaftlich längst nicht mehr abbildbar ist, mit Geld vollgestopft ist. Große Unternehmen wie Apple, Google, diverse Banken, Unternehmen der Petroleum-Industrie und so viele mehr weisen Quartal für Quartal Gewinne aus, die im Vorbeigehen Staaten wie Griechenland, Portugal, Italien und vermutlich noch viele mehr aus jeder Zahlungsschwierigkeit reißen könnten. Der Eindruck, es wäre kein Geld da, etwa um das Bildungs, Sozial- oder Gesundheitswesen zu finanzieren, darf man gelegentlich daran denken, dass das Geld sehr wohl auf der Straße liegt. Man muss nur politisch so weit sein, dass man leistungsfreie Einkünfte (etwa reine Geldgeschäfte ohne realwirtschaftlichen Bezug) mit Steuern belegt, wie sie für faktische (Arbeits-)Leistung eingehoben werden. Selbst eine Annäherung dorthin wäre schon ein gewaltiger Schritt.</p>
<p>Ich will selbstverständlich nicht zum Ausdruck bringen, dass Wal-Mart, Shell, Nestlé, Gazprom, Exxon, ICBC, Apple oder wie auch immer die gewinnträchtigsten Unternehmen zur Zeit auch heißen mögen (die vorhergehende Liste entspringt meinem Gedächtnis, nicht einer seriösen Erhebung) nun für die Schulden irgendwelcher Länder gerade stehen sollen. Auch die Damen und Herren der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt sollen keineswegs enteignet werden. Es wäre nur an der Zeit, sich der Verantwortung für Belange außerhalb des Firmengeländes und der der eigenen Investoren bzw. Shareholder bewusst zu werden. Und sollte dies nicht durch Überzeugung geschehen, so muss eben eine gesetzlicher Verpflichtung mit entsprechenden Sanktionen im Falle der Nichterbringung her. Dies geschieht in jedem anderen Bereich des Lebens; Freiwillig würde überhaupt niemand irgendwelche Steuern zahlen. Die Menschen wechseln ja noch nicht einmal ihr tägliches Einkaufsverhalten, wenn sie von den Umständen erfahren, wie manche Einzelhändler mit Produzenten, Lieferanten oder Mitarbeitern umspringen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Wer seinen persönlichen Gewinn ausschließlich aufgrund der Möglichkeit moderner Sklaverei und Raubbau an Rohstoffen in Drittländern erwirtschaftet, selbst keine nennenswerte Leistung zur Ausweitung des Vermögens erbringt und trotzdem nicht gewillt ist, die Umverteilung nach oben einzudämmen (geschweige denn umzukehren), der darf sich hinterher nicht beschweren, wenn irgendwann die Menschen auf die Barrikaden steigen und eine Beteiligung an der Schadensregulierung einfordern.</p>
<p>Dies ist vermutlich das einzige und letzte Thema, bei dem sich die Politk in aller Welt an eine dermaßen verschwindend kleine Minderheit anbiedert, der jedoch nationalstaatliche Belange ohnedies völlig wurscht sind&#8230;</p>
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		<title>Verkehr haben &#8211; aber richtig</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 22:41:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
		<category><![CDATA[Öffis]]></category>
		<category><![CDATA[Blogparade]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilität]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Mobilität]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Oft, wenn ich an den Fahrkartenautomaten der Wiener Verkehrsbetriebe und der im VOR zusammengefassten Partner stehe und die immer teurer werdenden Tickets kaufe, ermahne ich mich und gedenke kurz der vielen armen Schlucker, die sich diesen Luxus nicht leisten können &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/09/verkehr-haben-aber-richtig/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Oft, wenn ich an den Fahrkartenautomaten der Wiener Verkehrsbetriebe und der im VOR zusammengefassten Partner stehe und die immer teurer werdenden Tickets kaufe, ermahne ich mich und gedenke kurz der vielen armen Schlucker, die sich diesen Luxus nicht leisten können und mit dem Auto durch die Stadt fahren müssen. Reine Ironie? Ich denke nicht&#8230;</strong></p>
<p><em>Hinweis: Dies ist ein Beitrag zur <a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=220098684714588">Blogparade &#8220;Urbane Mobilität&#8221;</a></em></p>
<p><div id="attachment_1597" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/09/trafficjam_loke_michael.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/09/trafficjam_loke_michael-160x107.jpg" alt="Stau auf Autobahn" title="Verkehrslawine" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1597" /></a><p class="wp-caption-text">Verkehrslawine - ohne politische &quot;Schutzverbauten&quot; eine zunehmende Bedrohung</p></div>Nahezu überall auf der Welt, wo eine kritische Bevölkerungsdichte überschritten wird, stehen verkehrspolitische Themen laufend auf den Agenden der Regierungen. Je größer die Stadt, je umfangreicher der Ballungsraum, desto größer die Herausforderung, die Menschen von A nach B zu transportieren. Seit Generationen gibt es zu dieser Problematik eine erstaunlich einfallslose, visionsbefreite und kurzsichtige Betrachtungsweise: Bessere Straßen, sparsamere Autos, Parkraumbewirtschaftung und &#8211; immerhin &#8211; Park &#038; Ride-Zentren dominieren die Massnahmen. Erst in der jüngeren Vergangenheit haben sich ein paar &#8220;Öko-Fuzzies&#8221; stärker in die Diskussion eingebracht, die eine Ausweitung der Radwege sowie eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs einfordern.</p>
<p>Was jedoch steht seit Anbeginn im Mittelpunkt der Diskussionen und bildet sowohl das Zentrum als auch Ausgangspunkt sämtlicher Entwicklungen? Ein Fortbewegungsmittel, das &#8211; nüchtern betrachtet &#8211; von vornherein jede rationale Herangehensweise ad absurdum führen sollte: Ein Fahrzeug, das bei der Anschaffung ein durchschnittliches Jahresgehalt eines Angestellten verschlingt, jährlich in der Erhaltung gleich noch ein weiteres Monatsgehalt kostet und bereits wenige Monate oder Jahre nach dem Ankauf nur noch einen Bruchteil dessen wert ist, was man anfangs bezahlt hat. Ein Fahrzeug, dessen grundlegende Antriebstechnologie (Verbrennung von Treibstoffen aus dem fossilen und begrenzt vorhandenem Grundstoff Erdöl) sich in den bald einenhalb Jahrhunderten ihrer Existenz nicht wesentlich veränderte und deren Wirkungsgrad &#8211; je nach Angabe &#8211; zwischen 20 und 35% liegt. Ein Fahrzeug, dessen Gesamtgewicht von etwa einer Tonne aufwärts tagtäglich für eine Beförderung von durchschnittlich 50-100kg Nutzlast in Betrieb genommen wird, wobei sich dieser Betrieb zumeist auf rund eine Stunde täglich beschränkt. Die verbleibenden 23 Stunden über steht das Auto systemimmanent völlig nutz- und funktionslos in der Gegend herum.</p>
<p>Zugegeben: Der Wirkungsgrad der Motoren in PkW wird von Jahr zu Jahr besser, der Verbrauch sinkt, die Gesamtgewichte regulieren sich nach unten, die Technologie schreitet fort. Nichts desto weniger sind nach wie vor ca. 20-25 Prozent der Emissionen des Treibhausgases CO2 auf den Individualverkehr zurückzuführen. Jetzt ließe sich natürlich trefflich darüber streiten, wie die Zusammenhänge zwischen dem Kohlendioxid und Veränderungen im Klima tatsächlich aussehen. Fest steht immerhin &#8211; selbst die hartnäckigsten Leugner des Klimawandels bleiben an dieser Stelle recht kleinlaut -, dass sich aus hohem Ausstoß von CO2 teils empfindliche wirtschaftliche Nachteile ergeben, sobald nämlich das Kyoto-Protokoll von 1997 ins Spiel kommt, das den Handel mit Emissionsrechten reguliert.</p>
<p>Elektroautos, ja, die seien selbstverständlich hypothetisch irgendwann in einer unbestimmten Zukunft vielleicht eine theoretische Alternative, heißt es dann aus den Reihen der orthodoxen PkW-Gläubigen, aber zu diesem Behufe müsste man ja vermutlich zig neue Atomkraftwerke bauen, um den gigantischen Stromhunger der trägen, langsamen, hässlichen und uncool leisen Akkudinger erfüllen zu können.</p>
<p>Was auch immer in den vorherigen Absätzen an &#8211; größtenteils unwiderlegbaren &#8211; Argumenten von sanften Kritikern des uneingeschränkten Individualverkehrs ins Feld geführt wird, wird seitens der PkW-Fetischisten umgehend gekontert, dass das Auto für den Menschen einfach unverzichtbar sei und jeder, der eine andere Ansicht vertritt, ein Öko-Romantiker sei, der in seiner Weltfremden Sichtweise den Tatsachen nicht ins Auge blicke und aufgrund seiner linken Arroganz die Bedürfnisse der Bevölkerung nicht wahrnehme.</p>
<p>Urbane Mobilität scheint also in erster Linie untrennbar mit dem Individualverkehr und somit dem sakrosankten PkW verbunden zu sein. Sicherlich gibt es für die armen Autolosen noch Bim, Bus und Bahn, aber damit will ja wohl keiner freiwillig fahren. Grünausleger dürfen auch gerne mit dem Fahrrad durch die Gegend fahren, aber bitte nur dort, wo sie den Verkehrsfluss nicht behindern. Die Idee, die eigenen Beine zu benutzen, ist selbstverständlich Unfug, sobald eine kritische Strecke von zwei, drei Minuten überschritten wird, was einem handelsüblichen Homo laborans gar nicht zumutbar ist.</p>
<p>Das gemeine ist, dass es zur Zeit eher danach aussieht, als hätte die Politik tatsächlich nicht das geringste Interesse daran, die Menschen zu einem Umstieg zu bewegen. Die Kosten steigen in vergleichbarem Ausmaß wie die für das Autofahren, die Zuverlässigkeit stagniert zwar auf einem annehmbaren, aber durchaus ausbaufähigen Niveau, die überregionalen Verbindungen sind teils ein Graus und der Komfort ist als solcher nicht dieser Bezeichnung würdig. Besonders viel Spaß macht es übrigens, sich über den ganzen Tag leer im Kreis fahrende Busse den Kopf zu zerbrechen, während man am frühen Nachmittag eine Viertelstunde im Regen auf den eigenen Bus wartet, der dann so voll ist, dass man nicht einmal mehr einsteigen kann, ganz zu schweigen von einem Sitzplatz für die kommenden 20 Minuten wilder Wien-Ralley, der sich der sportlich-ambitionierte Fahrer sehr zum Leidwesen seiner Fahrgäste leidenschaftlich hinzugeben scheint.</p>
<p><strong>Leistbarer Luxus: Nur auf den ersten Blick ein Widerspruch</strong></p>
<p>Das Auto war stets, ist immer noch und bleibt auf lange Sicht eines der ganz großen Symbole für Wohlstand und soziale Anerkennung. Der eigene PkW ist Statussymbol, Garant für &#8220;Freiheit&#8221; und Individualität sowie Lifestyle-Element in einem. Wer kein Auto besitzt oder &#8211; noch unfassbarer &#8211; keinen Führerschein hat, wird als Ausnahmeerscheinung bestaunt und am Stammtisch erzählt man den Kumpels mit stolzem Gesichtsausdruck, dass man persönlich jemanden kenne, der doch tatsächlich noch nie eine Fahrerlaubnis für ein Auto erworben hat. &#8220;Soch&#8217;n gibt&#8217;s&#8221;, nicken dann die Anderen und murmeln Dinge, unter denen &#8220;Jo mei, wird sich halt keines leisten können&#8230;&#8221; noch zu den wohlwollenderen Einschätzungen gehört.</p>
<p>Wird dann argumentiert, dass man aus Gründen des Umweltbewusstseins darauf verzichtet, ein &#8211; wie oben beschriebenes &#8211; Öko-Desaster auf vier Rädern zu benutzen, ist das Wohlwollen meist rasch dahin und die Klassifizierung &#8220;Sonderling&#8221; reiht sich an die Spitze der freundlichen Begriffe, dicht gefolgt von &#8220;Öko-Freak&#8221; und &#8220;Biowappler&#8221;.</p>
<p><strong>Es könnt&#8217; so einfach sein&#8230;</strong></p>
<p>Das wirklich faszinierende an dieser Thematik ist, dass eine sehr vielversprechende Lösung so klar auf der Hand liegt, dass man sie wirklich ganz bewusst ignorieren muss, will man vermeiden, sie wahrzunehmen. Sie lautet: Signifikant höhere Steuern auf (fossile) Treibstoffe und PkWs mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren, spürbare Förderung alternativer Antriebssysteme, weitreichende Fahrverbote in innerstädtischen Gebieten, ersatzloser Entfall der völlig anachronistischen Pendlerpauschale, City-Maut in jeder Stadt und kilometerabhängige Autobahngebühren, die sich gewaschen haben. Im Gegenzug ein massiver Ausbau der Massenverkehrsmittel mit Umstellung auf kurze Intervalle sowie kostenlose Benützung für Alle. Jederzeit und überall (einige weitere Ideen dazu finden sich auch <a href="http://noxvobiscum.at/2009/02/ausweitung-der-kernzone-100-ja-bitte/">hier in meinem Blogbeitrag aus dem Jahre 2009</a>).</p>
<p>Parallel wird Fahrradlenkern tatsächlich der Status eines Verkehrsteilnehmers eingeräumt, der sich nicht auf schulterbreite Suizidradwege beschränkt, auf denen der Radler Kanaldeckeln, parkenden Autos, kotenden Hunden und allerlei anderen Widrigkeiten ausweichen muss, um a) zu überleben und b) dem gebenedeiten Autofahrer nicht aus grausamste Weise wertvolle 12 Sekunden auf seiner 52 Minuten andauernden innerstädtischen Stauroute zum Arbeitsplatz raubt.</p>
<p>Stattgegeben: Politisch ist das alles auf den ersten Blick quasi völlig absurd und in absehbarer Zukunft auch vermutlich ähnlich illusorisch wie eine farbige Päpstin mit protestantischer Ehefrau. Dennoch wird es keine nachhaltige Trendumkehr geben, wenn auch weiterhin das Auto als absolut unantastbar gilt und die Politik sich in jede nur erdenkliche Hose macht, die ihr seitens der Automobilistenvereinigungen hingehalten wird. Ein bissi weniger Pendlerpauschale, ein paar Cent mehr pro Treibstoffliter und eine sanfte Anhebung der NoVA werden hier erwiesenermaßen keine Änderung bringen und auch nur eine Handvoll Menschen zum Umstieg bewegen.</p>
<p><strong>Klotzen, nicht kleckern.</strong></p>
<p>Es muss eine klare Entscheidung geben, die konsequent, nachhaltig und unumstößlich umgesetzt wird. Autofahren muss so empfindlich verteuert werden, dass sich jeder Einzelne entscheiden muss, ob ihm dieser &#8220;Lifestyle&#8221;, diese Illusion von Freiheit dieses Geld noch wert ist oder nicht. Im gleichen Atemzug muss jedoch der öffentliche Verkehr allerdings eine echte Alternative zur individuellen Mobilität sein. Die Öffis in ihrer jetzigen Sicht als Referenz bzw. Vergleich heranzuziehen, wäre selbstverständlich eher grober Unfug, was Kosten, Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Intervalle betrifft.</p>
<p>Wer sich dann immer noch dafür entscheidet, vornehmlich mit dem eigenen Auto durch die Gegend zu fahren, ist natürlich herzlich willkommen &#8211; als gern gesehener Financier meiner Vision urbaner Mobilität.</p>
<h3>Weitere Beiträge der Blogparade</h1>
<ul>
<li>Werner Reiter: <a href="http://www.werquer.com/blog/2011/09/was-mache-ich-blos-mit-einem-elektrofahrrad-in-wien/#more-836" target="_blank">Was mache ich bloß mit einem Elektrofahrrad in Wien?</a></li>
<li>Cornelia Daniel: <a href="http://www.dachgold.eu/warum-ich-so-fahre-wie-ich-fahre" target="_blank">Über Kleinkriminalität, Anarchie und meine Art herumzukommen</a></li>
<li>Günter Strobl: <a href="http://www.oekoenergie-blog.at/2011/09/urbane-mobilitat-hausbesitzer-bitte-umdenken/" target="_blank">Urbane Mobilität: Hausbesitzer bitte umdenken</a></li>
<li>Katharina Scichilone: <a href="http://rollerstop.posterous.com/gedanken-zu-urbaner-mobilitat-in-wien" target="_blank">Roller fahren in Wien – passt gut dazu</a></li>
<li>Marco Schreuder<span style="color: #000000">: </span><a href="http://schreuder.at/2011/09/24/urbane-mobilitat-einst-und-morgen/" target="_blank">Urbane Mobilität einst und morgen</a></li>
<li>Rolf Schönlau: <a href="http://www.adfc.de/6958_1" target="_blank">Nächste Ausfahrt: Stillstand</a></li>
<li>Stefan Leitner-Sidl: <a href="http://konnex2.posterous.com/moltimodal-kostengunstig-bequem" target="_blank">Urbane Mobilität: Multimodal, kostengünstig, bequem</a></li>
<li>Andreas Lindinger: <a href="http://www.andreaslindinger.at/?p=2900" target="_blank">Zum Thema “Urbane Mobilität der Zukunft”</a></li>
<li>Andreas Kühl: <a href="http://www.energynet.de/2011/09/25/mobilitat-ist-wichtiger-als-der-besitz-eines-autos/" target="_blank">Mobilität ist wichtiger als der Besitz eines Autos</a></li>
<li>Franz Stanzl: <a href="http://franz-joseph.at/2011/09/25/mein-name-ist-franz-joseph-und-ich-habe-das-ueber-die-strasse-gehen-erfunden/" target="_blank">Mein Name ist Franz Joseph und ich habe das Über-die-Straße-gehen erfunden</a></li>
<li>Irmgard Underrain: <a href="http://www.murtalinfo.at/cms/de/blog_detail.asp?id=16&amp;blog=0&amp;page=1" target="_blank">Urbane Mobilität oder wie die Murtaler 1 Monat mehr Urlaub im Jahr gewinnen können</a></li>
<li>Matthäus Heuböck: <a href="http://matthaeus-heuboeck.blogspot.com/2011/09/erlebnis-elektro-mobilitat.html" target="_blank">Erlebnis Elektro-Mobilität</a></li>
<li>Johannes Frühmann: <a href="http://aufbruchinswesentliche.at/2011/09/wer-braucht-schon-ein-elektrofahrrad/" target="_blank">Wer braucht schon ein Elektrofahrrad</a></li>
<li>Susanne Mandl: <a href="http://www.susannemachtsachen.net/2011/naturklug-29-5-grunde-nicht-mit-dem-rad-zu-fahren/" target="_blank">5 Gründe, nicht mit dem Rad zu fahren</a></li>
<li>Franz Fuchs: <a href="http://www.umweltsystemwissenschaften.at/usw-magazin/usw-cafe/380-urban-mobility-5-thesen-fuer-die-zukunft.html" target="_blank">Urban Mobility: 5 Thesen für die Zukunft</a></li>
<li>Roland B. Seper: <a href="http://noxvobiscum.at/2011/09/verkehr-haben-aber-richtig/" target="_blank">Verkehr haben &#8211; aber richtig</a></li>
<li>Hans-Peter Waldbauer: <a href="http://waldbauer.posterous.com/">Leben mit dem Fahrrad</a></li>
<li>Hannes Offenbacher: <a href="http://www.bessergehtsimmer.at/2011/10/und-plotzlich-ist-es-still/">Und plötzlich ist es still</a></li>
</ul>
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		<title>Anonymität ist kein Schutz vor Unvernunft</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 07:44:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Web]]></category>
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		<category><![CDATA[Anonymous]]></category>
		<category><![CDATA[VDS]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>

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		<description><![CDATA[Das &#8220;Hackerkollektiv&#8221; AnonAustria leakt gerne Datenbanken und veröffentlicht auch zuweilen Teile der erbeuteten Informationen als eine Art Beleg des erfolgreichen Hacks. Diesmal waren&#8217;s rund 25k Datensätze von Exekutivbeamten, die allerdings ohne jegliche Filterung mit Angabe von Name, Geburtsdatum und voller &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/09/anonymitat-ist-kein-schutz-vor-unvernunft/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das &#8220;Hackerkollektiv&#8221; AnonAustria leakt gerne Datenbanken und veröffentlicht auch zuweilen Teile der erbeuteten Informationen als eine Art Beleg des erfolgreichen Hacks. Diesmal waren&#8217;s rund 25k Datensätze von Exekutivbeamten, die allerdings ohne jegliche Filterung mit Angabe von Name, Geburtsdatum und voller Anschrift an die &#8211; vermutlich mäßig interessierte &#8211; Öffentlichkeit gingen. Eine wichtige Frage bleibt bislang offen: Qui bono?</strong></p>
<p><div id="attachment_1584" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/09/anonymous.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/09/anonymous-160x107.jpg" alt="Anonymous Seal" title="Anonymous Logo" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1584" /></a><p class="wp-caption-text">Eines der Logos des Anonymous-Kollektivs</p></div>Sehr originell: Als eine Art &#8220;Zeichen&#8221; gegen die unliebsame Vorratsdatenspeicherung veröffentlichen die Damen und Herren der österreichischen Ableger von Anonymous die (größtenteils ungefilterten) persönlichen Daten von Polizisten und twittern launig, man könne jetzt gerne raten, worum es sich bei den Datensätzen handle. Es gibt zwar keine &#8220;offizielle&#8221; Bestätigung der Hacktivisten (wie auch, es gibt ja keine zentrale Kommunikationsstelle), dass es sich bei der Aktion um ein Statement wider die VDS handle, aber zahlreiche Tweets und andere Hinweise legen dies durchaus nahe.</p>
<p>Zugegeben, ein Teil der Infos wird vermutlich auch im Telefonbuch stehen, aber 1. ohne Berufsbezeichnung und 2. nicht zwingend, da man ebendort die Möglichkeit hat, bewusst nicht gelistet zu werden. Ebenso ist es keineswegs das erste Mal, dass Daten geklaut werden und es ist auch nicht völlig neu, dass die &#8220;Beute&#8221; irgendwo öffentlich zugänglich auftaucht. Es ist auch ein keineswegs uninteressanter Aspekt, dass ausgerechnet Daten aus dem für Sicherheit sowie VDS zuständigen BMI geleakt werden konnten &#8211; ob nun von außen mittels &#8220;Datenhack&#8221; oder von innen mittels &#8220;Datenleck&#8221;.</p>
<p><strong>Qui bono?</strong></p>
<p>Dennoch: Welche Sympathien erwartet sich eine Vereinigung, die derlei Unfug treibt? Was will sie erreichen, wenn sie Datenbestände, die in ihrem Wesen nichts mit der VDS zu tun haben, publik macht? Solche Aktionen bringen nebst negativen Feedbacks möglicherweise eines: Das Unwohlsein gegenüber der VDS wandelt sich in latente Furcht, das nächste Opfer der Gegner der VDS zu werden.</p>
<p>Darüber sollten einige, die unter der Bezeichnung &#8220;AnonAustria&#8221; ihr Unwesen treiben, vielleicht ein wenig nachdenken, bevor sie mit derlei kindischen Aktionen lediglich unter Beweis stellen, dass sie total voll gut Server hacken können, auf der anderen Seite aber ein enormes Defizit an Vernunft aufweisen, diese Fähigkeiten in irgendeiner Form sinnstiftend zu nutzen.</p>
<p>Mission accomplished!</p>
<p><strong>UPDATE:</strong><br />
AnonAustria hat im Verlauf des Tages darauf hingewiesen, dass sie selbst niemals von einem &#8220;Hack&#8221; gesprochen hätten, vielmehr seien ihnen die Daten &#8220;zugespielt worden&#8221;. Demzufolge entfällt dann auch eines der halbwegs nachvollziehbaren Argumente für diese Aktion, nämlich das bezüglich des Hinweises auf Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit Datensicherung. Naja.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Korruption: Eine Frage der Kultur?</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 23:20:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Geschichte der Korruption ist so alt wie die Geschichte der Menschheit selbst. Wo Einzelne mehr Macht oder Möglichkeiten zur Beeinflussung Anderer haben, entstehen zahlreiche Gelegenheiten, dies zum Wohle oder zum Schaden Dritter zu nutzen. So selten ersteres zu geschehen &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/09/korruption-eine-frage-der-kultur/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Geschichte der Korruption ist so alt wie die Geschichte der Menschheit selbst. Wo Einzelne mehr Macht oder Möglichkeiten zur Beeinflussung Anderer haben, entstehen zahlreiche Gelegenheiten, dies zum Wohle oder zum Schaden Dritter zu nutzen. So selten ersteres zu geschehen scheint, so sehr ist zweiteres an der Tagesordnung &#8211; nicht nur in der Politik.</strong></p>
<p><div id="attachment_1577" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/09/justitia_hhs_pixelio.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/09/justitia_hhs_pixelio-160x107.jpg" alt="Justitia - Personifikation der strafenden Gerechtigkeit" title="Justitia" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1577" /></a><p class="wp-caption-text">Justitia - Personifikation der strafenden Gerechtigkeit (HHS/pixelio.de)</p></div>Seit vielen Jahren ist so Manches faul im Staate Österreich. Die oft fälschlicherweise als &#8220;die Machthabenden&#8221; titulierten Volksvertreter (die tatsächliche &#8220;Macht&#8221; sollte in einer gesunden Demokratie immerhin vom Volke ausgehen) scheinen ihre Jobs in Regierungs- bzw. Legislativfunktionen keineswegs mehr auf die Bedürfnisse oder gar das Wohlbefinden der Bevölkerung auszurichten, sondern in erster Linie auf drei Dinge: Die Erhaltung der bereits erlangten Macht, deren Ausbau und &#8211; was aus meiner Sicht am bedenklichsten ist &#8211; zur persönlichen Bereicherung bzw. der der jeweiligen Partei.</p>
<p>Die Einen sichern ihre Position, indem sie sich mit anderer Leute Geld gezielt Gefälligkeiten erkaufen (zB. wohlwollende Berichterstattung ausgesuchter Medien oder illegitime Zuwendungen an &#8220;Lobbyisten&#8221;), Andere lassen sich kaufen, indem sie Geld für Leistungen annehmen, die einer seriösen Ausübung ihres Jobs diametral gegenüberstehen, wieder Andere haben mit beidem wenig am Hut und kassieren einfach gleich ungeniert höchstpersönlich oder für diverse &#8220;Freunde&#8221;.</p>
<p>Die Liste der Verfahren, die zur Zeit im Zusammenhang mit Korruption, Amtsmissbrauch und verwandten Tatbeständen laufen, ist lang. Beinahe atemberaubend sind die Summen, um die es geht. Hunderte Millionen Euro an Bestechungsgeldern, Lobbyingkosten und Steuerhinterziehungen stehen als fragliche Beträge im Raum, ganz zu schweigen vom sicherlich ebenfalls hunderte Millionen schweren Schaden, der den heimischen Steuerzahlern nicht entstanden wäre, wären all die dubiosen Geschäfte, die seit einigen Monaten Staatsanwaltschaften und Gerichte so intensiv auf Trab halten, korrekt abgelaufen.</p>
<p>Wie kann es sein, dass in einer modernen Demokratie, einer halbwegs gesunden Volkswirtschaft und einer &#8211; wie Österreich bzw. die Europäische Union so gerne bezeichnet werden &#8211; &#8220;christlichen Wertegemeinschaft&#8221; solche Dinge nicht nur vorkommen, sondern gar an der Tagesordnung stehen?</p>
<p><strong>Eine Frage der Kultur?</strong></p>
<p>Aus meiner Sicht ist die Antwort im Umfeld der herrschenden &#8220;Kultur&#8221; zu finden. In Österreich (und vermutlich bis ganz sicher auch darüber hinaus) ist es quasi zum Volkssport geworden, &#8220;dem Staat nix zu schenken&#8221;. Der kleine Häuslbauer versteuert die Arbeit auf seiner Baustelle nicht, der Unternehmer unterschlägt steuerschonend Geschäftseinkünfte, der Arbeitgeber nutzt &#8211; zu Lasten seiner scheinselbständigen Mitarbeiter &#8211; halbseidene Dienstverhältnisse, um Lohnnebenkosten zu sparen, der Investor tätigt seine steuerrelevanten Geschäfte zwar komfortabel von seinem Sitz im schönen Österreich aus, lenkt sie aber über irgendwelche Steueroasen in aller Welt. Diese Liste liesse sich freilich nahezu beliebig fortsetzen.</p>
<p>All das gehört &#8220;zum guten Ton&#8221;. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es ja im Grunde erschreckend, wie &#8220;normal&#8221; all diese Vorgänge sind. Der Häuslbauer prahlt am Stammtisch, wieviel er sich an Steuer &#8220;erspart&#8221; hat, der Unternehmer hält Fachvorträge vor interessierten Kollegen, wie man seine Lohnkosten in den Griff bekommt, indem man Mitarbeitern arbeitsrechtliche Privilegien vorenthält, der Investor erzählt in Interviews voller Stolz, mit welchen kreativen Firmengeflechten und schier undurchschaubaren Investmentprodukten er optimal die heimischen Steuerpflichten umschifft und so weiter.</p>
<p>Es scheint völlig O.K. zu sein, den Staat zu betrügen und es kümmert kaum jemanden, dass das alles illegal ist. Unlautere Machenschaften werden dann liebevoll als &#8220;steuerschonendes Wirtschaften&#8221;, Hinterziehung von Steuern als &#8220;geschickte Investmentstrategien&#8221; und Ausbeutung von Mitarbeitern als &#8220;effektive Personalführung&#8221; bezeichnet. Wer sich dagegen auflehnt und versucht, einen seriöseren Umgang mit all diesen Dingen zu pflegen, gilt gemeinhin als naiv oder schlicht selbst schuld.</p>
<p>Diese Herangehensweise, auf die Politik angewandt, bedeutet nichts anderes als das, was wir als Status quo nur zu gut kennen: Kaum ein Politiker, kaum eine Partei, die keinen Dreck am Stecken haben. Auch hier muss man bereits auf der &#8220;untersten Ebene&#8221; mit der Betrachtung beginnen: Beim Gemeinderat der 500-Seelen-Gemeinde, der als &#8220;kleines Dankeschön&#8221; für drei oder vier Abendessen den Parkplatz hinter dem Haus genehmigt, der bis kurz zuvor noch als Grünfläche gewidmet war. Beim Abteilungsleiter am Bauamt, der nach einem kurzen (fremdfinanzierten) Urlaub das zweite Stockwerk am Wohnhaus des &#8220;Gönners&#8221; bewilligt. Beim Bezirksrat, der sich dafür einsetzt, dass eine Einbahn zugunsten des dort ansässigen Kumpels umgedreht wird. Der Bürgermeister, der nach einer Wahl für sanfte Verschiebungen im Wahlergebnis sorgt. All das sind Fälle von Korruption, die freilich in ihrem entstehenden &#8220;Gesamtschaden&#8221; teils marginal erscheinen mögen, aber nichtsdestoweniger Symptom dafür sind, dass es &#8220;O.K.&#8221; ist, den gesetzlichen Rahmenbedingungen ein Schnippchen zu schlagen, solange nur Keiner zu genau hinschaut.</p>
<p>Was nun, wenn sich diese Denkweise bis in die höchsten Ebenen zieht und aus der kleinen Bewilligung des Parkplatzes plötzlich Beschaffungen des Bundes in Milliardenhöhe werden? Was, wenn es anstelle des Verkaufs kleiner Bauparzellen um Verkäufe des &#8220;Familiensilbers der Republik&#8221;, also großer im Eigentum des Staates stehender Unternehmen (etwa Austria Tabak, Buwog, etc.) geht? Was, wenn es anstelle des Mittagessens für den Bürgermeister plötzlich um Euro-Millionen für irgendwelche Parteikassen geht?</p>
<p>Es ist aus meiner Sicht allerhöchste Zeit, nicht Einzelne Unsympathler vor den Kadi zu zerren und medienwirksam in der Luft zu zerfetzen. Den schönen Karl-Heinz wegen seiner Machenschaften hinter Gitter zu stecken, den Kärntner Landes-Uwe für seine Parteispendengeschichten mit nassen Fetzen aus der Landesregierung zu jagen und den fröhlich Werbebudgets an befreundete Medien verteilenden Grinsekanzler aus dem Amt zu kicken wird natürlich keine Lösung der grundsätzlichen Problematik sein.</p>
<p><strong>Aber es wäre ein Anfang! Und ein wichtiger noch dazu!</strong></p>
<p>Es muss Schluss damit sein, dass der Staat als eine Art Selbstbedienungsladen betrachtet wird, aus dem ich so lange entnehmen kann, was noch irgendwie oberflächlich vertuscht werden kann, weil ohnehin Keiner genauer nachschaut. Am Ende des Tages muss völlig klar sein, dass Verbrechen, wie sie jetzt nach und nach ans Tageslicht kommen, mit aller Konsequenz geahndet werden und es absolut keine Toleranz geben kann, wenn illegale Machenschaften aufgedeckt werden. Es muss der Umkehrprozess hin zu einem Denken einsetzen, dass es nicht erst einer Verurteilung bedarf, um &#8220;schuldig&#8221; im Sinne der Korruption zu sein. In den Köpfen der Akteure des politischen Systems muss neuer Anstand, eine neue Moral verankert sein, die nicht nur den Gedanken, die eigene Macht ungestraft missbrauchen zu können, völlig außen vor lässt. Eine Moral die klar macht, dass &#8220;Schuld&#8221; nicht ausschließlich in Gesetzbüchern festgeschrieben ist, sondern ebenso in Werten und Haltungen.</p>
<p>Dies gilt im Kleinen, wo man beim Lohnsteuerausgleich nicht den (Spiel-)Computer des heranwachsenden Kindes als Arbeitsgerät geltend macht oder wo man sich vom Handwerker nicht nur die halbe Dienstleistung offiziell verrechnen lässt. Dies gilt aber auch im Großen, wenn sich Politiker nicht erst dann als schuldig betrachten, wenn ihre Vergehen mittels Gesprächsaufzeichnungen illegaler Vereinbarungen, durch Auftragsbestätigungen über halbseidene &#8220;Medienkooperationen&#8221; oder anhand von Nachweisen astronomisch überteuerter &#8220;Studien&#8221; mehr als nur klar nachvollziehbar sind.</p>
<p>Solange allerdings Politiker für ihr unlauteres Handeln keine persönlichen Konsequenzen ziehen müssen (und damit meine ich freilich nicht nur ein &#8220;freiwilliges&#8221; Niederlegen eines Nationalratsmandates oder den Rücktritt von einem Amt), solange wird es weitergehen wie bisher &#8211; im Kleinen wie im Großen.</p>
<p><strong>Schluss mit der &#8220;Wo kein Kläger, da kein Kadi&#8221;-Mentalität!</strong></p>
<p>Es darf einfach nicht sein, dass ein gutes Drittel der Regierungsbank eines einzigen Kabinetts so gut wie vor dem Kadi steht und der Rest der beteiligten Parteien völlig selbstsicher von der bösen linken Jagdgesellschaft schwadroniert, die die supersauberen Damen und Herren lediglich anpatzen will. Es darf einfach nicht sein, dass amtierende Landesregierungsfunktionäre von einem Gericht verurteilt werden, aber keineswegs an Konsequenzen denken, weil man auf das nächstinstanzliche Urteil wartet. Es darf einfach nicht sein, dass Nationalratsabgeordnete ihr Mandat behalten, die in dringendem Verdacht stehen, unrechtmäßige Zahlungen eines Unternehmens angenommen zu haben, mit denen man in der Vergangenheit als Minister direkt zu tun gehabt hatte.</p>
<p>Solange jedoch all diese Dinge (und wer weiß was noch alles, wovon wir heute nur noch nicht wissen) ungestraft an der Tagesordnung sind, solange wird der &#8220;Selbstbedienungsladen Österreich&#8221; auch weiterhin seine Pforten weit geöffnet halten und allen jenen weit offen stehen, die ihr Rückgrat und ihren Ethos &#8211; wie so viele Andere vor ihnen &#8211; mit Eintritt in die jeweilige Partei abgegeben haben.</p>
<p>Wurscht. Weil&#8217;s halt so is&#8217;.<br />
Es wird schon keiner &#8216;was sagen.</p>
<p>Wir können nur hoffen, dass der Wind, der aktuell &#8211; nicht nur im Rahmen der Aufarbeitung der &#8220;glorreichen Ära&#8221; Wolfgang Schüssels &#8211; durch Wirtschaft und Politik weht, zu einem Orkan erwächst, der dazu beiträgt, den oben erwähnten Umdenkprozess einzuleiten. Nachhaltig und unausweichlich.</p>
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		<title>Sonntags bleibt nur der Anachronismus geöffnet</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 12:26:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelhandel]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsöffnung]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie ist wieder da, die periodisch wiederkehrende Diskussion rund um die Sonntagsöffnung der Geschäfte. Der Einzelhandel will zwar irgendwie schon aufsperren, weiß aber nicht so recht, ob ihm das auch tatsächlich was bringt. Die Konsumenten schweben ambivalent zwischen &#8220;praktisch wär&#8217;s &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/06/sonntags-bleibt-nur-der-anachronismus-geoffnet/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie ist wieder da, die periodisch wiederkehrende Diskussion rund um die Sonntagsöffnung der Geschäfte. Der Einzelhandel will zwar irgendwie schon aufsperren, weiß aber nicht so recht, ob ihm das auch tatsächlich was bringt. Die Konsumenten schweben ambivalent zwischen &#8220;praktisch wär&#8217;s ja&#8221;, &#8220;muss irgendwie nicht sein&#8221; und &#8220;Pfuidadeibl, ein Sakrileg!&#8221;. Irgendwo dazwischen mischt sich dann &#8211; eh klar &#8211; auch noch die Kirche ein. Was bleibt? Eine weiterhin offene Frage und schlußendlich viel Lärm um nichts.</strong></p>
<p><div id="attachment_1556" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/06/oeffnungszeiten_satiric.gif"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/06/oeffnungszeiten_satiric-160x107.gif" alt="Am Sonntag bleibt zu! Amen!" title="Öffnungszeiten" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1556" /></a><p class="wp-caption-text">Am Sonntag bleibt die Hütte dicht! Amen!</p></div> Ich bin gar nicht sicher, wer heuer den Stein der Diskussion ins Rollen gebracht hat. Fest steht, dass wieder sommerlich beschwingt darüber diskutiert wird, ob ein Kaufmann sein Geschäft auch am scheinbar sakrosankten Sonntag für Kunden offen halten darf oder nicht.</p>
<p>Die zur Zeit geltende Rechtslage <a href="http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&#038;Gesetzesnummer=20002816">(Öffnungszeitengesetz 2003, novelliert 2008)</a> schreibt vor, dass &#8220;Verkaufsstellen&#8221; (gem. Definition in der Gewerbeordnung) innerhalb einer Kalenderwoche die Gesamtoffenhaltezeit im Ausmaß von 72 Stunden nicht überschreiten dürfen, verteilt auf Montag bis Samstag mit jeweiligen Angaben der frühesten Öffnungs- und spätesten Schließzeit. Explizit verboten ist, am Sonntag die Kunden zu beglücken. Ausnahmegenehmigungen zu erteilen &#8211; wie könnte es auch anders sein (an dieser Stelle bitte ein gequältes Seufzen hinzudenken) &#8211; obliegt gem. §4a (1) dem jeweiligen Landeshäuptling, etwa für Bäckereibetriebe, Shops in schwerpunktmäßigen Tourismusgebieten, an für Pendler relevante Verkehrsstellen (zB. Bahnhöfe) oder zu so genannten &#8220;Einkaufsevents&#8221;.</p>
<p>Aus sachlicher Betrachtungsweise heraus sind diese mehr oder weniger strikten Regelungen natürlich vornehmlich kulturelles Erbgut und eine aus kirchlicher Tradition mitgeschleifte Gegebenheit, sie sollen heute aber auch nicht zuletzt einem geordneten Wettbewerb dienen. Es soll mitunter verhindert werden, dass ein Kapitalstarker und personell gut aufgestellter Konzern kleineren Mitbewerbern das Geschäft ruiniert, weil er sich im Gegensatz zum Kleinunternehmer leisten kann, auch am Sonntag sein Personal (bei höherem Lohn) in die Läden zu stellen. Ich persönlich habe an der These, dass aufgrund der Sonntgsöffnung die kleinen Kaufleute stürben, so meine Zweifel, alleine schon deshalb, weil es den sprichwörtlichen &#8220;Greissler&#8221; de facto bereits seit Jahren nur noch in Geschichtsbüchern gibt. Und wer abseits der größeren Ketten im Einzelhandel bis heute überlebt hat, der hat vermutlich auch mit der Sonn- und Feiertagsöffnung kein Problem.</p>
<p><strong>Ruhe? Am Sonntag??</strong></p>
<p>Der Sonntag als &#8220;Tag der Ruhe&#8221;, wo sich die Menschen besinnen und Zeit für die Familie nehmen sollen, ist auch ein stetig wiederkehrendes Argument. Fände ich gut! Allein mir fehlt der Glaube, wenn ich mir dann ansehe, was am Sonntag in vielen Haushalten so am Programm steht. Bei den einen ist es stundenlanges Formel 1- oder Fussball-Glotzen, bei anderen der Kirtags-/Feuerwehrfestbesuch, bei Einzelnen auch gerne mal Ausschlafen mit Kinderauslagerung zu den Großeltern. Nicht zu vergessen die über die hektischen Werktage angesammelten Haushaltsarbeiten, Gartentätigkeiten, Heimwerkereien und vieles mehr. Von einem Tag der Einkehr und Ruhe ist somit meist keine Rede.</p>
<p>Selbstverständlich räume ich gerne ein, dass es sichtlich Bedarf gibt, die Menschen ein wenig zur Ruhe zu &#8220;zwingen&#8221;, wenn sie für ihre 50h-Woche ausgeruht sein sollen, um der Volkswirtschaft auch mit ganzer Kraft dienlich zu sein. Diese verordnete Auszeit als &#8220;Arbeitnehmerschutz&#8221; zu bezeichnen grenzt allerdings an Hohn, ganz abgesehen davon, dass ohnehin jeder vierte Arbeitnehmer in Österreich bereits heute an Sonntagen aktiv ist (Gastronomie, Gesundheitswesen, öffentlicher Verkehr, etc.). In den meisten Dienstverhältnissen wird der Sonntag zwar durchaus entsprechend höher vergütet und mit &#8220;Ersatzruhe&#8221; ausgeglichen, ist aber ansonsten ein normaler Arbeitstag.</p>
<p><strong>Fragen über Fragen</strong></p>
<p>Die Frage ist und bleibt, wieso es unbedingt der Sonntag sein muss, an denen man ruht und sich &#8220;von der Arbeit erholt&#8221;. Wieso muss die Welt an einem bestimmten Tag stillstehen? Wieso darf ich am Sonntag nicht in den Supermarkt gehen, wenn sich überraschender Besuch ankündigt? Wieso muss ich begonnene Raparaturen im Haus abbrechen, weil ich mir keine passenden Materialien kaufen kann, die ich nicht im Vorfeld einkalkulieren konnte? Und &#8211; ohne mich des Neids verdächtig machen zu wollen &#8211; wieso dürfen das Menschen in &#8220;touristischen Zentren&#8221; hingegen sehr wohl?</p>
<p>Klar: Niemand MUSS am Sonntag Lebensmittel einkaufen, niemand MUSS am Sonntag Möbel shoppen und niemand MUSS am Sonntag in den Baumarkt, aber dass man all das auf gar keinen Fall KANN, finde ich eigentlich ein wenig schade. Ich persönlich brauche tatsächlich keine 24/7/365 geöffneten Konsumtempel oder Einkaufsstraßen. Ich stelle mir allerdings dennoch die Frage, ob ich bei entsprechendem Angebot nicht auch so manches Mal meine Besorgungen &#8211; und seien es nur Kleinigkeiten &#8211; an einem Sonntag erledigen würde, sollte dies meinen Planungen entgegenkommen.</p>
<p>Letzte Randnotiz, weil ich den Gedanken ganz originell finde: Bei angedachten Rauchverboten (etwa in der Gastronomie) erhebt sich stets der Volkszorn wegen der Regulierungswut &#8211; die strikt limitierten Ladenöffnungszeiten sind erstaunlicherweise im Gegensatz dazu völlig in Ordnung&#8230; Pardauz!</p>
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		<title>HC Strache, unser nächster Kanzler?</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jun 2011 21:41:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[ÖVP]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
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		<description><![CDATA[Bei der Sonntagsfrage erreicht die FPÖ bereits seit Monaten wiederholt den 1. Platz. Tendenz steigend. HC Strache zieht alle populistischen Register, um dieses Ziel zu erreichen und die Regierungsparteien haben dem erwiesenermaßen nichts entgegenzusetzen. Da sei es doch erlaubt, sich &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/06/hc-strache-unser-naechster-kanzler/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bei der Sonntagsfrage erreicht die FPÖ bereits seit Monaten wiederholt den 1. Platz. Tendenz steigend. HC Strache zieht alle populistischen Register, um dieses Ziel zu erreichen und die Regierungsparteien haben dem erwiesenermaßen nichts entgegenzusetzen. Da sei es doch erlaubt, sich eine Kanzlerschaft HC Straches mal kurz bildlich (und vielleicht ein ganz klein wenig satirisch) vorzustellen.</strong></p>
<p><strong>Der Wahlabend</strong></p>
<p><div id="attachment_1532" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/06/strache_cc_zirnig_dieter.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/06/strache_cc_zirnig_dieter-160x107.jpg" alt="HC Strache 2008" title="HC Strache/FPÖ (2008) - Bild: Dieter Zirnig" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1532" /></a><p class="wp-caption-text">Bundeskanzler in spe HC Strache?</p></div>Der unangefochtene Wahlsieger mit mehr als 40 Prozent der Stimmen heißt FPÖ und der Freudentaumel ist entsprechend groß. Parteifüh&#8230;chef HC Strache lächelt in jede sich nur bietende Kamera und kündigt frohen Mutes an, niemanden bei den Koalitionsgesprächen auszuklammern. &#8220;Jeder, der bereit ist, seinen Weg weiterzugehen wie bisher, ist mir herzlich willkommen. Bei zwei davon ist es ja ohnehin seit Jahren mein Weg&#8230;&#8221;. Strache bestellt dann im weiteren Verlauf des Abends mehrmals drei Bier, stimmt in seiner Euphorie versehentlich anstelle der Bundeshymne das Horst Wessel-Lied an und geht anschließend in eine Wiener Großraumdisco, um sich im illustren Kreise seiner Kernwählerschicht hingebungsvoll zu besaufen.</p>
<p>Die Frontsoldaten der vor Urzeiten noch als &#8220;Großparteien&#8221; bezeichneten Verlierer SPÖ und ÖVP scheuen sich selbstverständlich wie gewohnt nicht, das historische Wahldebakel als nie dagewesenen Erfolg zu bezeichnen, schließlich halte man ja in drei Burgenländischen (bzw. Niederösterreichischen) und zwei Wiener (bzw. Tiroler) Bezirken immer noch die Absolute. Die Grünen unter Obfrau Eva Glawischnig bejubeln frenetisch ihre lediglich marginalen Verluste (Glawischnig: &#8220;Jawoll, die Forderung &#8217;500m Rauchverbotsschutzzone rund um Wiener Schanigärten&#8217; war sichtlich ein Burner!&#8221;) und das BZÖ räumt klammheimlich &#8211; und vielleicht ein bisschen beschämt &#8211; die Klubräumlichkeiten im Hohen Haus. Naja, immerhin ein kleiner Lichtblick.</p>
<p><strong>Die Angelobung</strong></p>
<p>Bundespräsident Heinz Fischer betritt mit todesbitterer Miene das Maria-Theresien-Zimmer der Präsidentschaftskanzlei, wo er bereits von der zukünftigen Regierungsmannschaft unter dem neuen Bundeskanzler HC Strache erwartet wird. Bester Laune strahlt der Paintball-Profi und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=t5O3nwg9gXk">Hobby-Rezensent</a> Strache sein neues Team an: Außenminister wird der international anerkannte Diplomat und Nachwuchs-Guttenberg Johann &#8220;Joschi&#8221; Gudenus <a href="http://derstandard.at/1293369558489">(&#8220;&#8230;Umvolkung muss verhindert werden&#8221;)</a>, Innenminister der erklärte Humanist und Menschenfreund Herbert Kickl (&#8220;Dahaam statt Islam&#8221;), das Frauenministerium übernimmt Übermutter Barbara Rosenkranz (&#8220;Der Feminismus ist ein Irrweg&#8221;), Staatssekretär für Integration wird &#8211; nona, part of the game &#8211; der Staatsbürgerschaftsvergabeexperte Uwe Scheuch, Kulturministerin die ausgemachte Religionsfachfrau Susi Winter (<a href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/431554/Winter-wird-auch-TierbordellSatz-vorgeworfen">mutmaßlich Urheberin des Satzes „Wir sollten im Stadtpark ein Tierbordell errichten, damit die muslimischen Männer dorthin gehen können und sich nicht an den Mädchen im Stadtpark vergreifen&#8221;</a>). Last but not least könnte ja noch &#8211; bei der FPÖ weiß man ja nie &#8211; &#8220;Ur-Buberl&#8221; Walter Meischberger im Finanzministerium landen &#8211; der weiß schließlich wie kein Anderer, wie man schnell, billig und ohne sich von Moral oder Ethik behindern lassen zu müssen zu Geld kommt. Vielleicht wird ja auch Zukunftsforscher HJ Jenewein (<a href="http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4931&#038;Alias=wzo&#038;cob=481470&#038;Page16408=13">&#8220;Barbara Rosenkranz verkörpert das Bild einer modernen(!) österreichischen Frau mehr als jede andere.&#8221;</a>) Staatssekretär für Gleichstellungsfragen. Den Rest kriegt ein ausgedünntes SPÖ-Team rund um diejenigen, die nach dem herben Stimmenverlust von der Mannschaft übrig geblieben sind und sich angesichts einer Regierungszusammenarbeit mit dieser FPÖ nicht in Agonie und/oder Vomitation winden.</p>
<p>An den Fernsehschirmen ergötzt sich die am Boden liegende Kleinpartei namens ÖVP zwar am finsteren Gesichtsausdruck des Heinz Fischer, sinnt aber insgeheim auf Rache, weil ihnen diese widerlichen Sozi mit ihren dreisten Winkelzügen in letzter Sekunde doch noch die Regierungsbeteiligung unter&#8217;m Gesäß weggerissen haben. Hätten damals beim Schüssel doch nicht so aufmerksam zuschauen müssen, die Roten.</p>
<p><strong>Erste Maßnahmen</strong></p>
<p>Sofort nach Amtantritt wird das im Regierungsübereinkommen zwischen FPÖ und SPÖ festgesetzte (und von der Kronen Zeitung abgenickte) Austrittsverfahren aus der Europäischen Union eingeleitet. Erst Jahre später, als sich die ersten FPÖ-&#8221;Experten&#8221; auch tatsächlich mal das Vertragskonvolut mit der EU durchschmökern und feststellen, dass das mit dem Austritt doch nicht so einfach geht, soll sich ein wenig Unmut breitmachen. Auch wurscht. Die Einstellung der Zahlungen der EU-Beiträge kann zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr zurückgenommen werden und die bis dahin anfallenden Zins-, Straf- und Pönalzahlungen retten praktischerweise Griechenland, Italien, Spanien und Portugal zusammen vor dem Bankrott. Österreich findet sich kurz darauf unter dem Euro-Schutzschirm wieder und verfolgt bang die niederschmetternde Meldungslage in internationalen Medien. Aus völlig unerfindlichen Gründen nimmt Strache seine Forderung nach Rückkehr zum Schilling vergleichsweise rasch zurück.</p>
<p>Auch das Minarettverbot wird selbstverständlich priorisiert umgesetzt. Mit Stolz verkündet die FPÖ den sofortigen Stopp aller Minarett-Neubauten. Auf die höchst investigative Frage von Armin Wolf nach der Anzahl der gestoppten Bauvorhaben muss Strache freilich wahrheitsgemäß mit &#8220;Na gar keine, aber das ist ja gar nicht der Punkt&#8230;&#8221; antworten.</p>
<p>Ein weiteres klares Ziel der neuen Bundesregierung wird ebenfalls prompt umgesetzt: Der totale Einwanderungsstopp. Vom Start weg ein Riesen-Erfolg! Zugegeben, der Entfall eines aufrecht erhaltenen Gesundheitssystems, des Pflegebereichs, der Reinigungsbranche und einer funktionierenden Gastronomie ist vielleicht ein wenig unangenehm, aber hey, das ist doch alles leicht erträglich, wenn man bedenkt, dass nur ganz wenige und unbedeutende Menschenrechte verletzt werden mussten, um die Leser der Kronen Zeitung sich wieder total sicher fühlen lassen zu können! Selbstverständlich haben die Arbeitssuchenden nach wie vor keine Beschäftigung und die Kriminalitätsstatistik verändert sich ebenfalls nicht signifikant, aber mit solchen Kleinigkeiten kann sich das neue Dream-Team der Bundesregierung auch später auseinandersetzen. Vielleicht. Zuerst müssen mal &#8220;die Ängste der Österreicherinnen und Österreicher&#8221; hingebungsvoll &#8220;ernst genommen werden&#8221;. Jawoll.</p>
<p><strong>Was sonst noch so passiert</strong></p>
<p>Kurz nach der Angelobung trifft Strache zum Amtsantritt auf seine &#8220;Kollegin&#8221; Angela Merkel. Nachdem er im Vorfeld kamerawirksam drollige Kalauer über die deutsche Kanzlerin in einer Wiener Disco zum Besten gab, ist diese &#8211; völlig überraschend &#8211; ein wenig verschnupft und lässt sich selbst von seinem amikalen &#8220;Du, Angie, das mit unserer Wiedervereinigung machen wir beide aber schon ein bissi g&#8217;scheiter als die damals mit Euren Kommunisterln im Osten, gell?&#8221; nicht versöhnen. Mit einem derben serbischen Fluch auf den Lippen verlässt Strache das Treffen und gießt sich in einer Berliner Großraumdisco mit ein paar deutschen Burschenschaftern gehörig einen hinter die Binsen.</p>
<p>Anlässlich eines Papstbesuchs freut sich Strache sehr, den heiligen Vater persönlich kennenlernen zu dürfen. Als er mit einem verschmitzten Grinsen auf den Lippen gleich beim ersten gemeinsamen Mittagsmahl auf seine fröhlichen Bestrebungen hinweist, den Juden und Moslems das Leben &#8220;so richtig schön zur Hölle&#8221; machen zu wollen (&#8220;HC Man&#8217;s Mut gegen Türk&#8217; und Jud&#8217;&#8221;), ist der Papst erstaunlich wenig von diesem Ansinnen angetan. Strache versucht den Eklat im letzten Moment zu verhindern, indem er behauptet, es habe sich doch nur um einen kleinen Scherz gehandelt, so quasi &#8220;zwischen gleichrangigen Führ..Oberhäuptlingen&#8221;. Aus unerfindlichen Gründen reist der Papst dennoch im selben Augenblick erbost ab. Am nächsten Tag wird das Konkordat mit Österreich vom Vatikan storniert.</p>
<p>Beim internationalen Anti-Atom-Gipfel nimmt Energie-Experte Strache artig die aktuelle Haltung seiner Partei ein. Nachdem er sicherheitshalber noch einmal bei Kronen Zeitung und Herbert Kickl nachfrägt, welcher ein Standpunkt momentan vertreten werden solle, tritt er mit aller Vehemenz gegen diese bösen Atomkraftwerke ein. Wenige Monate zuvor scheiterte die Regierung übrigens an der Errichtung eines Kernkraftwerks, da sich blöderweise wider Erwarten nicht einmal seine Kernwähler für einen kleinen Meiler in Simmering erwärmen ließen. Deppen.</p>
<p>Zum geplanten Zusammentreffen Straches mit US-Präsident Barack Obama kommt es gar nicht erst, nachdem Strache Obama beim ersten Sichtkontakt in gebrochenem Englisch frägt, wann denn der US-Präsident einzutreffen gedenke. Ein Schwarzer könne immerhin maximal der Chauffeur eines solch wichtigen und einflussreichen Mannes &#8211; also Amtskollegen &#8211; sein, lacht Strache in umstehende Kameras. Seltsamerweise reist auch Obama recht flott wieder aus Österreich aus.</p>
<p>Die folgenden internationalen Zusammenkünfte sind tendenziell rar gesät. Erstaunlicherweise finden sich auf den Einladungen an den österreichischen Bundeskanzler immer wieder irgendwelche &#8220;höchst bedauerliche&#8221; kleine &#8220;Irrtümer&#8221; hinsichtlich Veranstaltungsdatum oder -ort&#8230;</p>
<p>Naja, immerhin mit seinen Brüdern im Geiste aus Serbien kann Strache das eine oder andere Manifest gegen irgendwas erarbeiten.</p>
<p><strong>Cum hac parte rem publicam non confio.</strong></p>
<p>Wieviel Satire tatsächlich in diesem Beitrag steckt, vermag ich nicht zu prophezeien. Fest steht, dass SPÖVP zur Zeit klar auf dieses Ziel zusteuern und auch weiterhin kaum in der Lage sein werden, den scheinbar unaufhaltbaren Aufstieg des HC Strache zu verhindern.</p>
<p>Wohlan! Es erwartet uns eine strahlende Zukunft voller Menschlichkeit, Solidarität und erfolgreicher internationaler Zusammenarbeit!<br />
Quasi.<br />
Oder so.</p>
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		<item>
		<title>Khan Academy: Maybe part of the Future of Education?</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 11:43:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Mission Statement der Khan Academy klingt auf den ersten Blick höchst salbungsvoll: &#8220;The Khan Academy is an organization on a mission. We&#8217;re a not-for-profit with the goal of changing education for the better by providing a free world-class education &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/06/khan-academy-maybe-part-of-the-future-of-education/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_1509" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/06/khanacademy_beig.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/06/khanacademy_beig-160x107.jpg" alt="Das Team der Khan Academy" title="Khan Academy Team (khanacademy.org)" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1509" /></a><p class="wp-caption-text">Salman Khan (li.) mit seinem Team der Khan Academy</p></div>Das Mission Statement der <a href="http://khanacademy.org">Khan Academy</a> klingt auf den ersten Blick höchst salbungsvoll: &#8220;The Khan Academy is an organization on a mission. We&#8217;re a not-for-profit with the goal of changing education for the better by providing a free world-class education to anyone anywhere.&#8221; Aber auch bei näherer Betrachtung scheint das Portal, das der US-Amerikaner Salman Khan indirekt bereits 2004 ins Leben gerufen hat, einen möglicherweise nicht unerheblichen Beitrag dazu leisten zu können, interessierten bzw. begabten Menschen, denen aus rein materiellen Gründen der Zugang zu Bildung erschwert wird, kostenlos wertvolles Wissen auf hohem fachlichen sowie pädagogischen Niveau zur Verfügung zu stellen.</p>
<p>Salman Khan, dessen Eltern selbst aus Indien bzw. Bangladesh stammen, also Regionen, in denen Qualifizierung und Bildung teils einem Luxusgut gleichkommen, legt sehr viel Wert darauf, mit seinem extrem kompakten Team ein selbständig lauf- und existenzfähiges Portal auf die Beine zu stellen, um auch in Zukunft Wissen kostenlos bereitstellen zu können, das Usern weltweit zur Verfügung steht.</p>
<p>Im Rahmen eines <a href="http://www.ted.com/">TED-Talks</a> im März dieses Jahres stellte Khan sein Portal, seine Visionen und seine Ziele vor:</p>
<div style="margin:25px auto;width:560px;height:349px;"><iframe width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/gM95HHI4gLk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Dieses Zitat finde ich übrigens besonders originell:</p>
<blockquote><p>&#8220;And so you can imagine, you know, here i was &#8211; an analyst at a hedge fund. It was very strange for me to do something of social value.&#8221;</p></blockquote>
<p>Auszug aus <a href="http://www.ted.com/speakers/salman_kahn.html">Salman Khan&#8217;s TED-Profile</a>:</p>
<blockquote><p>In 2004, Salman Khan, a hedge fund analyst, began posting math tutorials on YouTube. Six years later, he has posted more than 2.000 tutorials, which are viewed nearly 100,000 times around the world each day.</p></blockquote>
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