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	<title>Nox Vobiscum! » Roland B. Seper &#187; Superwahljahr</title>
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		<title>Bundespräsidentenwahl 2010 &#8211; Ein Résumé</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 07:35:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die &#8220;Schlacht um die Hofburg&#8221;, die von Anfang an keine war, ist geschlagen. Geschlagen sind auch die beiden Herausforderer Heinz Fischers, Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring, die beide deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückblieben. Heinz Fischer erreichte bei dieser Wahl, &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2010/04/bundesprasidentenwahl-resume/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die &#8220;Schlacht um die Hofburg&#8221;, die von Anfang an keine war, ist geschlagen. Geschlagen sind auch die beiden Herausforderer Heinz Fischers, Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring, die beide deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückblieben. Heinz Fischer erreichte bei dieser Wahl, die &#8211; nicht zuletzt &#8211; dank ÖVP einen historischen Tiefstand bei der Wahlbeteiligung mit sich brachte, rund 79 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen und wird auch die nächsten sechs Jahre Staatsoberhaupt Österreichs bleiben.</strong></p>
<div id="attachment_1033" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2010/04/fischer_heinz_hp-160x106.jpg" alt="Bundespräsident Heinz Fischer (Quelle: heinzfischer.at)" title="Bundespräsident Heinz Fischer (Quelle: heinzfischer.at)" width="160" height="106" class="size-medium wp-image-1033" /><p class="wp-caption-text">Bundespräsident Heinz Fischer</p></div>
<p>Das Ergebnis dieses Urnengangs stand fest, bevor noch das erste Wahllokal seine Pforten geöffnet hatte. Genau genommen stand es bereits fest, als Heinz Fischer seine neuerliche Kandidatur via YouTube kundgetan hatte. Dass die ÖVP aus teils ominösen, teils nachvollziehbaren Gründen keinen Gegenkandidaten aufzustellen bereit war, untermauerte die Sicherheit von Fischers Wahlsieg nur noch weiter.</p>
<p>Hinsichtlich Unterstützung gab es weitestgehend recht klare Verhältnisse. Die Sozialdemokraten standen erwartungsgemäß dicht geschlossen hinter &#8220;ihrem Heinz&#8221;, der bis zu seinem ersten Antreten 2004 die Position des stellvertretenden Parteivorsitzenden der SPÖ bekleidet und für die Roten im Parlament politische Ämter bis hin zum Nationalratspräsidenten ausgeübt hatte. Die Grünen konnten sich mit Fischer ebenfalls sehr gut anfreunden, was dann auch in einer recht klaren Wahlempfehlung mündete.</p>
<p>Die Freiheitlichen unter HC Strache hatten mit der Rechtsauslegerin Barbara Rosenkranz ebenfalls eine eigene Kandidatin im Rennen und taten sich daher mit ihrer &#8220;Zuneigung&#8221; recht leicht, wenngleich es zahlreiche Indizien dafür gibt, dass Parteiführer pardon -chef HC Strache nicht uneingeschränkt glücklich mit Rosenkranz&#8217; Kandidatur gewesen sein dürfte. Strache stand allerdings so hinter &#8220;seiner&#8221; Kandidatin, dass er gleich selbst den Wahlkampf anführte, während Rosenkranz selbst alle Hände voll zu tun hatte, unablässlich &#8211; und teils mit notarieller Bestätigung &#8211; zu betonen, dass sie in Wahrheit gar keine Rechte sei und obendrein mit dem Gedankengut der Nationalsozialisten nicht das Geringste am Hut hätte.</p>
<p><strong>ÖVP &#8211; gefangen zwischen nebulös und verantwortungslos</strong></p>
<p>Wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat sich bei dieser Wahl die staatstragende Regierungspartei ÖVP. Einerseits hat man bereits im Vorfeld des Wahlkampfes angekündigt, keinen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, nachdem der offensichtlich einzig denkbare schwarze Mann für den Job, Niederösterreichs Landeshauptmann und Vizekanzleronkel Erwin Pröll, milde lächelnd abgewunken hatte. Als Grund gab man zu Protokoll, dass es bekanntlich noch nie einem Herausforderer des amtierenden Bundespräsidenten gelingen konnte, dessen Amtsbonus zu überwinden und man ohne eigene Kandidatur das viele Geld für den teuren Wahlkampf einsparen wolle.</p>
<p>Grundsätzlich kann ich mich persönlich ganz gut damit anfreunden, wenn eine Partei nicht sinnlos Geld verschleudert, das schlussendlich aus Steuergeldern kommt und deutlich sinnvoller investiert werden kann als in eine Politkampagne ohne jegliche Erfolgsaussichten. Dennoch transportiert diese Entscheidung einige Botschaften, die man leicht übersehen kann:</p>
<p>Erstens gibt eine Partei, die in der Regierung der Republik Österreich sitzt, einige Ministerien führt, den Vizekanzler sowie einige Landeshäuptlinge stellt und insgesamt als eine der führenden politischen Kräfte des Landes zu betrachten ist, klar zu verstehen, dass sie in ihren Reihen keine Frau und keinen Mann anzubieten hat, der dem Amt des Bundespräsidenten gewachsen sei. Behauptet die ÖVP nun das Gegenteil, so muss man ihr &#8211; mit Nachdruck &#8211; die Frage stellen, wieso sich die aktuell im Nationalrat zweitstärkste Partei im Zuge der Wahl zum so genannten Staatsoberhaupt an Meinungsumfragen und anderen Hinweisen orientiert, die Fischers Wahlerfolg prognostizierten, anstelle die Größe zu haben, einen Kandidaten zu finden, der des Amtes würdig ist und den man dem Wahlvolk als auch als wählbaren Präsidenten anbieten kann.</p>
<p>Die nächste Frage ist, wieso sich die ÖVP, die sich selbst so gerne &#8220;moderat rechts der politischen Mitte&#8221; zu positionieren versucht (und erschreckend häufig an diesem Anspruch scheitert), so schwer damit tat, den &#8220;g&#8217;standenen Demokraten&#8221; Heinz Fischer zu unterstützen, der sich in seiner bisherigen Amtszeit &#8211; aus meiner Sicht &#8211; weder etwas zu Schulden kommen ließ, noch sonderlich drastisch nach links ausgeschwenkt wäre. Abgesehen von einigen wenigen Themen wie etwa Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften, die ja für die Schwarzen &#8211; wie die allermeisten anderen Ansätze zur Gleichstellung aller Menschen &#8211; sozusagen ein rotes Tuch darstellen, ist Fischer definitiv ein Mann der Mitte und stets in alle Richtungen offen sowie konsensorientiert.</p>
<p>Die Meldungen reichten von Strassers &#8220;Rosenkranz ist genauso unwählbar wie Fischer&#8221; bis hin zu Wortspenden aus Niederösterreichs Parteispitze, die ÖVP-Funktionären und -Wählern nahelegen, eher Rosenkranz als Fischer zu wählen. Dagegen macht sich ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopfs Ansage &#8220;Ich werde weiß wählen!&#8221; richtiggehend moderat aus, wenngleich natürlich solche Statements, wenn man sie als ÖVP-Stammwähler oft genug aus den Mündern führender ÖVP-Granden hört, durchaus empfehlenden Charakter erhalten. Dies ist natürlich seitens der ÖVP keineswegs so gemeint und ein solches Bekenntnis des Klubobmanns der Regierungsfraktion ist lediglich und bestenfalls und überhaupt die ganz persönliche Einstellung des Privatmannes Kopf&#8230;</p>
<p>Man darf natürlich auch die Frage in den Raum stellen, wieso es der Partei, die mit der Partei des amtierenden Heinz Fischer eine Regierungskoalition hat (Begriffe wie &#8220;Zusammenarbeit&#8221; oder &#8220;Partnerschaft&#8221; sind ohnehin angesichts der bisherigen Regierungs&#8221;zusammen&#8221;arbeit völlig deplatziert), so schwer fällt, eben diesen Partner in einer Wahl zu unterstützen, die &#8211; natürlich nur streng genau genommen &#8211; überhaupt nichts mit Parteipolitik zu tun hat.</p>
<p>Die daraus abzuleitende Frage: Welchen Zweck verfolgt die ÖVP mit dieser Abgrenzung zu einem quasi roten Spitzenfunktionär? Soll hier lediglich &#8220;den Sozi&#8221; ein kleiner Denkzettel verpasst werden? Wollte man mit dem &#8220;Boykott&#8221; die Position Fischers durch bewusstes Minimieren der Wahlbeteiligung schwächen (was natürlich demokratiepolitischer Unsinn wäre)? Oder wird da gar bereits wieder ein wenig in Richtung Blau geliebäugelt? Wie hätte sich die ÖVP hinsichtlich Empfehlungen verhalten, wenn Strache selbst oder gar ein deutlich gemäßigterer FPÖ-Vertreter anstelle der Rechtsauslegerin Rosenkranz in den Ring gestiegen wäre&#8230;?</p>
<p>Angesichts zahlreicher Kommentare aus dem Schwarzen Lager, die Fischer völlig klar als &#8220;zu links&#8221; abtaten und Rosenkranz &#8220;ein wenig zu rechts&#8221; bezeichneten bin ich da nicht so sicher. Innenministerin Maria &#8220;Law &#038; Order&#8221; Fekter meinte gar, Rosenkranz sei für sie aus dem Grund unwählbar, dass sie vor einigen Jahren aus der Kirche austrat und &#8211; Himmel hilf! &#8211; in weiterer Folge ihre Kinder nicht taufen ließ. Kein Wort von Ablehnung von Rosenkranz&#8217; Umgang mit dem Verbotsgesetz, der Gaskammern-Relativiererei, ihrer Ansichten hinsichtlich der Gleichstellung der Geschlechter und rege Teilnahme an Veranstaltungen mit dem äußerst rechten Rand unserer Gesellschaft.</p>
<p><strong>Sonderbare Reaktionen</strong></p>
<p>Am Wahlabend gab es dann noch den finalen Akt dieser Posse, die sich Wahlkampf nannte &#8211; mit einigen Pointen und Lachern, wie ich sie in dieser Form nicht erwartet hätte.</p>
<p>Dass sich die FPÖ und allen voran HC Strache umgehend in die Opfer-Position stellen würde, war selbstverständlich, dennoch fand ich das Ausmaß des Schmollens einigermaßen originell. Sowohl Strache als auch seine Rosenkranz sprachen gar von einer Hexenjagd. Wenngleich es natürlich nach wie vor ausnehmend trist ist, dass eine Kandidatin der Kategorie &#8220;Kellernazi&#8221; ein zweistelliges Ergebnis einfährt, sind 16 Prozent doch immerhin so etwas wie ein kleiner Dämpfer für die Blauen. Die SPÖ gratulierte natürlich herzlich via OTS, originellerweise bereits lang vor den offiziellen Sperrfristen der ARGE Hochrechnung. Die Grünen zeigten sich naturgemäß ebenfalls zufrieden.</p>
<p>Bemerkenswert ist jedoch auch hier der Umgang der ÖVP mit dem Ergebnis (das übrigens &#8211; nota bene &#8211; gegen jede Sperrfrist bereits am frühen Nachmittag von der JVP veröffentlicht wurde). Keine sonderlich herzlichen Glückwünsche an Fischer oder gar den Regierunsgpartner, dessen Reihen der neue Bundespräsident entstammt und halblustige Seitenhiebe über das mangelnde Mobilisierungspotenzial der SPÖ (das angesichts der Wählerstromanalysen durch Exit Polls ohnehin deutlich relativiert wird). Selbstverständlich kam in keinem Statement ein Bekenntnis, dass die ÖVP mit ihrem schwammigen Getue im Zuge des Wahlkampfes als vermutlich einer der größten ausschlaggebenden Gründe für dieses Rekordtief und des Desinteresse an dieser Wahl nach sich zog. Die ÖVP hat keinen Kandidaten gestellt, sich wochenlang über eine fehlende für sie wählbare Alternative zu den antretenden Kandidaten echauffiert und dann am Wahlabend zusätzlich noch gegen die SPÖ gewettert. Ausnehmend fragwürdig auch der Standpunkt, sämtliche Nicht- und Weißwähler seien als Stimme für die ÖVP zu bewerten. An dieser Stelle: Das Ergebnis von beinahe 80 Prozent als &#8220;Misserfolg für Fischer&#8221; zu bezeichnen (Morgenjournal Montag, 26.04.), ist auch recht schmerzhaft, Herr Josef Pröll. Es gäbe tatsächlich einige Möglichkeiten, wie sich die ÖVP Fischers Wahlsieg positiv zu Nutzen machen könnte. So wie es jedoch bis in die Parteispitze hinein gehandhabt wird, kommuniziert man einfach nur Schwäche, Unklarheit &#8211; und geradezu kindliches Schmollen.</p>
<p>Liebe ÖVP &#8211; für Euer Stammbuch: Das ist billg, das ist peinlich und das ist vor allen Dingen entbehrlich!</p>
<p>Ich selbst gratuliere übrigens herzlich zum Wahlsieg, Herr Bundespräsident! Es ist schon ein Weilchen her, dass ich einen ganzen Wahlsonntag das gute Gefühl genießen konnte, zu den Siegern zu gehören&#8230; <img src='http://noxvobiscum.at/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://noxvobiscum.at/2010/04/bundesprasidentenwahl-resume/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=260&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:260px; height:26px'></iframe></p><fb:share-button href="http://noxvobiscum.at/2010/04/bundesprasidentenwahl-resume/" type="button_count"></fb:share-button>]]></content:encoded>
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		<title>Bundespräsidentenwahl &#8211; Sinn und Unsinn</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 21:45:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Quod erat expectandum: Die Vorwahlzeit zum Urnengang für den Österreichischen Bundespräsidenten ist eine schwierige. Obwohl bekanntlich völlig außer Frage steht, dass der amtierende Heinz Fischer nach dem 25. April als klarer Wahlsieger seine zweite Amtsperiode antreten wird, fliegen die Fetzen &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2010/04/bundespraesidentenwahl-sinn-und-unsinn/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Quod erat expectandum: Die Vorwahlzeit zum Urnengang für den Österreichischen Bundespräsidenten ist eine schwierige. Obwohl bekanntlich völlig außer Frage steht, dass der amtierende Heinz Fischer nach dem 25. April als klarer Wahlsieger seine zweite Amtsperiode antreten wird, fliegen die Fetzen wie schon lange nicht mehr im Zuge einer Wahl zum Staatsoberhaupt. Zudem führt mit Barbara Rosenkranz eine Gegenkandidatin einen sündteuren Wahlkampf, deren Aussicht auf einen Sieg nur unwesentlich größer ist als der des Dritten im Bunde, des Kampfkatholiban Rudolf Gehrings. Aber wozu, frage ich mich.</strong><div id="attachment_996" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><img src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2010/04/wahlkampf2010-160x106.jpg" alt="" title="Wahlplakate dominieren wieder das Strassenbild" width="160" height="106" class="size-medium wp-image-996" /><p class="wp-caption-text">Wahlplakate dominieren wieder das Strassenbild</p></div></p>
<p>Es ist eine sonderbare Situation: Seit Wochen läuft ein aufsehenerregender Wahlkampf für einen Urnengang, der längst klar entschieden ist. Trotzdem werden die beiden Parteien, die einen Kandidaten stellen bzw. unterstützen, zusammen mehr als 2,5 Millionen Euro dafür ausgeben. Die FPÖ zahlt aus der Kriegskassa rund 1,5 bis 1,6 Millionen, die SPÖ etwa eine Million. Eine weitere soll lt. Wahlkampfleiter Stefan Bachleitner aus Spenden von außerhalb des Parteibudgets lukriert werden. Mit diesem Geld werden vornehmlich Plakatkampagnen finanziert, die vergleichsweise harmlos anmuten. Als zentraler Begriff fungieren sowohl bei Fischer als auch bei Rosenkranz die &#8220;Werte&#8221;.</p>
<p>Abseits der artigen Plakate wird allerdings deutlich weniger staatstragend mit dem jeweiligen Gegenüber umgegangen. B. Rosenkranz bietet ohnehin sozusagen seit jeher ausreichend Angriffsfläche, bei H. Fischer müssen die FPÖ-Funktionäre (allen voran der unsägliche Wahlkampfstratege und Brachialpoet Herbert Kickl) schon ein wenig tiefer in die Trickkiste greifen &#8211; und ebenso tief sind die Schubladen, die daraus resultieren.</p>
<p>Einer der wesentlichen Gründe für diese besondere &#8220;Eskalation&#8221; ist der Versuch, das enorme Polarisierungspotenzial der Barbara Rosenkranz auszuschlachten. Sie steht zweifelsfrei für den rechten äußeren Flügel der ohnehin bereits bedenklich im Nationalismus rudernden FPÖ und macht trotz halbherziger, aber medienwirksamer Bekenntnisse des Gegenteils (inklusive notariell beglaubigter eidesstattlicher Erklärung ihrer &#8220;Distanzierung zum Nationalsozoialismus&#8221;) unterm Strich kaum einen Hehl aus ihrer rechtsextremen Geisteshaltung (<a href="http://bit.ly/9DFOxU">siehe Bonmotsammlung</a>). Dennoch ist der Grundtenor der blauen PR-Maschinerie &#8211; wie nahezu immer &#8211; der lautstarke Schwenk in die Opferrolle. Schließlich stelle man ja diese arme unbescholtene Frau völlig ungerechtfertigt in ein rechtes Eck, schlage illegitim mit der Nazi-Keule auf sie ein (obwohl man sie bekanntermaßen gerichtlich abgesegnet als &#8220;Kellernazi&#8221; bezeichnen darf!) und sowieso haben sich wieder einmal alle linkslinken Gutmedienmenschen dieses Landes auf ein Packl gehauen, um die untadelige und unbescholtene &#8220;(Über)Mutter der Nation&#8221; böswillig zu diffamieren.</p>
<p>Heinz Fischer &#8211; trotz ruhender Mitgliedschaften und Parteifunktionen Kandidat der Sozialdemokraten &#8211; wiederum wird von den Rechten &#8211; inklusive SPÖ-Regierungspartner ÖVP &#8211; als Linksextremer zu positionieren versucht und so manch namhafter Vertreter der christlich(!)sozialen(!) Volks(!)partei behauptet gar allen Ernstes, Äquidistanz zu Rosenkranz und Fischer zu halten, während man selbst maximal moderat rechts der Mitte stehe. Unter anderem wird dies dadurch begründet, dass er gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht als verdammenswertes Teufelszeug betrachtet, Frauen perverserweise ähnliche Privilegien wie Männern zugesteht und dass er subversiv mit Schurkenstaaten wie Nordkorea, China oder dem ehemaligen Jugoslawien gegen den kapitalistischen Westen konspiriert. Er ist auch maßgeblich verantwortlich für das Disaster, dass uns fraglos ins Haus steht, da wir den schändlichen Vertrag von Lissabon nicht boykottieren. Außerdem ist er ein umgänglicher Kerl, pfui deibl. Da wird dann von Kickl &#038; Co schon mal ein Sager Fischers aus dem Jahre 1989 ausgegraben, wo dieser in einer laufenden NR-Debatte in Richtung eines FPÖ-Mandatars ein &#8220;Sieg Heil!&#8221; ruft. Auch seine Tätigkeit in der Österreichisch-Nordkoreanischen-Freundschaftsgesellschaft muss herhalten. Zudem soll vor Jahrzehnten ein gewisser Bruno Kreisky einmal gemeint haben, &#8220;der Heinzi&#8221; sei stets am Klo gewesen, wenn&#8217;s schwierig geworden war (für Kreisky gilt in diesem Zusammenhang allerdings die gut begründete Unschuldsvermutung).</p>
<p>Da ist es ja richtiggehend praktisch, dass man bei Rosenkranz nur wenige Monate zurückblicken muss, um mehr als ausreichend Argumente zu finden, wieso diese Frau möglicherweise auf einer der ominösen Ballveranstaltungen mit ihren Freunden aus dem Kreis rechtsextremer Burschenschafter  in der Hofburg Einzug finden darf, aber niemals &#8211; und sei es nur als Garderobiere &#8211; in der Präsidentschaftskanzlei.</p>
<p>Einen hätt&#8217; ich jetzt beinahe vergessen: Zu diesen beiden Kandidaten gesellt sich ja auch noch der Geheimfavorit aus dem Hause CPÖ, Rudolf Gehring, der sich nur bedingt in das Hickhack der beiden anderen einbringt. Gehring stellt sich in seiner Kampagne als &#8220;Bundespräsident für alle&#8221; dar (dass er mit &#8220;alle&#8221; genau genommen eher &#8220;alle Katholiken&#8221; meint, steht recht unmissverständlich im Kleingedruckten). Er stehe &#8220;für ein neues Österreich&#8221;, was ich nicht zuletzt deshalb ein wenig sonderbar finde, da er stets davon spricht und schreibt, was nicht alles bewahrt werden müsse &#8211; beispielsweise das Kreuz in der Schulklasse. Naja, immerhin möchte er sich für &#8220;die Erhaltung der Schöpfung&#8221;, also die Natur einsetzen. Das ist doch auch schon was. Sein bescheidenes Wahlkampfbudget beläuft sich immerhin auf kolportierte 100.000 Spenden-Euro. Selbstverständlich ist lt. <a href="http://rudolf-gehring.at/cms/">seiner Homepage</a> nicht das knappe Budget ausschlaggebender Grund für den Verzicht auf Plakate, sondern das Signal, in Zeiten der Finanzkrise kein Geld für so etwas auszugeben. Eh brav.</p>
<p><strong>Aber wozu das Ganze?</strong></p>
<p>Was sich mir noch nicht ganz erschlossen hat, sind die Gründe, wieso man bar jeglicher Erfolgsaussichten zu einer Wahl antritt, wo es lediglich zwei mögliche Ergebnisse gibt: Sieg oder Niederlage. Es geht, anders als etwa bei Wahlen zum Nationalrat, nicht um Machtverteilung, eine bestimmte Anzahl von Mandaten, ein vom Ergebnis abhängiges Ausmaß der Parteienförderung oder ähnliches.</p>
<p>Was soll die mündige Wählerschaft also davon halten, wenn die FPÖ als Wahlziel 17 Prozent oder vielleicht ein bisserl mehr angibt? Immerhin gibt sie lt. Medienberichten rund 1,5 Millionen Euro für die Finanzierung dieses Wahlkampfes aus, der völlig klar in einer Niederlage enden wird und zudem eine Funktionärin bewirbt, die im Anschluss an die Wahl &#8211; ebenso wie davor &#8211; quasi in der politischen Bedeutungslosigkeit &#8220;herumgrundeln&#8221; wird. Selbstverständlich werden reichlich über die Präsidentschaft hinausgehende blaue Themen(?) kommuniziert und auch die &#8211; mangels Alternativen &#8211; einzige FPÖ-Gallionsfigur HC Strache ist eifrig mit von der Partie, aber rechtfertigt das tatsächlich eine solche Wahlshow? Rechtfertigt das 1,5 Millionen investierte Euro, die schlussendlich &#8211; über die Parteienförderung &#8211; mitunter von mir getragen werden?</p>
<p>Die Antwort ist nahezu ebenso banal wie traurig: Ja, selbstverständlich ist das Geld aus der Perspektive der FPÖ keineswegs schlecht investiert. Wenn man errechnet, wieviel Budget Strache und Rosenkranz in die Hand nehmen müssten, um ein solches Ausmaß an Medienpräsenz zu erzielen, wie sie ein noch so aussichtsloser Präsidentschaftswahlkampf mit sich bringt, muten 1,5 Mio. sogar vergleichsweise bescheiden an. Insofern kann man den Blauen zwar vorwerfen die Vorwahlzeit mehr oder weniger &#8220;illegitim&#8221; für ihre Zwecke zu missbrauchen, aber die Kohle wird immerhin nicht gänzlich sinnlos verbrannt. Schwacher Trost, zugegeben.</p>
<p>Ich wage demnach zu behaupten, dass HC Strache trotz dieser Rosenkranz-Show keinen Cent weniger Budget für seinen Wien-Feldzug aufwenden wird müssen, also steht zu befürchten, dass uns noch deutlich Schlimmeres und Grauslicheres bevorsteht &#8211; in diesem Superwahljahr 2010&#8230;</p>
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		<title>Der Wahlkampfsong von Barbara Rosenkranz</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Mar 2010 21:06:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In gewohnter FPÖ-Manier gibt es selbstverständlich auch für die Kandidatur von Barbara Rosenkranz zur Bundespräsidentschaftswahl einen hippen Song, der die wichtigsten Themen und ..äh.. Werte präsentiert. Er stammt von der Berliner Rock-Combo &#8220;Üebermutter&#8221; und trägt den prägnanten Titel &#8220;Heim und &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2010/03/der-wahlkampfsong-von-barbara-rosenkranz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In gewohnter FPÖ-Manier gibt es selbstverständlich auch für die Kandidatur von Barbara Rosenkranz zur Bundespräsidentschaftswahl einen hippen Song, der die wichtigsten Themen und ..äh.. Werte präsentiert. Er stammt von der Berliner Rock-Combo &#8220;<a href="http://www.uebermutter.com/">Üebermutter</a>&#8221; und trägt den prägnanten Titel &#8220;Heim und Herd&#8221;.</p>
<div style="text-align:center;"><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/bzDa55ZLjQs&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/bzDa55ZLjQs&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></div>
<p>Gossip: Sollte jemandem die Frontfrau von Üebermutter bekannt vorkommen, so liegt das höchstwahrscheinlich daran, dass Luci van Org im Jahre 1994 mit dem Projekt &#8220;Lucilectric&#8221; einen im deutschsprachigen Raum einigermaßen erfolgreichen Hit namens &#8220;Mädchen&#8221; landete.</p>
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		<title>Superwahljahr 2010 &#8211; Das wird ein K(r)ampf</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 00:24:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland B. Seper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
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		<description><![CDATA[Die vielen anstehenden Wahlen bedingen umfangreiche Wahlk(r)ämpfe. Und wo um das Stimmvieh gekämpft wird, steht nicht nur die laufende politische Arbeit zuweilen gefährlich still, sondern sind auch die im Einsatz befindlichen Mittel nicht immer sonderlich appetitlich. Ob es heuer wohl &#8230; <a href="http://noxvobiscum.at/2010/02/superwahljahr-2010-das-wird-ein-krampf/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die vielen anstehenden Wahlen bedingen umfangreiche Wahlk(r)ämpfe. Und wo um das Stimmvieh gekämpft wird, steht nicht nur die laufende politische Arbeit zuweilen gefährlich still, sondern sind auch die im Einsatz befindlichen Mittel nicht immer sonderlich appetitlich. Ob es heuer wohl irgendeine Fraktion schafft, eigene Inhalte zu präsentieren, ohne dabei stets den rechten Rand anzuvisieren?</strong></p>
<div id="attachment_890" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><img class="size-medium wp-image-890" title="wahljahr2010" src="http://noxvobiscum.at/wp-content/uploads/2010/02/wahljahr2010-160x106.jpg" alt="Das Superwahljahr 2010" width="160" height="106" /><p class="wp-caption-text">Superwahljahr 2010: Gleich vier große Urnengänge stehen uns heuer bevor</p></div>
<p>Der Urnengang zur Neu- bzw. voraussichtlich Wiederwahl des Bundespräsidenten (25.04.), die Landtagswahlen im Burgenland (02.05.) und der Steiermark (03.10), sowie der vielzitierte &#8220;Kampf ums Rathaus&#8221; in der Bundeshauptstadt (17.10.) stehen heuer am Programm. Daneben gibt es &#8211; sozusagen on top &#8211; noch die Wirtschaftskammer-Wahlen im Februar bzw. März. All diese Ereignisse werfen einen Wahlkampfschatten voraus, der sehr wahrscheinlich wieder einmal vor unappetitlichen Untergriffen, (un)menschlichen Grauslichkeiten und populistischer Logorrhoe strotzen wird.</p>
<p><strong>Was ist denn so alles zu erwarten</strong></p>
<p>Die <strong>SPÖ</strong>, die Partei des Pröll-Superpraktikanten und Bundeskanzlers Werner Faymann weiß bereits seit geraumer Zeit nicht, wie sie den desaströsen Wählerrückgang und Stimmenverlust bremsen oder gar kompensieren soll. Es gibt weder Konzept noch Perspektiven, wie man das längst verlorene Vertrauen der Österreicher zurückgewinnen könnte.</p>
<p>In der Regierungsarbeit wird chronisch gegenüber dem Koalitions&#8221;partner&#8221; ÖVP klein beigegeben (um nicht zu sagen gekuscht): Die aufgrund Widerstands der ÖVP bestenfalls halbherzige Umsetzung des Eingetragene Partnerschaft-Gesetzes (EPG), kein Weiterkommen bei der Egalisierung der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern sind nur zwei der prominenteren Beispiele und mehr zeichnen ein deutliches Bild des Durchsetzungsvermögens der am Papier stärkeren Regierungsfraktion. Bei vielen Themen wird zudem hingebungsvoll eine Linie bedenklich weit rechts der Mitte gefahren und im Zusammenhang mit billigem Populismus (wobei &#8220;billig&#8221; in diesem Zusammenhang keineswegs ein Synonym für &#8220;kostengünstig&#8221; ist) braucht man der SPÖ ebenfalls nichts mehr zu erklären. BM Michael Häupl mit seiner aus Steuer- und nicht aus Parteigeldern finanzierten <span style="text-decoration: line-through;">Wahlwerbung</span> Volksbefragung inklusive Suggestivfragen galore, LH Hans Niessl mit seinem verkrampft mittels Baubescheid-Aufhebung boykottierten Asyl-Erstaufnahmezentrum und nahezu die gesamte Parlamentsfraktion mit ihrem Herumgedruckse bei vielen drängenden Fragen werden dem mündigen Wähler kaum gute Gründe verschaffen, wieso man &#8211; so man es nicht aus quasi traditionellen Gründen tut &#8211; bei irgendeiner der anstehenden Wahlen für diese SPÖ stimmen sollte. Das oft gehörte &#8220;geringste Übel&#8221; ist sie jedenfalls längst nicht mehr.</p>
<p>Naja, immerhin bei der Wahl zum Bundespräsidenten können die Sozialdemokraten auf einen halbwegs klaren &#8220;Triumph&#8221; Heinz Fischers hoffen. Die bisher in Erscheinung getretenen potenziellen GegenkandidatInnen aus den Reihen der Oppositionsparteien dürften keine nennenswerte Bedeutung erlangen und auch seitens der ÖVP ist momentan nicht einmal eine Kandidatur, geschweige denn ein Kandidat, in Sicht.</p>
<p>Die selbsternannte &#8220;Familienpartei&#8221; <strong>ÖVP</strong>, die aus unerfindlichen Gründen nach wie vor geschlossen hinter einer Innenministerin steht, die offen und ohne jedwege Konsequenzen tragen zu müssen unschuldige Menschen einzusperren gedenkt, kurzerhand alle Aslywerber als kriminell ansieht und von &#8220;ethnischen Trennungen&#8221; spricht, wird erwartungsgemäß im Teich von FPBZKPdingsbumsÖ zu fischen versuchen und nebenher ihre ganz individuelle Interpretation der familienfreundlichen Politik breittreten. Sie wird vermutlich auch weiterhin wichtigen Reformschritten in Richtung Gleichstellung im Weg stehen und an drängenden Fragen vorbeiwahlwerben. Ein schönes Beispiel hierfür war die &#8211; auf intellektuellem Niveau von Castingshows deutscher Privatsender angesiedelte &#8211; Suche nach dem(!) Superpraktikanten, die ja bekanntlich einen höheren Stellenwert einnahm als sie Suche nach einer Gio Hahn-Nachfolge im Wissenschaftsministerium. Fraglich bleibt zudem, inwieweit man mit dieser Aktion, die in Medienpartnerschaft mit der höchst achtbaren Gratiszeitung &#8220;heute&#8221; stattfand und hinsichtlich der &#8220;korrekten&#8221; Abläufe einigen Raum für Zweifel ließ, außerhalb der eigenen Vorfeldorganisationen punkten hat können.</p>
<p>Von noch weiter rechts, also <strong>FPÖ, BZÖ, FPK, FIK </strong>und wie die Splittergruppen auch immer heißen mögen, ist sowieso herzlich wenig &#8220;Konstruktives&#8221; zu erwarten. Da wird einerseits mittlerweile völlig offen der Begriff &#8220;reinrassig&#8221; unter dem leicht durchschaubaren Vorwand des Bezugs auf Rindsviecher (nicht die FPÖ-Politiker, die Kühe) plakatiert und andererseits gibt es für Strache und seine rechten Recken sowieso kaum &#8220;Inhalte&#8221;, die sich nicht um die bösen Ausländer drehen, die unser schönes Abendland vorsätzlich kaputtzumachen gedenken. Zudem müssen sich die Parteien des so genannten &#8220;dritten Lagers&#8221;(?) unzähligen internen Scharmützeln stellen. Auf der einen Seite der selbsternannte Haider-Nachfolger HC Strache, erweitert um die Kärntner Recken unter dem Mäntelchen einer Wahlpartei (=FPÖ), auf der anderen Josef Bucher und sein zunehmend nebulöses BZÖ, das sich als &#8220;rechtsliberale Kraft in Österreich&#8221; etablieren möchte &#8211; und angesichts Getreuer wie Stefan &#8220;Lebensmensch&#8221; Petzner &#038; Co wohl spektakulär in diesem Anspruch scheitern wird.</p>
<p>Aus dieser Richtung wird es demnach kaum Impulse geben, die die Appetitlichkeit des Wahlkampfes fördern. Ganz im Gegenteil werden auch heuer die Rechtsaußenfraktionen wieder alle Themen diktieren, nach denen die politischen Mitbewerber artig tanzen werden (Ausländer, Law &#038; Order, etc.). Fraglich ist lediglich, wie weit sie sich diesmal hinauslehnen und ins Extreme bewegen müssen, um überhaupt noch Platz rechts neben der ÖVP zu finden&#8230;</p>
<p>Auch bei den <strong>Grünen</strong> habe ich so meine Befürchtungen. Ein sauber geführter Themenwahlkampf ist zwar nett, wird aber auch nicht allzuviele Hunde hinter den Öfen hervorlocken. In der Vergangenheit wurde eine solche Linie allerdings ohnehin nie sonderlich konsequent durchgezogen. Hoffentlich schaffen sie es diesmal, nicht nur &#8220;gegen&#8221; ihre Mitbewerber mobil zu machen, sondern &#8220;für&#8221; ihre eigenen Leute und Konzepte zu werben. Ich erinnere mich mit Schrecken daran, als mitten im EU-Wahlkampf 09, als Strache mit vollem Elan (und Erfolg) als Kreuzritter alle mediale Aufmerksamkeit auf sich zog und die grüne Spitzenkandidatin sich mit zwei extrem äh öffentlichkeitswirksamen Presseaussendungen an die Presse gewandt hat: Die eine handelte von einem Frauenzentrum in Tirol, dem die Budgetmittel gekürzt werden hätten sollen, die andere war eine weitere von unzähligen &#8220;Martin Graf ist untragbar&#8221;-Aussendung.</p>
<p>Ich stehe bekanntermaßen voll und ganz hinter einer Politik, die sich auch mit Nachdruck um weniger breitenwirksame Themen wie Minderheitenschutz, Gleichstellung von Frauen und Männern bzw. Homosexuellen, Integration, zukunftsorientierte Energiepolitik, Investitionen in Zukunftsbranchen und viele mehr kümmert. Dennoch sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass viele dieser Inhalte lediglich einem sehr eingeschränkten Personenkreis vertraut sind und aus diesem ohnehin bereits ein Gutteil zu den Grünen tendiert. Dennoch sollte man auch als Partei, die sich mehr oder weniger bewusst einer höherqualifizierten Zielgruppe verschreibt, die vielen Menschen mit weniger hohem Bildungsniveau nicht aus den Augen verlieren. Nicht vergessen:</p>
<blockquote><p>In Österreich formulieren BZÖ und FPÖ am einfachsten. Menschen mit Pflichtschulbildung verstehen die meisten der Inhalte ohne Probleme. Vergleichsweise gute Werte erreicht auch die Liste Martin. Dahinter liegt die Latte für den Leser höher. Grüne, ÖVP und SPÖ verlangen von der interessierten Öffentlichkeit nahezu Matura-Niveau. Weit abgeschlagen sind KPÖ und die Jungen Liberalen. Beide Parteien setzen akademische Bildung voraus.<br />
(Auszug aus einer Studie vom Juni 2009 im Rahmen des EU-Wahlkampfes <a href="http://www.webworks.at/2009/06/02/verstehen-sie-europa/"> &raquo; Quelle</a>)</p></blockquote>
<p><strong>Appell</strong></p>
<p>Hier mein neuerlicher Appell an alle politischen Kräfte, die auch andere Themen als die bösen kriminellen Ausländer und die Krise kennen: Geht auf die Menschen zu, von denen Ihr Stimmen haben wollt und bringt ihnen Eure Inhalte nahe! Lasst euch nicht alles von rechts diktieren! Man kann auch diejenigen Wähler mobilisieren und ansprechen, die sich nicht durch den grassierenden xenophoben Wahnwitz blenden lassen&#8230;</p>
<p>(Siehe auch <a href="/2009/06/strache-ist-toll/">Strache ist toll</a>)</p>
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