<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Nox Vobiscum! » Roland B. Seper &#187; Grüne</title>
	<atom:link href="http://noxvobiscum.at/tag/grune/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://noxvobiscum.at</link>
	<description>barbarus hic ego sum quia non intellegor ulli</description>
	<lastBuildDate>Mon, 14 May 2012 18:43:09 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3</generator>
<xhtml:meta xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex" />
		<item>
		<title>HC Strache, unser nächster Kanzler?</title>
		<link>http://noxvobiscum.at/2011/06/hc-strache-unser-naechster-kanzler/</link>
		<comments>http://noxvobiscum.at/2011/06/hc-strache-unser-naechster-kanzler/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 19 Jun 2011 21:41:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[ÖVP]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[HC Strache]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[SPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://noxvobiscum.at/?p=1528</guid>
		<description><![CDATA[Bei der Sonntagsfrage erreicht die FPÖ bereits seit Monaten wiederholt den 1. Platz. Tendenz steigend. HC Strache zieht alle populistischen Register, um dieses Ziel zu erreichen und die Regierungsparteien haben dem erwiesenermaßen nichts entgegenzusetzen. Da sei es doch erlaubt, sich &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2011/06/hc-strache-unser-naechster-kanzler/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bei der Sonntagsfrage erreicht die FPÖ bereits seit Monaten wiederholt den 1. Platz. Tendenz steigend. HC Strache zieht alle populistischen Register, um dieses Ziel zu erreichen und die Regierungsparteien haben dem erwiesenermaßen nichts entgegenzusetzen. Da sei es doch erlaubt, sich eine Kanzlerschaft HC Straches mal kurz bildlich (und vielleicht ein ganz klein wenig satirisch) vorzustellen.</strong></p>
<p><strong>Der Wahlabend</strong></p>
<p><div id="attachment_1532" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/06/strache_cc_zirnig_dieter.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2011/06/strache_cc_zirnig_dieter-160x107.jpg" alt="HC Strache 2008" title="HC Strache/FPÖ (2008) - Bild: Dieter Zirnig" width="160" height="107" class="size-medium wp-image-1532" /></a><p class="wp-caption-text">Bundeskanzler in spe HC Strache?</p></div>Der unangefochtene Wahlsieger mit mehr als 40 Prozent der Stimmen heißt FPÖ und der Freudentaumel ist entsprechend groß. Parteifüh&#8230;chef HC Strache lächelt in jede sich nur bietende Kamera und kündigt frohen Mutes an, niemanden bei den Koalitionsgesprächen auszuklammern. &#8220;Jeder, der bereit ist, seinen Weg weiterzugehen wie bisher, ist mir herzlich willkommen. Bei zwei davon ist es ja ohnehin seit Jahren mein Weg&#8230;&#8221;. Strache bestellt dann im weiteren Verlauf des Abends mehrmals drei Bier, stimmt in seiner Euphorie versehentlich anstelle der Bundeshymne das Horst Wessel-Lied an und geht anschließend in eine Wiener Großraumdisco, um sich im illustren Kreise seiner Kernwählerschicht hingebungsvoll zu besaufen.</p>
<p>Die Frontsoldaten der vor Urzeiten noch als &#8220;Großparteien&#8221; bezeichneten Verlierer SPÖ und ÖVP scheuen sich selbstverständlich wie gewohnt nicht, das historische Wahldebakel als nie dagewesenen Erfolg zu bezeichnen, schließlich halte man ja in drei Burgenländischen (bzw. Niederösterreichischen) und zwei Wiener (bzw. Tiroler) Bezirken immer noch die Absolute. Die Grünen unter Obfrau Eva Glawischnig bejubeln frenetisch ihre lediglich marginalen Verluste (Glawischnig: &#8220;Jawoll, die Forderung &#8217;500m Rauchverbotsschutzzone rund um Wiener Schanigärten&#8217; war sichtlich ein Burner!&#8221;) und das BZÖ räumt klammheimlich &#8211; und vielleicht ein bisschen beschämt &#8211; die Klubräumlichkeiten im Hohen Haus. Naja, immerhin ein kleiner Lichtblick.</p>
<p><strong>Die Angelobung</strong></p>
<p>Bundespräsident Heinz Fischer betritt mit todesbitterer Miene das Maria-Theresien-Zimmer der Präsidentschaftskanzlei, wo er bereits von der zukünftigen Regierungsmannschaft unter dem neuen Bundeskanzler HC Strache erwartet wird. Bester Laune strahlt der Paintball-Profi und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=t5O3nwg9gXk">Hobby-Rezensent</a> Strache sein neues Team an: Außenminister wird der international anerkannte Diplomat und Nachwuchs-Guttenberg Johann &#8220;Joschi&#8221; Gudenus <a href="http://derstandard.at/1293369558489">(&#8220;&#8230;Umvolkung muss verhindert werden&#8221;)</a>, Innenminister der erklärte Humanist und Menschenfreund Herbert Kickl (&#8220;Dahaam statt Islam&#8221;), das Frauenministerium übernimmt Übermutter Barbara Rosenkranz (&#8220;Der Feminismus ist ein Irrweg&#8221;), Staatssekretär für Integration wird &#8211; nona, part of the game &#8211; der Staatsbürgerschaftsvergabeexperte Uwe Scheuch, Kulturministerin die ausgemachte Religionsfachfrau Susi Winter (<a href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/431554/Winter-wird-auch-TierbordellSatz-vorgeworfen">mutmaßlich Urheberin des Satzes „Wir sollten im Stadtpark ein Tierbordell errichten, damit die muslimischen Männer dorthin gehen können und sich nicht an den Mädchen im Stadtpark vergreifen&#8221;</a>). Last but not least könnte ja noch &#8211; bei der FPÖ weiß man ja nie &#8211; &#8220;Ur-Buberl&#8221; Walter Meischberger im Finanzministerium landen &#8211; der weiß schließlich wie kein Anderer, wie man schnell, billig und ohne sich von Moral oder Ethik behindern lassen zu müssen zu Geld kommt. Vielleicht wird ja auch Zukunftsforscher HJ Jenewein (<a href="http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4931&#038;Alias=wzo&#038;cob=481470&#038;Page16408=13">&#8220;Barbara Rosenkranz verkörpert das Bild einer modernen(!) österreichischen Frau mehr als jede andere.&#8221;</a>) Staatssekretär für Gleichstellungsfragen. Den Rest kriegt ein ausgedünntes SPÖ-Team rund um diejenigen, die nach dem herben Stimmenverlust von der Mannschaft übrig geblieben sind und sich angesichts einer Regierungszusammenarbeit mit dieser FPÖ nicht in Agonie und/oder Vomitation winden.</p>
<p>An den Fernsehschirmen ergötzt sich die am Boden liegende Kleinpartei namens ÖVP zwar am finsteren Gesichtsausdruck des Heinz Fischer, sinnt aber insgeheim auf Rache, weil ihnen diese widerlichen Sozi mit ihren dreisten Winkelzügen in letzter Sekunde doch noch die Regierungsbeteiligung unter&#8217;m Gesäß weggerissen haben. Hätten damals beim Schüssel doch nicht so aufmerksam zuschauen müssen, die Roten.</p>
<p><strong>Erste Maßnahmen</strong></p>
<p>Sofort nach Amtantritt wird das im Regierungsübereinkommen zwischen FPÖ und SPÖ festgesetzte (und von der Kronen Zeitung abgenickte) Austrittsverfahren aus der Europäischen Union eingeleitet. Erst Jahre später, als sich die ersten FPÖ-&#8221;Experten&#8221; auch tatsächlich mal das Vertragskonvolut mit der EU durchschmökern und feststellen, dass das mit dem Austritt doch nicht so einfach geht, soll sich ein wenig Unmut breitmachen. Auch wurscht. Die Einstellung der Zahlungen der EU-Beiträge kann zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr zurückgenommen werden und die bis dahin anfallenden Zins-, Straf- und Pönalzahlungen retten praktischerweise Griechenland, Italien, Spanien und Portugal zusammen vor dem Bankrott. Österreich findet sich kurz darauf unter dem Euro-Schutzschirm wieder und verfolgt bang die niederschmetternde Meldungslage in internationalen Medien. Aus völlig unerfindlichen Gründen nimmt Strache seine Forderung nach Rückkehr zum Schilling vergleichsweise rasch zurück.</p>
<p>Auch das Minarettverbot wird selbstverständlich priorisiert umgesetzt. Mit Stolz verkündet die FPÖ den sofortigen Stopp aller Minarett-Neubauten. Auf die höchst investigative Frage von Armin Wolf nach der Anzahl der gestoppten Bauvorhaben muss Strache freilich wahrheitsgemäß mit &#8220;Na gar keine, aber das ist ja gar nicht der Punkt&#8230;&#8221; antworten.</p>
<p>Ein weiteres klares Ziel der neuen Bundesregierung wird ebenfalls prompt umgesetzt: Der totale Einwanderungsstopp. Vom Start weg ein Riesen-Erfolg! Zugegeben, der Entfall eines aufrecht erhaltenen Gesundheitssystems, des Pflegebereichs, der Reinigungsbranche und einer funktionierenden Gastronomie ist vielleicht ein wenig unangenehm, aber hey, das ist doch alles leicht erträglich, wenn man bedenkt, dass nur ganz wenige und unbedeutende Menschenrechte verletzt werden mussten, um die Leser der Kronen Zeitung sich wieder total sicher fühlen lassen zu können! Selbstverständlich haben die Arbeitssuchenden nach wie vor keine Beschäftigung und die Kriminalitätsstatistik verändert sich ebenfalls nicht signifikant, aber mit solchen Kleinigkeiten kann sich das neue Dream-Team der Bundesregierung auch später auseinandersetzen. Vielleicht. Zuerst müssen mal &#8220;die Ängste der Österreicherinnen und Österreicher&#8221; hingebungsvoll &#8220;ernst genommen werden&#8221;. Jawoll.</p>
<p><strong>Was sonst noch so passiert</strong></p>
<p>Kurz nach der Angelobung trifft Strache zum Amtsantritt auf seine &#8220;Kollegin&#8221; Angela Merkel. Nachdem er im Vorfeld kamerawirksam drollige Kalauer über die deutsche Kanzlerin in einer Wiener Disco zum Besten gab, ist diese &#8211; völlig überraschend &#8211; ein wenig verschnupft und lässt sich selbst von seinem amikalen &#8220;Du, Angie, das mit unserer Wiedervereinigung machen wir beide aber schon ein bissi g&#8217;scheiter als die damals mit Euren Kommunisterln im Osten, gell?&#8221; nicht versöhnen. Mit einem derben serbischen Fluch auf den Lippen verlässt Strache das Treffen und gießt sich in einer Berliner Großraumdisco mit ein paar deutschen Burschenschaftern gehörig einen hinter die Binsen.</p>
<p>Anlässlich eines Papstbesuchs freut sich Strache sehr, den heiligen Vater persönlich kennenlernen zu dürfen. Als er mit einem verschmitzten Grinsen auf den Lippen gleich beim ersten gemeinsamen Mittagsmahl auf seine fröhlichen Bestrebungen hinweist, den Juden und Moslems das Leben &#8220;so richtig schön zur Hölle&#8221; machen zu wollen (&#8220;HC Man&#8217;s Mut gegen Türk&#8217; und Jud&#8217;&#8221;), ist der Papst erstaunlich wenig von diesem Ansinnen angetan. Strache versucht den Eklat im letzten Moment zu verhindern, indem er behauptet, es habe sich doch nur um einen kleinen Scherz gehandelt, so quasi &#8220;zwischen gleichrangigen Führ..Oberhäuptlingen&#8221;. Aus unerfindlichen Gründen reist der Papst dennoch im selben Augenblick erbost ab. Am nächsten Tag wird das Konkordat mit Österreich vom Vatikan storniert.</p>
<p>Beim internationalen Anti-Atom-Gipfel nimmt Energie-Experte Strache artig die aktuelle Haltung seiner Partei ein. Nachdem er sicherheitshalber noch einmal bei Kronen Zeitung und Herbert Kickl nachfrägt, welcher ein Standpunkt momentan vertreten werden solle, tritt er mit aller Vehemenz gegen diese bösen Atomkraftwerke ein. Wenige Monate zuvor scheiterte die Regierung übrigens an der Errichtung eines Kernkraftwerks, da sich blöderweise wider Erwarten nicht einmal seine Kernwähler für einen kleinen Meiler in Simmering erwärmen ließen. Deppen.</p>
<p>Zum geplanten Zusammentreffen Straches mit US-Präsident Barack Obama kommt es gar nicht erst, nachdem Strache Obama beim ersten Sichtkontakt in gebrochenem Englisch frägt, wann denn der US-Präsident einzutreffen gedenke. Ein Schwarzer könne immerhin maximal der Chauffeur eines solch wichtigen und einflussreichen Mannes &#8211; also Amtskollegen &#8211; sein, lacht Strache in umstehende Kameras. Seltsamerweise reist auch Obama recht flott wieder aus Österreich aus.</p>
<p>Die folgenden internationalen Zusammenkünfte sind tendenziell rar gesät. Erstaunlicherweise finden sich auf den Einladungen an den österreichischen Bundeskanzler immer wieder irgendwelche &#8220;höchst bedauerliche&#8221; kleine &#8220;Irrtümer&#8221; hinsichtlich Veranstaltungsdatum oder -ort&#8230;</p>
<p>Naja, immerhin mit seinen Brüdern im Geiste aus Serbien kann Strache das eine oder andere Manifest gegen irgendwas erarbeiten.</p>
<p><strong>Cum hac parte rem publicam non confio.</strong></p>
<p>Wieviel Satire tatsächlich in diesem Beitrag steckt, vermag ich nicht zu prophezeien. Fest steht, dass SPÖVP zur Zeit klar auf dieses Ziel zusteuern und auch weiterhin kaum in der Lage sein werden, den scheinbar unaufhaltbaren Aufstieg des HC Strache zu verhindern.</p>
<p>Wohlan! Es erwartet uns eine strahlende Zukunft voller Menschlichkeit, Solidarität und erfolgreicher internationaler Zusammenarbeit!<br />
Quasi.<br />
Oder so.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://noxvobiscum.at/2011/06/hc-strache-unser-naechster-kanzler/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bundespräsidentenwahl 2010 &#8211; Ein Résumé</title>
		<link>http://noxvobiscum.at/2010/04/bundesprasidentenwahl-resume/</link>
		<comments>http://noxvobiscum.at/2010/04/bundesprasidentenwahl-resume/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 07:35:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[ÖVP]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Rosenkranz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Heinz Fischer]]></category>
		<category><![CDATA[SPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Superwahljahr]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://noxvobiscum.at/?p=1012</guid>
		<description><![CDATA[Die &#8220;Schlacht um die Hofburg&#8221;, die von Anfang an keine war, ist geschlagen. Geschlagen sind auch die beiden Herausforderer Heinz Fischers, Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring, die beide deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückblieben. Heinz Fischer erreichte bei dieser Wahl, &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2010/04/bundesprasidentenwahl-resume/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die &#8220;Schlacht um die Hofburg&#8221;, die von Anfang an keine war, ist geschlagen. Geschlagen sind auch die beiden Herausforderer Heinz Fischers, Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring, die beide deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückblieben. Heinz Fischer erreichte bei dieser Wahl, die &#8211; nicht zuletzt &#8211; dank ÖVP einen historischen Tiefstand bei der Wahlbeteiligung mit sich brachte, rund 79 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen und wird auch die nächsten sechs Jahre Staatsoberhaupt Österreichs bleiben.</strong></p>
<div id="attachment_1033" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2010/04/fischer_heinz_hp-160x106.jpg" alt="Bundespräsident Heinz Fischer (Quelle: heinzfischer.at)" title="Bundespräsident Heinz Fischer (Quelle: heinzfischer.at)" width="160" height="106" class="size-medium wp-image-1033" /><p class="wp-caption-text">Bundespräsident Heinz Fischer</p></div>
<p>Das Ergebnis dieses Urnengangs stand fest, bevor noch das erste Wahllokal seine Pforten geöffnet hatte. Genau genommen stand es bereits fest, als Heinz Fischer seine neuerliche Kandidatur via YouTube kundgetan hatte. Dass die ÖVP aus teils ominösen, teils nachvollziehbaren Gründen keinen Gegenkandidaten aufzustellen bereit war, untermauerte die Sicherheit von Fischers Wahlsieg nur noch weiter.</p>
<p>Hinsichtlich Unterstützung gab es weitestgehend recht klare Verhältnisse. Die Sozialdemokraten standen erwartungsgemäß dicht geschlossen hinter &#8220;ihrem Heinz&#8221;, der bis zu seinem ersten Antreten 2004 die Position des stellvertretenden Parteivorsitzenden der SPÖ bekleidet und für die Roten im Parlament politische Ämter bis hin zum Nationalratspräsidenten ausgeübt hatte. Die Grünen konnten sich mit Fischer ebenfalls sehr gut anfreunden, was dann auch in einer recht klaren Wahlempfehlung mündete.</p>
<p>Die Freiheitlichen unter HC Strache hatten mit der Rechtsauslegerin Barbara Rosenkranz ebenfalls eine eigene Kandidatin im Rennen und taten sich daher mit ihrer &#8220;Zuneigung&#8221; recht leicht, wenngleich es zahlreiche Indizien dafür gibt, dass Parteiführer pardon -chef HC Strache nicht uneingeschränkt glücklich mit Rosenkranz&#8217; Kandidatur gewesen sein dürfte. Strache stand allerdings so hinter &#8220;seiner&#8221; Kandidatin, dass er gleich selbst den Wahlkampf anführte, während Rosenkranz selbst alle Hände voll zu tun hatte, unablässlich &#8211; und teils mit notarieller Bestätigung &#8211; zu betonen, dass sie in Wahrheit gar keine Rechte sei und obendrein mit dem Gedankengut der Nationalsozialisten nicht das Geringste am Hut hätte.</p>
<p><strong>ÖVP &#8211; gefangen zwischen nebulös und verantwortungslos</strong></p>
<p>Wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat sich bei dieser Wahl die staatstragende Regierungspartei ÖVP. Einerseits hat man bereits im Vorfeld des Wahlkampfes angekündigt, keinen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, nachdem der offensichtlich einzig denkbare schwarze Mann für den Job, Niederösterreichs Landeshauptmann und Vizekanzleronkel Erwin Pröll, milde lächelnd abgewunken hatte. Als Grund gab man zu Protokoll, dass es bekanntlich noch nie einem Herausforderer des amtierenden Bundespräsidenten gelingen konnte, dessen Amtsbonus zu überwinden und man ohne eigene Kandidatur das viele Geld für den teuren Wahlkampf einsparen wolle.</p>
<p>Grundsätzlich kann ich mich persönlich ganz gut damit anfreunden, wenn eine Partei nicht sinnlos Geld verschleudert, das schlussendlich aus Steuergeldern kommt und deutlich sinnvoller investiert werden kann als in eine Politkampagne ohne jegliche Erfolgsaussichten. Dennoch transportiert diese Entscheidung einige Botschaften, die man leicht übersehen kann:</p>
<p>Erstens gibt eine Partei, die in der Regierung der Republik Österreich sitzt, einige Ministerien führt, den Vizekanzler sowie einige Landeshäuptlinge stellt und insgesamt als eine der führenden politischen Kräfte des Landes zu betrachten ist, klar zu verstehen, dass sie in ihren Reihen keine Frau und keinen Mann anzubieten hat, der dem Amt des Bundespräsidenten gewachsen sei. Behauptet die ÖVP nun das Gegenteil, so muss man ihr &#8211; mit Nachdruck &#8211; die Frage stellen, wieso sich die aktuell im Nationalrat zweitstärkste Partei im Zuge der Wahl zum so genannten Staatsoberhaupt an Meinungsumfragen und anderen Hinweisen orientiert, die Fischers Wahlerfolg prognostizierten, anstelle die Größe zu haben, einen Kandidaten zu finden, der des Amtes würdig ist und den man dem Wahlvolk als auch als wählbaren Präsidenten anbieten kann.</p>
<p>Die nächste Frage ist, wieso sich die ÖVP, die sich selbst so gerne &#8220;moderat rechts der politischen Mitte&#8221; zu positionieren versucht (und erschreckend häufig an diesem Anspruch scheitert), so schwer damit tat, den &#8220;g&#8217;standenen Demokraten&#8221; Heinz Fischer zu unterstützen, der sich in seiner bisherigen Amtszeit &#8211; aus meiner Sicht &#8211; weder etwas zu Schulden kommen ließ, noch sonderlich drastisch nach links ausgeschwenkt wäre. Abgesehen von einigen wenigen Themen wie etwa Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften, die ja für die Schwarzen &#8211; wie die allermeisten anderen Ansätze zur Gleichstellung aller Menschen &#8211; sozusagen ein rotes Tuch darstellen, ist Fischer definitiv ein Mann der Mitte und stets in alle Richtungen offen sowie konsensorientiert.</p>
<p>Die Meldungen reichten von Strassers &#8220;Rosenkranz ist genauso unwählbar wie Fischer&#8221; bis hin zu Wortspenden aus Niederösterreichs Parteispitze, die ÖVP-Funktionären und -Wählern nahelegen, eher Rosenkranz als Fischer zu wählen. Dagegen macht sich ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopfs Ansage &#8220;Ich werde weiß wählen!&#8221; richtiggehend moderat aus, wenngleich natürlich solche Statements, wenn man sie als ÖVP-Stammwähler oft genug aus den Mündern führender ÖVP-Granden hört, durchaus empfehlenden Charakter erhalten. Dies ist natürlich seitens der ÖVP keineswegs so gemeint und ein solches Bekenntnis des Klubobmanns der Regierungsfraktion ist lediglich und bestenfalls und überhaupt die ganz persönliche Einstellung des Privatmannes Kopf&#8230;</p>
<p>Man darf natürlich auch die Frage in den Raum stellen, wieso es der Partei, die mit der Partei des amtierenden Heinz Fischer eine Regierungskoalition hat (Begriffe wie &#8220;Zusammenarbeit&#8221; oder &#8220;Partnerschaft&#8221; sind ohnehin angesichts der bisherigen Regierungs&#8221;zusammen&#8221;arbeit völlig deplatziert), so schwer fällt, eben diesen Partner in einer Wahl zu unterstützen, die &#8211; natürlich nur streng genau genommen &#8211; überhaupt nichts mit Parteipolitik zu tun hat.</p>
<p>Die daraus abzuleitende Frage: Welchen Zweck verfolgt die ÖVP mit dieser Abgrenzung zu einem quasi roten Spitzenfunktionär? Soll hier lediglich &#8220;den Sozi&#8221; ein kleiner Denkzettel verpasst werden? Wollte man mit dem &#8220;Boykott&#8221; die Position Fischers durch bewusstes Minimieren der Wahlbeteiligung schwächen (was natürlich demokratiepolitischer Unsinn wäre)? Oder wird da gar bereits wieder ein wenig in Richtung Blau geliebäugelt? Wie hätte sich die ÖVP hinsichtlich Empfehlungen verhalten, wenn Strache selbst oder gar ein deutlich gemäßigterer FPÖ-Vertreter anstelle der Rechtsauslegerin Rosenkranz in den Ring gestiegen wäre&#8230;?</p>
<p>Angesichts zahlreicher Kommentare aus dem Schwarzen Lager, die Fischer völlig klar als &#8220;zu links&#8221; abtaten und Rosenkranz &#8220;ein wenig zu rechts&#8221; bezeichneten bin ich da nicht so sicher. Innenministerin Maria &#8220;Law &#038; Order&#8221; Fekter meinte gar, Rosenkranz sei für sie aus dem Grund unwählbar, dass sie vor einigen Jahren aus der Kirche austrat und &#8211; Himmel hilf! &#8211; in weiterer Folge ihre Kinder nicht taufen ließ. Kein Wort von Ablehnung von Rosenkranz&#8217; Umgang mit dem Verbotsgesetz, der Gaskammern-Relativiererei, ihrer Ansichten hinsichtlich der Gleichstellung der Geschlechter und rege Teilnahme an Veranstaltungen mit dem äußerst rechten Rand unserer Gesellschaft.</p>
<p><strong>Sonderbare Reaktionen</strong></p>
<p>Am Wahlabend gab es dann noch den finalen Akt dieser Posse, die sich Wahlkampf nannte &#8211; mit einigen Pointen und Lachern, wie ich sie in dieser Form nicht erwartet hätte.</p>
<p>Dass sich die FPÖ und allen voran HC Strache umgehend in die Opfer-Position stellen würde, war selbstverständlich, dennoch fand ich das Ausmaß des Schmollens einigermaßen originell. Sowohl Strache als auch seine Rosenkranz sprachen gar von einer Hexenjagd. Wenngleich es natürlich nach wie vor ausnehmend trist ist, dass eine Kandidatin der Kategorie &#8220;Kellernazi&#8221; ein zweistelliges Ergebnis einfährt, sind 16 Prozent doch immerhin so etwas wie ein kleiner Dämpfer für die Blauen. Die SPÖ gratulierte natürlich herzlich via OTS, originellerweise bereits lang vor den offiziellen Sperrfristen der ARGE Hochrechnung. Die Grünen zeigten sich naturgemäß ebenfalls zufrieden.</p>
<p>Bemerkenswert ist jedoch auch hier der Umgang der ÖVP mit dem Ergebnis (das übrigens &#8211; nota bene &#8211; gegen jede Sperrfrist bereits am frühen Nachmittag von der JVP veröffentlicht wurde). Keine sonderlich herzlichen Glückwünsche an Fischer oder gar den Regierunsgpartner, dessen Reihen der neue Bundespräsident entstammt und halblustige Seitenhiebe über das mangelnde Mobilisierungspotenzial der SPÖ (das angesichts der Wählerstromanalysen durch Exit Polls ohnehin deutlich relativiert wird). Selbstverständlich kam in keinem Statement ein Bekenntnis, dass die ÖVP mit ihrem schwammigen Getue im Zuge des Wahlkampfes als vermutlich einer der größten ausschlaggebenden Gründe für dieses Rekordtief und des Desinteresse an dieser Wahl nach sich zog. Die ÖVP hat keinen Kandidaten gestellt, sich wochenlang über eine fehlende für sie wählbare Alternative zu den antretenden Kandidaten echauffiert und dann am Wahlabend zusätzlich noch gegen die SPÖ gewettert. Ausnehmend fragwürdig auch der Standpunkt, sämtliche Nicht- und Weißwähler seien als Stimme für die ÖVP zu bewerten. An dieser Stelle: Das Ergebnis von beinahe 80 Prozent als &#8220;Misserfolg für Fischer&#8221; zu bezeichnen (Morgenjournal Montag, 26.04.), ist auch recht schmerzhaft, Herr Josef Pröll. Es gäbe tatsächlich einige Möglichkeiten, wie sich die ÖVP Fischers Wahlsieg positiv zu Nutzen machen könnte. So wie es jedoch bis in die Parteispitze hinein gehandhabt wird, kommuniziert man einfach nur Schwäche, Unklarheit &#8211; und geradezu kindliches Schmollen.</p>
<p>Liebe ÖVP &#8211; für Euer Stammbuch: Das ist billg, das ist peinlich und das ist vor allen Dingen entbehrlich!</p>
<p>Ich selbst gratuliere übrigens herzlich zum Wahlsieg, Herr Bundespräsident! Es ist schon ein Weilchen her, dass ich einen ganzen Wahlsonntag das gute Gefühl genießen konnte, zu den Siegern zu gehören&#8230; <img src='http://noxvobiscum.at/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://noxvobiscum.at/2010/04/bundesprasidentenwahl-resume/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Superwahljahr 2010 &#8211; Das wird ein K(r)ampf</title>
		<link>http://noxvobiscum.at/2010/02/superwahljahr-2010-das-wird-ein-krampf/</link>
		<comments>http://noxvobiscum.at/2010/02/superwahljahr-2010-das-wird-ein-krampf/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 00:24:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ. BZÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[SPÖ. ÖVP]]></category>
		<category><![CDATA[Superwahljahr]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://noxvobiscum.at/?p=889</guid>
		<description><![CDATA[Die vielen anstehenden Wahlen bedingen umfangreiche Wahlk(r)ämpfe. Und wo um das Stimmvieh gekämpft wird, steht nicht nur die laufende politische Arbeit zuweilen gefährlich still, sondern sind auch die im Einsatz befindlichen Mittel nicht immer sonderlich appetitlich. Ob es heuer wohl &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2010/02/superwahljahr-2010-das-wird-ein-krampf/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die vielen anstehenden Wahlen bedingen umfangreiche Wahlk(r)ämpfe. Und wo um das Stimmvieh gekämpft wird, steht nicht nur die laufende politische Arbeit zuweilen gefährlich still, sondern sind auch die im Einsatz befindlichen Mittel nicht immer sonderlich appetitlich. Ob es heuer wohl irgendeine Fraktion schafft, eigene Inhalte zu präsentieren, ohne dabei stets den rechten Rand anzuvisieren?</strong></p>
<div id="attachment_890" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><img class="size-medium wp-image-890" title="wahljahr2010" src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2010/02/wahljahr2010-160x106.jpg" alt="Das Superwahljahr 2010" width="160" height="106" /><p class="wp-caption-text">Superwahljahr 2010: Gleich vier große Urnengänge stehen uns heuer bevor</p></div>
<p>Der Urnengang zur Neu- bzw. voraussichtlich Wiederwahl des Bundespräsidenten (25.04.), die Landtagswahlen im Burgenland (02.05.) und der Steiermark (03.10), sowie der vielzitierte &#8220;Kampf ums Rathaus&#8221; in der Bundeshauptstadt (17.10.) stehen heuer am Programm. Daneben gibt es &#8211; sozusagen on top &#8211; noch die Wirtschaftskammer-Wahlen im Februar bzw. März. All diese Ereignisse werfen einen Wahlkampfschatten voraus, der sehr wahrscheinlich wieder einmal vor unappetitlichen Untergriffen, (un)menschlichen Grauslichkeiten und populistischer Logorrhoe strotzen wird.</p>
<p><strong>Was ist denn so alles zu erwarten</strong></p>
<p>Die <strong>SPÖ</strong>, die Partei des Pröll-Superpraktikanten und Bundeskanzlers Werner Faymann weiß bereits seit geraumer Zeit nicht, wie sie den desaströsen Wählerrückgang und Stimmenverlust bremsen oder gar kompensieren soll. Es gibt weder Konzept noch Perspektiven, wie man das längst verlorene Vertrauen der Österreicher zurückgewinnen könnte.</p>
<p>In der Regierungsarbeit wird chronisch gegenüber dem Koalitions&#8221;partner&#8221; ÖVP klein beigegeben (um nicht zu sagen gekuscht): Die aufgrund Widerstands der ÖVP bestenfalls halbherzige Umsetzung des Eingetragene Partnerschaft-Gesetzes (EPG), kein Weiterkommen bei der Egalisierung der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern sind nur zwei der prominenteren Beispiele und mehr zeichnen ein deutliches Bild des Durchsetzungsvermögens der am Papier stärkeren Regierungsfraktion. Bei vielen Themen wird zudem hingebungsvoll eine Linie bedenklich weit rechts der Mitte gefahren und im Zusammenhang mit billigem Populismus (wobei &#8220;billig&#8221; in diesem Zusammenhang keineswegs ein Synonym für &#8220;kostengünstig&#8221; ist) braucht man der SPÖ ebenfalls nichts mehr zu erklären. BM Michael Häupl mit seiner aus Steuer- und nicht aus Parteigeldern finanzierten <span style="text-decoration: line-through;">Wahlwerbung</span> Volksbefragung inklusive Suggestivfragen galore, LH Hans Niessl mit seinem verkrampft mittels Baubescheid-Aufhebung boykottierten Asyl-Erstaufnahmezentrum und nahezu die gesamte Parlamentsfraktion mit ihrem Herumgedruckse bei vielen drängenden Fragen werden dem mündigen Wähler kaum gute Gründe verschaffen, wieso man &#8211; so man es nicht aus quasi traditionellen Gründen tut &#8211; bei irgendeiner der anstehenden Wahlen für diese SPÖ stimmen sollte. Das oft gehörte &#8220;geringste Übel&#8221; ist sie jedenfalls längst nicht mehr.</p>
<p>Naja, immerhin bei der Wahl zum Bundespräsidenten können die Sozialdemokraten auf einen halbwegs klaren &#8220;Triumph&#8221; Heinz Fischers hoffen. Die bisher in Erscheinung getretenen potenziellen GegenkandidatInnen aus den Reihen der Oppositionsparteien dürften keine nennenswerte Bedeutung erlangen und auch seitens der ÖVP ist momentan nicht einmal eine Kandidatur, geschweige denn ein Kandidat, in Sicht.</p>
<p>Die selbsternannte &#8220;Familienpartei&#8221; <strong>ÖVP</strong>, die aus unerfindlichen Gründen nach wie vor geschlossen hinter einer Innenministerin steht, die offen und ohne jedwege Konsequenzen tragen zu müssen unschuldige Menschen einzusperren gedenkt, kurzerhand alle Aslywerber als kriminell ansieht und von &#8220;ethnischen Trennungen&#8221; spricht, wird erwartungsgemäß im Teich von FPBZKPdingsbumsÖ zu fischen versuchen und nebenher ihre ganz individuelle Interpretation der familienfreundlichen Politik breittreten. Sie wird vermutlich auch weiterhin wichtigen Reformschritten in Richtung Gleichstellung im Weg stehen und an drängenden Fragen vorbeiwahlwerben. Ein schönes Beispiel hierfür war die &#8211; auf intellektuellem Niveau von Castingshows deutscher Privatsender angesiedelte &#8211; Suche nach dem(!) Superpraktikanten, die ja bekanntlich einen höheren Stellenwert einnahm als sie Suche nach einer Gio Hahn-Nachfolge im Wissenschaftsministerium. Fraglich bleibt zudem, inwieweit man mit dieser Aktion, die in Medienpartnerschaft mit der höchst achtbaren Gratiszeitung &#8220;heute&#8221; stattfand und hinsichtlich der &#8220;korrekten&#8221; Abläufe einigen Raum für Zweifel ließ, außerhalb der eigenen Vorfeldorganisationen punkten hat können.</p>
<p>Von noch weiter rechts, also <strong>FPÖ, BZÖ, FPK, FIK </strong>und wie die Splittergruppen auch immer heißen mögen, ist sowieso herzlich wenig &#8220;Konstruktives&#8221; zu erwarten. Da wird einerseits mittlerweile völlig offen der Begriff &#8220;reinrassig&#8221; unter dem leicht durchschaubaren Vorwand des Bezugs auf Rindsviecher (nicht die FPÖ-Politiker, die Kühe) plakatiert und andererseits gibt es für Strache und seine rechten Recken sowieso kaum &#8220;Inhalte&#8221;, die sich nicht um die bösen Ausländer drehen, die unser schönes Abendland vorsätzlich kaputtzumachen gedenken. Zudem müssen sich die Parteien des so genannten &#8220;dritten Lagers&#8221;(?) unzähligen internen Scharmützeln stellen. Auf der einen Seite der selbsternannte Haider-Nachfolger HC Strache, erweitert um die Kärntner Recken unter dem Mäntelchen einer Wahlpartei (=FPÖ), auf der anderen Josef Bucher und sein zunehmend nebulöses BZÖ, das sich als &#8220;rechtsliberale Kraft in Österreich&#8221; etablieren möchte &#8211; und angesichts Getreuer wie Stefan &#8220;Lebensmensch&#8221; Petzner &#038; Co wohl spektakulär in diesem Anspruch scheitern wird.</p>
<p>Aus dieser Richtung wird es demnach kaum Impulse geben, die die Appetitlichkeit des Wahlkampfes fördern. Ganz im Gegenteil werden auch heuer die Rechtsaußenfraktionen wieder alle Themen diktieren, nach denen die politischen Mitbewerber artig tanzen werden (Ausländer, Law &#038; Order, etc.). Fraglich ist lediglich, wie weit sie sich diesmal hinauslehnen und ins Extreme bewegen müssen, um überhaupt noch Platz rechts neben der ÖVP zu finden&#8230;</p>
<p>Auch bei den <strong>Grünen</strong> habe ich so meine Befürchtungen. Ein sauber geführter Themenwahlkampf ist zwar nett, wird aber auch nicht allzuviele Hunde hinter den Öfen hervorlocken. In der Vergangenheit wurde eine solche Linie allerdings ohnehin nie sonderlich konsequent durchgezogen. Hoffentlich schaffen sie es diesmal, nicht nur &#8220;gegen&#8221; ihre Mitbewerber mobil zu machen, sondern &#8220;für&#8221; ihre eigenen Leute und Konzepte zu werben. Ich erinnere mich mit Schrecken daran, als mitten im EU-Wahlkampf 09, als Strache mit vollem Elan (und Erfolg) als Kreuzritter alle mediale Aufmerksamkeit auf sich zog und die grüne Spitzenkandidatin sich mit zwei extrem äh öffentlichkeitswirksamen Presseaussendungen an die Presse gewandt hat: Die eine handelte von einem Frauenzentrum in Tirol, dem die Budgetmittel gekürzt werden hätten sollen, die andere war eine weitere von unzähligen &#8220;Martin Graf ist untragbar&#8221;-Aussendung.</p>
<p>Ich stehe bekanntermaßen voll und ganz hinter einer Politik, die sich auch mit Nachdruck um weniger breitenwirksame Themen wie Minderheitenschutz, Gleichstellung von Frauen und Männern bzw. Homosexuellen, Integration, zukunftsorientierte Energiepolitik, Investitionen in Zukunftsbranchen und viele mehr kümmert. Dennoch sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass viele dieser Inhalte lediglich einem sehr eingeschränkten Personenkreis vertraut sind und aus diesem ohnehin bereits ein Gutteil zu den Grünen tendiert. Dennoch sollte man auch als Partei, die sich mehr oder weniger bewusst einer höherqualifizierten Zielgruppe verschreibt, die vielen Menschen mit weniger hohem Bildungsniveau nicht aus den Augen verlieren. Nicht vergessen:</p>
<blockquote><p>In Österreich formulieren BZÖ und FPÖ am einfachsten. Menschen mit Pflichtschulbildung verstehen die meisten der Inhalte ohne Probleme. Vergleichsweise gute Werte erreicht auch die Liste Martin. Dahinter liegt die Latte für den Leser höher. Grüne, ÖVP und SPÖ verlangen von der interessierten Öffentlichkeit nahezu Matura-Niveau. Weit abgeschlagen sind KPÖ und die Jungen Liberalen. Beide Parteien setzen akademische Bildung voraus.<br />
(Auszug aus einer Studie vom Juni 2009 im Rahmen des EU-Wahlkampfes <a href="http://www.webworks.at/2009/06/02/verstehen-sie-europa/"> &raquo; Quelle</a>)</p></blockquote>
<p><strong>Appell</strong></p>
<p>Hier mein neuerlicher Appell an alle politischen Kräfte, die auch andere Themen als die bösen kriminellen Ausländer und die Krise kennen: Geht auf die Menschen zu, von denen Ihr Stimmen haben wollt und bringt ihnen Eure Inhalte nahe! Lasst euch nicht alles von rechts diktieren! Man kann auch diejenigen Wähler mobilisieren und ansprechen, die sich nicht durch den grassierenden xenophoben Wahnwitz blenden lassen&#8230;</p>
<p>(Siehe auch <a href="/2009/06/strache-ist-toll/">Strache ist toll</a>)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://noxvobiscum.at/2010/02/superwahljahr-2010-das-wird-ein-krampf/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Budgetdebatte: Alexander van der Bellen vs. HC Strache</title>
		<link>http://noxvobiscum.at/2009/04/budgetdebatte-alexander-van-der-bellen-vs-hc-strache/</link>
		<comments>http://noxvobiscum.at/2009/04/budgetdebatte-alexander-van-der-bellen-vs-hc-strache/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 19:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Budget]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://noxvobiscum.at/?p=584</guid>
		<description><![CDATA[Die Nationalratsdebatte nach Finanzminister Josef Prölls Budgetrede zum Staatshaushalt 2009/10 hatte erwartungsgemäß einiges an Gustostückerln zu bieten. Eines davon ist sicherlich die Wortmeldung des Abg. zum NR und Ex-Bundessprecher der Grünen Alexander van der Bellen als Antwort auf die von &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2009/04/budgetdebatte-alexander-van-der-bellen-vs-hc-strache/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Nationalratsdebatte nach Finanzminister Josef Prölls Budgetrede zum Staatshaushalt 2009/10 hatte erwartungsgemäß einiges an Gustostückerln zu bieten. Eines davon ist sicherlich die Wortmeldung des Abg. zum NR und Ex-Bundessprecher der Grünen Alexander van der Bellen als Antwort auf die von FPÖ-Chef HC Strache. Herrlich!</p>
<div style="text-align:center;">
<object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/fHrLCkPLufk?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/fHrLCkPLufk?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://noxvobiscum.at/2009/04/budgetdebatte-alexander-van-der-bellen-vs-hc-strache/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kärnten-Wahl: BZÖ 45 Prozent, Grüne bangen um Einzug</title>
		<link>http://noxvobiscum.at/2009/03/karnten-wahl-bzo-45-prozent-grune-bangen-um-einzug/</link>
		<comments>http://noxvobiscum.at/2009/03/karnten-wahl-bzo-45-prozent-grune-bangen-um-einzug/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2009 09:52:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[BZÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Debakel]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Kärnten]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://noxvobiscum.at/?p=387</guid>
		<description><![CDATA[Die Kärntner und Salzburger haben vergangenen Sonntag ihren neuen Landtag gewählt. Die Ergebnisse &#8211; vor Allem in Kärnten &#8211; sind aus meiner Sicht niederschmetternd: Das BZÖ, die Partei der Totenkultisten, die den heiligen Jörg Haider verehren, erreichte mit 45,5 Prozent &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2009/03/karnten-wahl-bzo-45-prozent-grune-bangen-um-einzug/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_388" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/03/wahl_kaernten_orf.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/03/wahl_kaernten_orf-150x100.jpg" alt="Ergebnisse der Kärntner Landtagswahl (APA/ORF)" title="wahl_kaernten_orf" width="150" height="100" class="size-thumbnail wp-image-388" /></a><p class="wp-caption-text">Ergebnisse der Kärntner Landtagswahl (APA/ORF)</p></div>Die Kärntner und Salzburger haben vergangenen Sonntag ihren neuen Landtag gewählt. Die Ergebnisse &#8211; vor Allem in Kärnten &#8211; sind aus meiner Sicht niederschmetternd: Das BZÖ, die Partei der Totenkultisten, die den heiligen Jörg Haider verehren, erreichte mit 45,5 Prozent der Wählerstimmen ein Rekordergebnis, das Seinesgleichen sucht &#8211; und außerhalb Kärntens auch nirgendwo finden wird.</p>
<p>Selbst die pessimistischeren Beobachter haben nicht mit einem solchen Ergebnis gerechnet. Die Strahlkraft des zum Regionalheiligen hochstilisierten Jörg Haider hat funktioniert, sein glanzvolles(?!) Erbe soll weitergeführt werden.</p>
<p>Erschüttenderweise ist die Ursache für diesen Erfolg jedoch nicht nur der Haider-Effekt, sondern auch das gänzliche Fehlen von Persönlichkeiten an den Fronten der BZÖ-Mitbewerber im Ländle. Allein die SPÖ verlor mangels tauglicher Parteispitze mehr als 22.000 Stimmen an die Orangen. Die Grünen, die derzeit mit 4,99 Prozent um den Einzug ins Kärntner Landesparlament bangen, müssen gar auf die Auszählung der Wahlkarten warten und &#8211; wie leider so oft in den vergangenen Jahren &#8211; das Prinzip Hoffnung hochhalten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://noxvobiscum.at/2009/03/karnten-wahl-bzo-45-prozent-grune-bangen-um-einzug/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ausweitung der Wiener &#8220;Kernzone 100&#8243; &#8211; ja bitte!</title>
		<link>http://noxvobiscum.at/2009/02/ausweitung-der-kernzone-100-ja-bitte/</link>
		<comments>http://noxvobiscum.at/2009/02/ausweitung-der-kernzone-100-ja-bitte/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 20:31:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[ÖBB]]></category>
		<category><![CDATA[Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>
		<category><![CDATA[VOR]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://noxvobiscum.at/?p=317</guid>
		<description><![CDATA[Die Wiener Grünen fordern eine Ausweitung der Kernzone 100 auf das nähere Wiener Umland. Das Njet aus dem Rathaus folge postwendend, das &#8211; meines Erachtens freilich ausnehmend kurzsichtige &#8211; Argument lautete erneut: &#8220;Zu teuer.&#8221; Tagtäglich kämpfen sich rund 100.000 Fahrzeuge &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2009/02/ausweitung-der-kernzone-100-ja-bitte/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Wiener Grünen fordern eine Ausweitung der Kernzone 100 auf das nähere Wiener Umland. Das Njet aus dem Rathaus folge postwendend, das &#8211; meines Erachtens freilich ausnehmend kurzsichtige &#8211; Argument lautete erneut: &#8220;Zu teuer.&#8221;</strong><div id="attachment_318" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/02/zonenplan_vor.jpg"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2009/02/zonenplan_vor-150x100.jpg" alt="Zonenplan der VOR (rot markiert die Kernzone 100, grob gesagt das Wiener Stadtgebiet)" title="zonenplan_vor" width="150" height="100" class="size-thumbnail wp-image-318" /></a><p class="wp-caption-text">Zonenplan der VOR (rot markiert die Kernzone 100, grob gesagt das Wiener Stadtgebiet)</p></div></p>
<p>Tagtäglich kämpfen sich rund 100.000 Fahrzeuge respektive deren Lenker durch den morgendlichen Stau aus dem näheren Wiener Umland in die Bundeshauptstadt. Teils enorme Zeitverluste, Stress und daraus resultierende Folgeerscheinungen wie gedämpfte Produktivität sind unausweichlich.</p>
<p>Die bisherigen Bersuche, der Verkehtsflut Herr zu werden, sind aus verschiedenen Gründen gescheitert. Flächendeckende Parkraumbewirtschaftung in den inneren Bezirken, (teils sehr teure) Park &#038; Ride-Anlagen an suboptimalen Locations, eine weiträumige, aber immer noch nicht abgeschlossene Autobahnumfahrung Wiens und dergleichen mehr haben kaum etwas an den Blechlawinen in den Morgen- und Abendstunden geändert.</p>
<p><strong>Alternativen vor der Nase</strong></p>
<p>Die Forderungen nach Aufwertung der öffentlichen Verkehrsmittel werden oft im Keim erstickt, obwohl hier gewaltiges Potenzial besteht, die Pendlermassen effektiver, ökonomischer und &#8211; nicht zuletzt &#8211; bedeutend ökologischer zu transportieren: Höhere Frequenz der &#8220;überregionalen&#8221; Bahnverbindungen in den Morgen- und Abendstunden, geringere Kosten für Tickets und flexiblere Mobilitätskonzepte abseits der Ballungsräume (Stichwort Sammeltaxi).</p>
<p>Die wichtigsten Argumente der Auto-Pendler lauten &#8211; um nur einige wenige zu nennen &#8211; Individualität, Unabhängigkeit von Fahrplänen (und Verspätungen), keine Wartezeiten, kein Weg zur nächsten öffentlichen Anbindung und viele mehr. Viele dieser Argumente sind möglicherweise vorgeschoben und verbergen eher das tatsächliche Anliegen, der scharfen Sekräterin des Kollegen mittels Protz-SUV den Kopf zu verdrehen. Diejenigen Pendler jedoch, die aus mehr oder minder rationalen Gründen nicht auf das Auto verzichen können oder wollen, kann man mit einfachsten &#8211; und billigsten &#8211; Mitteln in die Bahn setzen.</p>
<p><strong>Ein &#8211; natürlich völlig aus der Luft gegriffenes &#8211; Beispiel eines klassischen Pendlers. Nennen wir ihn der Einfachheit halber Roland.</strong></p>
<p>Roland fährt jeden Tag eine Strecke von rund 25 Kilometern zwischen seiner Wohnadresse am Rande Mödlings und seiner Arbeitsstätte, einem Verlagshaus in Wien 11 und natürlich wieder zurück. Beinahe vor der Türe hat er eine Busstation, von der halbstündlich ein &#8211; bis auf wenige Ausnahmen leerer &#8211; Autobus auf einem Rundkurs zum Bahnhof fährt. Dort steigt er nach meist halbwegs erträglicher Wartezeit in einen heillos überfüllten Zug ein und fährt zum Wiener Südbahnhof, wo er durchschnittlich 7-10 Minuten (zur Hauptverkehrszeit wohlgemerkt) auf seinen Anschlußbus wartet, der ihn schließlich nach kurzer Fahrtzeit in sein Büro in der Redaktion bringt. Roland  benötigt in der Früh ca. 45 Minuten, abends in der Regel etwas länger (etwa eine Stunde). Abends genießt er immerhin den Vorteil des &#8211; dank Kostenteilung zwischen ÖBB, Land und Stadt Mödling &#8211; kostenlose(!) &#8220;ATM&#8221; (Anschlusstaxi Mödling), das ab 18:00 in viertelstündlichem Takt (spätabends halbstündlich) die Fahrgäste an jede gewünschte Destination der Stadt bringt. Abgesehen von kleineren Widrigkeiten wie zu früh abfahrenden Bussen und verspäteten Zügen ohne Hinweisen auf Anzeigetafeln eine moderate Möglichkeit, vernünftig von daheim in die Arbeit zu gelangen.</p>
<p>Warum fährt Roland dennoch fallweise mit dem Auto? Erstens sicherlich deshalb, weil er damit abends in 25 Minuten zuhause ist (mehr als 50% Zeitersparnis). Zweitens deshalb, weil er in der Früh nicht auf die Fahrpläne der Busse angewiesen ist. Drittens deshalb, weil die Fahrt mit den Öffis insgesamt mit 6,80 EUR zu Buche schlägt, wohingegen der Treibstoff für das Auto nur rund die Hälfte kostet. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er sich dann im Zug nicht wie eine Sardine in der Dose fühlt, weil der Waggon so vollgestopft ist, dass selbst Lesen oft ein Ding der Unmöglichkeit ist.</p>
<p>Mit einigermaßen modernen Verkehrskonzepten ließen sich viele bis alle Argumente dieses unökologischen und egoistischen Roland aushebeln:</p>
<p>1. flexiblere Verkehrsmittel &#8211; Stichwort Sammeltaxis &#8211; außerhalb der Ballungszentren (also überall dort, wo < 30.000 Menschen auf einem Fleck leben) machen unabhängiger von Fahrplänen und Wartereien bei Wind und Wetter an ungeschützten Stationen. Kleiner dimensionierte Busse, die &#8220;auf Zuruf&#8221; (beispielsweise mit Telefonanruf oder Tastern an derzeitigen Bushaltestellen) die Passagiere abholen, sind nicht mehr an Fahrpläne gebunden, die sicherheitshalber aufrecht erhalten werden müssen, da sich auf der Strecke vielleicht doch noch jemand einfindet. Anhand der Rufe und Anzahl der zu erwartenden Fahrgäste eruiert ein zentraler Fahrtenplanungsrechner die optimale Route. Voilà!</p>
<p>2. niedrigere Kosten und/oder ausgedehnte Tarifzonen (siehe Einleitung) machen das Auto im Verhältnis wieder teurer und somit unökonomisch</p>
<p>3. höhere Frequenzen in Stosszeiten machen die Fahrt deutlich bequemer und kürzer, ergo einladender. Tagsüber können wiederum Zugeinheiten mit weniger Waggons und daraus resultierendem geringeren Energiebedarf zum Einsatz kommen</p>
<p>4. Park &#038; Ride-Anlagen an sinnvolle Locations (bestes Beispiel für das Gegenteil: P&#038;R in Ottakring, wo man aus de facto jeder Richtung bereits in den dichten Wiener Stadtverkehr eintaucht, bevor man umsteigen kann)</p>
<p>5. Park &#038; Ride-Nutzung für Inhaber von Zeitkarten kostenlos (derzeit 3 €/d). Vorbild hierzu: Die Parkgarage beim Mödlinger Bahnhof ist trotz sehr großzügiger Dimensionierung (~630 Abstellplätze) komplett kostenlos für den Benutzer. Die Kosten teilen sich &#8211; ebenso wie die für das abendliche Sammeltaxi &#8211; ÖBB (50%), Land (30%) und Stadt (20%).</p>
<p>6. Übertragbarkeit von Jahreskarten &#8211; es kann ohnehin nur eine Person zur gleichen Zeit damit fahren</p>
<p>7. Ringförmige Ausdehnung der Kernzone bis in die teils recht jungen Wien-nahen Siedlungsgebiete und Abkehr von den teils verwirrenden Sektoren, wie sie derzeit Verwendung finden</p>
<p>Abgesehen von diesen vielen Möglichkeiten, die Nutzung öffentlichen Verkehrs für den Einzelnen attraktiver und/oder billiger zu gestalten, kann ich mich dunkel erinnern, irgendwo eine Studie gelesen zu haben, derzufolge es nur unwesentlich teurer, aber um einiges ökonomischer wäre, den gesamten Personenverkehr im Großraum Wien (ergo dem Verkehrsverbund Ost-Region) gänzlich kostenlos anzubieten. Leider kann ich die Quelle nicht mehr finden und daher auch nicht sagen, aus welchem Jahr diese stammt. Die Idee als solche ist jedoch sicherlich prüfenswert!</p>
<p>Eine Großstadt wie Wien, die von mehr als 1,6 Millionen Menschen bewohnt wird (Quelle: Statisik Austria, 1.1.2008), sollte in der Lage sein, ein wenig über den Tellerrand zu blicken, und die vielen Vorteile betrachten, die eine solche Maßnahme mit sich brächte. Mehr Lebensqualität durch reduzierten Lärm und geringere Emmissionen, höhere Produktivität der arbeitenden Bevölkerung, höhere Sicherheit im Straßenverkehr und viele mehr. Es reicht leider einfach nicht, das Autofahren durch Kurzparkzonen oder gar City-Maut unattraktiv zu machen, wenn nicht in gleichem Ausmaß die &#8220;Öffis&#8221; deutlich verlockender werden.</p>
<p>Anm.: Dezentralisierung der Arbeitsplätze, also sinnvoller verteilte Standorte von Industrie und Wirtschaft und daraus resultierende Verkürzung der Wege zwischen Wohn- und Arbeitsstätte sind sicherlich auch ein probates Mittel zur Senkung der Verkehrsbelastung, aber dies und weitere gute Ideen würden jetzt an dieser Stelle ein wenig zu weit führen. Derzeit scheinen ja bereits die weiter oben genannten Ideen schon in weiter Ferne zu liegen&#8230;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://noxvobiscum.at/2009/02/ausweitung-der-kernzone-100-ja-bitte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

