Hagen Rether: Großes Kabarett mit ohne Lachen

Hagen Rether

Hagen Rether

Kabarett ist, wenn man trotzdem lacht: Bei Hagen Rether bleibt dem Zuseher schon gerne mal das Lachen ganz, ganz tief im Halse stecken.

Den Großteil der Zeit schwebt man vielmehr zwischen Betroffenheit und “facepalming”. So auch in diesem Beitrag, den er kurz nach der medienwirksamen Tötung/Ermordung – so genau weiß man das ja außerhalb des Whitehouses nach wie vor nicht wirklich – des einstigen “Terrorpatens” Osama Bin Laden durch eine US-Spezialeinheit brachte.

Ja, für mich persönlich ist und bleibt Hagen Rether mit seinem unvergleichlichen Vortragsstil und seiner einzigartigen Mischung aus hochbitterem Ernst und wohlplatzierten Pointen einer der besten Politkabarettisten des deutschen Sprachraums.

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Dual-Boot am iPhone

Ein Vergleich der gängigen Smartphone-Betriebssysteme ergab für mich ein überraschendes Ergebnis. Das viel gescholtene Windows Phone muss sich in meinem ganz subjektiven Ranking nur denkbar knapp dem iOS geschlagen geben. Ein sehr oberflächlicher, keineswegs umfassender, dafür jedoch umso subjektiverer Handy-Vergleichstest.

Smartphone-Quintett mit WirtschaftsBlatt investor App

Smartphone-Quintett mit WirtschaftsBlatt investor App

Die Entwicklung der WirtschaftsBlatt investor App, die von den Jungs der Tailored Media GmbH, auch bekannt unter “Tailored Apps” auf den gängigsten Smartphone-Plattformen umgesetzt wird und in den kommenden Wochen gelauncht wird, schreitet zügig voran und es gab in den vergangenen Tagen die ersten Release Candidates auf den diversen Betriebssystemen zur eingehenden Prüfung. Diese war zugleich auch meine erste Gelegenheit, tatsächlich alle relevanten Teilnehmer im Markt der Handy-OS im direkten Vergleich zu testen.

Die Probanden:

  • iOS 4.3 auf meinem iPhone 4
  • Android 2.6.32.9 auf Samsung GT-I9000 bzw. HTC Desire HD
  • Windows Phone 7 am Samsung Taylor
  • Symbian 3 am Nokia C7
  • BlackBerry 6 auf dem BlackBerry Torch

Eingangs sollte ich natürlich – quasi als Disclaimer – darlegen, dass ich nun schon seit geraumer Zeit iPhone-Nutzer bin und mit dem Ding auch – bis auf einige wenige Einschränkungen – in höchstem Maße zufrieden bin. Die Usablity lässt kaum Wünsche offen, es ist enorm intuitiv zu bedienen (mein heute 3-jähriger Sohnemann spielt seit einenhalb Jahren liebend gerne damit und ich musste ihm nicht ein einziges Mal zeigen, wie er die Tastensperre deaktiviert oder Apps startet), das Retina-Display ist derzeit völlig unschlagbar, die Verfügbarkeit von Apps gewaltig und die Zuverlässigkeit äußerst zufriedenstellend. Die Abstriche, etwa die fragwürdige iTunes-Zwangsbeglückung bis ins kleinste Detail, die teils unangenehm kurze Akkulaufzeit und ein paar mehr sind zwar zuweilen lästig, können aber den positiven Gesamteindruck nicht wesentlich einschränken.

Nun bekam ich also zum iPhone noch die anderen oben genannten Devices in die Hand und auf den allerersten Blick war das Ergebnis recht schnell klar: Das iPhone war das klar am weitesten fortgeschrittene Smartphone in dieser Auswahl. Dann kam lang nix, irgendwo dahinter rauften sich Android und Windows Phone um die Stockerlplätze, Blech ging an Blackberry und kurz danach folgte Symbian. Nach etwas intensiveren Testreihen mit den Dingern (zugegeben vornehmlich im Rahmen der zu testenden App selbst) begannen sich die Abstände merklich zu verschieben. Usability-Aspekte rückten in den Vorder-, andere in den Hintergrund und stets gepflegte, aber nie erwiesene Vorurteile gegenüber den einzelnen Plattformen erfuhren dringend nötige Korrekturen.

Erwähnen sollte ich der Vollständigkeit halber auch, dass meine Tests keine tief schürfenden Analysen der (Un)Tiefen der OS-Kernels umfassten, keinen Vergleich der PC-Konnektivität und auch keine Bewertung der jeweiligen App-Landschaften, sondern vielmehr die für den Löwenanteil der User viel relevanteren Bereiche Usability, Zugänglichkeit, gestalterische Aufmachung, insgesamt vielleicht am ehesten so etwas wie die “Sympathie”, die man einem Gerät zugestehen könnte, abbildeten.

Viele Überraschungen & wenige Enttäuschungen: Windows Phone 7

Am meisten überraschte mich – zugegebenermaßen – das Windows Phone. Nachdem ich bis dato immer nur kurze Momente mit einem Windows-basierten Device gehabt hatte, die nie ein klares Urteil zugelassen hatten, war dieses Mal endlich ausreichend, um ein klareres Bild zu erhalten. Windows Phone 7 ist wirklich ein attraktives OS und der ganze Umgang damit ist herrlich intuitiv, klar und aus meiner Sicht auch erfrischend innovativ. Ich nahm das Samsung Taylor in die Hand und musste nur in einigen wenigen Fällen länger nach irgendeiner Funktion suchen. In wenigen Sekunden hing das Ding im WLAN, die Deaktivierung des Displays war binnen weniger Augenblicke auf einen für die Tests sinnvollen Zeitraum gesetzt und so ging es munter weiter. Die Gestaltung mit teils sehr gewagten Screendesigns, der (im positiven Wortsinne) interessanten Typographie und der durchdachten Menüführung macht die Nutzung von Windows Phone 7 beinahe zu einem Vergnügen. OK, das Fehlen von Multitasking oder etwa einer Screenshot-Funktion sprechen nicht gerade für den Klassenprimus schlechthin, aber gänzlich ohne irgendwelche Einschränkungen wird man wohl bei keinem OS jemals davonkommen. Ebenfalls ein Wermutstropfen ist der Browser, der einfach kein so fesches Rendering zustande bringt, wie ich es vom iPhone und seinem Safari gewohnt bin.

Unter den Erwartungen: Android

Viel erwartet habe ich mich von Android, das bekanntlich nach Ansicht mancher Analysten bereits das führende Smartphone-OS (nach generiertem Datentraffic) sein soll. Nachdem man ja bekanntlich keinen Statistiken Glauben schenken sollte, die man nicht eigenhändig gefälscht hat, sei dies dahingestellt – meinen persönlichen Zugang zu einem Handy beeinflussen diese Aspekte ohnehin nur sehr dezent. Die Vorschusslorbeeren wurden jedenfalls recht schnell reduziert. Ich fühlte mich auch mit Android schnell vertraut und tat mir recht leicht, die einzelnen Funktionen zu finden und das Gerät zu bedienen, aber der Innovationsgeist, der Google in vielerlei Hinsicht umgibt, scheint bei Android nur auf Teilzeitbasis beteiligt zu sein. Viele OS-Bereiche wirken wie uninspiriert vom Mitbewerb kopiert, andere wiederum sind durchaus attraktiv und zugänglich. Insgesamt durchaus ein arbeits- und alltagsfähiges System, aber einen Umstieg vom iPhone würde ich aus diesen Erfahrungen heraus sicherlich nicht anstreben. Zudem muss ich eingestehen, dass die Hardware, auf der ich Android testete, alles andere als “wertig” wirkte. Das knarzende Kunststoffgehäuse und das teils widerspenstige Display des Samsung bzw. das unwesentlich attraktivere HTC Desire machten den ganzen Umgang eher weniger erfreulich.

Geht so: BlackBerry

Der BlackBerry Torch, dessen Vorgänger ich schon desöfteren in der Hand gehabt und niemals besonderes Interesse entwicket hatte, wirkte im Gegensatz zu den Android-Geräten von Samsung bzw. HTC immerhin deutlich hochwertiger und gab haptisch ein einigermaßen gutes Gefühl. Das OS macht einen sehr seriösen und durchdachten Eindruck, das dem Ruf des “Arbeitstiers” durchaus gerecht wird, der schier untrennbar mit RIM bzw. BlackBerry verbunden ist. Die ausziehbare Tastatur ist für meine persönlichen Bedürfnisse klar zu klein, dafür fand ich das Trackpad unterhalb des Touchscreens sehr gelungen. Von der Präzision und Funktionalität dieses Buttons war ich tatsächlich einigermaßen angetan. SO attraktiv das OS in seinen Menüs und der Benutzerführung gestaltet ist, so fürchterlich stellt sich der Browser dar. Auch wenn Viele der Meinung sind, der Browser würde zugunsten der Apps ohnehin drastisch an Bedeutung verlieren, so bleibt er meines Erachtens dennoch ein wesentliches Element eines Smartphones. Hier kann man also bei einem User wie mir viel Boden verschenken – was BlackBerry hingebungsvoll zelebriert…

Symbian: Nein danke!

Ja, und dann war da noch Symbian. Bereits in den ersten Minuten mit dem Nokia C7 entstand der Eindruck, Symbian versuche verkrampft, uralte Nokia-Tugenden aufrecht zu erhalten, um im selben Atemzug und im krassen Gegensatz dazu modernste Smartphone-Funktionalität einzuimpfen. Eine sehr seltsame Benutzerführung, ein umständlicher Menüaufbau, unattraktive Gestaltung und ein zudem suboptimaler Touchscreen machten den Umgang mit dem C7 nicht gerade zur Tortur, aber immerhin zuweilen zu einem Ärgernis – vor allem, wenn man unmittelbar daneben die oben genannten Geräte zum direkten Vergleich liegen hat. Wenig überraschend fand ich etwa, dass – wie bei sämtlichen Smartphones ohne physischem Keyboard – bei Bedarf eine Tastatur am Display angezeigt wird. Dass diese jedoch den Aufbau eines Handy-Tastenfeldes mit der typischen Mehrfachbelegung aufwies (zumindest in der Portrait-Haltung), fand ich dann doch eher amüsant. Selbstverständlich sind die allermeisten Schwierigkeiten, die ich mit dem System hatte, gewöhnungsbedürftig und relativieren sich möglicherweise dementsprechend mit der täglichen Handhabung, aber meines Erachtens sollte ein Betriebssystem nicht dem User eine langwierige Gewöhnungsphase abringen, sondern ganz im Gegenteil sollte sich der User vom ersten Moment an wohl fühlen und ohne Umschweife damit zurecht kommen. Nachdem Otto Durchschnittsendverbraucher zudem in aller Regel nicht sonderlich techaffin ist, muss ein Smartphone auch definitiv intuitiver und “logischer” in der Bedienung sein. In dieser Kategorie und einigen anderen Bereichen (der Browser etwa ist ein Graus!) scheitert Symbian meiner persönlichen Meinung nach spektakulär.

Ich beglückwünsche Nokia jedenfalls (erneut) zu der unerwarteten Weitsicht, künftig auf Windows Phone zu setzen.

Mein ganz persönliches Fazit

Wenn ich die vergangenen Tage Revue passieren lasse und noch einmal versuche, die stundenlangen Spielereien mit den verschiedenene Geräten gedanklich zu ordnen, ergibt sich ein klares Ergebnis:

  1. Apple iPhone
  2. Windows Phone 7
  3. Android
  4. BlackBerry
  5. Symbian

Auch wenn mich nun einige iAfficionados vermutlich zuerst an den Pranger stellen und in weiterer Folge unter die Guillotine legen wollen (oder umgekehrt): Ich persönlich hätte ja am liebsten ein iPhone mit Windows Phone 7 und Safari. Das Retina Display mit den hübschen Windows Menüs? Eine für mich extrem attraktive Vorstellung! Oder vielleicht doch lieber ein iOS mit Windows Phone 7-Theme…?

Das sag’ ich aber alles lieber nicht zu laut. Steve Jobs ist gesundheitlich ohnehin schon ausreichend bedient, da möchte ich nicht auch noch einen Herzinfarkt riskieren, den solche Häresien zweifelsfrei nach sich zögen…

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Naturkatastrophe Super-GAU?

Es ist wirklich erstaunlich, mit welcher Kaltschnäuzigkeit die Vertreter der Atomlobby, zahlreiche Politiker und andere Befürworter der Kernenergie immer noch ihre salbungsvollen Mitleids- und Betroffenheitsbekundungen in jede sich bietende Kamera rezitieren – und stets sprechen sie von einer Naturkatastrophe. Die Glaubhaftigkeit dessen entspricht derjenigen eines Menschen, der tagtäglich im vollen Bewusstsein der Gefahr im Heustadl ein Lagerfeuer entzündet und sich dann wundert, dass nach einem Windstoß ein paar Funken zum Niederbrennen des ganzen Dorfes führen. Was für ein Pech. Höhere Gewalt halt. Kommt nicht mehr vor. Versprochen!

Warning Sign Nuclear Radiation

Danger: Nuclear Radiation - Verharmlosung unangebracht!

Ich habe in den vergangenen Wochen einigermaßen fassungslos Bilder und Videos gesehen, die an Tragik kaum zu überbieten sind. Da waren einerseits ein paar Diktatoren, die teils mit enormer Brutalität und Gewissenlosigkeit ihre eigenen Landsleute, die für halbwegs faire demokratische Verhältnisse einstehen, niedermetzeln ließen, andererseits erstickten ganze Landstriche einer der fortgeschrittensten Nationen der Erde rettungslos und innerhalb kürzester Zeit unter Wasser und Flammen. Hinzu kommt die immer noch drohende und sich kontinuierlich ausweitende Gefahr einer nuklearen Katastrophe, wie sie die Welt in dieser Form noch nie erlebt hat.

Furchtbare Bilder der Katastrophe und tränenrührende Dokumente der Vernichtung prägten die Berichterstattung über die Auswirkungen des in Folge eines Erdbebens der Stärke 8,9 aufgetretenen Tsunamis in Japan. Schiffe, Autos, ja ganze Häuser treiben in den Wassermassen, Menschen rennen – teils vergeblich – um ihr Leben. Die Anzahl der Opfer steigt unaufhaltsam. Hunderttausende menschliche Tragödien innerhalb weniger grauenvoller Stunden. Nicht zuletzt sorgt die bis zu 10 Meter hohe Welle für graviernde technische Gebrechen an neuralgischen Sicherheitselementen dreier küstennaher Atomkraftwerke. Der “Meltdown”, die Grundlage für den vielzitierten Super-GAU, rückte in bedrohliche Nähe – und verharrt zur Stunde ebendort. Lauernd. Vermutlich unvermeidbar, aber das vermag niemand außerhalb der – traditionell wortkarg bis beschwichtigend kommunizierenden – Regierung Japans mit Sicherheit zu sagen. Diejenigen, die dennoch ihren Senf dazu abgeben, plaudern vornehmlich irgendwelche Gerüchte nach, daher kam es auch in den vergangenen Stunden wiederholt zu Kernschmelzen, unmittelbar darauf folgenden Dementis und neuerlichen GAUs (da capo).

Über die potentiellen Folgen einer Kernschmelze und was radioaktive Verseuchung mit Mensch, Tier und Umwelt so anstellt, kann man derezeit in unzähligen Factboxes in den Medien nachlesen. Bei Wikipedia gibt es ebenfalls recht umfassende (und scheinbar fachlich ausgezeichnete) Artikel darüber. Besonders Neugierige machen einfach einen Ausflug nach Prypjat (heute eine Geisterstadt, bis zur Not-Evakuierung 1986 Heimat von ~ 50k Menschen) und schauen sich vor Ort an, was es bewirkt, wenn die Brennstäbe eines Kernreaktors überhitzen und hochradioaktives Material ungehemmt in der Umgebung verteilt wird. Man kann auch das mehrteilige Computergame S.T.A.L.K.E.R. spielen, das in der “Zone” rund um den so genannten “Sarkophag” angesiedelt ist, der 1986 als Sicherheitsmaßnahme um den explodierten Reaktorblock 4 errichtet wurde – und mittlerweile so desolat ist, dass ein neuer rundherum hochgezogen werden muss.

Reaktionen und Meinungen – teils widerwärtigster Natur

Was allerdings an der ganzen Situation wirklich in menschliche Abgründe blicken lässt, sind die unterschiedlichen Reaktion auf die Ereignisse in Japan. Während Einige – scheinbar um den Wert ICD-10 F72 herum mental Retardierte – in den Social Networks völlig deplatzierte Possen verbreiteten, ließen auch zahlreiche Wissenschafter, “Experten” und andere Fachleute ihrer Logorrhoe freien Lauf.

Während man Manchen vermutlich keinerlei Böswilligkeit zum Vorwurf machen sollte, weil sie einfach nüchtern ihre Analysen ziehen und dabei schlicht den Faktor des menschlichen Verlusts weniger hoch einrechnen, als ich das an ihrer Statt täte, kommen andere zu haarsträubenden Erkenntnissen, die einzig und allein – pekuniär unterstützte – interessensorientierte Wurzeln haben können. So behauptete etwa ein – lt. Insert bei n-tv – führender US-Atomphysiker, dass es an der Pazifikküste der USA niemals zu einem solchen Unglück kommen könne – schließlich gab es dort ja noch nie einen Tsunami und ein Erdbeben zum gleichen Zeitpunkt. Nun, wenn ich mich da nicht sehr täusche, hätten das japanische Geologen bis ungefähr zum Morgen des vergangenen Freitags mit mindestens ebenso großer Selbstsicherheit behauptet…

Die durchschnittlich hartnäckigen unter den Befürwortern verharmlosen und sehen – erwartungsgemäß – keinerlei Handlungsbedarf. Die demnach völlig uneingeschränkte Sicherheit der Kernenergie wurde gebetsmühelenartig wiedergekäut und immer wieder wurde das Beispiel ausgegraben, dass ein deutsches AKW immerhin einen direkten Einschlag eines Passagierflugzeugs ohne Gefahr für den Reaktorkern überstehen könne. Hier sei nur der Vollständigkeit halber angemerkt: Zahllosen “Experten” zufolge hätten auch die Twin Towers des World Trade Centers den Angriff von 9/11 problemlos überstehen müssen, wenn, ja wenn da nicht lauter total widrige Umstände so zufällig und punktgenau zusammengetroffen wären. Dass die dann doch irgendwann kollabierten, na, das konnte ja niemals niemand irgendwie ahnen…

Nein, ein Atom-Unfall ist keine Naturkatastrophe!

Immer wieder wird in den Statements ein meines Erachtens schwerer logischer (wenn auch teils bewusster kommunikativer) Fehler gemacht, indem das Beben und der Tsunami mit dem Atomunfall in einen Topf geworfen werden. Tektonische Plattenbewegungen und Flutwellen(sic!) sind sicherlich schwer dem Menschen und seiner schier unendlichen Gier in die Schuhe zu schieben. Selbst die hartgesottensten Hardcore-Ökos tun sich damit vermutlich ein wenig schwer.

Was aber definitiv nicht in die Kategorie “Naturkatastrophe” fällt, ist der Umstand, dass ein Kraftwerk, dass im Schadensfalle so dermaßen desaströse Auswirken nach sich zieht, so gebaut wird, dass es zwar ein Maximum an – leistbarer – Energie und Profit produziert, aber nur ein im Rahmen von Gesetzesvorgaben auferlegtes Mindestmaß an Sicherheitskriterien erfüllt. Dies mag durchaus den allermeisten Ansprüchen genügen, aber seit spätestens Samstag wissen wir, dass es eben nicht ALLEN Ansprüchen genügt. Fazit: Man kauft billige Energie zu einem Preis, den man im Falle des Falles weder bezahlen, noch im Vorfeld versichern kann.

Man kann natürlich gerne entgegnen, dass der Mensch gar nicht in der Lage sein kan, ein Kraftwerk zu bauen, das einen ähnlichen Carbon Footprint wie Wasserkraft (was angenehmerweise auch gleich den Nachkaufsbedarf an CO2-Zertifikaten vermindert), aber trotzdem einen so hohen Output liefert, ohne dabei gewisse Risiken einzugehen – ganz zu schweigen von der bis dato völlig ungelösten Problematik der Endlagerung der hochradioaktiven Abfallprodukte. Dennoch wird man sich auch der Frage stellen müssen, welchen Stellenwert tatsächlich Faktoren abseits der Profitabilität einnehmen sollten: aus aktuellem Anlass seien hier wieder nur die Sicherheit der Menschen und die wirtschaftliche Situation einer ganzen Nationen angeführt.

Zugegeben, im Falle Japans darf man – so sich die Gesamtsituation nicht doch noch wesentlich verschlechtert – getrost davon ausgehen, dass sowohl der Yen, als auch der Leitindex Nikkei, als auch das soziale System mit einigen kleineren Dämpfern halbwegs gesund aus dieser Tragödie hervorgehen werden und der bevorstehende Wiederaufbau sogar ein wenig “Brummen im Konjunkturmotor” mit sich bringen wird (was ja wiederum den Menschen zugute kommt, deren Haus, Job, ja deren ganze Existenz unwiderbringlich mit dem Tsunami im Pazifik verschwanden).

Was aber, wenn ein solcher Unfall in einer wirtschaftlich weniger gut aufgestellten Nation passiert? Oder in einer Krisenregion? Die ehrenwerte Liste der Betreiber aktiver AKWs beinhält immerhin so Wirtschaftswunder wie Armenien, Pakistan oder auch Kasachstan. Im Iran wird ebenfalls gebaut. Ob diese Nationen dann so rasch Mittel und Wege finden, die Folgen eines Meltdowns zu bereinigen bzw. den betroffenen Menschen zu helfen? Oder gar betroffenen Nachbarländern? Da darf ich jetzt doch bitte berechtigten Zweifel anbringen.

Alles bleibt anders.

Nach der Kenntnisnahme des Kippens der öffentlichen Meinung contra AKWs hinterfragte mittlerweile sogar Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (ihres Zeichens übrigens Physikerin) die erst im Vorjahr gegen starken öffentlichen Druck umgesetzte Laufzeitverlängerung fast aller 17 deutschen Kernkraftwerke – teils bis ins Jahr 2036. Nun sei zumindest eine gründliche “Sicherheitsprüfung” Voraussetzung zur Aufrechterhaltung des Betriebs (was im übrigen die Frage aufwirft, ob diese etwa nicht VOR der Verlängerung der Betriebserlaubnis gemacht wurde…?). Heute, Montag, legte sie gar die ganze Entscheidung zur Ausdehnung der Betriebszeit im Rahmen eines Moratoriums auf Eis und einige der ältesten AKWs sollen tatsächlich in Kürze vom Netz gehen. Darunter etwa das KKW Biblis (dieses stammt übrigens aus dem gleichen Baujahr wie ich selbst, 1975) und wird von RWE Power AG betrieben. Ganz recht, das ist die Bude, bei der auch der österreichischer NRAbg, Ex-Bundeskanzler und Grasser-Macher Wolfgang Schüssel im Aufsichtsrat sitzt – und seit Jahr und Tag die daraus resultierende Ironie nicht begreifen will.

Die Atomkraftgegner ihrerseits jubilieren beinahe und fordern in – meines Erachtens unangenehmer – Kurzsichtigkeit die sofortige Abschaltung aller europäischen AKWs – was in logischer Konsequenz dazu führe, dass die entfallenden fast 15% des EU-Energiehungers teuer – und möglicherweise aus Kostengründen wiederum aus kernergieproduzierenden Ländern – importiert werden müssten.

Ganz ohne Öko- Fantasie: Raus aus Öl & Atom!

Es wird allerhöchste Zeit, dass der Ausstieg aus der Kernenergie in ihrer heutigen Form endgültig sowie großflächig beschlossen und raschestmöglich umgesetzt wird. Es wird Unfälle wie den am Freitag in Japan immer wieder geben (können) und ich sehe keinerlei Veranlassung, tagtäglich darauf zu warten, dass irgendwo wieder irgendwas passiert. Es arbeiten Menschen in AKWs, die durch wodurch auch immer ausgelöstes Fehlverhalten Unfälle verursachen können (siehe Tschernobyl 1986, Sewersk 1993, Three Mile Island, Pennsylvania 1979, etc.). Und es gibt Umweltfaktoren, die niemand erahnen oder voraussehen kann (siehe Fukushima 2011).

Was Goth (sic!) sei Dank noch keinen Eintrag in den Annalen gefunden hat, ist ein terroristischer Akt mit einem in einem AKW eingeschleusten Schläfer. Schon erstaunlich, dass das der deutschen Bundesregierung, die ja aufgrund der ständig und unmittelbar grassierenden Terrorgefahr bekanntlich am liebsten das halbe Internet zusperren würde und die Grundrechte beschneidet, wo sie nur irgendwie kann, noch gar nicht eingefallen ist, gell?

Hinzu kommen noch andere, ihrer Wahrscheinlichkeit nach tendenziell unbedeutende, Szenarien hinzu (Materialversagen, Wartungslücken, etc.), die halb Deutschland quasi dem Erdboden gleich machen könnten – und uns als Nachbarn gleich mit.

Ich finde, auf all das zu warten und auch weiterhin die bedeutenden Investitionsvolumina nicht in die nachhaltige Sicherstellung der Energiegewinnung durch ökologisch vertretbare Quellen umzuleiten, ist nun wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss. Ok, ein paar Lobbyisten werden da noch gelegentlich protestieren, aber spätestens dann, wenn im Bereich der Green Energy ein ähnlich gutes Einkommen für sie erzielt werden kann, sind sie flott auf Schiene. Aus Überzeugung, versteht sich. ;-)

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Der Betroffenheits-Tsunami

Es ist eine großartige Zeit für einen ganz bestimmten Typus Mensch: “Der Betroffene” feiert gerade eine richtig große Zeit, wo es doch gerade Zoff galore in Nordafrika gibt. Hingebungsvoll wird Mitleid bekundet, lautstark militärische und politische Intervention gefordert und die große Betroffenheit möglichst öffentlichkeitswirksam zur Schau gestellt. Hilfe leisten? Nein, das machen eh Andere. “Off the records” werden dann aber weiterhin gute Geschäfte gemacht und wenn sich noch der eine oder andere Euro herausholen lässt, bevor es endgültig kracht, wird die Betroffenheit auch gleich ein wenig erträglicher. Opportunismus in seiner vielleicht widerlichsten Form.

Muammar Abu Minyar al-Gaddafi

Muammar Abu Minyar al-Gaddafi - brutaler Diktator und beliebter Geschäftspartner sind kein Widerspruch (©U.S. Navy/public domain)

Den Auftakt der prachtvollen Periode läutete Tunesien bereits Ende vorigen Jahres ein, als die so genannte Jasminrevolution das Ende des zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre andauernden Regimes des Zine el-Abidine Ben Ali einläutete. Ben Ali nahm die Beine in die Hand und floh zu seinen Kumpels in Saudi-Arabien. Kurz darauf zog der Revolutionszug weiter Richtung Osten und erreichte rasch Ägypten, dessen Präsident Muhammad Husni Mubarak nach fast 30 Jahren an der Staatsspitze den mehr oder weniger geordneten Rückzug antrat. Das dazwischen liegende Libyen, das ebenfalls mit einem ausgemachten Humanisten und Menschenfreund, Muammar Abu Minyar al-Gaddafi, als Machthaber gesegnet ist, steht ebenfalls unmittelbar vor einer gravierenden politischen Veränderung.

Es kracht und grammelt also in Afrika und die Welt ist betroffen vom brutalen Vorgehen der Machthabenden. Schnell wurden die Rufe nach politischen Interventionen laut, da und dort hörte man auch die Forderungen nach umgehender militärischer Sanktionierung des unmenschlichen Umgangs mit Oppositionellen. In Europa, wo Gaddafi bekanntlich nur recht wenige sonderlich gute Freunde hat (die meisten davon in Italien und in der FPÖ), sitzen Sicherheits- und Militärgremien zusammen und beraten, wer wann wo wieviel mitbombardieren darf. Allen voran Frankreichs gescheiterter Freizeit-Napoleon Nicolas Sarkozy, über den Gaddafi kürzlich ein “ernstes Geheimins” zu kennen behauptete. Der Kleine an der Spitze der Grande Nation wollte sich daraufhin gleich als erster sein Lieblingsziel für das Bombardement aus dem Katalog aussuchen.

Schön, eigentlich, wie gleich alle darin einig sind, einem Land mit vereinten (militärischen) Kräften dabei zu helfen, Diktatoren loszuwerden, die alles andere als lieb zu ihren Mitmenschen sind. Erstaunlicherweise lautet das Ziel jedoch nicht etwa Gabun, Tschad, Äquatorialguinea oder Simbabwe, deren jeweilge Machthaber ihrerseits nicht lange fackelten und die ersten zarten Keime eines Widerstandes brutal niederschossen. Wer sah aus diesen Ländern einen abendfüllenden TV-Bericht gesehen? Oder vielleicht auch aus Uganda oder Äthiopien? Wer sah einen Tweet oder ein Facebook-Update darüber? Wann hatte der neue Shooting-Star der internationalen Medienwelt, der im Emirat Qatar situierte arabische Medienkonzern Al Jazeera, eine mehrstündige Sonderberichterstattung mit Live-Schaltungen über andere, ein paar Kilometer südlicher gelegene afrikanische Staaten als Tunesien, Ägypten und Libyen im Programm? Gab es überhaupt Erwähnungen dieser Länder? Tja.

Böse? Böse ist relativ.

Was hat Libyen, was die anderen nicht haben? Ist Gaddafi so viel böser als die zahllosen anderen Diktatoren und Landlords, die den afrikanischen Kontinent im Würgegriff halten? Ist er der brutalste Herrscher, den es zu attackieren gilt? Ist Libyen die einzige Diktatur, die einer pro-westlichen Demokratisierung zugeführt werden soll/kann/muss? Wieso macht Gaddafi die Menschen mit seinen Militärschlägen gegen Rebellen so viel “betroffener” als etwa Robert Mugabe, der Homosexuelle öffentlich als “schlimmer als Tiere” bezeichnet? In Äquatorialguinea werden mutmassliche Putschisten coram publico gefoltert und im Tschad scheint der Begriff “Menschenrechte” angesichts etwa der berühmten Kindersoldaten, regelmäßiger Ermordungen politischer Gegner des Regimes und wiederholter Misshandlungen von Angehörigen humanitärer Organisationen weitestgehend unbekannt. Und diese Liste erhebt explizit den Anspruch der Unvollständigkeit. Sie könnte vielmehr nahezu beliebig fortgesetzt werden.

Dennoch richtet sich das quasi uneingeschränkte Augenmerk “des Westens” auf Libyen, das im Grunde genommen in vielerlei Hinsicht ein Entwicklungsniveau besitzt, bei dem selbst westliche Nationen teils das Nachsehen haben. So gibt es in Libyen die Pflichtschule aller 6 bis 15-Jährigen, ein halbwegs modernes Sozialversicherungswesen – im Gegensatz zu etwa den USA – inklusive kostenloser medizinischer Versorgung, Witwen- und Seniorenrenten. Die Staatsreligion des Islam verhindert zwar eine ausgewogene Bildung über beide Geschlechter, aber die Alphabetisierung von > 92 Prozent unter den Männern ist weit weg vom Weltschlusslicht. Im Human Development Index (HDI) der United Nations Development Programme (UNDP) liegt Libyen auf dem vergleichsweise respektablen Platz 53 von 169 erfassten Ländern (zum Vergleich China: 69, Russland: 65, Mexiko: 56, Kroatien: 51, Österreich 25). Angesichts dieser nicht uninteressanten Platzierung wäre es keineswegs unangemessen, lange vor Libyen einer Reihe anderer Staaten “die Demokratie” zu bringen , wie es so gerne formuliert wird (und nein, nicht so wie bei den unangefochtenen Interregnum-Weltrekordhaltern in Belgien).

Ubi multum lumen, umbra obscurior est

Zugegeben: Diesen zivilisatorischen Errungenschaften stehen so manche ganz und gar nicht adrette Fakten gegenüber. Mal ganz abgesehen davon, dass es mir naturgemäß ein wenig schwer fällt, einer in ihrer wesentlichen Substanz auf religiösen Schriften aufbauenden Rechtssprechung sonderlich viel abzugewinnen oder gar einer Regierungsform ohne wesentliche Einbindung des zu regierenden Volkes, gibt es da ja noch ein paar andere Punkte, über die die guten Geschäftsfreunde Gaddafis eher ungern beim Dinner plaudern.

Da wäre beispielsweise diese Sache mit Lockerbie 1988, das Bombenattentat auf eine Air France-Maschine 1989, der Schulterschluss mit Saddam Hussein im Irak-Konflikt 1990, 2000 gab es Pogrome gegen afrikanische Arbeiter, 2004 wurden mutmaßlich über den pakistanischen Schwarzmarkt Pläne für Atmowaffen angeschafft und so weiter. Der Korruptionswahrnehmungsindex für 2010 schließlich wies Libyen einen Wert von 2,2 aus, was Rang 146 bedeutet (also sogar ein wenig schlimmer als die Schwarz-Blaue Bundesregierung 2000-2007).

Haben all diese Aspekte nun dazu geführt, dass europäische Unternehmen oder Staaten nachhaltig die Geschäftsbeziehungen zu Libyen und damit dem Gaddafi-Clan abdrehten? Keineswegs! Es gab zwar anhaltende Handelsembargos (wenn auch in erster Linie hinsichtlich des Verkaufs von Waffen) und die USA haben Libyen großspurig in die Riege der “Schurkenstaaten” eingereiht, aber das hat im Grunde niemanden wirklich interessiert.

Libyen galt stets und bis heute als einer der wichtigsten Förderer und Exporteure von Öl und Gas (~70% des BIP, je nach Quelle ~95-97% der Exporterlöse), nicht nur – aber vor allem – für Europa. Allen voran Italien, die vermutlich nicht zuletzt deshalb (neben der “Angst” vor den vielen etwaigen Flüchtlingen im Falle eines andauernden Bürgerkriegs) als vehementeste europäische Unterstützer Gaddafis fungieren. Originelles Detail am Rande: Frankreichs Nicolas Sarkozy vereinbarte noch 2007, also vor nur etwas mehr als drei Jahren – im Rahmen einer Absichtsübereinkunft mit Gaddafi den Bau eines Atomkraftwerks.

So weit brauchen wir aber gar nicht zu blicken: Der heimische Mineralölkonzern OMV ist seit vielen Jahren mit Förderanlagen in Libyen präsent und bezog 2010 rund 10 Prozent der Gesamtmenge an Öl von dort. Der lapidare Kommentar von OMV-Noch-Chef Wolfgang Ruttenstofer dazu lautete, man überweise ja schließlich kein Geld an den Gaddafi-Clan, sondern mache lediglich Geschäfte mit der National Oil Company. In Ruttenstorfers Augen zahlt die NOC vermutlich weder Steuern, noch wird es in einem Land, das hinsichtlich der Korruption auf Augenhöhe mit dem Iran rangiert, unveröffentliche Zahlungen an den mehr oder minder allmächtigen Staatschef geben. Betroffenheit? Ja sicher! Man beobachte die Situation sehr genau und die Mitarbeiter wurden auch zu einem Gutteil abgezogen (natürlich nur die österreichischen, die einheimischen Kollegen dürfen ruhig dort bleiben und schauen, wie sie mit etwaigen bewaffneten Konflikten zurande kommen). Na, immerhin sehe er Risiken, räumte er später in den Interviews (zB. hier) ein.

Pecunia non olet.

So wie der Strom für den Verbraucher kein Mascherl hat, so hat auch das Geld der Investoren und Shareholder kein Etikett. Auf dem Kontzoauszug hängt er ja auch nicht mehr, der Mief der ethisch höchst bedenklichen Herkunft des Profits. Was sich auf den ersten Blick vielleicht wie fantasievolles “Gutmenschengewäsch” liest, sollte durchaus einmal ein zweites Mal sachlich durchdacht werden. Selbst wenn man den Herrn Gaddafi nicht als den verwerflichsten Despoten dieses Erdenrunds betrachten muss, so gibt es noch zahlreiche andere Regimes in anderen Ländern, in denen immer noch fröhlich Geld verdient wird. Auch von heimischen Unternehmen. Auch von europäischen Staaten.

Aber wenn’s dort auch einmal kracht, dann sind wir alle miteinander – ehrlich und aufrichtig – betroffen.
Hand drauf.

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Caught in a Bad Project

Zugegeben: Wirklich spaßig ist das erst, wenn man a) seine akademische Würden hart erkämpft und b) einen gewissen Einblick in die Arbeit in der naturwissenschaftlichen (speziell biotechnologischen) Forschung hat. Manchmal reicht es jedoch auch, den Erzählungen von Freunden, Ehepartnern oder Geschwistern zu lauschen, wenn es – wie in meinem Fall – sowohl an a) als auch an b) “mangelt”. Hafe fun! ;-)

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Karl-Heinz Grasser – Vorbild in Sachen Transparenz

Man kann dem ehemaligen Finanzminister und windigen Finanzjongleur unter quasi chronischem Untreue-, Steuerhinterziehungs- und Betrugsverdacht mit einigem guten Willen so manches vorwerfen; etwa Schönheit, Intelligenz oder gar Erfolg. Die vielzitierte “supersaubere Weste” ist jedoch – wenn überhaupt – nur noch durch eine sehr dicke rosarote Unschuldsvermutungsbrille zu erahnen.

Das KHG-Netzwerk - visualisiert von Format

Das Netzwerk des KHG - visualisiert von Format

Format, das österreichische Wochenmagazin für Wirtschaft & Geld hat nun dankenswerterweise eine Visualisierung veröffentlicht, die den Blick auf Karl-Heinz Grassers hartnäckig beteuerte Unschuld noch weiter erschwert. Das Unternehmens- und Investmentgeflecht des KHG: ein wahres Kunstwerk an – formaljuristisch vermutlich größtenteils mehr oder weniger wasserdichten – Stiftungen, Briefkastenfirmen in aller Welt, Investments, Partnerschaften, wechselseitigen Besicherungen, großzügigen Darlehen etc., bei denen kaum noch zweifelsfrei nachvollzogen werden kann, wann welche Summen von A nach B geflossen sind – und wofür.

Wen – außer dem schönen Karl-Heinz – wundert’s da noch, dass die Ermittlungen nun schon ein Weilchen dauern, obwohl der herzensgute Herr Grasser immer wieder größtmögliche Kooperation und uneingeschränkte Transparenz versichert…?

Hier gibt’s das ganze PDF in voller Größe bei Format (Link)

Einen interessanten Bericht mit einigen weiteren Hintergründen und Überblicken gibt’s auch hier auf wirtschaftsblatt.at (Link)

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