Kategorie: Tech

  • Hot: Google Glass. Und jetzt?

    Hot: Google Glass. Und jetzt?

    Bereits vor Monaten ging eine Preview von Googles neuestem Gadget durch die diversen Social Media Timelines: Eine mit Spracheingabe und allerhand anderen Goodies aufgemotzte Art Augmented Reality-Brille, die neben den Grundfunktionen von Google (Maps, Search, etc.) noch allerhand anderer Funktionen enthalten sollte. In den USA (und leider vorerst nur dort) werden bereits Beta Tester angeheuert, die das Teil genauer unter die Lupe nehmen dürfen bzw. sollen.

    Anhand der veröffentlichten und zugegebenermaßen beeindruckenden Teaser-Videos (beispielsweise hier) lässt sich erahnen, welche Möglichkeiten bereits heute in der bis vor kurzem noch eher futuristisch anmutenden Technologie stecken. Ich persönliche freue mich jedenfalls schon drauf, ein solches Ding in einer hoffentlich nicht allzu fernen Zukunft nutzen zu können.

    Dennoch eröffnen sich – wie fast immer, wenn neue Technologien das Licht des Mainstreams erblicken – zahlreiche Fragen, die einer Antwort bedürfen.

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  • Lokaltipp für Nerds und Genießer: Das Restaurant Viereck

    Lokaltipp für Nerds und Genießer: Das Restaurant Viereck

    Zugegeben, ich bin kein sonderlich versierter Lokaltester, Foodblogger oder gar Gourmetguide, aber an dieser Stelle sei mir eine Ausnahme erlaubt. Hintergrund: Ich war heute aus beruflichen Gründen mit Kollegen im Restaurant Viereck, einem bisher in dieser Form in Österreich einzigartigen Lokal, das ich aus so vielen Gründen empfehlen kann, dass es mir einen Blogeintrag wert ist.

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  • App Publishing: Nichts für schwache Nerven

    App Publishing: Nichts für schwache Nerven

    Ich versuchte soeben das völlig unfassbare: Eine unserer Apps, die bereits in mehreren Versionsschritten für unterschiedliche Mobile OS-Plattformen gelauncht und tausendfach heruntergeladen wurde, vom Status „kostenlos“ auf einen bestimmten Preispunkt anzuheben. Was sich da an Mühsal in den Developer Backends der OS-Anbieter auftut, ist wahrhaft erstaunlich.

    Klassenprimus: iTunes Connect
    Zuerst nahm ich mir Apple vor. iTunes Connect ist eine schreckliche Plattform, wenn man Apple-GUIs nicht gerade tagtäglich gewöhnt ist, aber der Umgang mit den teils eher seltsam titulierten Bereichen geht dennoch irgendwann recht flott von der Hand. App auswählen, Pricing Optionen auswählen, den gewünschten Price Tier (Apple hat eine Liste an Preispunkten, es gibt keine individuelle Preisgestaltung) bestätigen und die Sache ist (inklusive Anpassung der In-App-Purchases) innerhalb von 10 Minuten erfolgreich erledigt.

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  • iKid

    iKid

    Als ich damals einige Monate nach dem Launch ein iPhone ausprobierte und mich in weiterer Folge recht rasch mit dem Ding anfreundete, ahnte ich noch nicht, dass ich meinem Sohnemann eine mindestens ebenso große Freude damit machte wie mir selbst.

    Man kann Apple im Hinblick auf das iPhone ja vieles vorwerfen, wenn man das gerne möchte. User-Bevormundung, iTunes-Sklaverei, unterdurchschnittlicher Funktionsumfang und so manches mehr. Aber an der Benutzerführung scheitert bekanntlich der versammelte Mitbewerb. Der Beleg für diese Beurteilung: Mein heute Dreieinhalbjähriger, der seit bald 18 Monaten ohne jegliche Anleitung, dafür aber völlig problemlos das iPhone bedient.

    Die originellen und teils peinlichen Situationen, die seither durch seine enorm ausgeprägte Affinität zu meinem Mobiltelefon entstanden sind, spannen einen weiten Bogen: Da gibt es Highscores in Games, die plötzlich vom Spieler asdjhghgggggh gehalten werden, hunderte Zeilen lange Notes und dazu ominöse Tweets, die über meine Twitter-Accounts geschickt wurden. Böse Zungen könnten behaupten, dies seien meine Besten gewesen, aber darauf wollen wir an dieser Stelle nicht näher eingehen. Nicht nur einmal wurden wir auch zu bester Schlafenszeit von lautem Gehupe geweckt, das das Ende des Countdowns in die Nacht trötete, welchen der Lausbub Stunden vorher unbemerkt gestartet hatte.

    Midnight Sessions

    So schnell werde ich auch die Nächte nicht vergessen, in denen ich – Stunden vor dem geplanten Wecktermin – von einem fröhlich plapperndem Sohnemann geweckt wurde. Nichts Außergewöhnliches, sollte man meinen? Nun, dies hätte ich auf den ersten Blick auch behauptet. Erwähnenswert wird die Geschichte ja vornehmlich deshalb, weil Sebastian keineswegs mit mir oder meiner adorierten Allerholdesten plauderte, sondern – mit den jüngsten Einträgen der recent calls-Liste. An einem Morgen musste um rund 05:00 mein Kollege und Chef dran glauben, an einem anderen um ca. 03:00 einer meiner Entwickler (wenngleich ich letzterem durchaus zutraue, dass er um diese Zeit sowieso noch vor’m Rechner saß). Beiden kann man übrigens keineswegs mangelnde Kommunikationsbereitschaft attestieren, immerhin sah‘ ich im Nachhinein, dass sie jeweils rund fünf Minuten mit dem Sohnemann telefoniert hatten.

    Das jüngste Erlebnis im Zusammenhang dem dem künftigen Apple Fanboy liegt erst wenige Tage zurück. Man könnte ja meinen, ich wäre so etwas wie lernfähig, was das Liegenlassen des iPhones betrifft, aber in seiner Funktion als Wecker sollte es nachts aus nachvollziehbaren Gründen in der Nähe sein. „In der Nähe“ impliziert jedoch auch eine Zugriffsmöglichkeit durch den Sohnemann…

    Das Ergebnis: In den maximal 20 Minuten, in denen er das Telefon in der Hand hatte, tauchte er hingebungsvoll in die Welt der Fotografie ein und versank in selbiger scheinbar so tief, dass in dieser kurzen Zeit mehr als 200 Fotos schoss. Dazu noch eine Handvoll teils mehrminütiger Videos, deren Soundtrack zwar lediglich aus Atmengeräuschen und Bettwäscheknistern bestand, die zwar immerhin den Anblick des schlafenden Papa aussparten, dafür den grinsenden Lausbuben dank aktivierter Cam auf der Vorderseite umso prominenter in Szene setzen.

    Nachdem bekanntlich in den nächsten paar Jahren Geräte mit Touch-Display in de facto jedem erdenklichen Lebensbereich ihren festen Platz finden werden, habe ich – nicht nur – aus diesem Grund mein weitestgehend funktionierendes iPhone 3G als „sein Ieh-Fofon“ (O-Ton) reaktiviert. Die Bilanz nach wenigen Wochen des Power-Duos Sebastian & „sein“ iPhone: Weit über 1000 Fotos, ein Haufen Filmchen und – einige Highscores.

    Dies hier gibt’s auch bei ultimatemoms.at

  • Dual-Boot am iPhone

    Dual-Boot am iPhone

    Ein Vergleich der gängigen Smartphone-Betriebssysteme ergab für mich ein überraschendes Ergebnis. Das viel gescholtene Windows Phone muss sich in meinem ganz subjektiven Ranking nur denkbar knapp dem iOS geschlagen geben. Ein sehr oberflächlicher, keineswegs umfassender, dafür jedoch umso subjektiverer Handy-Vergleichstest.

    Die Entwicklung der WirtschaftsBlatt investor App, die von den Jungs der Tailored Media GmbH, auch bekannt unter „Tailored Apps“ auf den gängigsten Smartphone-Plattformen umgesetzt wird und in den kommenden Wochen gelauncht wird, schreitet zügig voran und es gab in den vergangenen Tagen die ersten Release Candidates auf den diversen Betriebssystemen zur eingehenden Prüfung. Diese war zugleich auch meine erste Gelegenheit, tatsächlich alle relevanten Teilnehmer im Markt der Handy-OS im direkten Vergleich zu testen.

    Die Probanden:

    • iOS 4.3 auf meinem iPhone 4
    • Android 2.6.32.9 auf Samsung GT-I9000 bzw. HTC Desire HD
    • Windows Phone 7 am Samsung Taylor
    • Symbian 3 am Nokia C7
    • BlackBerry 6 auf dem BlackBerry Torch

    Eingangs sollte ich natürlich – quasi als Disclaimer – darlegen, dass ich nun schon seit geraumer Zeit iPhone-Nutzer bin und mit dem Ding auch – bis auf einige wenige Einschränkungen – in höchstem Maße zufrieden bin. Die Usablity lässt kaum Wünsche offen, es ist enorm intuitiv zu bedienen (mein heute 3-jähriger Sohnemann spielt seit einenhalb Jahren liebend gerne damit und ich musste ihm nicht ein einziges Mal zeigen, wie er die Tastensperre deaktiviert oder Apps startet), das Retina-Display ist derzeit völlig unschlagbar, die Verfügbarkeit von Apps gewaltig und die Zuverlässigkeit äußerst zufriedenstellend. Die Abstriche, etwa die fragwürdige iTunes-Zwangsbeglückung bis ins kleinste Detail, die teils unangenehm kurze Akkulaufzeit und ein paar mehr sind zwar zuweilen lästig, können aber den positiven Gesamteindruck nicht wesentlich einschränken.

    Nun bekam ich also zum iPhone noch die anderen oben genannten Devices in die Hand und auf den allerersten Blick war das Ergebnis recht schnell klar: Das iPhone war das klar am weitesten fortgeschrittene Smartphone in dieser Auswahl. Dann kam lang nix, irgendwo dahinter rauften sich Android und Windows Phone um die Stockerlplätze, Blech ging an Blackberry und kurz danach folgte Symbian. Nach etwas intensiveren Testreihen mit den Dingern (zugegeben vornehmlich im Rahmen der zu testenden App selbst) begannen sich die Abstände merklich zu verschieben. Usability-Aspekte rückten in den Vorder-, andere in den Hintergrund und stets gepflegte, aber nie erwiesene Vorurteile gegenüber den einzelnen Plattformen erfuhren dringend nötige Korrekturen.

    Erwähnen sollte ich der Vollständigkeit halber auch, dass meine Tests keine tief schürfenden Analysen der (Un)Tiefen der OS-Kernels umfassten, keinen Vergleich der PC-Konnektivität und auch keine Bewertung der jeweiligen App-Landschaften, sondern vielmehr die für den Löwenanteil der User viel relevanteren Bereiche Usability, Zugänglichkeit, gestalterische Aufmachung, insgesamt vielleicht am ehesten so etwas wie die „Sympathie“, die man einem Gerät zugestehen könnte, abbildeten.

    Viele Überraschungen & wenige Enttäuschungen: Windows Phone 7

    Am meisten überraschte mich – zugegebenermaßen – das Windows Phone. Nachdem ich bis dato immer nur kurze Momente mit einem Windows-basierten Device gehabt hatte, die nie ein klares Urteil zugelassen hatten, war dieses Mal endlich ausreichend, um ein klareres Bild zu erhalten. Windows Phone 7 ist wirklich ein attraktives OS und der ganze Umgang damit ist herrlich intuitiv, klar und aus meiner Sicht auch erfrischend innovativ. Ich nahm das Samsung Taylor in die Hand und musste nur in einigen wenigen Fällen länger nach irgendeiner Funktion suchen. In wenigen Sekunden hing das Ding im WLAN, die Deaktivierung des Displays war binnen weniger Augenblicke auf einen für die Tests sinnvollen Zeitraum gesetzt und so ging es munter weiter. Die Gestaltung mit teils sehr gewagten Screendesigns, der (im positiven Wortsinne) interessanten Typographie und der durchdachten Menüführung macht die Nutzung von Windows Phone 7 beinahe zu einem Vergnügen. OK, das Fehlen von Multitasking oder etwa einer Screenshot-Funktion sprechen nicht gerade für den Klassenprimus schlechthin, aber gänzlich ohne irgendwelche Einschränkungen wird man wohl bei keinem OS jemals davonkommen. Ebenfalls ein Wermutstropfen ist der Browser, der einfach kein so fesches Rendering zustande bringt, wie ich es vom iPhone und seinem Safari gewohnt bin.

    Unter den Erwartungen: Android

    Viel erwartet habe ich mich von Android, das bekanntlich nach Ansicht mancher Analysten bereits das führende Smartphone-OS (nach generiertem Datentraffic) sein soll. Nachdem man ja bekanntlich keinen Statistiken Glauben schenken sollte, die man nicht eigenhändig gefälscht hat, sei dies dahingestellt – meinen persönlichen Zugang zu einem Handy beeinflussen diese Aspekte ohnehin nur sehr dezent. Die Vorschusslorbeeren wurden jedenfalls recht schnell reduziert. Ich fühlte mich auch mit Android schnell vertraut und tat mir recht leicht, die einzelnen Funktionen zu finden und das Gerät zu bedienen, aber der Innovationsgeist, der Google in vielerlei Hinsicht umgibt, scheint bei Android nur auf Teilzeitbasis beteiligt zu sein. Viele OS-Bereiche wirken wie uninspiriert vom Mitbewerb kopiert, andere wiederum sind durchaus attraktiv und zugänglich. Insgesamt durchaus ein arbeits- und alltagsfähiges System, aber einen Umstieg vom iPhone würde ich aus diesen Erfahrungen heraus sicherlich nicht anstreben. Zudem muss ich eingestehen, dass die Hardware, auf der ich Android testete, alles andere als „wertig“ wirkte. Das knarzende Kunststoffgehäuse und das teils widerspenstige Display des Samsung bzw. das unwesentlich attraktivere HTC Desire machten den ganzen Umgang eher weniger erfreulich.

    Geht so: BlackBerry

    Der BlackBerry Torch, dessen Vorgänger ich schon desöfteren in der Hand gehabt und niemals besonderes Interesse entwicket hatte, wirkte im Gegensatz zu den Android-Geräten von Samsung bzw. HTC immerhin deutlich hochwertiger und gab haptisch ein einigermaßen gutes Gefühl. Das OS macht einen sehr seriösen und durchdachten Eindruck, das dem Ruf des „Arbeitstiers“ durchaus gerecht wird, der schier untrennbar mit RIM bzw. BlackBerry verbunden ist. Die ausziehbare Tastatur ist für meine persönlichen Bedürfnisse klar zu klein, dafür fand ich das Trackpad unterhalb des Touchscreens sehr gelungen. Von der Präzision und Funktionalität dieses Buttons war ich tatsächlich einigermaßen angetan. SO attraktiv das OS in seinen Menüs und der Benutzerführung gestaltet ist, so fürchterlich stellt sich der Browser dar. Auch wenn Viele der Meinung sind, der Browser würde zugunsten der Apps ohnehin drastisch an Bedeutung verlieren, so bleibt er meines Erachtens dennoch ein wesentliches Element eines Smartphones. Hier kann man also bei einem User wie mir viel Boden verschenken – was BlackBerry hingebungsvoll zelebriert…

    Symbian: Nein danke!

    Ja, und dann war da noch Symbian. Bereits in den ersten Minuten mit dem Nokia C7 entstand der Eindruck, Symbian versuche verkrampft, uralte Nokia-Tugenden aufrecht zu erhalten, um im selben Atemzug und im krassen Gegensatz dazu modernste Smartphone-Funktionalität einzuimpfen. Eine sehr seltsame Benutzerführung, ein umständlicher Menüaufbau, unattraktive Gestaltung und ein zudem suboptimaler Touchscreen machten den Umgang mit dem C7 nicht gerade zur Tortur, aber immerhin zuweilen zu einem Ärgernis – vor allem, wenn man unmittelbar daneben die oben genannten Geräte zum direkten Vergleich liegen hat. Wenig überraschend fand ich etwa, dass – wie bei sämtlichen Smartphones ohne physischem Keyboard – bei Bedarf eine Tastatur am Display angezeigt wird. Dass diese jedoch den Aufbau eines Handy-Tastenfeldes mit der typischen Mehrfachbelegung aufwies (zumindest in der Portrait-Haltung), fand ich dann doch eher amüsant. Selbstverständlich sind die allermeisten Schwierigkeiten, die ich mit dem System hatte, gewöhnungsbedürftig und relativieren sich möglicherweise dementsprechend mit der täglichen Handhabung, aber meines Erachtens sollte ein Betriebssystem nicht dem User eine langwierige Gewöhnungsphase abringen, sondern ganz im Gegenteil sollte sich der User vom ersten Moment an wohl fühlen und ohne Umschweife damit zurecht kommen. Nachdem Otto Durchschnittsendverbraucher zudem in aller Regel nicht sonderlich techaffin ist, muss ein Smartphone auch definitiv intuitiver und „logischer“ in der Bedienung sein. In dieser Kategorie und einigen anderen Bereichen (der Browser etwa ist ein Graus!) scheitert Symbian meiner persönlichen Meinung nach spektakulär.

    Ich beglückwünsche Nokia jedenfalls (erneut) zu der unerwarteten Weitsicht, künftig auf Windows Phone zu setzen.

    Mein ganz persönliches Fazit

    Wenn ich die vergangenen Tage Revue passieren lasse und noch einmal versuche, die stundenlangen Spielereien mit den verschiedenene Geräten gedanklich zu ordnen, ergibt sich ein klares Ergebnis:

    1. Apple iPhone
    2. Windows Phone 7
    3. Android
    4. BlackBerry
    5. Symbian

    Auch wenn mich nun einige iAfficionados vermutlich zuerst an den Pranger stellen und in weiterer Folge unter die Guillotine legen wollen (oder umgekehrt): Ich persönlich hätte ja am liebsten ein iPhone mit Windows Phone 7 und Safari. Das Retina Display mit den hübschen Windows Menüs? Eine für mich extrem attraktive Vorstellung! Oder vielleicht doch lieber ein iOS mit Windows Phone 7-Theme…?

    Das sag‘ ich aber alles lieber nicht zu laut. Steve Jobs ist gesundheitlich ohnehin schon ausreichend bedient, da möchte ich nicht auch noch einen Herzinfarkt riskieren, den solche Häresien zweifelsfrei nach sich zögen…

  • Hurra, ich bin kein Muggle mehr!

    Hurra, ich bin kein Muggle mehr!

    Hightech vs. Zurück zur Natur. Eine stehende Internet-Connection vs. ausgedehnte Waldspaziergänge. Bits & Bytes vs. Baum & Berg. Alles Widersprüche? Nicht zwingend! Ein mögliches Bindeglied heißt » Geocaching und macht deutlich mehr Spaß, als man auf den ersten Blick glauben möchte.

    Als Kind liebte ich sie bereits: Schnitzeljagden. Mit diversen Kindergruppen (seien sie nun vom Alpenverein, der Jungschar oder sonstwem organisiert) wurden wir dazumals unzählige Male durch heimische Wälder gehetzt und hatten das Ziel, irgendwelche zuvor präparierten Platzerln zu finden, dort Rätsel zu lösen, Aufgaben zu bewältigen oder schlicht zum nächsten Versteck zu spazieren. Später passte sich diese Leidenschaft dann ein wenig dem fortschreitenden Alter an und es wurde mitunter Phantasy-Roleplaying daraus, das (abgesehen von den eher seltener besuchten LARPs) zwar weniger Outdoor-Charakter hat, aber immerhin das Nachjagen hinter Rätseln und Abenteuern wieder aufleben liess.

    Vor einigen Tagen schnappte ich beim Plaudern mit meiner Schwester und ihrer Familie wieder einmal den Begriff „Geocaching“ auf. Nachdem ich in den vergangenen Jahren schon oft mitbekommen hatte, dass es da so ein paar verrückte Nerds geben soll, die sich mit einem Outdoor-GPS (» Global Positioning System, Positionsbestimmung mittels Satellitenortung) bewaffnet durch teils herausforderndes Gelände kämpfen, um schlussendlich einen – nicht selten perfide versteckten – „Schatz“ (Cache) zu finden, von dem der jeweilige Verstecker lediglich die GPS-Koordinaten in einer Usenet-Newsgroup veröffentlicht gehabt hatte, hatte ich so meine Zweifel am Unterhaltungswert des damals noch weitestgehend unbekannten Hobbies „GPS Stash Hunt“ (so der ursprüngliche Name des Spiels) und daraus resultierend überschaubares Interesse.

    Im Zuge des vorhin erwähnten Gesprächs installierte ich schnell mal die App der momentan größten Geocache-Plattform (» geocaching.com) am iPhone und begann darin zu schmökern. Nach kurzem Ausprobieren der Basisfunktionen suchte ich dann versuchshalber in der unmittelbaren Umgebung meines Wohnortes nach Caches und siehe da: Es gibt im Umkreis von wenigen Stunden per pedes oder MTB gleich einen ganzen Haufen an versteckten Schätzen, die nur darauf warten, von mir gefunden und „geloggt“ zu werden. Mit „Logging“ ist in diesem Fall die Eintragung in ein im Cache befindliches „Logbuch“ gemeint, das je nach Größe des Containers zwischen einem kunstvoll eingerollten Papierstreifen und Formaten bis hin zum Schulheft schwankt.

    Zuhause angekommen habe ich mir – gemeinsam mit meinem Neffen – gleich einmal die ersten Verstecke vorgenommen und wir wurden – nicht zuletzt aufgrund des dezenten Schwierigkeitsgrades, den wir gewählt hatten – schnell fündig. Der erste lag lediglich wenige Schritte von dem Spielplatz entfernt, auf dem ich mit meinem Sohn seit Jahr und Tag ganze Nachmittage verbringe. Der zweite befand sich in einem Bereich ganz in der Nähe eines wunderschönen Aussichtsplatzes mit herrlichem Blick über einen Teil des Priessnitztals.

    Das Ende meines tristen Muggle-Daseins

    Ein origineller Aspekt an der Geschichte ist, dass es natürlich nicht nur Teilnehmer an dem Spiel gibt, sondern auch solche, die es weder betreiben, noch wissen, dass es dieses Game überhaupt gibt. Obwohl diese möglicherweise – nüchtern und objektiv betrachtet – nicht sonderlich viel verpassen, wenn sie nicht mitspielen, macht es dennoch auch ein wenig Spaß, eines der wenigen „Grundgesetze“ des Geocachings zu befolgen: Lass Dich nicht von den Muggles erwischen.

    „Muggle“ ist ein Fantasiewort und entsprang Anfang der 90er der Feder J. K. Rowlings, der Schöpferin der erfolgreichen Harry Potter-Romanreihe. In der von ihr gezeichneten Welt existieren neben den Menschen mit der besonderen Begabung für Magie (Hexen und Zauberer) auch solche, die diese Gabe nicht besitzen und nicht einmal etwas davon mitbekommen, dass möglicherweise direkt nebenan ein Zauberer lebt und Magie wirkt. Diese Personen nannte Rowling in ihren Büchern als „Muggles“.

    So wie in Harry Potters Welt den Zauberern nahe gelegt wird, Uneingeweihte nicht mit Magie zu „verunsichern“, wird in der Geocaching Community großer Wert darauf gelegt, dass Muggles den Standort eines Caches nicht ausfindig machen. Dies hat neben dem spielerischen Aspekt nicht zuletzt auch ganz praktische Gründe, da man schließlich vermeiden möchte, dass ein Muggle den vielleicht seit Jahren gut gehütete Cache findet, nichts damit anzufangen weiß und kurzerhand im nächstgelegenen Müllbehälter entsorgt.

    Mir persönlich zaubert(!) es jedenfalls seit meinem Einstieg ins Geocaching oftmals ein Schmunzeln ins Gesicht, wenn ich an einer Stelle vorbeikomme, an der ich einen Cache gefunden habe (oder zumindest weiß, dass es da einen gibt), an dem ich aber jahrelang unwissend vorbeispaziert war. In einem speziellen Fall hatte ich das Versteck sogar bereits vielmals im direkten Blickfeld gehabt, aber dass da ein Cache im Ausmaß einer kleinen Filmdose versteckt ist, hatte ich natürlich nicht einmal geahnt…

    Von wegen Schnitzeljagd: Neben mehr oder – meist – weniger einfach zu findenden einzelnen Caches (den „klassischen“ od. „Traditional Caches“), die aufgrund ihrer GPS-Koordinaten direkt angesteuert und aufgefunden werden können, gibt es noch andere Formen. Sehr verbreitet ist etwa die Variante, bei der der erste Wegpunkt, dessen Koordinaten bekannt sind, beispielsweise der Parkplatz ist, wo man sein Auto stehen lässt, um sich zu weiteren Koordinaten durchzuschlagen, die man jedoch erst mittels Lösung eines oder mehrer Rätsel herausfinden muss und so weiter.

    Fazit

    Summa summarum ein rundum erfreuliches Hobby, wie ich meine – und ich bin sicher, dass es gleich noch ein Stück erfreulicher wird, wenn ich das ganze auch tatsächlich anhand der GPS-Koordinaten betreiben kann (iPhone 4 ist bereits im Anflug) und nicht – wie bisher – ausschließlich anhand der Beschreibung bzw. unter Zuhilfenahme von Googles Satellitenbildern, da das GPS-Modul meines iPhone 3G schon vor Monaten den Weg allen irdischens angetreten hat…

    Neben all dem spielerischen Charakter ist mir vor allem ein Aspekt ins Auge gestoßen, der mir sehr gut gefällt und der für mich persönlich großen Stellenwert einnimmt: Viele Caches werden nicht einfach nur des Versteckens wegen „irgendwo in den Wald geworfen“, sondern wurden von ihrem „Owner“ (der Geocacher, der den Cache platziert hatte und in Stand hält) mit einer umfassenden Beschreibung des Gebietes versehen (zB. die Geschichte eines Schlosses, in dessen Park sich der Cache befindet) oder mit einer liebevoll ausgewählten Wanderroute verknüpft. In anderen Fällen bekommt man auf der Suche Plätze und Aussichtspunkte zu sehen, die man auf andere Weise vermutlich niemals zu Gesicht bekommen hätte, weil man einfach an dieser einen bestimmten Stelle sonst niemals vom Weg abgewichen wäre, da man dahinter nichts sehenswertes vermutet hätte.

    Selbstverständlich gibt es auch eher weniger durchdachte „Greif‘ im Vorbeigehen hinter das Schild da und schreib‘ ins Log“-Caches, die schnell gefunden und wieder versteckt sind, aber das gehört dann zur Sammelleidenschaft. Bisher habe ich jedoch bei den meisten Caches (und ich habe längst nicht alle gefunden, die ich gesucht habe!) das Gefühl gehabt, dass sich die jeweiligen Owner durchaus etwas dabei dachten, als sie die Dose platzierten und bei einigen wurde auch offensichtlich eine ganze Menge an Zeit investiert, um anderen Geocachern eine Freude am Fund bzw. dem Weg dort hin zu bereiten.

    Mein Tipp: Probiert‘ es einfach mal aus! Es kost‘ nix! 😉

  • Politspektakel CERN?

    Politspektakel CERN?

    Nach der Veröffentlichung von Wissenschaftsminister Johannes Hahns Entschluss, mit 2010 Österreichs Mitgliedschaft beim CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) ruhend stellen zu lassen, trat er – quod erat expectandum – eine kleine Lawine los. Teils lautstarke Proteste hagelt es von Vertretern der Wissenachaft, der Wirtschaft und der Politik. Keine zwei Wochen nach Hahns Erklärung stieg Bundeskanzler Werner Faymann auf die Bremse und erklärte medienwirksam „die Diskussion für beendet“. Politkabarett feinster Güte.

    In seiner Aussendung vom 07. 05. 2009 begründete Hahn den de facto Ausstieg aus dem größten Forschungszentrum für Kernphysik der Welt mit den laufenden Kosten der Mitgliedschaft, die rund 20 Millionen Euro (davon 16 Mio. „Mitgliedsbeitrag“ und 4 Mio. Nebenkosten) jährlich betragen. Dieses Geld sei gegenüber anderen internationalen Kooperationen auf dem Wissenschafts- und Forschungssektor blockiert und soll auch keineswegs eingespart, sondern künftig in anderen Projekten investiert werden (siehe Aussendung des BMFW).

    Während einige (wenige) zustimmende Meinungen den Ausstieg befürworteten, weil der „Physik-Dinosaurier“ CERN scheinbar wenig unmittelbar verwertbare Ergebnisse liefere und mit einer „Panne“ bei der Inbetriebnahme des jüngsten 3 Mrd. €-Großprojekts, dem Large Hadron Collider (LHC), unzählige Millionen in den Sand gesetzt haben soll, fanden sich Heerscharen von Wissenschaftern, Universitätsangehörigen, Studenten und auch Politikern unterschiedlicher Coleurs, die kopfschüttelnd von einer „Katastrophe“ sprachen.

    An vorderster Front kämpfte die Plattform SOS – Save Our Science, initiiert vom Fachausschuss Kern- und Teilchenphysik (FAKT) und der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft (Austrian Physical Society), gegen den Ausstieg an. Auf der Website wurde mitunter eine Online-Petition gestartet, bei der sich jeder, der gegen eine Beendigung der CERN-Mitgliedschaft Österreichs ist, eintragen kann (Link). Zuletzt fanden sich dort rund 32.000 Unterzeichner.

    Hahns unerwartete Ankündigung brachte auch ein Phänomen mit sich, das die heimische Politik selten zeigt: Eine (zumindest scheinbar) flächendeckende einheitliche Linie der Roten, Grünen, Blauen und Orangen. Zuletzt hat sogar der tiefschwarze Landesfürst Niederösterreichs, Erwin Pröll, seinen drohenden Zeigefinger in Richtung Minoritenplatz gehoben.

    Offene Fragen bleiben

    Auch wenn die Diskussion (zumindest für den Moment) vom Tisch sein dürfte, bleibt die Frage dennoch bestehen, ob Österreich mittel- und langfristig an der Mitgliedschaft bei CERN festhalten soll – oder muss.

    Es gibt eine Menge guter Argumente, die für CERN – und eine Kooperation Österreichs mit diesem Projekt – sprechen:

    • CERN brachte in den bisher mehr als fünf Jahrzehnten seines Bestehens eine Reihe elementarer Erkenntnisse auf seinem Stammgebiet, der Kernphysik hervor
    • einige nicht unwesentliche Technologien für unser heutiges Internet stammen von CERN
    • seit 1959 haben rund 150 österreichische Akademiker am CERN promoviert
    • derzeit sind etwa 170 „unserer“ Wissenschafter dort beschäftigt
    • Jahr für Jahr absolvieren viele Studenten österreichischer Universitäten Praktika und Auslandssemester am CERN
    • Rückflüsse (bei der Eurofighter-Diskussion sprach man in diesem Zusammenhang von „Gegengeschäften“) für die heimische Wirtschaft in Höhe von bis zu 75 Millionen €
    • nicht zuletzt sprechen auch Kosten in Höhe von jenseits der 100 Mio. € dagegen, die Österreich – aus heutiger Sicht – im Falle eines Austritts zu begleichen hätte (laut Finanzchef des Forschungszentrums, Thierry Lagrange)

    Es gibt aber freilich auch eine Reihe von Gegenargumenten:

    • Forschungsgelder in Höhe von rund 16 Millionen € (etwa 0,48% des Wissenschaftsbudgets) sind durch CERN geblockt und stehen anderen internationalen Kooperationen nicht zur Verfügung
    • Möglichkeit, Forschungsschwerpunkte von der Kernphysik hin zu Bio- und Nanotech sowie anderen „zukunftsorientierteren“ Richtungen zu verlagern (die von Hahn genannten potentiellen Projekte finden sich mitunter hier)
    • selbst im Falle eines Austritts wird es intensive Gespräche und daraus resultierende Kooperationsvereinbarungen zwischen Österreich und CERN geben, somit wird voraussichtlich kaum ein Doktorand oder Student wird um seinen Ausbildungsplatz am CERN „umfallen“

    Die Pros und Contras gegeneinander abzuwägen liegt nicht in meinem Ermessen, da ich selbst weder (Natur-)Wissenschafter, noch politischer Entscheidungsträger bin. Dennoch sollte meines Erachtens ein weiterer Aspekt nicht aus den Augen verloren werden: Mögliche Auswirkungen auf die Reputation des Forschungsstandortes Österreich. Renommierte Fachpublikationen wie z.B. Nature und andere Medien im Ausland berichteten prompt auf die Austritts-Ankündigung. Und nur überschaubar wenige Stimmen kommentierten neutral oder gar wohlwollend.

    Nun ist aber alles wieder gut und wir können hoffen, dass das internationale Echo entweder bald verstummt oder – was viel interessanter wäre – sich in eine europaweite Diskussion über die Institution CERN, ihre Daseinsberechtigung in der vorliegenden Form und etwaigen Änderungsbedarf hinsichtlich Struktur und Setup wandelt.

    Ich persönlich bin mit der Entscheidung, Teil des Projekts CERN zu bleiben, alles Andere als unglücklich. Ich fühle mich schlichtweg sehr viel wohler in meiner Haut, wenn ich nicht nur geduldeter Zaungast, sondern Mitglied in einem Unterfangen bin, das mich grundlegend interessiert. Ich finde es insgesamt aber sehr schade, dass diese ganze Diskussion in der Öffentlichkeit ausgetragen wurde und nicht vorab in einer Expertenrunde, die Hahn ganz ohne Kaffeesud und Kristallkugel ankündigen hätte können, dass ein solcher Schritt wohl kaum Beifallsrufe aus allen Richtungen mit sich bringt.

    Wieso aber schafft es die heimische Politik nicht, solche Fragen im Vorfeld zu klären? Vor einigen Monaten hat ja bereits Claudia Schmied in eine nach langen Verhandlungsmarathon unter vehementer Streikandrohung seitens der Gewerkschaft angetretene Flucht in fadenscheinige Kompromisse bewiesen, wie schnell man sich mit einer unzureichend durchdachten und vorschnell publizierten Entscheidung in die Nesseln setzen kann.

    Vielleicht hazardieren unsere Minister irgendwann nicht mehr, sondern arbeiten unter Einbindung entsprechender fachlicher Kompetenzen an ihren Ideen und präsentieren dann der (Welt-)Öffentlichkeit Reformvorschläge, die mehr sind, als halbherzige Kompromisse und Verbeugungen vor einzelnen kleinen Interessensgruppen.