Kategorie: Social Media

  • Die große Themenverfehlung bei #metoo

    Die große Themenverfehlung bei #metoo

    Was mich an der erstaunlich polarisierenden #metoo Debatte am meisten anzipft: Fast alle Diskussionen (oder zumindest die überwiegende Mehrheit davon) laufen in die völlig falsche Richtung!

    Alle reden seit Tagen und Wochen davon, wann Frauen Übertretungen der Grenzen ihrer Privat- und Intimsphäre welchen Ausmaßes wie zu beantworten haben.

    Sprich sie sollen möglichst nicht im Nachhinein etwas sagen, sie sollen gewisse „harmlose“ Übergriffe gefälligst hinnehmen und sich net so anstell‘n oder sie sollen halt gleich irgendwelche Watschen verteilen…

    What a brain fuck

    Liebe Jungs und Mädels, das ist eine Themenverfehlung und ein Brain Fuck allerfeinster Güte!

    Es geht einzig und allein darum, dass sich verdammt nochmal Alle (vor allem Männer, aber auch zuweilen Frauen) darüber im Klaren zu sein haben, was im zwischenmenschlichen Umgang miteinander zulässig ist und was nicht. Und wo die konkreten Unterschiede zwischen Konsensualität und Belästigung liegen. Und welche Grenzen und Normen im Zweifelsfall zu gelten haben.

    Kurzum: Hört endlich auf, an Mädchen und Frauen und an ihrem Verhalten herumzudoktern!

    Männer definieren seit jeher, welche Berufe Frauen zu ergreifen haben und aus welchen Sparten sie sich rauszuhalten haben (oder zumindest welchen hierarchischen Levels). Männer definieren, wie sich Frauen zu kleiden haben. Die einen haben zuviel an („Burkaverbot muss her!“), die anderen zuwenig („Sie hat ja mit dieser engen Bluse regelrecht provoziert, dass ich sie begrapsche!“). Männer definieren, wann sich Frauen belästigt fühlen dürfen und was sie gefälligst über sich ergehen lassen sollen, weil „Männer halt so sind“ und – noch besser – „weil das früher auch nie ein Problem war“. Geht‘s noch?

    „Wir müssen über Männer reden, nicht über Frauen!“

    Wir müssen über das (Fehl-)Verhalten von Männern reden. Wir müssen darüber reden, wie es sein kann, dass viele Männer immer noch glauben, dass sie diejenigen sind, die zu entscheiden haben, wo die Intimsphäre einer Frau beginnt. Und wir müssen darüber reden, wann das Thema „sexuelle Belästigung“ lautet und wo es sich vielmehr um (nicht minder entbehrliches) „archaisch-maskulines Dominanzgetue“ handelt. Es geht hier auch nicht im Geringsten um krampfhaft überzeichnete Political Correctness, sondern um das Konzept der „Basic human decency“.

    Wenn wir das dann mal alles geklärt haben, wird eine etwaige Folgediskussion, wie Frauen auf männliche Übergriffe zu reagieren haben, plötzlich angenehm kurz…

    Bild: Prof.lumacorno/Wikimedia

  • Demokratie geht anders

    Demokratie geht anders

    Demokratie 2.0? Politische Messages per Facebook? Das wird nicht reichen. Selbst zehntausende Tweets oder Facebook-Likes locken keinen Parteisoldaten hinter dem Ofen vor – gesetzt dem Fall, er weiß überhaupt, was Social Media sind. Demokratie findet auf der Straße statt. Raus mit uns!

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  • Ein höchst dringender Aufschrei

    Ein höchst dringender Aufschrei

    Ein gesetzter Herr fortgeschrittenen Semesters, der eine junge Dame mit teils schlüpfrigen, teils chauvinistischen Phrasen eindeckt, überschreitet dadurch eindeutig die Grenze ihrer persönlichen Intimsphäre. Dennoch: Hätte es sich nicht zufällig um einen Prominenten deutschen Politiker und eine Journalistin des Stern gehandelt, gäbe es die Aktion #aufschrei vermutlich gar nicht. Zumindest nicht in dieser Form, in dieser Intensität. Die Tatsache, dass die Diskussion rund um das Thema „Alltagssexismus“ nun auch die Öffentlichkeit abseits der Social Media erreicht, ist jedoch wichtig – und höchst an der Zeit.

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  • Es gibt (k)ein Facebook-Verbot im ORF-Gesetz

    Es gibt (k)ein Facebook-Verbot im ORF-Gesetz

    Ein Reizwort gewinnt durch Wiederholung nicht an Wahrheitsgehalt. Dies trifft zur Zeit besonders im Zusammenhang mit einem etwaigen „Facebook-Verbot“ für den ORF zu. Das ORF-Gesetz verbietet in seiner aktuellen Fassung den Aufbau einer Community unter Zuhilfenahme sozialer Netzwerke, aber die grundsätzliche Nutzung von Facebook, Twitter & Co im Rahmen der Sendungen des öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrages (tagesaktuelle Online-Berichterstattung, Programmankündigungen, etc.) stehen in keinerlei Konflikt mit dem ORF-G. Schlicht und ergreifend.

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  • Die Geschichte des ORF ist eine Geschichte voller Missverständnisse

    Die Geschichte des ORF ist eine Geschichte voller Missverständnisse

    Sie ist wieder da: Die große Diskussion um die Online-Aktivitäten des ORF, genauer gesagt jene in Social Media-Plattformen. Konkreter Anlass: Das so genannte „Facebook-Verbot“ zwingt den ORF in erster Linie, 39 seiner Facebook-Seiten stillzulegen. Die Meinungen dazu sind zwiegespalten: Die GIS-Gegner und ORF-Mitbewerber jubeln, beim ORF selbst und zahlreichen Usern bzw. Fans der entsprechenden Seiten ist man naturgemäß anderer Ansicht. Ich selbst stehe irgendwo nahe der Mitte – jedoch mit erkennbarer Neigung Richtung ORF.

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  • Anonymität ist kein Schutz vor Unvernunft

    Anonymität ist kein Schutz vor Unvernunft

    Das „Hackerkollektiv“ AnonAustria leakt gerne Datenbanken und veröffentlicht auch zuweilen Teile der erbeuteten Informationen als eine Art Beleg des erfolgreichen Hacks. Diesmal waren’s rund 25k Datensätze von Exekutivbeamten, die allerdings ohne jegliche Filterung mit Angabe von Name, Geburtsdatum und voller Anschrift an die – vermutlich mäßig interessierte – Öffentlichkeit gingen. Eine wichtige Frage bleibt bislang offen: Qui bono?

    Sehr originell: Als eine Art „Zeichen“ gegen die unliebsame Vorratsdatenspeicherung veröffentlichen die Damen und Herren der österreichischen Ableger von Anonymous die (größtenteils ungefilterten) persönlichen Daten von Polizisten und twittern launig, man könne jetzt gerne raten, worum es sich bei den Datensätzen handle. Es gibt zwar keine „offizielle“ Bestätigung der Hacktivisten (wie auch, es gibt ja keine zentrale Kommunikationsstelle), dass es sich bei der Aktion um ein Statement wider die VDS handle, aber zahlreiche Tweets und andere Hinweise legen dies durchaus nahe.

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  • Hurra, ich bin kein Muggle mehr!

    Hurra, ich bin kein Muggle mehr!

    Hightech vs. Zurück zur Natur. Eine stehende Internet-Connection vs. ausgedehnte Waldspaziergänge. Bits & Bytes vs. Baum & Berg. Alles Widersprüche? Nicht zwingend! Ein mögliches Bindeglied heißt » Geocaching und macht deutlich mehr Spaß, als man auf den ersten Blick glauben möchte.

    Als Kind liebte ich sie bereits: Schnitzeljagden. Mit diversen Kindergruppen (seien sie nun vom Alpenverein, der Jungschar oder sonstwem organisiert) wurden wir dazumals unzählige Male durch heimische Wälder gehetzt und hatten das Ziel, irgendwelche zuvor präparierten Platzerln zu finden, dort Rätsel zu lösen, Aufgaben zu bewältigen oder schlicht zum nächsten Versteck zu spazieren. Später passte sich diese Leidenschaft dann ein wenig dem fortschreitenden Alter an und es wurde mitunter Phantasy-Roleplaying daraus, das (abgesehen von den eher seltener besuchten LARPs) zwar weniger Outdoor-Charakter hat, aber immerhin das Nachjagen hinter Rätseln und Abenteuern wieder aufleben liess.

    Vor einigen Tagen schnappte ich beim Plaudern mit meiner Schwester und ihrer Familie wieder einmal den Begriff „Geocaching“ auf. Nachdem ich in den vergangenen Jahren schon oft mitbekommen hatte, dass es da so ein paar verrückte Nerds geben soll, die sich mit einem Outdoor-GPS (» Global Positioning System, Positionsbestimmung mittels Satellitenortung) bewaffnet durch teils herausforderndes Gelände kämpfen, um schlussendlich einen – nicht selten perfide versteckten – „Schatz“ (Cache) zu finden, von dem der jeweilige Verstecker lediglich die GPS-Koordinaten in einer Usenet-Newsgroup veröffentlicht gehabt hatte, hatte ich so meine Zweifel am Unterhaltungswert des damals noch weitestgehend unbekannten Hobbies „GPS Stash Hunt“ (so der ursprüngliche Name des Spiels) und daraus resultierend überschaubares Interesse.

    Im Zuge des vorhin erwähnten Gesprächs installierte ich schnell mal die App der momentan größten Geocache-Plattform (» geocaching.com) am iPhone und begann darin zu schmökern. Nach kurzem Ausprobieren der Basisfunktionen suchte ich dann versuchshalber in der unmittelbaren Umgebung meines Wohnortes nach Caches und siehe da: Es gibt im Umkreis von wenigen Stunden per pedes oder MTB gleich einen ganzen Haufen an versteckten Schätzen, die nur darauf warten, von mir gefunden und „geloggt“ zu werden. Mit „Logging“ ist in diesem Fall die Eintragung in ein im Cache befindliches „Logbuch“ gemeint, das je nach Größe des Containers zwischen einem kunstvoll eingerollten Papierstreifen und Formaten bis hin zum Schulheft schwankt.

    Zuhause angekommen habe ich mir – gemeinsam mit meinem Neffen – gleich einmal die ersten Verstecke vorgenommen und wir wurden – nicht zuletzt aufgrund des dezenten Schwierigkeitsgrades, den wir gewählt hatten – schnell fündig. Der erste lag lediglich wenige Schritte von dem Spielplatz entfernt, auf dem ich mit meinem Sohn seit Jahr und Tag ganze Nachmittage verbringe. Der zweite befand sich in einem Bereich ganz in der Nähe eines wunderschönen Aussichtsplatzes mit herrlichem Blick über einen Teil des Priessnitztals.

    Das Ende meines tristen Muggle-Daseins

    Ein origineller Aspekt an der Geschichte ist, dass es natürlich nicht nur Teilnehmer an dem Spiel gibt, sondern auch solche, die es weder betreiben, noch wissen, dass es dieses Game überhaupt gibt. Obwohl diese möglicherweise – nüchtern und objektiv betrachtet – nicht sonderlich viel verpassen, wenn sie nicht mitspielen, macht es dennoch auch ein wenig Spaß, eines der wenigen „Grundgesetze“ des Geocachings zu befolgen: Lass Dich nicht von den Muggles erwischen.

    „Muggle“ ist ein Fantasiewort und entsprang Anfang der 90er der Feder J. K. Rowlings, der Schöpferin der erfolgreichen Harry Potter-Romanreihe. In der von ihr gezeichneten Welt existieren neben den Menschen mit der besonderen Begabung für Magie (Hexen und Zauberer) auch solche, die diese Gabe nicht besitzen und nicht einmal etwas davon mitbekommen, dass möglicherweise direkt nebenan ein Zauberer lebt und Magie wirkt. Diese Personen nannte Rowling in ihren Büchern als „Muggles“.

    So wie in Harry Potters Welt den Zauberern nahe gelegt wird, Uneingeweihte nicht mit Magie zu „verunsichern“, wird in der Geocaching Community großer Wert darauf gelegt, dass Muggles den Standort eines Caches nicht ausfindig machen. Dies hat neben dem spielerischen Aspekt nicht zuletzt auch ganz praktische Gründe, da man schließlich vermeiden möchte, dass ein Muggle den vielleicht seit Jahren gut gehütete Cache findet, nichts damit anzufangen weiß und kurzerhand im nächstgelegenen Müllbehälter entsorgt.

    Mir persönlich zaubert(!) es jedenfalls seit meinem Einstieg ins Geocaching oftmals ein Schmunzeln ins Gesicht, wenn ich an einer Stelle vorbeikomme, an der ich einen Cache gefunden habe (oder zumindest weiß, dass es da einen gibt), an dem ich aber jahrelang unwissend vorbeispaziert war. In einem speziellen Fall hatte ich das Versteck sogar bereits vielmals im direkten Blickfeld gehabt, aber dass da ein Cache im Ausmaß einer kleinen Filmdose versteckt ist, hatte ich natürlich nicht einmal geahnt…

    Von wegen Schnitzeljagd: Neben mehr oder – meist – weniger einfach zu findenden einzelnen Caches (den „klassischen“ od. „Traditional Caches“), die aufgrund ihrer GPS-Koordinaten direkt angesteuert und aufgefunden werden können, gibt es noch andere Formen. Sehr verbreitet ist etwa die Variante, bei der der erste Wegpunkt, dessen Koordinaten bekannt sind, beispielsweise der Parkplatz ist, wo man sein Auto stehen lässt, um sich zu weiteren Koordinaten durchzuschlagen, die man jedoch erst mittels Lösung eines oder mehrer Rätsel herausfinden muss und so weiter.

    Fazit

    Summa summarum ein rundum erfreuliches Hobby, wie ich meine – und ich bin sicher, dass es gleich noch ein Stück erfreulicher wird, wenn ich das ganze auch tatsächlich anhand der GPS-Koordinaten betreiben kann (iPhone 4 ist bereits im Anflug) und nicht – wie bisher – ausschließlich anhand der Beschreibung bzw. unter Zuhilfenahme von Googles Satellitenbildern, da das GPS-Modul meines iPhone 3G schon vor Monaten den Weg allen irdischens angetreten hat…

    Neben all dem spielerischen Charakter ist mir vor allem ein Aspekt ins Auge gestoßen, der mir sehr gut gefällt und der für mich persönlich großen Stellenwert einnimmt: Viele Caches werden nicht einfach nur des Versteckens wegen „irgendwo in den Wald geworfen“, sondern wurden von ihrem „Owner“ (der Geocacher, der den Cache platziert hatte und in Stand hält) mit einer umfassenden Beschreibung des Gebietes versehen (zB. die Geschichte eines Schlosses, in dessen Park sich der Cache befindet) oder mit einer liebevoll ausgewählten Wanderroute verknüpft. In anderen Fällen bekommt man auf der Suche Plätze und Aussichtspunkte zu sehen, die man auf andere Weise vermutlich niemals zu Gesicht bekommen hätte, weil man einfach an dieser einen bestimmten Stelle sonst niemals vom Weg abgewichen wäre, da man dahinter nichts sehenswertes vermutet hätte.

    Selbstverständlich gibt es auch eher weniger durchdachte „Greif‘ im Vorbeigehen hinter das Schild da und schreib‘ ins Log“-Caches, die schnell gefunden und wieder versteckt sind, aber das gehört dann zur Sammelleidenschaft. Bisher habe ich jedoch bei den meisten Caches (und ich habe längst nicht alle gefunden, die ich gesucht habe!) das Gefühl gehabt, dass sich die jeweiligen Owner durchaus etwas dabei dachten, als sie die Dose platzierten und bei einigen wurde auch offensichtlich eine ganze Menge an Zeit investiert, um anderen Geocachern eine Freude am Fund bzw. dem Weg dort hin zu bereiten.

    Mein Tipp: Probiert‘ es einfach mal aus! Es kost‘ nix! 😉