Autor: roland

  • Stefan Petzner: Outing als Stubenfliege

    Stefan Petzner: Outing als Stubenfliege

    Der stellvertretende Bündnisobmann des BZÖ und Abgeordnete zum Nationalrat Stefan Petzner wurde ausserhalb Kärntens bis dato nur durch tendentiell peinliche Umstände bekannt: Als Heulsuse, als Ursache für die Wahl von „Lebensmensch“ zum Wort des Jahres 2008, als „Witwe“ seines geliebten Jörg Haider, als Pin Up in bester Gay-Pose mit putziger Delfin-Tätowierung am Bauch und vor Allem als Urheber zahlloser Schwachsinnigkeiten, die er regelmäßig via Presseaussendung in die Welt posaunt.

    Um auch nach seinen medienwirksamen Heulkrämpfen in Pressekonferenzen und Interviews angesichts des Ablebens seines politischen Ziehvaters, Vorbilds und Lov…Lebensmenschen Jörg Haider im Gespräch zu bleiben, ist er – ebenso wie viele andere Vertreter der heimischen Politik – ein begeisteter Versender von Pressemitteilungen. Ist gerade kein auch nur halbwegs wichtiges Thema zu Hand, das Krone-, Österreich- und Heute-Leser aktuell interessiert, dann wird auch gerne zum 1000. Mal die Verweigerung der Errichtung von mehrsprachigen Ortstafeln in Kärnten wiedergekäut und in die Welt hinausposaunt.

    Heute Nachmittag demonstrierte Petzner, der sich nach wie vor aufgrund seiner Funktion als Wahlkampfleiter für den Vater des Kärntner BZÖ-Wahlerfolgs hält (Zitat News-Interview: „“Es wird immer schwieriger für mich. Falco war nach seinem ersten Nummer-eins-Hit verzweifelt, wie er den Erfolg toppen könnte. So geht es mir jetzt auch. Ich kann mich nicht ständig selbst übertreffen…“) wieder einmal, wie weit er von seriöser Politik entfernt ist und wo sein geistiger Horizont anzusiedeln ist.

    Es ging um die Cause Mensdorff-Pouilly und eine Krisensitzung im Innenministerium zu ebendiesem Thema. Die OTS im Wortlaut:

    Causa Mensdorff: Krisensitzung im ÖVP-Innenministerium
    Utl.: BZÖ-Petzner amüsiert – „Weitere Krisensitzungen werden folgen,
    weil immer mehr ans Tageslicht kommen wird. Dafür werde ich
    sorgen!“

    Wien (OTS) – Amüsiert über eine Krisensitzung des
    ÖVP-Innenministeriums, die in den heutigen Morgenstunden
    stattgefunden hat und den Umgang des Innenministeriums mit der Causa
    Mensdorff-Pouilly und die Verwicklung von führenden Beamten und
    Mitarbeitern des BMI in die Causa zum Inhalt hatte, zeigt sich
    BZÖ-Abgeordneter Stefan Petzner.

    „Weitere Krisensitzungen werden folgen, weil immer mehr ans
    Tageslicht kommen wird. Dafür werde ich sorgen“, sagt Petzner, der
    gleich einer Fliege an der Wand des Büros von Fekter, immer über
    alles informiert ist, was gerade im BMI gerade vonstatten geht.

    Der letzte Absatz, der abgesehen vom doppelten „gerade“ und der seltsam anmutender Fantasy-Prosa auch inhaltlich mehr als fragwürdig ist, verbreitete sich natürlich innerhalb kürzester Zeit via Twitter (ich wasche meine Hände selbstverständlich in Unschuld) und Facebook (dito) im Web.

    Keine 60 Minuten nach Veröffentlichung dieses Stumpfsinns gab es dann auch schon die ersten Blogeinträge (beispielsweise jenen hier) mit Hinweisen auf die nahe Verwandtschaft zwischen Stefan Petzner zur Musca domestica oder auch zur Familie der Calliphoridae.

    Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Verbreitung einer Pressemitteilung über OTS (Originaltext-Service der APA) – auch für politische Parteien – durchaus kostenpflichtig ist und es darf getrost angenommen werden, dass die Rechnungen hierfür nicht aus Petzners Privattasche beglichen werden. Ergo trägt der Steuerzahler über die Parteienförderung seinen Obolus dazu bei, dass sich diese Anfälle von Polit-Logorrhoe im Netz einfinden.

    Ich werde versuchen, in Zukunft immer wieder ein paar der lesenswerteren Bonmots der drolligsten Presseaussendungen zusammenzutragen. Stay tuned – oft lohnt es sich tatsächlich, einen kleinen Blick auf diese Elaborate heimischer Polit-Brachialrhetorik zu werfen…

  • Novarock: Heisses Line up – ich nicht dort

    Novarock: Heisses Line up – ich nicht dort

    Das Novarock findet heuer erst zum fünften Mal statt und kann dennoch mit einem Line up aufwarten, das nahezu alle Stückerln spielt. Die Mainacts Metallica, Die Toten Hosen, Placebo, die reunierten Faith No More und viele mehr sind sicherlich Publikumsmagneten erster Güte. Das Novarock hat sich somit innerhalb einer extrem kurzen Zeit zu einem wahrhaft großartig besetzten Festival gemausert.

    Bei ein paar Namen auf der Liste der teilnehmenden Bands könnte einem ja tatsächlich größte Lust auf ein Besuch in Nickelsdorf überkommen. Für mich sind das eindeutig Faith No More, NIN, Killswitch Engage (endlich, nachdem ich sie bisher immer verpasst habe, wenn sie da waren), Gogol Bordello, In Extremo, All That Remains, August Burns Red und noch ein paar andere.

    Ist es das wert?

    Umgekehrt muss man sich dann aber schon auch die Frage stellen: Was ist es mir wert, dass ich ein paar der (unbekannteren) Bands, die auftreten wirklich sehen und hören möchte, während mich einige der großen (und extrem teuren) Mainacts tendentiell so sehr interessieren, wie das Radioprogramm auf dem Weg zum Festivalgelände?

    Angesichts dessen sind dann nämlich 109,00 Euro pro headbangendem Kopf – nach den ersten 40.000 Tickets steigt der Preis für die letzten 10.000 dann sogar auf 119,00 – schon hart an bzw. für mich recht deutlich über der Schmerzgrenze. Möglicherweise wird dies auch noch dadurch beeinflusst dass ich persönlich ein großer Fan von kleinen, „familiären“ Clubgigs bin und einen solchen Preis tendentiell eher dann bezahlen würde, wenn nur eine Handvoll Bands, dafür in einer kleinen Location spielen würden.

    Aber es tut gut sehen, dass die Musikindustrie von der Krise scheinbar nicht betroffen zu sein scheint. 5,5 Millionen werden allein mit Eintrittskarten umgesetzt. Diverse andere Einnahmen wie Standgebühren & Co kommen noch hinzu. So schlimm kann’s also nicht sein! 😉

    Hier übrigens der – Vollständigkeit halber – das ganze Line up des Novarock 2009:
    Metallica, Die Toten Hosen, Placebo, Faith No More, Slipknot, Nine Inch Nails, Limp Bizkit, Kaiser Chiefs, Guano Apes, Disturbed, Dimmu Borgir, Chris Cornell, Killswitch Engage, Gogol Bordello, In Extremo, Dredg, Trivium, Madsen, Mastodon, The Gaslight Anthem, Static X, The Sword, Sevendust, Black Stone Cherry, Dir En Grey, All That Remains, Lacuna Coil, Sonic Syndicate, Expatriate, 3 Feet Smaller, The Living End, August Burns Red, Bring Me The Horizon, Eisbrecher, Smoke Blow

  • Apple iPod shuffle – Klein, kleiner, sinnlos

    Apple iPod shuffle – Klein, kleiner, sinnlos

    Die jüngste Ausgabe von Apples iPod shuffle kann mit beachtlichen Specs aufwarten: 45,2mm lang, 17,5mm breit und gerade einmal 7,8mm dick ist das Gehäuse, das 4GB Speicher und einen Akku beherbergt, der mit voller Ladung rund 10 Stunden lang für Musik sorgt.

    Zugegebenermaßen bin auch ich nicht gerade wenig beeindruckt, auf wie kleinem Raum man das Equipment verstauen kann, das man für die Leistung benötigt, die der MP3-Winzling bietet. Immerhin muss ja in diesem Ding neben Elektronik und Battery noch der Klinkenstecker Platz finden. Zudem ufert auch der Preis nicht gerade aus: Mit EUR 79,00 via Apple Store ist man hier angesichts der Leistung sogar quasi günstig unterwegs.

    Man kann alles übertreiben

    Minimalisten, Apple-Aficionados, Jobs-Jünger und Geeks werden mit dem iPod Shuffle sicherlich ihre helle Freude haben, aber ich persönlich stelle mir zunehmend häufig die Frage, ob und wo ein Ende in Sicht ist. Nicht technologisch betrachtet. Hier wird es wohl erst enden, wenn das ganze Teil in einem der beiden In-Ear-Hörer Platz findet. Nein, ich vermisse bei einem solchen Gerät mittlerweile ein gewisses haptisches Erleben. Das Gefühl, „etwas in der Hand“ zu haben.

    Abgesehen davon bin ich ein großer Fan davon, nur ein Device in der Tasche zu haben – und das ist angenehmerweise gleichzeitig iPod und Telefon. Selbst mein „kleines“ 8GB iPhone stellt ausreichend Speicherplatz für den Soundtrack eines ausgedehnten Urlaubs zur Verfügung und hat zudem den Vorteil, dass ich bei einem eingehenden Anruf einfach nur die Rufannahme clicke und schon „in der Leitung“ bin. Kein Überhören eines Anrufs, kein hin- und herwechseln des Headsets, kein Vergessen eines der beiden Geräte und so weiter.

    Darüber hinaus finde ich es aus meiner persönlichen Erfahrung heraus sehr unangenehm, gänzlich auf ein Display verzichten zu müssen. Die implementierte Voice Over-Version zur Ansage von Songinformation und Playlist scheint zwar ein witziges Feature zu sein und wirkt auch irgendwie recht sexy, aber mir geht beim shuffle definitiv die Möglichkeit ab, auf einen Blick Informationen zu Titel, Album oder Playlist einsehen zu können. Möglicherweise liegt es auch an mir, wenn ich nicht auswendig lernen möchte, in welcher Reihenfolge die Lieder abgespeichert sind. Ich will eigentlich nur ein paar MP3s auf meinen Player kopieren und dann hören. Naja, der Mensch ist und bleibt eben ein Gewohnheitstier.

    UPDATE: Jüngst machte die Nachricht die Runde, dass es im Original-Headset des neuen iPod shuffle einen DRM-Chip geben dürfte (weitere Infos siehe hier). Dies ist jedoch nur noch ein weiterer Grund für mich, den neuen iPod shuffle als „Roland-inkompatibel“ zu betrachten…

    Und zu guter Letzt: Ich bin doch sicherlich nicht der Einzige, der sich angesichts des Produktbildes des iPod shuffle nicht ein Bisschen an die 90er Jahre-Werbung für ein ganz bestimmtes Damenhygieneprodukt erinnert fühlt. Die Hand, die Größe des Dings darin – und sogar das „Rückholfädchen“ ist abgebildet (wenn auch nicht in blau).
    „Der shuffle spielt die Lieder dort ab, wo sie passieren: Im Inneren des Ohres!“

  • Lehrer-Streik & verhärmte Ministerin: Schwere Prüfungen für Österreichs Bildungswesen

    Lehrer-Streik & verhärmte Ministerin: Schwere Prüfungen für Österreichs Bildungswesen

    lehrer_laempel

    Zwei Stunden pro Woche mehr in der Schulklasse sind der Stein des Anstoßes: Bundesministerin Claudia Schmied möchte Österreichs Pädagogen in die Pflicht nehmen und sie zusätzliche zwei Stunden das tun lassen, wozu sie ausgebildet sind und wofür sie meines Erachtens in erster Instanz bezahlt werden: Unterrichten. Die Reaktion der Gewerkschaft: Sicher net.

    Wichtiger Hinweis: Es geht hierbei vordergründig nicht um eine Verlängerung der Arbeitszeit, wie ständig von Seiten der Gewerkschaft (den Begriff Personalvertretung umgehe ich bewusst) gelästert wird. Die Arbeitszeit von 40 Wochenstunden soll keineswegs ausgeweitet werden. Und selbst die Bundesministerin Schmied behauptet nicht, dass diese Maßnahme alleine funktionieren wird um (a.) die Kosten für das Schulwesen in das chronisch viel zu enge Budgetkorsett zu pressen oder gar (b.) die Qualität des Unterrichts nachhaltig zu erhöhen.

    Leider kamen jedoch im ursprünglichen Schreiben der Bundesministerin Schmied keinerlei Hinweise darauf vor, welche weiterführenden Reformen sie anstrebt, um die physische und psychische Mehrbelastung der Lehrer durch die ausgeweitete Lehrverpflichtung (immerhin der mit großem Abstand belastendste Part dieses Berufs) zu kompensieren, etwa durch entgegegenwirkende Entlastung im Bereich der Administration, Reduktion der teils recht zeitintensiven Kustodiate oder dergleichen mehr. Es handelt sich hierbei definitiv nur um einen ersten kleinen von vielen dringend nötigen Schritten, um das heimische Bildungswesen „fit for future“ zu machen.

    Konzepte, Idee, und Visionen zur nachhaltigen Verbesserung des österreichischen Bildungssystems sind vielerorts nachzulesen, beispielsweise in der Studie „Future of Education“, daher kann und werde ich an dieser Stelle nicht im Einzelnen darauf eingehen.

    Kritik hinsichtlich der Art und Weise, wie die Pläne der Ministerin an die betroffenen Lehrer kommuniziert wurden (offener Brief mit „vollendeten Tatsachen“), kommt naturgemäß von vielen Seiten und ist teilweise sogar legitim. Es war allerdings auch zu vernehmen, dass die Ministerin unter Zugzwang stand, weil sie ein Durchsickern der Maßnahme durch Indiskretion befürchtete. Die Art und Weise, wie GÖD und andere Gewerkschaften reagieren, ist jedoch mindestens ebenso fragwürdig. An dem Tag, an dem Claudia Schmied mit der Maßnahme an die Öffentlichkeit ging, kamen seitens Neugebauer, Zahradnik & Co nahezu ausschließlich Meldungen mit Un- bis Halbwahrheiten à la „zwei Stunden mehr arbeiten bei gleichem Gehalt“ oder gar „10 Prozent weniger Gehalt“. Selbstberständlich blieben auch die allseits beliebten Gewerkschaftsschlager „Schlag ins Gesicht“, „Skandal“ und „Kriegserklärung“(!) nicht aus.

    Nachdem auch seitens Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll vom Regierungspartner ÖVP kaum Unterstützung kommt und die Gewerkschafter von ihrer Streikdrohung nicht abrücken wollen, droht nun Ministerin Schmied ihrerseits via Standard-Interview mit Rücktritt. Grund: Ohne diese Verlagerung der Arbeitszeit als ersten Schritt ist die nachhaltige Reform des Bildungssystems aus ihrer Sicht nicht möglich. Darüber hinaus sieht Schmied wohl auch ihr Prestigeprojekt „Mittelschule neu“ durch etwaige Einsparungen substantiell gefährdet.

    Originelles Detail am Rande: Die Grünen zeigen volles Verständnis für den Unmut der Lehrer und vor allen Dingen für deren Streik-Pläne, während FPÖ und BZÖ einhellig vollinhaltlich hinter der (SPÖ-)Bundesministerin stehen. Üblicherweise sind Übereinstimmungen zwischen meinen Ansichten und denen der Grünen bzw. FPBZÖ ganz anders verteilt…

    Der Pädagoge, das unbekannte Wesen

    Die Lehrerschaft genießt in Österreich ein äußerst ambivalentes Image. Einerseits geben wir unsere Kinder nahezu bedenkenlos in ihre Hände und schießen schier grenzenloses Vertrauen vor, andererseits betrachten wir sie angesichts der vielen Ferienzeiten und der – scheinbar – kurzen Arbeitszeit als höchst privilegiert.

    Ersteres, das Anvertrauen unseres Nachwuchses, können wir kaum umgehen, ist es doch innerhalb der gesetzlichen Schulpflicht unumgänglich, ein in Österreich lebendes Kind mit sechs oder sieben Lenzen in die Volksschule und in weiterer Folge in Haupt- oder Mittelschule zu stecken, wo sie von Menschen auf den Ernst des Lebens vorbereitet werden sollen, die das ausbildungsbedingt besser zu bewerkstelligen vermögen als der Durchschnittsbürger.

    Zweiteres, den Neid aufgrund der auf den ersten Blick weit reichenden Vorteile des Lehrerberufs, sollte man vielleicht doch noch einmal kritisch hinterfragen.

    Massig Urlaub

    14 Wochen Ferien? Feine Sache! Allerdings nur dann, wenn man bereitwillig darauf verzichtet, flexibel zu verschiedenen Anlässen Urlaub zu nehmen. Man ist also genau dann zu Gast im hübschen Ferienparadies, wenn „alle Anderen“ auch dort sind, nämlich zu den Ferienzeiten, wenn sich Familien aus aller Welt auf den Weg ins Urlaubsdomizil machen. Natürlich bekommt man auch als Lehrer keine Rabatte in den Hauptsaisonen – die günstigen Nebensaisonen fallen entsprechend flach, ebenso wie das gemütliche verlängerte Wochenende mit dem Partner, der sich aufgrund seiner Beschäftigung ausserhalb des Schulwesens Urlaub nehmen kann, wann immer er will bzw. er es mit seinem Chef halbwegs unter einen Hut bringen kann (laut Arbeitsrecht hat der Arbeitgeber de facto nur recht überschaubare Möglichkeiten, einem Urlaubsansuchen seines Dienstnehmers nicht zu entsprechen).

    Freie Einteilung der Arbeitszeit & ein gemütlicher Arbeitsplatz

    Die flexible Einteilung der (Wochen-)Arbeitszeit wird dadurch relativiert, dass man als Lehrer einen nicht gerade kleinen Bereich seines privaten Wohnraums der Arbeit unterordnen muss. Das Arbeiten in der Schule selbst ist nämlich nicht immer möglich – genauer gesagt nur dann, wenn in den Räumlichkeiten der Lehranstalt zufällig am Nachmittag „geöffnet“ ist (Abendschulen, Sportvereine mieten den Turnsaal,…). Ist dies nicht der Fall, muss man seine Unterrichtsvorbereitungen, Korrekturen von Schularbeiten bzw. Tests und alle anderen Arbeiten, die abseits des Unterrichts und der Klassenzimmer anfallen, zu Hause verrichten.

    Pädagogen, die ihren Job auch nur halbwegs ernst nehmen, kommen zudem mit einem kleinen Notebook, einem Drucker der Einstiegsklasse und zwei, drei Aktenordnern selbstverständlich bei weitem nicht aus. Da stapeln sich je nach Schultyp Arbeitsblätter, Bastelmaterialien, Schulbücher, Sachliteratur, Weiterbildungsmaterial und vieles mehr, was sich in seiner Gesamtheit in einem durchschnittlichen Wohnzimmer eher weniger dekorativ einfügt.

    In den Zeiten, in denen man in der Schule selbst arbeiten kann, rauft sich nicht selten der gesamte Lehrkörper um einen alten (ergo langsamen) Kopierer, benützt gemeinsam einen einzelnen PC (manchmal gar ohne Internetanbindung) und dem einzelnen Lehrer steht ein erquicklicher Quadratmeter zur Verfügung, wo er alle seine Unterlagen, Schularbeitshefte, Materialien und so weiter zusammenpfercht.

    Personalentwicklung & Leistungsbeurteilung

    Jeder Arbeitnehmer, der in einem Unternehmen arbeitet, dass sich mehr oder weniger aktiv um sein Personal kümmert, genießt eine Menge Vorteile gegenüber jedem einzelnen Lehrer Österreichs, unter anderem Feedback von seinem Chef und/oder seinen Kollegen. In ganz besonders fleissigen Unternehmen ist das Orientierungs-/ Entwicklungs- /Mitarbeitergespräch ein fixer Bestandteil der Personalentwicklung. In diesen Gesprächsrunden erhalten Mitarbeiter und Führungskraft Rückmeldung über die Arbeitsleistung und es werden auch Fragen über zukünftige Entwicklungen erörtert.

    Feedback in der Schule? Fehlanzeige. Es gibt es nicht einmal irgendeine Überprüfung oder einen Nachweis, was der Lehrer so macht, wenn er am frühen Nachmittag vom Schulwart aus dem Schulgebäude ausgesperrt wird. Zu diesem Thema gibt es interessanterweise auch keinerlei wissenschaftlichen Erhebungen.

    Sicherlich gibt es einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an Pädagogen, die sich abseits des Klassenzimmers emsig vorbereiten, weiterbilden und sich konzentriert den Arbeiten der Schüler widmen, um zu erkennen, wo es Defizite oder auch besondere Talente gibt – und den aus diesen Erkenntnissen resultierenden Anforderungen auf die eine oder andere Weise entsprechen.

    Ich vermute jedoch am anderen Ende des Spektrums eine kaum schätzbare (und nicht zu kleine) Anzahl von Lehrern, die nach Hause gehen und als ausreichende Unterrichtsvorbereitung das Einpacken der richtigen Unterlagen für den nächsten Tag betrachten, um den restlichen Tag im Schwimmbad, im Park, vor der Spielkonsole oder wo auch immer zu verbringen. Weiterbildung: Wozu? In der anerkannten Lehrmeinung hinsichtlich Zellteilung hat sich für den Bio-Professor ohnehin kaum etwas seit den 70ern getan und das Englisch geht eh noch ganz ordentlich über den Lippen. In der Geografie muss man sich gerade mal eine Handvoll neue europäische Staaten merken, die in den vergangenen paar Jahrzehnten hinzugekommen sind und die Kontinente werden wohl noch ein Weilchen annähernd die gleiche Form haben…

    Austausch unter Kollegen & Betreuung

    Kontakt mit Kollegen und Vorgesetzten findet maximal in den Pausen statt – gesetzt dem Fall, man hat nicht ohnehin genug damit zu tun, in den wenigen Minuten einer Schulpause seine Sachen zu packen und von Klassenraum A nach Klassenraum B zu kommen. Bei Gangaufsicht oder anderen Verpflichtungen, die die Pausen zunichte machen, bleibt auch diese Interaktion aus.

    Selbst zu Beginn seiner Karriere – wobei das Wort „Karriere“ angesichts der dürftigen Entwicklungsmöglichkeiten im Schulwesen nicht ganz zutrifft – hat der junge Pädagoge kaum Betreuung durch erfahrene Kollegen oder Führungskräfte. Mentoring, Coaching oder andere einigermassen zeitgemäße Unterstützung finden selten bis niemals Anwendung. Das höchste der Gefühle ist die psychologische Beratung oder Betreuung im Akut- oder Bedarfsfall.

    Fazit

    Dass enormer Handlungsbedarf zur Modernisierung und Verbesserung unseres Schulwesens gegeben ist, bestreitet wahrscheinlich nur eine verschwindende Minorität in diesem Land. Es werden massive Änderungen im Schulunterrichtsgesetz, im Schulorganisationsgesetz und im LehrerInnendienstrecht einschließlich Besoldung umgesetzt werden müssen, um unsere Kinder in Zukunft optimal auf die Erfordernisse des (Berufs-)Lebens vorzubereiten.

    Dennoch darf auch nicht riskiert werden, die Lehrerschaft und deren Wohlbefinden dazu zu missbrauchen, die Veränderungen im Bildungssystem zu finanzieren. Die enormen Anstrengungen des Berufs dürfen keineswegs ignoriert werden, auch wenn sie für die Öffentlichkeit nur sehr schwer wahrnehm- oder abschätzbar sind und möglicherweise auch großen saisonalen Schwankungen unterliegen.

    Nimmt ein Lehrer seinen Beruf und seine – durchaus beträchtliche – soziale Verantwortung auch nur halbwegs ernst, so wird er künftig – so es keine Entlastung in anderen Aufgabenbereichen gibt – tatsächlich ein, zwei oder auch mehr Stunden zusätzlich arbeiten müssen, um einen qualitative hochwertigen Unterricht gewährleisten zu können. Andere Kollegen, die es bis dato schon nicht ganz so ernst mit der Erfüllung der Arbeitszeit genommen haben, werden durch eine Ausweitung der Dienstverpflichtung im schlimmsten Fall noch mehr bei den wichtigen Tätigkeiten abseits der Klassenzimmer wie Unterrichtsvorbereitungen, Organisationen von Veranstaltungen, Kontakzt zu den Eltern oder Weiterbildung „sparen“.

    Alle Pädagogen an öffentlichen Schulen dürfen jedoch bei allem Unmut nicht vergessen: Sie haben einen einigermassen sicheren Job (in Krisenzeiten wie diesen kann das bei weitem nicht jeder Arbeitnehmer von sich behaupten!), trotz wenig flexibler Einteilbarkeit enorm langen Urlaub und sie verbringen mehr – hoffentlich sinnvoll genutzte – Zeit mit unseren Kindern, um deren Zukunft es in dieser Angelegenheit schlussendlich geht!

    Also bitte, liebe Gewerkschafter: Ein großer Befürworter eines funktionierenden Arbeitnehmervertreterwesens bittet Euch inständig um seriöse Ausübung Eurer Pflicht: Die Suche nach konstruktivem Dialog, Erarbeitung von Konzepten unter Zuhilfenahme der zahlreichen Bildungsexperten dieses Landes, zukunftsorientiertes Denken bzw. Handeln in Anbetracht kommender Herausforderungen und nicht um fortwährende Demonstration, wie beharrlich Ihr hinsichtlich der krampfhaften Erhaltung eines dringend zu reformierenden Systems sein könnt!

  • Google AdWords bieten Treffsicherheit – garantiert!

    Google AdWords bieten Treffsicherheit – garantiert!

    Hin und wieder sind es schon skurrile Ergebnisse, die die Platzierung von Google Ads mittels context-sensitiver Schaltung nach sich ziehen kann. Da wird auf einer Seite, die sich mit Latein beschäftigt, oftmals Werbung für Latinas, die ganz spezielle Liebesdienste anbieten gezeigt und wehe man schreibt gar einen Artikel, in dem auf einer Seite irgendwo die Keywords „Dame“ und – inhaltlich gänzliche anderswo – „leicht“ vorkommen. Unerwartete Ergebnisse stehen also naturgemäß auf der Tagesordnung.

    Die Polizei von Seattle hat nun derzeit ohnehin schon eine Menge zu tun, ihren „guten Ruf“ wieder herzustellen. Wir erinnern uns: Ein King County sheriff’s deputy rastete komplett aus, schlug ein 15jähriges Mädchen (aufgrund der unerhört gefährlichen Attacke mit dem linken Schuh) brutalst nieder und malträtierte das – bereits am Boden – liegende Opfer mit weiteren Schlägen auf den Kopf.

    Der „Freund und Helfer“ oder auch „Starke Arm des Gesetzes“, dem es scheinbar herzlich egal war, dass er bei diesem Exzess gefilmt wurde, ist nun – quod erat expectandum – eine Art YouTube-Star (verschiedene Uploads des Videos erreichen derzeit zusammengerechnet mehr als eine Million Views). Ob aber diese Google Ad-Schaltung (siehe Bild) sonderlich hilfreich dabei ist, das richtige Personal für den Posten eines Police Officers anzuheuern, darf berechtigterweise bezweifelt werden…

  • Kärnten-Wahl: BZÖ 45 Prozent, Grüne bangen um Einzug

    Die Kärntner und Salzburger haben vergangenen Sonntag ihren neuen Landtag gewählt. Die Ergebnisse – vor Allem in Kärnten – sind aus meiner Sicht niederschmetternd: Das BZÖ, die Partei der Totenkultisten, die den heiligen Jörg Haider verehren, erreichte mit 45,5 Prozent der Wählerstimmen ein Rekordergebnis, das Seinesgleichen sucht – und außerhalb Kärntens auch nirgendwo finden wird.

    Selbst die pessimistischeren Beobachter haben nicht mit einem solchen Ergebnis gerechnet. Die Strahlkraft des zum Regionalheiligen hochstilisierten Jörg Haider hat funktioniert, sein glanzvolles(?!) Erbe soll weitergeführt werden.

    Erschüttenderweise ist die Ursache für diesen Erfolg jedoch nicht nur der Haider-Effekt, sondern auch das gänzliche Fehlen von Persönlichkeiten an den Fronten der BZÖ-Mitbewerber im Ländle. Allein die SPÖ verlor mangels tauglicher Parteispitze mehr als 22.000 Stimmen an die Orangen. Die Grünen, die derzeit mit 4,99 Prozent um den Einzug ins Kärntner Landesparlament bangen, müssen gar auf die Auszählung der Wahlkarten warten und – wie leider so oft in den vergangenen Jahren – das Prinzip Hoffnung hochhalten.

  • BZÖ: Trauer um Haider als makabre Marketingstrategie?

    BZÖ: Trauer um Haider als makabre Marketingstrategie?

    Es ist wirklich erschreckend, wie eine politische Partei, die immerhin im höchsten legislativen Gremium der Republik vertreten ist, die Menschen an der Nase herumzuführen versucht. Auch wenn viele Menschen – von Haiders jahrzehntelanger populistischen Machenschaften geblendet – tatsächlich so etwas wie einen Verlust empfinden, so wird doch immer wieder den Anschein zu erwecken versucht, die ganze Nation (also Kärnten) befände sich im Zustand der tiefen Trauer.

    Angefangen mit dem Staatsbegräbnis und den gebetsmühlenartig heruntergebeteten Vergleichen mit Lady Di – die meines Erachtens nicht einmal an Rapunzels Haaren herbeiziehbar sind – über die Verwendung des Namens in der offiziellen Bezeichnung der Wahlliste bis hin zu den weitreichenden conspiracy theories im Web, zeigt sich auf erschreckende Weise, wie eiskalt (und ganz offensichtlich verzweifelt) das BZÖ mit dem Vermächtnis ihres so sehr verehrten Parteiführ…chefs umgeht.

    Den jüngsten Exzess, was die Vermarktung des Namens Jörg Haider betrifft, fand vor wenigen Stunden vor den Toren der Kärntner Landesregierung statt: Ein Rudel BZÖ-Wahlwerber – pardon – Trauernder fand sich ein, um ein Lichtermeer (das sich schlussendlich vielmehr als Teich herausstellen sollte, siehe Bild, danke » Georg Holzer) für den Verblichenen zu entzünden, um der ganzen Welt zu zeigen, wie sehr „ganz Kärnten“ seinen Jörg vermisst.

    Die zeitliche Nähe zur am Sonntag stattfindenden Wahl ist hierbei natürlich kein entscheidender Faktor, schließlich begeht man ja am heutigen Tag eine Reihe von Anlässen:

    • Kreisrunde 138 Tage sind seit dem Unfall vergangen
    • Jörg Haider hätte exakt heute (vor einem Monat, versteht sich) seinen – ebenso runden – 59. Geburtstag gefeiert (vielleicht mit einer Handvoll Flaschen, die einen aus seiner Partei, die anderen gefüllt mit erlesenen Alkoholika?)
    • im Februar 2000 trat er nach als Chef der FPÖ zurück
    • im Februar 2002 kam der Sager „Wenn einer schon Adamovich (Anm.: damaliger Präsident des Verfassungsgerichtshofes) heißt, muss man zuerst einmal fragen, ob er überhaupt eine aufrechte Aufenthaltsberechtigung hat.“
    • Spekulieren kann man natürlich auch darüber, ob die unsäglich schlecht gesungenen und über das renommierte Vertriebssystem „Home Shopping“ verschleuderten Heimatlieder-CDs einen Verkaufsrekord erzielt haben…

    Jörg Haider, seine Buberln und sein seltsames Bündnis von „rechts-außen-Grenzgängern“ genießen bei mir persönlich ebenso wenig Respekt wie Mitleid, aber wie tief Menschen sinken, wenn es um ein bißchen Macht und Wählerstimmen geht, ist gleichermassen widerlich wie erschreckend.

  • Introducing: The brand new Passport for Babies

    Introducing: The brand new Passport for Babies

    Ja, jetzt ist es so weit: Alle Menschen brauchen einen Reisepass, also künftig auch Kinder unter 12 Jahren.

    Sobald ein Paar beschließt, eine Familie zu gründen und zu diesem Behufe Nachwuchs zu zeugen, müssen die beiden Partner rechtzeitig (also VOR bevor es zu einer Besamung und in weiterer Folge erfolgreichen Befruchtung kommt) einen Pass für das potenziell entstehende Kind beantragen.

    Auszufüllen und zur Begutachtung bei der zuständigen Behörde (Magistratisches Bezirksamt/Bezirkshauptmannschaft) vorzulegen sind folgende Dokumente:
    – Heiratsurkunde der potenziellen Eltern (alternativ eidesstattliche Partnerschaftsbekundung)
    – Geburtsurkunden der potenziellen Eltern
    – Meldezettel der potenziellen Eltern
    – Staatsbürgerschaftsnachweise der potenziellen Eltern, Großeltern und etwaigen Zeugen des Zeugungsaktes
    – geplantes Geschlecht des Kindes (nachträgliche Änderung: EUR 12,50 Geschlechtsänderungsabgabe)
    – geplanter Name des Kindes (falls noch nicht bekannt, liegt am Bezirksamt eine Liste mit 25 Namen je Geschlecht auf, aus denen randomisiert einer gewählt wird)
    – voraussichtlicher Zeitpunkt der Befruchtung (plus zwei Ersatztermine)

    Nach einer kurzen Bearbeitungsfrist (maximal drei Menstruationszyklen) wird dann durch die Behörde eine schriftliche Genehmigung für einen Reisepass auf dem Postweg zugestellt. Bei negativem Bescheid ist der (ungeschützte) Geschlechtsverkehr selbstverständlich tunlichst zu unterlassen. Schwangerschaften ohne Reisepass (für den Fötus) werden mit Freiheitsentzug bis zu 40 Wochen bestraft. Im Falle der positiven Erledigung steht dem Kinderzeugen nichts mehr im Wege. Eine weitere Rückmeldung während oder nach erfolgtem Akt ist nicht zwingend erforderlich (zumindest nicht außerhalb der Amtszeiten).

    Sobald das Kind im Mutterleib mittels bildgebender Verfahren – beispielsweise Sonographie – ausmachbar ist, wird mittels Punktion ein Chip in den Nacken des Fötus appliziert, der sämtliche personenbezogenen Daten enthält, die man für die Sicherheit halt so braucht. Dern legitimen Einwänden von Datenschützern wurde selbstverständlich Folge geleistet. Um eine unauthorisierte Übertragung der Daten zu verhindern, wird an jedes gechippte Baby unmittelbar nach der Geburt ein der Abschirmung dienendes Bleihalsband ausgegeben. Ein Wechseln auf die nächste Größe ist hierbei angeraten, wenn Blau- und Violettfärbungen eine Fläche von mehr als 30 Prozent des Gesichts des Kindes einnehmen.

    Bezüglich der Abnahme der Fingerabdrücke und Retina-Scans von Ungeborenen für die Eintragung in den Pass und Speicherung auf den Chip sind die Experten der Homeland Security bis heute uneins, wie dies zu bewerkstelligen sei. Bisherige Experimente mit dokumentenechter Tinte innerhalb der Fruchtblase sind wenig erfolgreich verlaufen und könnten zu erheblichen Einschränkungen bei der Entwicklung des Fötus führen. Dies sei zwar hinsichtlich der erhöhten Sicherheit ein akzeptables Risiko, man forsche aber dennoch an alternativen Methoden, heißt es dazu aus dem US-Heimatschutzministerium.

  • Die Kreditkrise in allen schmutzigen Details

    Die Geschichte der Krise ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Ein herrlich animierter Kurzfilm zeigt nun ausführlich in verständlicher und origineller Weise die Hintergründe und Ursprünge der Probleme, mit denen wir zur Zeit – und vermutlich auch noch in der näheren Zukunft – zu kämpfen haben (werden).

  • Worauf die Gamer-Welt gewartet hat: Der Gabelstapler Simulator 2009

    Die Zeit des Darbens ist vorüber! Endlich kann der Mann im Computerspieler wieder zeigen, wie gut es um seinen Testosteron-Spiegel bestellt ist. Jahrelang wurden Hardcore-Gamer und Simulationsexperten mit so langweiligen Simulationen wie Flugzeug, F1-Rennwagen oder U-Boot genervt, bis sich endlich eine ambitionierte Spieleschmiede fand, die diesem katastrophalen Zustand ein Ende bereitet.

    Alleine die Spielbeschreibung des Gabelstapler Simulator 2009 bietet schon einen Vorgeschmack auf das packende und fesselnde Spielerlebnis, in das man gleich eintauchen wird:

    Schlüpfen Sie in die Rolle eines Gabelstaplerfahrers und nehmen Sie Platz in den hochdetaillierten und originalgetreuen Fahrzeugen. Im Gabelstapler-Simulator 2009 gilt es, abwechslungsreiche Aufgaben in unterschiedlichen Szenerien zu meistern. So müssen Sie beispielsweise Lastwagen und Züge in einer bestimmten Zeit be- und entladen oder Waren in den riesigen Lagerhallen einlagern. Verschiedene Original-Fahrzeuge der Firma STILL stehen Ihnen dabei in Ihrem Fuhrpark zur Verfügung.

    Features:

    • Original-Fahrzeuge von STILL (von wem auch sonst?)
    • 6 abwechslungsreiche Missionen (vom Lebensmittel- bis zum Möbellager ist alles dabei?)
    • Trainingsmodus zum Erlangen der Fahrerlaubnis (soviel Zeit muss sein!)
    • 3 verschiedene Gabelstapler mit unterschiedlichen Eigenschaften (nämlich v-ö-l-l-i-g unterschiedlich – mal langsam, mal träge!)

    Der Blockbuster ist nach nur wenigen Tagen bereits in Riesenschritten auf den respektablen Platz #353 der Amazon-Verkaufscharts vorgerückt (Stand 22:00). Dies wird sicherlich dadurch begünstigt, dass das Spiel (nota bene: ein Fahrzeugsimulator) laut Hinweis auf der Verpackung bereits ab einem Alter von 3 Jahren frei gegeben ist.

    Was darf man nun als Simulations-Junkie noch so alles erwarten? Meine Vorschläge:

    • ein knackiger Zahnseide-Simulator mit unterschiedlichen Szenarien von Milchzähnen bis hin zu ausgewachsener Parodontose
    • ein packender original Wiener Fiaker-Simulator mit so herausfordernden Aufgaben wie Wegräumen des Pferdemists, bevor die Exekutive einschreitet oder dergleichen
    • ein Opernball-Simulator, bei dem die Hauptaufgabe darin besteht, ein Maximum an Zeit zu erreichen, die man bei der ORF-Übertragung zu sehen ist. Spielmodi: „Anfänger“ (man ist Gast von Richard „Mörtel“ Lugner und ist sowieso per definition der wichtigste Besucher), „wenig Fortgeschrittener“ (man ist Moderator für den ORF, da man hierfür ja ohnehin kaum eine Qualifikation wie Charme oder gar Höflichkeit zu benötigen scheint), „ein kleines bissi Fortgeschrittener“ (man ist bei der Eröffnung als Debutant dabei und schwingt das Tanzbein gleich neben Walzer-Aspirant Arturo, dem Swarovski-Erbinnen-Erben) und zu guter Letzt „Experte“ (man ist einer der heuer vier Demonstranten und muss sich ohne Frack in die Oper schmuggeln)

    Vielleicht nimmt sich ja ein junges Spieldesigner-Team dieser glorreichen Ideen an? Für den Stapler-Simulator hat sich ja schließlich auch eines gefunden…